Finanzdienstleistungen für private Haushalte

Spar- und Anlageformen bei Banken


Seminararbeit, 2009
20 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 GRUNDLAGEN
2.1 Marktvolumen
2.2 Magisches Dreieck der Kapitalanlage
2.3 Referenzzinssätze

3 SPAR- UND ANLAGEFORMEN BEI BANKEN
3.1 Tagesgeld
3.2 Termingeld
3.3 Spareinlagen
3.4 Bausparer

4 SCHLUSSBEMERKUNG

LITERATURVERZEICHNIS

1 Einleitung

Seit fast zwei Jahren steht schon die Finanzmarkt- bzw. (Welt-) Wirtschaftskrise im Mittelpunkt des wirtschaftlichen Tagesgeschehens. Deren Auswirkungen spüren alle Marktteilnehmer immer intensiver, jeder auf seine Art. Die Ertragskraft der deutschen Banken ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken und ein Wachstum ist, wenn überhaupt, im Moment nur gebremst möglich.1 Die privaten Haushalte spüren die Krise z.B. durch Verluste aus Aktien und Fonds, steigenden Preisen oder zunehmenden Schwierigkeiten einen Kredit zubekommen. Deshalb rückt bei den privaten Haushalten die Krise und deren Auswirkungen immer mehr ins Bewusstsein bei der Frage: „Wie kann ich meine Ersparnisse in diesen Zeiten noch risikolos und zu guten Zinskonditionen anlegen?“.

In der Bundesrepublik Deutschland ist die Sicherheit der Anlageprodukte bei den Bundesbürgern seit einiger Zeit wieder oberstes Gebot - natürlich verstärkt unter dem Eindruck der Finanzmarktkrise.2 So sind die Klassiker der Geldanlage heute wieder stark gefragt, wie z.B. das Sparbuch oder als Sonderform der Bausparer. Auch die Kreditinstitute reagieren auf diesen Trend und entwickeln ihre bisherigen Sparkontenformen weiter um in Zeiten knappen Geldes möglichst viele Anleger für ihr Haus zu gewinnen bzw. von der Konkurrenz abzuwerben.

Die vorliegende Arbeit soll einen ersten systematischen Überblick über die grundlegenden Spar- und Anlageformen bei Banken geben und stellt deswegen keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im ersten Teil werden zunächst die Grundlagen definiert, welche auf das Marktvolumen eingehen, die drei Eckpfeiler der Kapitalanlage aufzeigen und die den Anlageprodukten zugrunde liegenden Referenzzinssätze kurz erläutern. Der zweite Abschnitt der Arbeit stellt einige ausgewählte Spar- und Anlageformen (Tagesgeld, Termingeld, Spareinlagen, Bausparer) bei Banken vor, geht auf deren Eigenarten ein und zeigt „Einsatzmöglichkeiten“ auf.

2 Grundlagen

2.1 Marktvolumen

Im folgenden Abschnitt soll die Geldvermögenssituation bzw. -bildung der privaten Haushalte (incl. Organisationen ohne Erwerbszweck) dargestellt werden. Laut des Monatsberichts der deutschen Bundesbank vom Januar 2009 beträgt das Geldvermögen im zweiten Quartal 2008 1643,5 Mrd. Euro3 in Bargeld und Einlagen (Sicht-, Termin- und Spardepositen). Dies entspricht einem Anstieg von rund 5% gegenüber dem gleichen Quartal 2007. Weiterhin ist ein leichter Anstieg (gegenüber dem Vorjahr) bis Ende 30. Juni 2008 bei den Rentenpapieren zu verzeichnen, welche einen Betrag von 396,5 Mrd. Euro4 haben. Ansprüche aus Geldmarktpapieren, Aktien, Investmentzertifikaten, Pensionsrückstellungen sowie gegenüber Versicherungen sind nahezu unverändert geblieben bzw. verbuchen einen leichten Rückgang. Saldiert man diese einzelnen Größen ist das Ergebnis das Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte, welches im zweiten Quartal 2008 einen Betrag von 4563,9 Mrd. Euro5 auswies.

Der Wert des Geldvermögens in Bargeld und Einlagen setzt sich aus folgenden Beträgen zusammen:

- Bargeld und Sichteinlagen: 647,8 Mrd. Euro6
- Termineinlagen: 359,7 Mrd. Euro7
- Spareinlagen (Sparbuch & Sparbrief): 636 Mrd. Euro8

Laut des statistischen Bundesamtes ist zurzeit mehr als jeder dritte angelegte Euro (ca. 37%) in Termin und Spareinlagen zu finden. Dies ist auch Ausdruck der Finanzkrise, denn diese Form der Einlagen gewährt nicht nur Sicherheit sondern auch Transparenz und Verständlichkeit - was von (Kredit-) Derivaten nicht behauptet werden kann.9

Diese Flucht in sichere, verständlichere und transparentere Termineinlagen macht auch folgende Grafik von der Postbank AG klar erkennbar:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung: Termineinlagen im Aufwind10

Ebenso macht diesen Umstand die Netto-Sparquote deutlich, welche im Jahr 2008 bei rund 11,5% lag. Also eine Pro-Kopf-Ersparnis von ca. 1.800,- Euro.11

2.2 Magisches Dreieck der Kapitalanlage

Bevor auf die drei Eckpfeiler der Kapitalanlage eingegangen wird, soll zunächst kurz der Unterschied zwischen dem Geld- und dem Kapitalmarkt genannt seien.

Auf dem Geldmarkt werden kurzfristige Geldanlagen gehandelt, um die Wirtschaft mit dem notwendigen Bestand an Zahlungsmitteln zu versorgen (Liquiditätsmanagement). Dem entgegengesetzt werden auf dem Kapitalmarkt langfristige Wertpapiere (mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten) gehandelt. Es werden sozusagen die Ersparnisse der Bevölkerung angeboten und von den Sektoren der Wirtschaft nachgefragt, um die zur Finanzierung von Investitionen benötigten Finanzmittel zu beschaffen.12

Auf diesen beiden Märkten agieren eine Vielzahl von Wirtschaftssubjekten. Die Zentralbank(-en), Geschäftsbanken, Versicherungen, der Staat (Bund, Länder, Gemeinden), Unternehmen und private Haushalte. Jeder der einzelnen Akteure berücksichtigt bei seiner Kapitalanlage das „Magische Dreieck“ und verfolgt unterschiedliche Ansätze bestehend aus:

- Rendite,
- Sicherheit (Risiko) und
- Liquidität.

Es gibt nun unterschiedliche Neigungen und Einstellungen von privaten Haushalten zu diesen Punkten. Viele Sparer bevorzugen eine sichere Verzinsung, mit der sie ihre Erträge schon vorher genau berechnen können. Einige wollen dabei finanziell flexibel bleiben, um im Bedarfsfall schnell wieder über ihr Erspartes verfügen zu können. Andere wiederum möchten in Kombination mit einem soliden Basiszins dennoch von größeren Zins- Chancen profitieren.13

Da meist die Erreichung eines der drei Ziele auf Kosten eines der anderen Ziele geht (z.B. führt eine schnellere Liquidierbarkeit zu sinkendem Zinssatz und damit zu sinkender Rendite), nennt man diese drei Komponenten „Magisches Dreieck der Kapitalanlage“. Es sollte also nach der Devise gehandelt werden: „So liquide wie nötig, so rentabel und sicher wie möglich“. Dieser Kompromiss muss immer auf der Basis unsicherer Erwartungen über die zukünftigen Zahlungsein- und -ausgänge und der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung und Lage gefunden werden.14

2.3 Referenzzinssätze

Natürlich beeinflusst die Notenbank durch ihre Geldpolitik (expansiv oder restriktiv) die Finanzmärkte und somit auch die Verzinsung der Spar- und Anlageprodukte bei Banken. Die wichtigsten Referenzzinssätze die sich von den Leitzinsen ableiten sind d er LIBOR, EURIBOR sowie der EONIA.

Der LIBOR (London Interbank Offered Rate) ist ein im Interbankenhandel in London angewendeter kurzfristiger Geldmarktsatz zur Übernahme kurzfristiger Einlagen oder Kredite bei einer erstklassigen Bonität.15 Er dient als Bezugsgröße für Finanzprodukte mit variabler Verzinsung im internationalen Geschäft und wird jeden Arbeitstag um 11 Uhr Londoner Zeit von den wichtigsten international tätigen Banken in London gemeldet.

Für den Euro-Raum spielen zwei Zinssätze eine wichtige Rolle. Zum einen der EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate), zum dem Banken in der Europäischen Währungsunion bereit sind anderen Banken kurzfristig (bis zu zwölf Monaten) Geld zu leihen. Er löste die nationalen Referenzzinssätze FIBOR und LIBOR der an der Währungsunion teilnehmenden Länder ab und wird von bis zu 64 geldmarktaktiven Banken erster Bonität jeden Arbeitstag bis 11 Uhr MEZ fixiert (Briefsätze für Ein- bis Zwölfmonatsgeld). Der EURIBOR dient vor allem als Bezugsgröße für Finanzprodukte mit variabler Verzinsung, z.B. für Bundesanleihen, aber auch für Kredit oder Termingelder. Zum anderen ist der EONIA (Euro Overnight Index Average) ein umsatzgewichteter Durchschnittszinssatz (die Banken melden bis 18.30 Uhr den effektiven Durchschnittszinssatz und ihr Volumen an unbesicherten Tagesgeldtransaktionen) und dient als Referenz für den Tagesgeldmarkt.16

[...]


1 Vgl. Marlene Kück: „Die Krise im Bankensektor“, Berlin 2004, S. 47

2 Vgl. Postbank AG: „Anlagewelt - Das Magazin für SELECT-Kunden“, 01/2009, S. 7

3 Monatsbericht Deutsche Bundesbank Januar 2009, S. 133

4 Siehe 3.

5 Siehe 3.

6 www.bundesbank.de/statistik/statistik_zeitreihen. (Zugriff am 16.02.2009 um 15:33 Uhr)

7 Siehe 6.

8 Siehe 6.

9 Postbank AG: „Anlagewelt - Das Magazin für SELECT-Kunden“, 01/2009, S. 7

10 www.plantor.de/wp-content/uploads/515_termingeld_postbank.jpg (Zugriff am 16.02.2009 um 8:05 Uhr)

11 Siehe 9.

12 Vgl. Baßeler, Heinrich, Utecht: „Grundlagen und Probleme der Volkswirtschaft“, Stuttgart 2002, S. 469 und 470

13 Postbank AG: „Anlagewelt - Das Magazin für SELECT-Kunden“, 01/2009, S. 7

14 Vgl. Deutsche Bundesbank: „Geld und Geldpolitik“, Frankfurt 2008, S. 56

15 Bitz, Stark: „Finanzdienstleistungen - Analyse, Darstellung, Kritik“, München 2008, S.604

16 Görgens, Ruckriegel, Seitz: „Europäische Geldpolitik“, Stuttgart 2004, S. 262 - 263

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Finanzdienstleistungen für private Haushalte
Untertitel
Spar- und Anlageformen bei Banken
Hochschule
Hochschule Mittweida (FH)  (Fakultät für Wirtschaftswissenschaften - Professur für Finanzierung und Investition)
Veranstaltung
Studienschwerpunkt: Banken / Finanzierung / Investition
Note
2
Autor
Jahr
2009
Seiten
20
Katalognummer
V170678
ISBN (eBook)
9783640895649
ISBN (Buch)
9783640896189
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finanzdienstleistung, Banken, private Haushalte, Sparformen, Anlageformen, Einlagengeschäft
Arbeit zitieren
Dipl.-Betriebswirt (FH) Felix Merz (Autor), 2009, Finanzdienstleistungen für private Haushalte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170678

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