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Mündlichkeit und Schriftlichkeit in den neuen Medien

Deutsche Sprache und Schrift in Chat, E-Mail & Co.

Título: Mündlichkeit und Schriftlichkeit in den neuen Medien

Trabajo , 2010 , 24 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Karsten Golze (Autor)

Filología alemana - Lingüística
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LOL, Rofl, BRB oder AFK. Einigen Menschen dürften diese drei Abkürzungen nichts sagen. Anders verhält es sich allerdings bei Menschen, die schon einmal eine der zahlreichen Kommunikationsmöglichkeiten im Internet genutzt haben und sich mit derartigen Abkürzungen auskennen. Denn dann ließen sich diese ungewöhnlichen Buchstabenkombinationen einfach in Laughing out loud, Rolling on floor laughing, Be right back und Away from keyboard aufschlüsseln. Man müsste also schon selbst Teil einer Online-Community sein oder sich direkt mit dem Thema „Virtuelle Kommunikation“ befassen, um manche Gespräche und Aussagen der User zu verstehen.

Aktuelle Studien zeigen, dass die Kenner des Bereichs Netzsprache und deren Eigenheiten vor allem aus der jugendlichen Bevölkerung stammen. So erfährt man aus der Studie „Gesprächskultur in Deutschland 2009“, dass vor allem die unter 20-Jährigen nicht mehr sehr viel von einem direkten Gespräch – der sogenannten Face-to-Face-Kommunikation – halten. Nur die Hälfte dieser Gruppe gab an, dass das persönliche Gespräch die wichtigste Kommunikationsform sei (vgl. Gesprächskultur in Deutschland 2009 – Highlights der Studie). Netzsprache ist also vor allem ein Phänomen der jungen Generation. Und mit dem Wandel der gesprochenen Sprache, wie es beispielsweise die Jugendsprache zeigt, verändert sich auch die Sprache beim Schriftwechsel.

„Das Internet ist bislang noch ein schriftdominiertes Medium“ (Storrer 2000, S. 1). Das heißt, neben den neuaufkommenden Techniken, wie Voice-over-IP oder dem Video-Chat, sind es vor allem der Online-Chat, Foren, Instant Messaging oder der E-Mail-Verkehr, mit denen über das weltweite Netzwerk kommuniziert wird. Die meisten Unterhaltungen finden also nach wie vor schriftlich statt. Dabei verändert sich offensichtlich etwas in der geschriebenen Sprache der User. Formelle und unpersönliche Gewohnheiten beim Schriftwechsel weichen dem informellen und persönlichen Gespräch. Es findet also eine Annäherung an die Sprechsprache statt.
Dieses Phänomen und die Frage danach, ob diese Verschiebung zugunsten der Mündlichkeit die alltägliche Kommunikation zwischen Menschen weitläufig verändern kann, soll in der folgenden Arbeit diskutiert und geklärt werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

A. Sprachentwicklung durch Netzsprache

B. Deutsche Sprache und Schrift in Chat, E-Mail & Co.

1. Mündlichkeit und Schriftlichkeit in der Netzkommunikation

1.1 Modell der Mündlichkeit und Schriftlichkeit

1.2 Konzeptionelle Mündlichkeit im virtuellen Dialog

2. Kommunikationsdienste im Internet

2.1 E-Mail

2.1.1 E-Mail vs. Snail-Mail

2.1.2 Sprache in E-Mails

2.2 Instant-Messaging

3. Der Chat – Plaudern 2.0

3.1 Mediale und kommunikative Randbedingungen

3.2 Sprache und Gespräch im Chat

4. Dienstübergreifende Merkmale der Netzsprache

C. Netzsprache als neue Form der schnellen Kommunikation

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss moderner Internet-Kommunikationsdienste auf die deutsche Sprache und analysiert, inwiefern eine Verschiebung von schriftlichen hin zu mündlich geprägten Ausdrucksformen stattfindet. Die Forschungsfrage widmet sich der Diskussion, ob diese Entwicklung eine sprachliche Bereicherung darstellt oder als Anzeichen eines Sprachverfalls zu werten ist.

  • Analyse des Modells von Mündlichkeit und Schriftlichkeit in der Netzkommunikation
  • Untersuchung spezifischer Kommunikationsdienste wie E-Mail, Instant-Messaging und Chat
  • Identifikation dienstübergreifender Merkmale der Netzsprache
  • Diskussion der Auswirkungen auf die deutsche Sprache und den Sprachwandel

Auszug aus dem Buch

1.1 Modell der Mündlichkeit und Schriftlichkeit

Wenn man heutzutage durch die Weiten des Internet surft, merkt man schnell, dass die sprachlichen Regeln des Internets nicht gleich den sprachlichen Regeln der realen Kommunikation entsprechen. Vielmehr stellt man nach kurzer Zeit fest, dass eine bestimmte Varietät der Sprache gegeben ist (vgl. Dürscheid 1994, S. 142). So kann es passieren, dass man auf der einen Seite auf höchst wissenschaftliche, formelle Textpassagen trifft, doch schon auf der Nächsten Diskussionen verfolgt, die eher einem persönlichen Gespräch ähneln. Letztere Kommunikationssituationen sind wohl jene, die man im World Wide Web vermehrt beobachten kann. Denn virtuelles Unterhalten spielt eine immer größere Rolle unter den Menschen.

Dass bei solch scheinbar großem Andrang im Internet nicht immer auf formelle Kriterien der Schreibung geachtet werden kann, versteht sich von selbst. Offensichtlich wird das Internet häufig dazu genutzt, um Gespräche zu führen, die man im Normalfall von Angesicht zu Angesicht geführt hätte. Daher ist anzunehmen, dass insgesamt eine Verschiebung des Verhältnisses von Sprech- und Schreibsprache stattfinden muss (vgl. Storrer 2000, S. 1). Um diese Verschiebung zu klären, ist es sinnvoll das Modell der Mündlichkeit und Schriftlichkeit von Koch/Oesterreicher näher zu betrachten.

Die Autoren definieren die Ausdrücke „schriftlich“ und „mündlich“ auf zweierlei Arten. Zum einen sei damit ausgedrückt, ob eine Äußerung geschrieben oder tatsächlich gesprochen wird. Hierbei handelt es sich also um das Medium der Realisierung sprachlicher Äußerungen. Zum anderen wird festgehalten, dass das Begriffspaar „schriftlich – mündlich“ auch die Modalität der Äußerung beschreiben kann. Das heißt, dass „eine bestimmte Ausdrucksweise gewählt wird und diese eher ‚mündlich‘ […] oder eher ‚schriftlich‘ […] angelehnt ist (Dürscheid 2006, S. 43). Das bedeutet, eine Äußerung – tatsächlich geschrieben oder ausgesprochen – kann nichtsdestotrotz eher schriftlich oder mündlich wirken.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Sprachentwicklung durch Netzsprache: Diese Einleitung thematisiert die Entstehung der Netzsprache, insbesondere bei jüngeren Generationen, und skizziert die beobachtete Annäherung der geschriebenen Sprache an informelle, mündliche Gesprächsformen.

B. Deutsche Sprache und Schrift in Chat, E-Mail & Co.: Das Hauptkapitel analysiert mithilfe des Modells von Koch/Oesterreicher, wie verschiedene Internetdienste wie E-Mails, Instant-Messaging und Chats konzeptionell mündliche Merkmale aufweisen.

1. Mündlichkeit und Schriftlichkeit in der Netzkommunikation: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Mündlichkeits-Schriftlichkeits-Modells eingeführt, um virtuelle Kommunikationssituationen wissenschaftlich zu kategorisieren.

2. Kommunikationsdienste im Internet: Dieses Kapitel stellt spezifische Dienste vor, wobei der Fokus auf den Unterschieden zwischen asynchroner E-Mail-Korrespondenz und synchronen Instant-Messaging-Diensten liegt.

3. Der Chat – Plaudern 2.0: Hier werden die medialen Rahmenbedingungen sowie die spezifische Chat-Sprache untersucht, die durch Emoticons und verkürzte Syntax versuchen, fehlende paraverbale Signale zu kompensieren.

4. Dienstübergreifende Merkmale der Netzsprache: Die Untersuchung befasst sich mit allgemeinen Phänomenen wie Zeitdruck, Fehlerhäufigkeit und der Entwicklung neuer Zeichenvorräte und Konventionen in der Online-Kommunikation.

C. Netzsprache als neue Form der schnellen Kommunikation: Das Fazit ordnet die Netzsprache als innovative Ausdrucksform ein und argumentiert gegen die These des Sprachverfalls, indem es sie als pragmatische Anpassung an neue Medien versteht.

Schlüsselwörter

Netzsprache, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Internetkommunikation, E-Mail, Instant-Messaging, Chat, Sprachwandel, Koch/Oesterreicher, Online-Kommunikation, Emoticons, Sprachverfall, Sprachbereicherung, Computerlinguistik, Mediale Dimension.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich die deutsche Sprache durch die Nutzung neuer Medien verändert und ob sich die geschriebene Sprache zunehmend an mündliche Gesprächsformen anpasst.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit im Internet, die Analyse spezifischer Dienste (E-Mail, Chat, IM) und die Bewertung des Sprachwandels durch neue Medien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, ob die Verschiebung zugunsten der Mündlichkeit im Internet die alltägliche Kommunikation grundlegend verändert und ob man dies als Sprachverfall oder Bereicherung betrachten muss.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Analyse stützt sich primär auf das Mündlichkeits- und Schriftlichkeitsmodell von Koch/Oesterreicher, um Äußerungen im Internet auf ihre mediale und konzeptionelle Dimension hin zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Kommunikationsstrukturen von E-Mail, Instant-Messaging und Chats sowie übergreifende Merkmale der Netzsprache wie Akronyme und Fehlerphänomene.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Netzsprache, konzeptionelle Mündlichkeit, asynchrone versus synchrone Kommunikation und der soziolinguistische Kontext des Sprachwandels.

Welche Rolle spielt die "Netikette" im Zusammenhang mit der Netzsprache?

Die Netikette dient als Leitlinie für die Kommunikation der User und fördert die Etablierung eines gemeinsamen gruppensprachlichen Wortschatzes und spezifischer Zeichenkonventionen im Netz.

Warum wird im Chat vom "Mühlen-Prinzip" gesprochen?

Das Mühlen-Prinzip beschreibt die zeitliche Sequenzierung von Chat-Beiträgen, bei der Überlappungen technisch ausgeschlossen sind und das Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ gilt.

Wie kompensieren User das Fehlen von Mimik und Gestik?

User nutzen dafür vor allem Emoticons, Smileys und spezielle comicähnliche Wortbildungen (Zuschreibungen), um emotionale Zustände oder Handlungen schriftlich darzustellen.

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Detalles

Título
Mündlichkeit und Schriftlichkeit in den neuen Medien
Subtítulo
Deutsche Sprache und Schrift in Chat, E-Mail & Co.
Universidad
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Calificación
1,3
Autor
Karsten Golze (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
24
No. de catálogo
V170934
ISBN (Ebook)
9783640899036
ISBN (Libro)
9783640899074
Idioma
Alemán
Etiqueta
Mündlichkeit Schriftlichkeit Medien Neue Medien Sprache Sprachwandel Linguistik Medienlinguistik Chat E-Mail Instant Messaging Koch/Oesterreicher Jugendsprache Internet
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Karsten Golze (Autor), 2010, Mündlichkeit und Schriftlichkeit in den neuen Medien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170934
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