In seiner Abschrift einer verlorengegangenen Rede der Saladin-Biographie zitiert der syrische Gelehrte Abu Sama eine Rede Saladins.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rhetorische Analyse der Rede Saladins
2.1 Stilistische Mittel zu Beginn der Rede
2.2 Die rhetorische Anrufung des Publikums
2.3 Kontrastierung der christlichen und muslimischen Position
3. Synthese und Fazit der Stilmittelanalyse
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die rhetorischen Strategien und stilistischen Mittel in der überlieferten Rede Sultan Saladins zum dritten Kreuzzug zu untersuchen, um aufzuzeigen, wie Saladin durch sprachliche Manipulation sein Publikum mobilisierte.
- Analyse rhetorischer Stilmittel wie Asyndeton, Klimax und Anapher
- Untersuchung des Pluralis Majestatis zur Etablierung einer Herrscherrolle
- Gegenüberstellung des „Eifers“ der Christen und der „Trägheit“ der Muslime
- Die Funktion der Litotes und bildhafter Wendungen zur emotionalen Beeinflussung
- Strategische Nutzung sprachlicher Gewandtheit zur Mobilisierung der Truppen
Auszug aus dem Buch
Stilmittelanalyse der Rede
Auffällig ist, dass Saladin viele rhetorische Mittel verwendet, die seine Rede ausschmücken. So pariphrasiert Saladin Gott zu Beginn seines Textes gleich zweimal: er nennt ihn „Hochgelobten“ und „Hocherhabenen“, verbindet dabei diese beiden Worte asyndetisch und bedient sich gleichzeitig noch einer Alliteration. Anhand dieser Vielzahl an Stilmitteln, die Gott beschreiben, kann man feststellen, dass Gott zum einen von großer Bedeutung sowohl für Saladin und die Muslime war, zum anderen kann man bereits jetzt schließen, dass Saladin die Fülle von Stilmitteln bewusst eingesetzt hat.
Im Folgenden wendet sich Saladin mit einer rhetorischen Frage an sein Publikum, fragend, wo das „Ehrgefühl der Muslime, der Stolz der Gläubigen, der Eifer der Treuen“ sei. Hier erkennt man in erster Linie den Asyndeton, ebenso aber auch die beiden Klimaxe, die die Muslime selbst (Muslime, Gläubige, Treue) und auch deren positive Eigenschaften (Ehrgefühl, Stolz, Eifer), an denen es aber momentan fehle, beschreiben. Saladin versucht schon hier, sich die Muslime durch Hervorhebung ihrer positiven Eigenschaften geneigt zu machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Primärquelle der Rede Saladins und deren Überlieferung durch den Gelehrten Abu Sama.
2. Rhetorische Analyse der Rede Saladins: Detaillierte Untersuchung der sprachlichen Gestaltung, von der Anrufung Gottes über die Nutzung von Pluralis Majestatis bis hin zum Einsatz von Litotes und rhetorischen Fragen zur Abgrenzung gegenüber den Christen.
3. Synthese und Fazit der Stilmittelanalyse: Zusammenfassende Bewertung der rhetorischen Absicht Saladins, die Muslime durch geschickte psychologische Manipulation und Kontrastierung zu einer militärischen Erhebung zu bewegen.
Schlüsselwörter
Saladin, Dritter Kreuzzug, Rhetorik, Stilmittel, Abu Sama, Muslime, Christen, Litotes, Asyndeton, Anapher, Mobilisierung, Jerusalem, Pluralis Majestatis, Sprachanalyse, Überzeugungsstrategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Analyse grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert eine überlieferte Rede Sultan Saladins während der Zeit des dritten Kreuzzuges im Hinblick auf deren rhetorische Struktur und stilistische Qualität.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Fokus stehen die sprachlichen Mittel zur Beeinflussung der Zuhörer, die Gegenüberstellung von christlichen und muslimischen Tugenden sowie die psychologische Wirkung der Rede auf die muslimische Bevölkerung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll verdeutlicht werden, wie Saladin durch den gezielten Einsatz rhetorischer Figuren versuchte, seine Untertanen aus ihrer Passivität zu führen und gegen die Kreuzfahrer zu mobilisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine klassische Stilmittelanalyse, bei der der Text auf rhetorische Figuren wie Anaphern, Litoten und Klimaxe hin untersucht wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der einleitenden Gottesbeschreibungen, die rhetorische Anrufung des Publikums und die detaillierte Kontrastierung des Verhaltens von Muslimen und Christen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Rhetorik, Saladin, Kreuzzug, Überzeugungskraft und stilistische Manipulation.
Welchen Zweck verfolgt der Pluralis Majestatis in Saladins Rede?
Der Pluralis Majestatis unterstreicht Saladins Position als Herrscher, der für sein gesamtes Volk spricht und gleichzeitig seine Verwunderung über die Aktionen der Gegner zum Ausdruck bringt.
Warum stellt Saladin die Muslime in seiner Rede als „faul“ dar?
Dies ist ein strategischer Trick: Indem er seine eigenen Leute scharf kritisiert und die Gegner als entschlossen und organisiert darstellt, versucht er, den Ehrgeiz und den Hass der Muslime zu wecken.
- Citation du texte
- Tim Blume (Auteur), 2010, Der dritte Kreuzzug: Rede des Sultan Saladin – eine Stilmittelanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170957