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Elemente heilpädagogischen Handelns in einer Rehabilitationseinrichtung für psychisch Kranke der Initiative G e.V.

Title: Elemente heilpädagogischen Handelns in einer Rehabilitationseinrichtung für psychisch Kranke der Initiative G e.V.

Internship Report , 2009 , 39 Pages , Grade: 1

Autor:in: Janette Bardella (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Summary Excerpt Details

Zu Beginn meiner Belegarbeit beschreibe ich zum besseren Verständnis des Lesers die RPK als Institution und in ihren inneren Strukturen genauer. Vorausgehend hierfür soll an dieser Stelle eine persönliche Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Sinn einer medizinisch – beruflichen Rehabilitation für psychisch kranke Menschen in dieser Gesellschaft stehen: Sowohl Arbeit als auch Arbeitslosigkeit können krank machen, körperlich ebenso wie psychisch. An dieser Stelle existiert eine fundamentale Schwierigkeit: Arbeitende stehen zwischen dauernder Verfügbarkeit und Freizeitstress, Arbeitslose zwischen erzwungener Untätigkeit und finanziellen Einbußen. Jeder aber ist angewiesen auf eine Balance zwischen Aktivität und Erholung, um sich seelisch im Gleichgewicht zu halten, um nicht zu „ver- rücken“. Es ist allgemein anerkannt, dass Arbeit das Selbstwertgefühl des Menschen stützt, den Tag strukturiert, Kontakte ermöglicht und Identität stiftet. Hingegen können gerade psychisch kranke Menschen den Anforderungen des Arbeitsmarktes wie Flexibili-tät, Konfliktfähigkeit, Frustrationstoleranz und anderer sozial – kommunikativer Kompetenzen nicht entsprechen und ziehen sich daraufhin resigniert zurück. Es wird ein Teufelskreis zwischen Ausgrenzung, Selbstisolierung und der Flucht in Scheinwelten in Gang gesetzt. Zudem sind psychische Erkrankungen immer noch stigmatisiert und viele befürchten Nachteile an ihrem Arbeitsplatz (auf die unter-schiedlichen Formen der möglichen Stigmatisierung gehe ich genauer im Kapitel 3.2. ein). Die Erwerbsarbeit als sinnvolle Tätigkeit bildet des Weiteren die Basis für die soziale Teilhabe der Menschen in der Gesellschaft, die ohne diese nicht funktionieren könnte. Die berufliche Rehabilitation ist somit das zentrale Ziel für die Sicherung der gesellschaftlichen Teilhabe. Die Integration psy-chisch kranker Menschen und gleichzeitig der Erfolg der Rehabilitation in der RPK sind wiederum abhängig von den ökonomischen, sozialen und rechtlichen Voraussetzungen. Diese vorgefundenen Rahmenbedingungen in der RPK erläutere ich im ersten Teil der Institutionsanalyse im Kapitel 2. An dieser Stelle ist es wichtig, den Pädagogen, den Therapeuten, den psychiatrisch Tätigen auf seine Interaktionsformen mit den Klienten genauer zu beleuchten. Ich hoffe, mit diesem Reflekti-onsbericht Perspektiven für die weitere (heil-) pädagogische Arbeit in diesem Bereich zu eröffnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zu Beginn…

2. Vorstellung der Praxisstelle: Rehabilitationseinrichtung für psychisch Kranke der Initiative G e.V.

2.1. Das Team der RPK

2.2. Das Drei – Stufen - Modell

3. Integration durch Rehabilitation?

3.1. Diagnostik und ihre Folgen in der RPK

3.2. Stigma: „Psychisch krank“

4. Aufbau von Beziehungen

5. Heilpädagogische Beziehungsgestaltung in der RPK

5.1. Das Computergestützte Hirntraining

5.2. Das Soziale Kompetenztraining

5.3. Die Beratung

5.4. Experiment: Lachyoga

6. Zum Schluss…

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht heilpädagogische Handlungsansätze in einer Rehabilitationseinrichtung für psychisch kranke Menschen mit dem Ziel, Möglichkeiten und Grenzen der Beziehungsgestaltung im therapeutischen Kontext zu reflektieren und zukunftsorientierte, klientenzentrierte Assistenzformen aufzuzeigen.

  • Reflexion heilpädagogischer Beziehungsarbeit im institutionellen Rahmen
  • Analyse von Stigmatisierungsprozessen innerhalb und außerhalb der Einrichtung
  • Bedeutung von Selbstbestimmung und Teilhabe in der beruflichen Rehabilitation
  • Praktische Erprobung und Evaluation spezifischer Interventionsmethoden (Lachyoga, Hirntraining)
  • Kritische Auseinandersetzung mit psychiatrischen Diagnostik- und Beratungsansätzen

Auszug aus dem Buch

3.2. Stigma: „Psychisch krank“

Die RPK arbeitet in einem Spannungsfeld zwischen der Gesellschaft und den Klienten – sie muss sich also um ein ausgewogenes Verhältnis der Integration von Teilen beider bemühen (vgl. Dörner 2009, S. 560). Gerade diese Vermittlungsleistung ist als die heil bzw. sozialpädagogische Arbeit in diesem Bereich zu bezeichnen. Sie ist insofern von besonders großer Bedeutung, da sich an dieser Schnittstelle die Entscheidung für oder gegen weitere Stigmatisierung und Ausgrenzung von „psychisch Kranken“ in der Arbeitswelt bindet. Meines Erachtens gibt es in der RPK mehrere mögliche Stigmatisierungsmomente: Die gesellschaftlichen Bedingungen verlangen als erstes, Vorurteile bezüglich psychisch kranker Menschen in den jeweiligen Betrieben mit Hilfe der sozialpädagogischen Begleitung informativ, offen, aufgeschlossen und bewusst zu begegnen. Lassen sich die Betriebe auf dieses Wagnis ein, einem Rehabilitanden die Möglichkeit eines Praktikums zu geben, kommt es durch den persönlichen Bezug zu dem „Kranken und Nichtleistungsfähigen“ schnell zu einem Aufbrechen dieser Vorurteile. Dies wird im Besonderen dadurch bestätigt, dass mögliche Praktikumsbetriebe nach dem ersten Kennlernen der RPK gern immer wieder neue Praktikanten einarbeiten. Frau K kommt bei diesem Prozess ein besonders großer Verdienst zu, da sie Rehabilitanden nicht nur irgendwie beim Arbeiten unterbringt, sondern gezielt passende Betriebe nach den individuellen Fähigkeiten und Zielen der Klienten ausfindig macht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zu Beginn…: Die Autorin erläutert ihre Motivation für die Wahl der Praktikumsstelle und steckt den Rahmen ihrer Belegarbeit ab.

2. Vorstellung der Praxisstelle: Rehabilitationseinrichtung für psychisch Kranke der Initiative G e.V.: Es werden die institutionellen Strukturen, das interdisziplinäre Team sowie das zugrunde liegende Drei-Stufen-Modell der Rehabilitation dargestellt.

3. Integration durch Rehabilitation?: Dieses Kapitel beleuchtet kritisch die psychiatrische Diagnostik sowie die verschiedenen Stigmatisierungsprozesse, denen psychisch kranke Menschen ausgesetzt sind.

4. Aufbau von Beziehungen: Die Autorin reflektiert die Herausforderungen bei der Gestaltung einer professionellen Nähe-Distanz-Beziehung im therapeutischen Setting.

5. Heilpädagogische Beziehungsgestaltung in der RPK: Anhand verschiedener Interventionsangebote wird die praktische Umsetzung beziehungsorientierter heilpädagogischer Arbeit detailliert aufgezeigt.

6. Zum Schluss…: Abschließende Betrachtung der gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse für die eigene heilpädagogische Handlungskompetenz.

Schlüsselwörter

Heilpädagogik, berufliche Rehabilitation, psychische Erkrankung, Beziehungsgestaltung, Stigmatisierung, Selbstbestimmung, Teilhabe, Empowerment, Gruppentherapie, Hirntraining, Beratung, Klientenzentrierung, Wiedereingliederung, Sozialpädagogik, Reflexion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit reflektiert die praktischen Erfahrungen der Verfasserin während ihres Praktikums in einer Rehabilitationseinrichtung für psychisch kranke Menschen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die heilpädagogische Beziehungsarbeit, die Möglichkeiten der beruflichen Integration sowie der kritische Umgang mit Stigmatisierung und therapeutischen Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie durch eine dialogisch-kooperative und klientenzentrierte Arbeitsweise die Teilhabe psychisch kranker Menschen verbessert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Es handelt sich um einen Reflexionsbericht, der auf praktischen Beobachtungen, der Analyse institutioneller Rahmenbedingungen und dem Rückgriff auf fachwissenschaftliche Literatur (z.B. Empowerment, personenzentrierter Ansatz) basiert.

Welche Bereiche werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Institutionsanalyse, eine Reflexion über Beziehungsaspekte sowie die detaillierte Darstellung spezifischer Angebote wie Hirntraining, Soziales Kompetenztraining, Beratung und Lachyoga.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Heilpädagogik, berufliche Rehabilitation, Stigmatisierung, Empowerment und klientenzentrierte Beratung charakterisiert.

Warum hält die Autorin die gängige psychiatrische Diagnostik für problematisch?

Sie kritisiert, dass durch monokausale Erklärungsmodelle Klienten häufig auf ihre Defizite reduziert werden, was den Aufbau einer gleichberechtigten, dialogischen Beziehung erschwert.

Welche Bedeutung hat das „Lachyoga“ in diesem Kontext?

Das Lachyoga fungierte als experimenteller, von der Autorin geleiteter Ansatz, um abseits klassischer Therapieziele Gemeinschaft, Freude und Persönlichkeitsentwicklung der Klienten zu fördern.

Welche Kritik übt die Autorin am bestehenden „Therapieplan für alle“?

Sie plädiert für individuellere Hilfeplanungen, da starre, institutionelle Strukturen den tatsächlichen Bedürfnissen der Klienten oft nicht gerecht werden.

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Details

Title
Elemente heilpädagogischen Handelns in einer Rehabilitationseinrichtung für psychisch Kranke der Initiative G e.V.
College
Neisse University Görlitz
Grade
1
Author
Janette Bardella (Author)
Publication Year
2009
Pages
39
Catalog Number
V170704
ISBN (eBook)
9783640897094
ISBN (Book)
9783640896882
Language
German
Tags
elemente handelns rehabilitationseinrichtung kranke
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janette Bardella (Author), 2009, Elemente heilpädagogischen Handelns in einer Rehabilitationseinrichtung für psychisch Kranke der Initiative G e.V., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170704
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