Die Weltwirtschaftskrise und stetig steigende Kosten haben Unternehmen in der jüngsten Zeit dazu gezwungen interne Prozesse und Systeme dahingehend zu optimieren, dass ein wettbewerbsfähiges Handeln und somit die Existenz sichergestellt werden kann. Vor allem der Personalbereich eines jeden Unternehmens ist ein maßgeblicher Kostenverursachungsfaktor, welcher jedoch nicht vollkommen ersetzt werden kann, da der Mensch einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung von Unternehmenszielen leistet. Zur Optimierung des Personaleinsatzes und den daraus resultierenden Kosten ist es notwendig, neben organisatorischen Maßnahmen bezüglich Arbeitsmodalitäten auch die Bedürfnisse der Mitarbeiter zu betrachten, denn es ist empirisch belegt, dass die Arbeitszufriedenheit des Personals eine Korrelation mit dem Betriebserfolg aufweist. All diese Voraussetzungen führten dazu, dass innovative und strategisch bedeutsame Maßnahmen ergriffen werden mussten, die den Personalaufwand reduzieren, ohne aber Personal abzubauen.
Mit dem Crowdsourcing wurde begonnen, weitgehend auf institutionale Personalbestände zu verzichten und stattdessen die Intelligenz einer Vielzahl von freiwilligen Arbeitskräften zu nutzen. Dies wird vor allem im Falle von schlecht automatisierbaren Aufgaben relevant, da der Faktor „Mensch“ hier einen wichtigen Bestandteil zur qualitativ hochwertigen Aufgabenerfüllung leistet. Aufgrund der Tatsache, dass immense Personalkosten eingespart werden können, geriet das Crowdsourcing in der Vergangenheit verstärkt in den Fokus der Diskussion über mögliche Maßnahmen zur Abwendung des globalen Wohlstandgefälles.
Dies klingt im ersten Moment sehr lukrativ, doch hier muss man, nach Abwägung möglicher Vor- und Nachteile, ein für sich passendes Konzept herausfiltern, damit eine Fehlpositionierung ausgeschlossen werden kann.
Ziel dieser Arbeit ist es, interessierten Unternehmen, potentiell Mitwirkenden und potentiellen Kunden zu zeigen, wie sie das Crowdsourcing-Prinzip für ihre Bedürfnisse nutzen können und was dabei beachtet werden sollte. Hierbei wird der Bezug zum eCommerce aufgezeigt und auf wirtschaftlich-soziale Aspekte eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Grundlagen
2.1. eCommerce
2.1.1. Geschäftsmodell
2.1.2. Erlösmodell
2.2. Crowdsourcing
2.2.1. Begriff des Crowdsourcing
2.2.2. Definition
2.3. Einsatzgebiete
2.4. Grundstruktur des Crowdsourcing
2.5. Technik des Crowdsourcing
2.6. Crowdsourcing versus Social Networks
3. Umsetzung des Crowdsourcing am Beispiel der Humangrid GmbH
3.1. Die Humangrid GmbH
3.2. Anwendungsgebiete von Crowdsourcing bei der Humangrid GmbH
3.3. Der Prozess des Crowdsourcing bei der Humangrid GmbH
3.3.1. Projektprozess aus Sicht des Kunden
3.3.1.1. Auftragseinstellung
3.3.1.2. Auftragsabnahme
3.3.1.3. Bezahlung
3.3.2. Projektprozess aus Sicht der Humangrid GmbH
3.3.3. Projektprozess aus Sicht des Clickworker
3.3.3.1. Registrierung
3.3.3.2. Profil und Qualifikationen
3.3.3.3. Bearbeitung von Aufträgen
3.3.3.3.1. Auftragsarten
3.3.3.3.1.1. Primäre Auftragserfüllung
3.3.3.3.1.2. Sekundäre Auftragserfüllung
3.3.3.4. Prüfung der Arbeitsergebnisse
3.3.3.5. Vergütung
4. Crowdsourcing in der Diskussion
4.1. Bedeutung des Crowdsourcing für Unternehmen
4.2. Bedeutung des Crowdsourcing für freiwillige Mitarbeiter
4.3. Warum funktioniert das Crowdsourcing-Prinzip?
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist es, interessierten Unternehmen, potenziellen Kunden und Mitwirkenden zu verdeutlichen, wie das Crowdsourcing-Prinzip effizient für geschäftliche Bedürfnisse eingesetzt werden kann, unter besonderer Berücksichtigung des eCommerce-Kontexts und notwendiger wirtschaftlicher sowie sozialer Rahmenbedingungen.
- Theoretische Fundierung von Crowdsourcing und eCommerce.
- Analyse der Prozessgestaltung bei der Humangrid GmbH.
- Gegenüberstellung von Crowdsourcing und Social Networks.
- Diskussion der Chancen und Risiken für Unternehmen und freiwillige Mitarbeiter.
Auszug aus dem Buch
3.3.1.1. Auftragseinstellung
Die Auftragseinstellung für Kunden erfolgt über eine Benutzeroberfläche. Hierfür ist zunächst ein Login erforderlich. Hier können die Art des Projektes, die spätere Verwendung und hierfür notwendige Spezifikationen festgelegt werden. Selbst individuellsten Kundenwünschen kann hierbei Beachtung geschenkt werden, da die spätere Art und Weise der Projektbearbeitung ein hohes Maß an Flexibilität gewährleistet (siehe Abschnitt 3.3.2.).
Hierbei ist es auch möglich, eine größere Anzahl von thematisch gleichartigen oder ähnlichen Aufträgen gleichzeitig einzustellen. Hiermit wird dann die erneute Eingabe der Auftragsspezifikation für gleiche Aufträge überflüssig, was zu einem erhöhten Komfort beim Kunden führt.
Weiterhin können Kunden das API (Application Programming Interface) in ihre Anwendungen integrieren. Dies macht eine nahtloses Einstellen und Abrufen von Aufträgen direkt in das Anwendungssystem des Auftraggebers möglich und reduziert dessen Kommunikationsaufwand auf ein Minimum.
Application Programming Interfaces stellen Programmierschnittstellen dar, die Funktionalitäten auf der Basis von Softwarebibliotheken bereitstellen. Ein API ermöglicht somit den Zugriff auf Datenbanken oder Hardware, so dass der Kunde seine Aufträge an seinem Computer erstellen und aus dem Erstellungsprogramm (beispielsweise Microsoft Word) direkt in das Anwendungssystem von Humangrid laden kann, ohne dieses zusätzlich aufzurufen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet den wirtschaftlichen Druck auf Unternehmen, Prozesse zu optimieren, und stellt Crowdsourcing als innovative Strategie zur effizienten Nutzung externer Intelligenz vor.
2. Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die Begriffe eCommerce und Crowdsourcing und erläutert deren technische Basis, Einsatzgebiete sowie die Struktur und Workflow-Orientierung von Crowdsourcing-Systemen.
3. Umsetzung des Crowdsourcing am Beispiel der Humangrid GmbH: Anhand der Humangrid GmbH wird der praktische Prozess des Crowdsourcing aus der Perspektive von Kunden, Unternehmen und Clickworkern detailliert dargelegt.
4. Crowdsourcing in der Diskussion: Hier werden die wirtschaftlichen und sozialen Implikationen sowie die Vor- und Nachteile von Crowdsourcing für Unternehmen und freiwillige Mitarbeiter kritisch erörtert.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Crowdsourcing eine wertvolle Methode zur Wettbewerbsstärkung sein kann, sofern Chancen und Risiken sowie die notwendigen Voraussetzungen sorgfältig abgewogen werden.
Schlüsselwörter
Crowdsourcing, eCommerce, Humangrid GmbH, Clickworker, Outsourcing, Workflow-Management, Web 2.0, Geschäftsmodell, Erlösmodell, Arbeitsteilung, Digitale Kollaboration, Internetökonomie, Prozessoptimierung, Mikrojobs, Qualifikationssystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Prinzip des Crowdsourcing, seine theoretischen Grundlagen und seine praktische Anwendung innerhalb des eCommerce-Sektors am Beispiel der Humangrid GmbH.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Crowdsourcing, die technologische Umsetzung durch Workflow-Systeme, die Abgrenzung zu Social Networks sowie die Chancen und Herausforderungen für Unternehmen und beteiligte Mitarbeiter.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen das Crowdsourcing-Prinzip effektiv für ihre spezifischen Bedürfnisse nutzen können, während die Prozesse für alle Beteiligten transparent gestaltet werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse kombiniert mit einer praxisnahen Fallstudie zur Humangrid GmbH, um den gesamten Prozess von der Auftragseinstellung bis zur Vergütung zu veranschaulichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Beschreibung des Projektprozesses aus der Sicht der drei involvierten Parteien: der Kunden, des Unternehmens und der freiwilligen Clickworker.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Crowdsourcing, Clickworker, Web 2.0, Arbeitsteilung, Prozessoptimierung und Digitale Kollaboration charakterisiert.
Wie funktioniert der Prozess der Auftragsbearbeitung bei der Humangrid GmbH?
Projekte werden in kleinste Teilaufgaben, sogenannte Mikrojobs, zerlegt. Diese werden qualifizierten Clickworkern zur Bearbeitung angeboten, anschließend geprüft und durch ein Workflow-System wieder zu einem Gesamtpaket zusammengeführt.
Warum ist das Qualifikationssystem für Clickworker so wichtig?
Es stellt sicher, dass nur geeignete Mitarbeiter Aufgaben übernehmen, die ihren Fähigkeiten entsprechen, und garantiert dadurch eine hohe und konsistente Qualität der Arbeitsergebnisse.
Was unterscheidet Crowdsourcing bei Humangrid von Plattformen wie Wikipedia?
Der Hauptunterschied liegt in der monetären Vergütung der Leistungen. Während bei Humangrid für die Erfüllung von Aufgaben ein Entgelt gezahlt wird, basiert Wikipedia weitgehend auf unentgeltlicher Freiwilligenarbeit.
- Quote paper
- Daniel Dimitrijevic (Author), 2011, Crowdsourcing am Beispiel der Humangrid GmbH, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170898