Zu einer kontrastiven Studie der Komposita im Französischen und Deutschen

Komposita im Französischen und Deutschen


Essay, 2010

17 Seiten


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition des Begriffes " Komposita"
2.1. Zum französischen Begriff „mot composé“
2.2. Zum deutschen Begriff Kompositum

3. Die Klassifikation der Komposita

4. Subordination oder Determinativzusammensetzung

5 . Exozentrische (exoz.) / Endozentrische (endoz.)Determinativkomposita

6. Koordination bzw. Kopulativkomposita

7. Possessivkomposita " Bahuvrihi "

8. Zusammenrückung

9. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Zu einer kontrastiven Studie der Komposita im Französischen und Deutschen

1. Einleitung

Die Wortbildung ist einer der wichtigsten Bereiche, die man unter den sprachwissenschaftlichen Themen kontinuierlich in Betracht zieht, weil sie eine eminente Rolle in der Bereicherung des Wortschatzes spielt. Auf der einen Seite ermöglicht sie die Schaffung von Neologismen im Sprachaufbau durch neue Wortkombinationen. Auf der anderen Seite trägt sie zur Eingliederung von bestimmten komplexen sprachlichen Konstruktionen im Wortschatz bei.

„Wort-Bildung wird seit langem nach zwei Seiten hin abgegrenzt: einerseits Von der Wortformen-Bildung, der Flexion, und andererseits von der sogenannten Wort-Schöpfung“. (Fleischer/Bart 1995: 3).

Ausgehend von der Wichtigkeit dieses sprachwissenschaftlichen Teilgebietes werden zunächst in folgender Untersuchung Determinativkomposita (endozentrische / exozentrische Zusammensetzungen), Kopulativkomposita, Possessivkomposita und Zusammenrückung im Französischen und Deutschen definiert und verglichen. Danach werden die Ergebnisse der kontrastiven Analyse und deren Bedeutungswert für die Sprachwissenschaft diskutiert.

2. Definition des Begriffes " Komposita"

2.1. Zum französischen Begriff „mot composé“

Unter Komposition (mot composé) ist die Bildung eines Wortes durch die Kombination von wenigstens zwei einfachen Wörtern zu verstehen, die entweder bloß nebeneinander (maître nageur) stehen, oder durch einen Bindestrich (une grande-mére), eine Koordinationskonjunktion (cinquante et deux) oder eine Präposition (machine à écrire) verbunden sind.

Als Kompositum wird eine untrennbare Bildung aus zwei oder mehr, nicht gebundenen unmittelbaren Konstituenten bezeichnet.

„Dans un mot composé, il y a au moins deux mots : le premier est complémentaire, le second principal. Pourtant, c'est toujours le premier élément qui détermine le second. Pour lire correctement un mot composé, il faut donc commencer par la fin„

(aus: www.phosphore.com/pdf/composer_mot.pdf)

2.2. Zum deutschen Begriff „Kompositum“

Im Deutschen definiert Bußmann das Kompositum als „Verbindung von zwei oder mehreren sonst frei vorkommenden Morphemen oder Morphemfolgen (= Wörtern) zu einem Kompositum, wobei in der Regel das letzte Glied sowohl die Wortart als auch

die Flexionsklasse bestimmt“. (Bußmann 1990:400)

In der französischen wie in der deutschen Sprache zählt die Komposition zu einer der wichtigsten Vorgänge der Wortbildung und die Produktivität ihres Vorganges ist jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt.

3. Die Klassifikation der Komposita

Im Französischen lassen sich die Zusammensetzungen ausgehend von der existierenden Beziehung zwischen den bildenden Wörtern in zwei Gruppen einteilen:

Die Koordination (Kopulativzusammensetzung), bei der beide Glieder der Zusammensetzung gleichgeordnet sind (wie sourd-muet = taubstumm/ cinquante et deux = zweiundfünfzig ), und die Subordination (Determinativzusammensetzung), die durch ein zweiseitiges Bestimmungsverhältnis charakterisiert ist (wie maître nageur = Bademeister und auto-école = Fahrschule), in dem einerseits das Determinatum (Grundwort) dem Determinans (Bestimmungswort) voraussteht, andererseits in dem es ihm nachsteht. Um diese Kompositionstype deutlich zu vereinfachen, wird das hier folgendermaßen schematisiert:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Deutschen gliedern sich die Zusammensetzungen auch in zwei Wortbildungsarten. Die Determinativkomposita, bei der der erste Bestandteil (Bestimmungswort) dem zweiten (Grundwort) untergeordnet ist. Und die Kopulativkomposita, bei der beide Bestandteile gleichgeordnet verbunden sein können.

Bei der Untersuchung der Klassifikation beider Sprachen ist festzustellen, dass sie sich in die gleichen Wortbildungsarten, Determinativ- und Kopulativzusammmensetzung gliedern, aber sie unterscheiden sich von einander darin, dass die französischen Determinativkomposita ein zweiseitiges Bestimmungsverhältnis (z. B. mâitre nageur das Grundwort maître + das Bestimmungswort nageur = Bademeister, und auto-école: das Bestimmungswort auto + das Grundwort école = Fahrschule) hat, während die deutschen nur eine einzige Determinationsbeziehung kennt. (z.B. Haustür das Bestimmungswort Haus + das Grundwort Tür)

Dazu unterscheiden sich beide Sprachen darin, dass die Konstituenten des Kompositums im Deutschen zusammengeschrieben werden, was im Französischen nicht der Fall ist, da hier die zusammengesetzten Wörter immer auseinander geschrieben werden. Ihre Komposition ist nur aus der semantischen Bedeutung zu schließen.

Hier ist es auch festzustellen, dass nicht immer ein Kompositum seine Stabilität in zwei Sprachen bewahrt. Es ist möglich, dass ein zusammengesetztes Wort während des Übersetzungsprozesses zu einem einfachen Lexem wird, ein einfaches Morphem in der anderen Sprache entspricht, oder seine Kompositionseigenschaft beibehält, z.B. :

a) Französische Komposita entsprechen deutsche Lexeme

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

b) Französische Lexeme entsprechen deutsche Komposita

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

c) Französische Komposita entsprechen deutsche Komposita

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Subordination oder Determinativzusammensetzung

Im Französischen spricht man von einem Determinativkompositum, wenn es ein Bestimmungsverhältnis zwischen den beiden Konstituenten gibt. Die Determinationsbeziehung erkennt man durch das Paraphrasieren des Kompositums und sie gliedert sich in zwei Fälle.

a) Die erste Konstituente wird durch die zweite determiniert. Die erste Konstituente bezeichnet man als Grundwort und die zweite als Bestimmungswort.

z.B. wâgon-lit = Schlafwagen -wâgon ist das Grundwort und lit das Bestimmungswort. Es handelt sich hier um einen Eisenbahnwagen mit Betten für die Reisenden; andere Beispiele: lance-pierres = Steinschleuder, machine à laver = Wasch-machine, carte-postale = Postkarte ...).

b) Die zweite Konstituente wird durch die erste näher bestimmt, und hier wird der erste Teil des Kompositums als Bestimmungswort bezeichnet, während das zweite Grundwort genannt wird,

z.B. auto-école = Fahrschule auto- ist Bestimmungswort und école ist Grundwort. Das Wort auto-école wird paraphrasiert durch das Unternehmen, in dem man das Fahren eines Kfz. erlernen kann; andere Beispiele: moyen Age = Mittelalter, belle-mére = Schwiegermutter, ...).

In den beiden Fälle der Determinativzusammensetzung wird das Genus im Regelfall vom Genus des Grundwortes bestimmt, z.B . une lance- pierres besteht aus une lance und des Pierres

Solche Zusammensetzungen können entweder endozentrisch (z. B. mâitre nageur = Bademeister), da man die Bedeutung des Wortes innerhalb des Kompositums versteht, oder exozentrisch (z. B. casque bleu = Blauhelme), die trotz der determinativen Bedeutungsbeziehung zwischen den Konstituenten ihre Bedeutung außerhalb des Wortes hat.

Als Determinativkomposita lassen sich alle zusammengesetzten Wörter bezeichnen, wenn ein Determinationsverhältnis zwischen ihren Gliedern herrscht. Es muss immer eine Bestimmungsrelation zwischen den Konstituenten stehen. Diese Determinationsbeziehung wird auch genau wie im Französischen durch das Paraphrasieren des Kompositums erkannt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Zu einer kontrastiven Studie der Komposita im Französischen und Deutschen
Untertitel
Komposita im Französischen und Deutschen
Hochschule
Universität Hassan II. Casablanca
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V170848
ISBN (eBook)
9783640899531
ISBN (Buch)
9783640899357
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wortbildung, Komposita, Deutsch, Französisch, klassifikation, Kontrastivität, Determinativzusammensetzung, Exozentrische Endozentrische Determinativkomposita, Kopulativkomposita, Possessivkomposita, Zusammenrückung
Arbeit zitieren
P. A Hamid Baalla (Autor), 2010, Zu einer kontrastiven Studie der Komposita im Französischen und Deutschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170848

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