„Denken und Tun, Tun und Denken, das ist die Summe aller Weisheit, […]“ . Schon Goethe betonte die Wichtigkeit der Interdependenz zwischen dem menschlichen Denken und dem praktischen Tun. Nur wenn man eine Vorstellung vom Handeln hat, kann man das Handeln auch in die Praxis umsetzen und somit mit entsprechender Weisheit handeln. Der Mensch erschließt sich seine Welt also durch kognitive Prozesse und dem anschließenden realen Handeln.
Ähnlich sollte es sich auch in der Schule verhalten. Dies fordern zumindest Vertreter der neuen Lernkultur. Denn für sie ist eines der Grundpostulate die Handlungsorientierung im Unterricht. Schüler sollten also nicht nur eine passive Rolle im Unterricht übernehmen, sondern aktiv Aufgaben übernehmen und Probleme selbst und eigenständig erarbeiten. Das wäre insofern schon wichtig, als dass rein deklaratives Wissen für die spätere Berufslaufbahn wenig Bedeutung hat. Vielmehr benötigt es entsprechendes prozedurales Wissen, also Wissen das auf Handlungsabläufe zielt, um gewisse Kompetenzen und Schlüsselqualifikation zu erlangen. Diese Forderung kann dementsprechend in verschiedenen Situationen im Geschichtsunterricht realisiert werden. Dabei kann beispielsweise die Arbeit mit historischen Quellen oder mit modernen Medien im Vordergrund stehen. Eine andere Möglichkeit ist die Arbeit mit historischen Karten. Denn Kartenarbeit im Geschichtsunterricht ist in den letzten Jahren leider immer mehr zur Ausnahme geworden. Grund dafür ist zumeist die fehlende Kompetenz bei Schülern und Lehrern mit Karten sach- und schülergerecht umzugehen.
Daher kann es sinnvoll sein, das Unterrichtsprinzip Handlungsorientierung mit der Kartenarbeit zu verbinden. Die folgende Arbeit soll aufzeigen, wie handlungsorientierter Geschichtsunterricht mit aktiver Kartenarbeit stattfinden kann. Dazu wurde das Thema „Alexander der Große und sein Feldzug“ gewählt, dass sich durch seine geographischen Ausprägungen hervorragend für eine Arbeit mit Karten eignet. Dazu soll zunächst ein fachwissenschaftlicher Überblick über Alexanders Feldzug gegeben werden, um dann nach der fachdidaktischen Analyse des Themas Handlungsorientierung und Kartenarbeit einen Umsetzungsvorschlag für eine handlungsorientierte Unterrichtseinheit im Fach Geschichte zu aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung – Intention und Aufbau der Hausarbeit
II. Handlungsorientierte Kartenarbeit im Geschichtsunterricht
Der Alexanderzug
1. Hellenismus
2. Alexanders Feldzug
a) Die Ausgangslage
b) Der Feldzug
Handlungsorientierung und Kartenarbeit
1. Handlungsorientierung
a) Begründungen
b) Merkmale und Möglichkeiten
c) Grenzen und Probleme
2. Kartenarbeit im Geschichtsunterricht
Fachdidaktische Ausarbeitung
1. Lehrplanbezug und didaktisches Potential des Themas
2. Umsetzungsvorschlag für den Unterricht
III. Fazit – Handlungsorientierung und Kartenarbeit als Chance
Anhang
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbindung von handlungsorientiertem Unterricht mit der Kartenarbeit im Fach Geschichte. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schüler durch aktive Auseinandersetzung mit historischem Kartenmaterial Kompetenzen erwerben können, um dem mangelnden Umgang mit Karten im modernen Unterricht entgegenzuwirken und geschichtliche Zusammenhänge prozedural zu erschließen.
- Grundlagen und Begründungen der Handlungsorientierung in der Schule
- Kognitive und sozialisationspsychologische Bedeutung des Handelns im Lernprozess
- Potenziale und Methoden der aktiven Kartenarbeit im Geschichtsunterricht
- Praktische Umsetzung am Beispiel des Alexanderzugs für die sechste Jahrgangsstufe
Auszug aus dem Buch
Handlungsorientierung und Kartenarbeit
Die Forderung nach mehr Handlungsorientierung im Unterricht stützt sich auf verschiedene Erkenntnisse der Forschung und des gesellschaftlichen Wandels. Grundlegend ist hierbei schon die Forderung von Pestalozzi, der das Lernen mit „Kopf, Hand und Herz“ propagiert. Diese Aussage wird daher gern von der heutigen Forschung aufgegriffen und zum Leitsatz der Handlungsorientierung erhoben.
Die allgemeine Pädagogik argumentiert dabei mit dem sozialen Wandel und der Notwendigkeit von praktischem Wissen in der heutigen Gesellschaft. Demnach erlasse sich mit praktischem Tun wichtige soziale Erfahrungen machen, die den Bedürfnissen der Schüler gerecht werden. Diese Sichtweise knüpft an reformpädagogischen Bewegungen, amerikanischen Projektideen und der sowjetischen kulturhistorischen Schule an, deren Leitgedanke des Verbindens von Denken und Handeln im Vordergrund stehen.
Auch psychologisch gesehen existieren genügend Begründungen, die für einen handlungsorientierten Unterricht sprechen. Handlungswissen ist daher auch ein zentraler Begriff der kognitionspsychologischen Forschung Aeblis. Nach Aebli kann eine Wissensproduktion nur mithilfe bestimmter Handlungsschemata stattfindet. Daher beschreibt er diese Schemata auch als speicherbar, reproduzierbar und auf neue Gegebenheiten übertragbar. Der Schüler steht hier also für einen aktiven Part im Lernprozess, der Wissen nicht nur rezeptiv aufnimmt, sondern eigenständig produziert.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung – Intention und Aufbau der Hausarbeit: Einführung in die theoretische Relevanz des handlungsorientierten Unterrichts und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit anhand des Themas Alexander der Große.
II. Handlungsorientierte Kartenarbeit im Geschichtsunterricht: Detaillierte Analyse des Hellenismus und des Alexanderzugs sowie fundierte Herleitung der Handlungsorientierung und der spezifischen Methodik der Kartenarbeit im historischen Kontext.
III. Fazit – Handlungsorientierung und Kartenarbeit als Chance: Zusammenfassende Bewertung der Handlungsorientierung als wertvolles didaktisches Konzept, das durch die Verknüpfung mit Kartenarbeit die Unterrichtsqualität nachhaltig steigern kann.
Schlüsselwörter
Handlungsorientierung, Geschichtsunterricht, Kartenarbeit, Alexanderzug, Hellenismus, Handlungskompetenz, prozedurales Wissen, Kartenkompetenz, Stationenlernen, historische Karte, schüleraktivierung, Unterrichtsmethodik, didaktisches Potenzial, neue Lernkultur, kognitive Strukturen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Integration von handlungsorientierten Unterrichtsprinzipien in die Kartenarbeit des Geschichtsunterrichts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der pädagogischen Begründung von Handlungsorientierung, der Methodik der Arbeit mit historischen Karten und der praktischen Anwendung am Beispiel des Alexanderzugs.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Es soll aufgezeigt werden, wie durch aktive Methoden wie das Stationenlernen die Kartenkompetenz von Schülern gefördert werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fachdidaktischen Analyse unter Einbeziehung lernpsychologischer und kognitionstheoretischer Ansätze sowie der Auswertung von Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die theoretischen Grundlagen der Handlungsorientierung sowie die Potenziale und Probleme bei der Verwendung von Karten im Geschichtsunterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Handlungsorientierung, Kartenkompetenz, Alexander der Große, Stationenlernen und schüleraktiviertes Lernen.
Warum wird das Thema Alexanderzug gewählt?
Der Feldzug eignet sich aufgrund seiner geografischen Ausdehnung und der Relevanz für den Lehrplan der sechsten Klasse hervorragend für die Arbeit mit Karten.
Wie sieht der Umsetzungsvorschlag für den Unterricht konkret aus?
Es wird ein Stationenlernen vorgeschlagen, bei dem Schüler an verschiedenen Posten Karten erstellen, interpretieren und geografisch-mathematische Berechnungen anstellen.
Was ist die Rolle der Lehrperson bei diesem Konzept?
Die Lehrperson fungiert als Lernbegleiter, der hohe Anforderungen an die Organisation stellt, um eine produktive, schülerzentrierte Arbeitsumgebung zu schaffen.
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- Karsten Golze (Autor), 2009, Handlungsorientierte Kartenarbeit im Geschichtsunterricht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170936