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Russische Exilkultur als Folge der Revolution von 1917

Título: Russische Exilkultur als Folge der Revolution von 1917

Trabajo , 2011 , 26 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: David Spisla (Autor)

Historia universal - Historia moderna
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Im Zuge der Revolution von 1917 kam es zu einem großen Exodus von ethnischen Russen, die den Bolschewismus ablehnten oder vor den Wirren des Bürgerkrieges (1917 - 22) flohen.
Diese Phase wird in der russischen Geschichtsschreibung als die „erste Welle der Emigration“ bezeichnet. Ihre Zeit endete mit dem Zweiten Weltkrieg. Die nach dem 2. Weltkrieg einsetzende zweite Welle stand der ersten in keiner Hinsicht nach. Auch die dritte Welle in den 70er Jahren konnte nur zu einer kleinen Belebung russischer Exilkultur führen.
Das Interesse der Forschung fokussierte sich bisher auf die erste Welle zwischen den Kriegen. In der westlichen Geschichtsschreibung stehen dabei zwei Hauptwerke im Mittelpunkt, die einen je unterschiedlichen Blickwinkel verwenden. Auf der einen Seite steht das Werk „Russia Abroad“ von Marc Raeff, das die einzelnen Zentren der russischen Kultur als ein quasi globales Netzwerk miteinander verflochten sieht und auf der anderen Seite der deutsche Historiker Karl Schlögel, der als Herausgeber des Sammelbandes „Der große Exodus“ die Einzigartigkeit jeder lokalen Ausformung in den Mittelpunkt rückt.
Diese Hausarbeit diskutiert, welcher Blickwinkel besser dazu geeignet ist, das Phänomen der russischen Exilkultur in der Zeit von 1917 bis 1941 angemessen zu erfassen. Zunächst wird dabei in aller Kürze die Situation im alten Zarenreich beleuchtet. Es folgt ein Überblick über die Ereignisse der Revolution und wichtige Etappen in der Machtfestigung der Bolschewisten. Dies führt dazu, die wichtigsten Ursachen der Migration und deren geographische Ausrichtung zu erwähnen. Im eigentlichen Hauptteil dieser Arbeit wird dann das Phänomen der russischen Exilkultur im Einzelnen beleuchtet. Als exemplarisches Beispiel wird das russische Leben in Berlin dargestellt, da hier Anfang der 1920er Jahre das wichtigste Zentrum russischen Auslandslebens existierte. In einem nächsten Schritt wird diskutiert, inwiefern die Ausformungen des kulturellen Lebens in Berlin eher eine einzigartige und von anderen Ländern unabhängige lokale Erscheinung sind oder ob sich hier Anzeichen einer globalen russischen Exilkultur zeigen lassen.
Nach Abwägung der beiden grundsätzlichen Blickwinkel wird das Phänomen der russischen Migration mit anderen Formen von Zwangsmigration des 20. Jahrhunderts hinsichtlich der allgemeinen Charakteristika verglichen. Es folgt zum Abschluss dieser Arbeit eine Schlussbetrachtung, in welcher die wesentlichen Ergebnisse zusammengefasst werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Migration im späten Zarenreich

3. Migration als Folge der Revolution

3.1.Die Revolution im Überblick

3.2.Ursachen der Migration

3.3.Geographische Ausrichtung

4. Facetten des russischen Exillebens

4.1.Berlin als erstes Zentrum russischer Migration

4.1.1. Die soziale und rechtliche Situation

4.1.2. Das kulturelle Leben

4.1.3 Politische Aktivitäten

4.2.Globale Erscheinung oder einzigartige, lokale Ausformung?

4.3.Fazit

5. Die russische Migration im globalen Vergleich

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der russischen Exilkultur nach der Revolution von 1917 bis zum Jahr 1941. Dabei wird analysiert, inwieweit diese Migrationsbewegung als globale Einheit („Russia abroad“) oder als Ansammlung spezifischer, lokaler Ausformungen betrachtet werden kann, wobei Berlin als exemplarisches Zentrum dient.

  • Analyse der Ursachen und Etappen der russischen Migrationswellen nach 1917
  • Untersuchung der Lebensbedingungen und der sozialen Struktur russischer Exilanten
  • Evaluation des kulturellen und politischen Wirkens in Berlin im Vergleich zu anderen Zentren
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Typologisierung der russischen Emigration im globalen Kontext

Auszug aus dem Buch

4.1.1. Die soziale und rechtliche Situation

Wie bereits erwähnt, sind verhältnismäßig viele Russen aus den oberen Schichten der Gesellschaft sowie Kulturschaffende geflohen, da diese Menschen Repressalien, wie Enteignung, Gefängnis oder Todesstrafe, zu befürchten hatten. Nichtsdestotrotz waren auch einfache Bauern, meist ehemalige Soldaten der weißen Armee, und Arbeiter unter den Exilanten zu finden. Dementsprechend war der Anteil an jungen Männern im heiratsfähigen Alter sehr hoch. Aus diesem Grund spricht Marc Raeff von einer „society in exile“, um deutlich zu machen, dass tatsächlich ein Abbild der russischen Gesellschaft auswanderte, auch wenn der Anteil an der Oberschicht relativ hoch war. In Bezug auf die religiöse und ethnische Zugehörigkeit gab es keine Homogenität, denn es fanden sich alle religiösen Gruppierungen und zahlreiche ethnische Minderheiten unter den Ausgewanderten.

Wie gestaltete sich nun das alltägliche Leben in der Exilgemeinde? Die Adligen unter den Flüchtlingen erfuhren aufgrund ihrer guten Kontakte zum deutschen Adel viel Unterstützung. Einige kauften sich Villen im Grunewald oder im Tiergartenviertel. Die Russen verteilten sich im ganzen deutschen Reich und die russische Gemeinde in Wiesbaden besteht noch heute. Baden-Baden als Kurort zog ebenfalls viele Adlige an, die früher ihren Sommerurlaub dort verbrachten. Einige versuchten den weniger Privilegierten zu helfen. Ein Baron aus dem Baltikum richtete in seiner Villa eine Vertrauensstelle für Flüchtlinge ein. Aus Geldgründen musste diese aber bald geschlossen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Forschungsthema vor, definiert die „erste Welle“ der Emigration nach 1917 und umreißt die wissenschaftlichen Blickwinkel, die für die Arbeit zentral sind.

2. Migration im späten Zarenreich: Dieses Kapitel erläutert die Migrationsbewegungen vor der Revolution, die primär durch Industrialisierung, agrarische Erschließung und soziale Umbrüche geprägt waren.

3. Migration als Folge der Revolution: Es wird der Verlauf der Revolution und des Bürgerkriegs analysiert, um die Entstehung der Massenflucht des zaristischen Establishments und der Intelligenz zu erklären.

4. Facetten des russischen Exillebens: Der Hauptteil untersucht das Exilleben in Berlin mit Fokus auf soziale Lage, kulturelle Institutionen und politische Heterogenität, ergänzt durch einen Vergleich mit anderen Exilzentren.

5. Die russische Migration im globalen Vergleich: Hier wird die russische Emigration in den breiteren wissenschaftlichen Kontext globaler Zwangsmigration gesetzt, um ihre Einzigartigkeit zu hinterfragen oder zu bestätigen.

6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert, dass die russische Exilkultur aufgrund ihrer spezifischen Bedingungen ein singuläres Phänomen bleibt, für dessen vollständige Aufarbeitung weiterer Forschungsbedarf besteht.

Schlüsselwörter

Russische Emigration, Exilkultur, Russische Revolution 1917, Migration, Marc Raeff, Karl Schlögel, Berlin, Diaspora, Weißgardisten, Zwangsmigration, Intelligenz, Russische Identität, Bolschewismus, Exilgemeinde, Kulturtransfer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte der russischen Exilkultur, die infolge der Revolution von 1917 und des darauf folgenden Bürgerkriegs entstand und bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1941 dauerte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Ursachen der Flucht, die Lebensumstände der russischen Diaspora in verschiedenen Gastländern sowie der kulturelle und politische Beitrag der Emigranten in ihren neuen Lebensumfeldern.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die wissenschaftliche Debatte darüber zu klären, ob das Phänomen als einheitliches, globales Netzwerk („Russia abroad“) oder als Resultat spezifischer, lokaler Entwicklungen in den jeweiligen Gastländern zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Forschungsbeiträge (u.a. von Marc Raeff und Karl Schlögel) und vergleicht diese mit den historischen Gegebenheiten, insbesondere am Fallbeispiel Berlin.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die soziale Situation, das kulturelle Wirken russischer Intellektueller, die Gründung spezifischer Institutionen wie des „Russischen Wissenschaftlichen Instituts“ und das vielfältige politische Leben der Emigranten.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?

Zentrale Begriffe sind Russische Emigration, Exilkultur, Diaspora, „Erste Welle“, Identitätsbewahrung und der Vergleich mit anderen Formen der Zwangsmigration des 20. Jahrhunderts.

Welche Rolle spielte Berlin als Zentrum der russischen Diaspora?

Berlin fungierte Anfang der 1920er Jahre als das wichtigste Zentrum, da die Stadt eine günstige Infrastruktur für das russische Verlagswesen bot und als „Wiege der Kultur der Diaspora“ galt.

Inwieweit lässt sich die russische Emigration mit der Vertreibung der Armenier vergleichen?

Der Autor argumentiert, dass die Armenier sich nicht als „Hüter“ der osmanischen Kultur verstanden, während die russischen Emigranten explizit das Ziel verfolgten, das kulturelle Erbe Russlands im Ausland zu bewahren.

Warum war die politische Einigkeit der Exilrussen kaum möglich?

Die politischen Gruppierungen waren stark heterogen – von linken Sozialrevolutionären bis hin zu monarchistischen Unterstützern der Großfürsten Kirill und Nikolaj – was interne Spannungen und Konkurrenzkämpfe förderte.

Final del extracto de 26 páginas  - subir

Detalles

Título
Russische Exilkultur als Folge der Revolution von 1917
Universidad
University of Education Freiburg im Breisgau  (Institut für Politik- und Geschichtswissenschaft (Abteilung Geschichte))
Curso
Mobilität und Migration - Gesellschaften in Bewegung
Calificación
1,0
Autor
David Spisla (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
26
No. de catálogo
V170775
ISBN (Ebook)
9783640897865
ISBN (Libro)
9783640897711
Idioma
Alemán
Etiqueta
Russische Migration Migration Russische Revolution Migration in Russland Migration nach 1917
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
David Spisla (Autor), 2011, Russische Exilkultur als Folge der Revolution von 1917, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170775
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