Diese Hausarbeit untersucht, ob Demokratien wie die USA stärker in multilaterale Organisationen eingebunden sind als Autokratien wie China. Zwar führen die USA bei Mitgliedschaften und Finanzen, zeigen qualitativ aber Schwächen. China hingegen baut seinen globalen Einfluss und seine Beitragszahlungen strategisch aus.
In den letzten Jahren ist eine Zunahme autokratischer Staaten zu verzeichnen. Daneben sind Tendenzen zu vernehmen, welche auf einen Rückschritt der Demokratiequalität hindeuten. Dies wird vor allem durch die Formierung rechtspopulistischer Parteien sowie durch deren Regierungsteilnahme ausgelöst. Weiterhin sind auch autoritär agierende Staatsoberhäupter wie zum Beispiel Xi Jinping, Vladimir Putin, Donald Trump und Recep Tayyip Erdoğan für diese Regression verantwortlich. Militärcoups in West- und Zentralafrika in den vergangenen Jahren (Mali, Guinea, Tschad, Burkina Faso, Niger, Gabun) forcieren diesen Trend. Einige Demokratieindizes berichten über eine derzeitige Majorität der Autokratien, sodass mittlerweile mehr Menschen in geschlossenen Autokratien als in liberalen Demokratien leben. Eine weitere Perspektive eröffnet sich durch den politischen Systemkonflikt zwischen Autokratien und Demokratien, welcher nicht zuletzt aus der bereits genannten Zunahme von Autokratien und dem steigenden globalen Einfluss dieser ergeht. Betrachtet man die Theorien des Demokratischen Friedens, welche die Friedfertigkeit von Demokratien untereinander postulieren, so hat die Zunahme von Autokratien – kontrafaktuell – erheblich wichtige Implikationen für die globale Ordnung.
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- Umut Günes (Autor), 2023, Multilateralismus als rein demokratisches Phänomen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1710407