Die Personalentwicklungsmaßnahmen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Wo früher in Unternehmen unter dem Begriff Personalabteilung lediglich die Endgeldabrechnung verstanden wurde, ist heute die Personalabteilung zunehmend in einzelne Bereiche wie Personalentwicklung, Personalbeschaffung, Endgeldabrechnung, Personalcontrolling und vieles mehr unterteilt.
Der Personalbereich mit der Ressource Mensch trägt in der heutigen Zeit maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Der demografische Wandel muss berücksichtigt werden, und die Kompetenzen der Mitarbeiter müssen ständig geschult werden um anstehende und zukünftige Anforderungen erfüllen zu können. Die Personalentwicklung ist für regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter und Führungskräfte verantwortlich.
In Zeiten der Wirtschaftskrise müssen die Unternehmen überlegen, wie und in welcher Höhe sie das erwirtschaftete Kapital in die Personalentwicklung investieren. Die Frage wird aufgeworfen, ob in Krisenzeiten antizyklisch in die Personalentwicklung investiert werden sollte oder eher gespart werden sollte, sowie die Frage, welche Möglichkeiten es gibt, die Mitarbeiter preiswerter zu schulen. Eine durchdachte Personalentwicklungsstrategie muss erarbeitet werden. Aber was ist die richtige Strategie? Gibt es ein Allheilmittel oder kann man nur erfahrungsgemäß und tendenziell handeln?
Eine Wirtschaftskrise bringt immer Verlierer, aber auch Gewinner hervor. Die Karten werden neu gemischt. Inwieweit die Personalentwicklung zum Erfolg beitragen kann ist in der nachfolgenden Arbeit erklärt.
Im ersten Teil werden die Begriffe Wirtschaftskrise, Personalentwicklung und antizyklische Investitionen kurz beschrieben. Im zweiten Teil wird die Wirtschaftskrise 2008/2009 ausführlich beschrieben mit Themen wie Prognosen, Konjunkturpakete, Kurzarbeit, Arbeitsmarktsituation und der Expertenbefragung. Außerdem gibt es einen Rückblick auf die vergangene Wirtschaftskrise von 1929. Im dritten Teil dieser Arbeit sind Personalentwicklungsmaßnahmen beschrieben. Der vierte Teil befasst sich dann mit den Auswirkungen der Krise auf die Personalentwicklung, mit möglichen Personalstrategien in Krisenzeiten, aber auch mit Möglichkeiten der Kosteneinsparung bei der Personalentwicklung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärung
2.1 Wirtschaftskrise
2.2 Personalentwicklungsmaßnahmen
2.3 antizyklische Investitionen
3. Wirtschaftskrise - Situation und Maßnahmen
3.1 Wirtschaftskrise 2008/2009
3.1.1 Situationsbeschreibung
3.1.2 Prognosen
3.1.3 Konjunkturpakete
3.1.4 Arbeitsmarktsituation
3.1.5 Kurzarbeit
3.1.6 Expertenbefragung zur aktuellen Wirtschaftskrise
3.2 Rückblicke auf die Wirtschaftskrise von 1929
3.3 Zusammenfassung
4. Personalentwicklung
4.1 Aufgaben der Personalentwicklung
4.2 Inhalte der Personalentwicklung
4.2.1 Bildung
4.2.1.1 Anpassungsbildung
4.2.1.2 Aufstiegsbildung
4.2.2 Förderung
4.2.3 Organisationsentwicklung
4.3 Ziele der Personalentwicklung
4.3.1 Unternehmensbezogene Ziele
4.3.2 Mitarbeiterbezogene Ziele
4.3.3 Weitere Ziele
4.4 Phasen der systematischen Personalentwicklung
4.4.1 Bedarfsanalyse
4.4.2 Ziele setzen
4.4.3 Kreatives Gestalten
4.4.4 Durchführung
4.4.5 Erfolgskontrolle
4.4.6 Transfersicherung
4.5 Maßnahmen der Personalentwicklung
4.5.1 into-the-job
4.5.2 on-the-job
4.5.3 off-the-job
4.5.4 near-the-job
4.5.5 along-the-job
4.5.6 out-of-the-job
4.6 Personalbeurteilung
4.6.1 Leistungsbeurteilungen
4.6.2 Mitarbeiterbeurteilungen
4.6.3 Vorgesetztenbeurteilung
4.6.4 Potenzialbeurteilung
4.6.5 Das 360° Feedback
4.6.5 Kollegenbeurteilung
4.6.6 Selbstbeurteilung
4.7 E-Learning
4.8 Bildungscontrolling
4.9 Zusammenfassung
5. Auswirkungen von Personalentwicklungsinvestitionen
5.1 Situationsbeschreibung
5.2 Personalmanagement in Krisenzeiten
5.2.1 Recruiting - War for Talents
5.2.2 Personalentwicklung in der Krise
5.2.3 Vermehrung des Humankapitals
5.2.4 Ziele und Anforderungen der Strategiekommunikation
5.2.5 Management by Objectives
5.2.6 Kritik an der kreditfinanzierten antizyklischen Wirtschaftspolitik
5.3 Sparsame Personalentwicklung
5.3.1 Nutzung von neuen Medien und E-Learning
5.3.2 Bildung eines Personalentwicklungsbundes
5.3.3 Ortsnähe
5.3.4 Schulungsraum
5.3.5 Ausbildung zum Ausbilder
5.4 Demografischer Wandel
5.5 Personalentwicklung als Opfer der Krise
5.6 Expertenbefragung Auswirkungen Personalentwicklungsinvestitionen
5.7 Folgen von Kürzungen der Personalentwicklungsinvestitionen
5.8 VDI-Jahresumfrage zur Weiterbildung 2008/2009
5.9 Zusammenfassung
6. Fazit
7. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Wirtschaftskrise 2008/2009 auf die Personalentwicklung in Unternehmen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Investitionen in die Bildung und Förderung der Mitarbeiter in Krisenzeiten zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit beitragen und warum ein einseitiger Sparkurs die strategische Basis für den kommenden Aufschwung gefährden kann.
- Analyse der wirtschaftlichen Krisensituation und deren Auswirkungen auf den Personalbereich.
- Untersuchung von Instrumenten und Methoden der systematischen Personalentwicklung.
- Bewertung von antizyklischen Investitionen in Humankapital vs. kurzfristiger Kostensenkung.
- Herausforderungen des demografischen Wandels im Kontext der Krise.
- Entwicklung von Strategien zur effizienten Gestaltung der Personalentwicklung unter begrenzten Budgets.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Situationsbeschreibung
Vor allem die Automobilindustrie wurde von der Finanzkrise kalt erwischt. Mercedes schickte bereits im Sommer 2008 Mitarbeiter in den Zwangsurlaub und verlängerte keine Verträge mehr. BMW montierte in den ersten beiden Quartalen 2009 wegen des schwächelnden Absatzes bereits 2.800 Autos weniger. Daimler schickt am 12. Dezember 2008 150.000 Beschäftigte in verlängerte Weihnachtsferien und der weltgrößte Autozulieferer Bosch hat die Arbeitszeit bis auf weiteres massiv gekürzt. Auch der IT-Konzern SAP, der als erstes Großunternehmen ein umfangreiches Sparpaket veröffentlichte, will sich im Moment nicht weiter aus dem Fenster lehnen und schweigt vorerst lieber weiter.
Einige Maßnahmen hatte SAP im Frühling 2009 vorbeugend angeordnet. In einer Mitarbeitermail, in der Süddeutschen Zeitung auszugsweise gedruckt, war zu lesen: „In der Unternehmenswelt gilt ein kompletter Einstellungsstopp … ist jegliche Zusammenarbeit mit externen Personalvermittlern ab sofort einzustellen. … Alle internen Reisen, die keinen Kundenbesuch zum Anlass haben, dürfen nicht mehr stattfinden.“ Jetzt teilte Iris Eidling von SAP Wirtschaft & Weiterbildung mit, dass die Gespräche weiter gehen werden: „Wir können Ihnen noch kein Update geben zu unseren Sparmaßnahmen. Je mehr Geld eingespart wird, desto besser.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die zunehmende Bedeutung der Personalentwicklung und die Relevanz der Frage, ob in Krisenzeiten in Mitarbeiter investiert oder gespart werden sollte.
2. Begriffserklärung: Definiert die zentralen Begriffe Wirtschaftskrise, Personalentwicklungsmaßnahmen und antizyklische Investitionen im Kontext der Arbeit.
3. Wirtschaftskrise - Situation und Maßnahmen: Analysiert den Ursprung und Verlauf der Wirtschaftskrise 2008/2009, inklusive staatlicher Konjunkturpakete und Expertenbefragungen.
4. Personalentwicklung: Bietet einen Überblick über Aufgaben, Inhalte, Ziele und methodische Phasen der systematischen Personalentwicklung.
5. Auswirkungen von Personalentwicklungsinvestitionen: Untersucht die strategische Bedeutung von Personalinvestitionen in der Krise, den demografischen Wandel und Ansätze für eine effizientere, sparsame Personalentwicklung.
6. Fazit: Führt aus, dass ein Sparkurs in der Personalentwicklung mittel- und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit schwächt und empfiehlt ein antizyklisches Handeln.
7. Schlusswort: Gibt konkrete Handlungsempfehlungen, wie Unternehmen durch den Fokus auf Weiterbildung gestärkt aus der Krise hervorgehen können.
Schlüsselwörter
Wirtschaftskrise, Personalentwicklung, antizyklische Investitionen, Mitarbeiterbindung, Kurzarbeit, Humankapital, Bildungscontrolling, Demografischer Wandel, Personalbeurteilung, E-Learning, High Potentials, Kosteneffizienz, Strategiekommunikation, Fachkräftemangel, Management by Objectives
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie sich die globale Wirtschaftskrise auf die betriebliche Personalentwicklung auswirkt und inwieweit Unternehmen durch gezielte Investitionen in ihr Personal trotz der Krise ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Analyse der Wirtschaftslage, die Definition und methodische Struktur der Personalentwicklung sowie die kritische Auseinandersetzung mit Sparmaßnahmen und antizyklischen Investitionsstrategien.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, eine Prognose über die kurz- und mittelfristigen Auswirkungen von Investitionen in die Personalentwicklung auf den Unternehmenserfolg zu erstellen und zu belegen, warum Bildung auch in schwierigen Zeiten ein wesentlicher Erfolgsfaktor bleibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Neben einer theoretischen Literaturanalyse zu Wirtschaft und Personalmanagement führen die Autoren Experteninterviews mit Personalverantwortlichen durch, um praktische Einblicke und Einschätzungen zur Krisenbewältigung zu erhalten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Situationsbeschreibung der Krise, eine systematische Erläuterung der Personalentwicklungsbereiche (von Bildung bis Beurteilung) und eine tiefergehende Untersuchung der Auswirkungen von Kürzungen auf das Humankapital.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Personalentwicklung, antizyklische Investitionen, Humankapital, Bildungscontrolling und strategische Personalplanung.
Wie bewerten die Experten den Einsatz von Kurzarbeit?
Die befragten Experten sehen Kurzarbeit als ein wirksames Instrument, um Entlassungen zu vermeiden und Fachkräfte im Unternehmen zu halten, sofern die freie Zeit aktiv für Weiterbildung genutzt wird.
Warum wird das Konzept der antizyklischen Investition diskutiert?
Das Konzept wird diskutiert, da es die Chance bietet, sich vom Wettbewerb abzuheben und beim wirtschaftlichen Aufschwung bereits über qualifiziertes Personal zu verfügen, während andere Unternehmen unter Fachkräftemangel leiden.
- Citation du texte
- Thomas Zoch (Auteur), Doreen Schulz (Auteur), Apostolos Koukoudis (Auteur), Harold Holdbrook (Auteur), 2009, Vor- und Nachteile antizyklischer Investitionen in die Personalentwicklung durch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise 2008, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170820