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Bildungstheoretische Leitkonzepte im gesellschaftlichen Wandel

Titel: Bildungstheoretische Leitkonzepte im gesellschaftlichen Wandel

Hausarbeit , 2010 , 12 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Bachelor of Arts Elisabeth Meinwolf-Staudinger (Autor:in)

Pädagogik - Reformpädagogik
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Zusammenfassung

Bereits 1964 prägte Georg Picht den Begriff der „Bildungskatastrophe“, heute liegt uns der „PISA – Schock“ in den Ohren. Aussagen wie diese treffen auf´s Empfindlichste den Nerv des deutschen Volkes.
Dennoch wird erst in der Auseinandersetzung mit der Bildungshistorie deutlich, woher wir kommen und wohin wir gehen. Nachfolgend werde ich, ab dem späten 19. Jahrhundert, die Veränderung von Bildungstheoretischen Leitkonzepten betrachten und sie der Gesellschaftspolitischen Situation der jeweiligen Epoche gegenüberstellen.
Abschließend werde ich zum aktuellen Bildungsdiskurs in unserem Land unter Anderem die Gedanken von Andreas Seiverth (2007) rezitieren. Andreas Seiverth ist Bundesgeschäftsführer der Deutschen Evangelischen Arbeitsgemeinschaft.
Er betrachtet die Geschichte des deutschen Bildungsdiskurses im Horizont des Sputnik-Schocks und beschreibt es als langes Erwachen aus einem Überlegenheitstraum der Deutschen in Bezug auf Bildung. Er spricht von der anschließenden Unfähigkeit eines eigenständigen Reformenkurses und mokiert die Adaption von Bildungsstandards, die die Erkenntnisse der Bildungssieger aus den skandinavischen und angelsächsischen Ländern spiegeln.
Seiverth gibt zu bedenken, dass in Deutschland das Recht auf Bildung noch nie im Sozialstaatsprinzip eingeschlossen war, was in Diskrepanz zu den Bildungssiegern steht. Seine düstere Prognose lautet: „Wenn sich an dieser Systembedingung des deutschen Bildungssystems nichts ändert, muss man fataler Weise auf einen neuen Schock hoffen, der Einsicht bringt“.

Nachdem die amtierende konservative Regierungspartei nur halbherzig im sozialen Bereich investiert, wird die Bildungsdebatte für die nächsten Jahre wohl wieder abgespalten von einer sozialen Gleichberechtigungsdebatte geführt werden und der Ruf „Bildung für alle“ wird wie ungehört verhallen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Gesellschaftspolitische Situation und Bildungstheoretische Leitkonzepte im 19. Jahrhundert

2. Gesellschaftspolitische Situation und Bildungstheoretische Leitkonzepte im 20. Jahrhundert

2.1 Gesellschaftspolitische Situation und Bildungstheoretische Leitkonzepte nach Ende des 1. Weltkrieges

2.2 Gesellschaftspolitische Situation und Bildungstheoretische Leitkonzepte von der Weimarer Republik bis zum 2. Weltkrieg

2.3 Gesellschaftspolitische Situation und Bildungstheoretische Leitkonzepte nach dem 2. Weltkrieg

2.3.1 Gesellschaftspolitische Situation und Bildungstheoretische Leitkonzepte im westlichen Teil Deutschlands

2.3.2 Gesellschaftspolitische Situation und Bildungstheoretische Leitkonzepte im östlichen Teil Deutschlands

2.4 Weltpolitik - Gesellschaftspolitische Situation und Bildungstheoretische Leitkonzepte der 60ger Jahre

2.4.1 Westdeutschland in den 60ger Jahren

2.4.2 Ostdeutschland in den 60ger Jahren

2.4.3 Beginn der Wiedervereinigung Deutschlands, 80ger Jahre

3. Bildungstheoretische Perspektiven

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung bildungstheoretischer Leitkonzepte im Kontext des gesellschaftspolitischen Wandels in Deutschland vom späten 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Ziel ist es, die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen gesellschaftlichen Erfordernissen und pädagogischen Strömungen aufzuzeigen, um ein Verständnis für heutige bildungspolitische Herausforderungen zu entwickeln.

  • Bildungshistorische Analyse seit dem 19. Jahrhundert
  • Einfluss von industriellem Wandel und gesellschaftlichen Krisen auf die Pädagogik
  • Vergleich der bildungspolitischen Entwicklungen in Ost- und Westdeutschland
  • Bedeutung von Reformpädagogik und gesellschaftlichem Leistungsdruck
  • Aktueller Bildungsdiskurs im Kontext historischer Erfahrungen

Auszug aus dem Buch

2. Gesellschaftspolitische Situation und Bildungstheoretische Leitkonzepte im 20. Jahrhundert

Eine neue, durch das anhaltende Bevölkerungswachstum auch zahlenmäßig sichtbar in Erscheinung tretende Jugendgeneration meldete sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu Wort und forderte als Gegenbild zur autoritären Belehrungsschule eine schülergerechte Pädagogik (Veith, H. / 2007 / 52).

Der Protest der Jugendgeneration war eingebettet in eine breite gesellschaftliche Reformbewegung, deren Forderungen von der Verbesserung der allgemeinen Arbeitsverhältnisse über die Abschaffung von Ausbeutung und Geschlechterdiskriminierung bis zur fundamentalen Erneuerung der alltäglichen Lebensführung reichten. (vgl. Veith, H. / 2007 / 53).

Dem kinderfeindlichen Lernzwang der traditionellen Schulanstalten und dem kruden Schematismus der Schulpädagogik hielten Schulreformer und Erziehungswissenschaftler neue, auf Differenzierung und Individualisierung setzende Lernformen entgegen (Veith, H. / 2003 / 388).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Bildungshistorie und die Gegenüberstellung von bildungstheoretischen Konzepten und gesellschaftspolitischer Situation.

1. Gesellschaftspolitische Situation und Bildungstheoretische Leitkonzepte im 19. Jahrhundert: Analyse der Rolle der Schule als Instrument des Obrigkeitsstaates und der Entstehung des neuhumanistischen Gymnasiums sowie der Volksschule im industriekapitalistischen Umfeld.

2. Gesellschaftspolitische Situation und Bildungstheoretische Leitkonzepte im 20. Jahrhundert: Untersuchung der Reformbewegungen Anfang des Jahrhunderts und der Versuche, kindgerechte Pädagogik gegen autoritäre Strukturen zu etablieren.

2.1 Gesellschaftspolitische Situation und Bildungstheoretische Leitkonzepte nach Ende des 1. Weltkrieges: Betrachtung der notwendigen Neuordnung der Bildungsverhältnisse nach dem Zusammenbruch des Kaiserreichs und dem Ziel der Reform der Schule.

2.2 Gesellschaftspolitische Situation und Bildungstheoretische Leitkonzepte von der Weimarer Republik bis zum 2. Weltkrieg: Analyse der Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise und der nationalsozialistischen Machtübernahme auf Bildungsziele.

2.3 Gesellschaftspolitische Situation und Bildungstheoretische Leitkonzepte nach dem 2. Weltkrieg: Rückbesinnung auf neuhumanistische Ideale und die Konsolidierung unterschiedlicher Gesellschaftsordnungen in Ost und West.

2.3.1 Gesellschaftspolitische Situation und Bildungstheoretische Leitkonzepte im westlichen Teil Deutschlands: Fokus auf Beschränkungen beim Bildungszugang und das Bedürfnis nach Bildung als Immunisierungsschutz.

2.3.2 Gesellschaftspolitische Situation und Bildungstheoretische Leitkonzepte im östlichen Teil Deutschlands: Darstellung der marxistischen Ansätze zur Persönlichkeitsentwicklung und der Bedeutung polytechnischer Bildung.

2.4 Weltpolitik - Gesellschaftspolitische Situation und Bildungstheoretische Leitkonzepte der 60ger Jahre: Einfluss des Sputnik-Schocks auf die weltweiten Bildungssysteme und die Modernisierungsbestrebungen.

2.4.1 Westdeutschland in den 60ger Jahren: Analyse der Bildungsmisere und der wachsenden Kritik am dreigliedrigen Schulsystem.

2.4.2 Ostdeutschland in den 60ger Jahren: Reaktion der DDR auf Modernisierungsdruck durch Ausbau technischer Ausbildung und ideologische Schulung.

2.4.3 Beginn der Wiedervereinigung Deutschlands, 80ger Jahre: Diskussion über die Notwendigkeit flexibler Selbstorganisationskompetenzen für eine ungewisse Zukunft.

3. Bildungstheoretische Perspektiven: Zusammenfassung der aktuellen bildungspolitischen Debatte und die Prognose zur Bedeutung des Rechts auf Bildung.

Schlüsselwörter

Bildungstheorie, Gesellschaftspolitischer Wandel, Reformpädagogik, Schulgeschichte, Bildungskatastrophe, Sputnik-Schock, Sozialstaat, Bildungsleitkonzepte, 20. Jahrhundert, DDR-Bildungssystem, Bundesrepublik Deutschland, Bildungszugang, neuhumanistische Bildungsidee, Mündigkeit, industrielle Gesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit thematisiert die historische Entwicklung von Bildungstheorien in Deutschland vom späten 19. Jahrhundert bis zur Zeit nach der Wiedervereinigung, stets verknüpft mit den jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Reformpädagogik, die Auswirkungen von Kriegen auf Bildungssysteme, der Systemvergleich zwischen Ost- und Westdeutschland sowie die Reaktion der Bildungspolitik auf globale Herausforderungen wie den Sputnik-Schock.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftspolitischer Wandel die Bildungstheorie beeinflusst hat und welche Rolle Bildung für die gesellschaftliche Entwicklung und die individuelle Mündigkeit spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Methode, bei der Fachliteratur und bildungshistorische Konzepte gesichtet und in einen zeitlichen Kontext gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte, die die Ären vom Kaiserreich über die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus bis zur geteilten Nachkriegszeit und den 60er Jahren detailliert analysieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Bildungstheorie, Gesellschaftswandel, Reformpädagogik, Bildungskatastrophe, Schulgeschichte und das Spannungsfeld zwischen Politik und Bildungsauftrag.

Wie unterscheidet sich der Bildungsansatz im Osten und Westen nach 1945?

Während im Westen die Beschränkung der Zugänge und das Konzept der „Immunisierung“ gegen politische Gleichmacherei im Vordergrund standen, fokussierte die DDR auf eine allseitige Persönlichkeitsentwicklung im Sinne der marxistischen Ideologie und polytechnische Bildung.

Welche Rolle spielte der Sputnik-Schock für die deutsche Bildungspolitik?

Der Sputnik-Schock führte weltweit zu einem Umdenken, da Bildung plötzlich als entscheidende Machtressource wahrgenommen wurde, was in der Bundesrepublik schließlich die Debatte um die Bildungskatastrophe und spätere Reformen auslöste.

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Details

Titel
Bildungstheoretische Leitkonzepte im gesellschaftlichen Wandel
Hochschule
Katholische Stiftungsfachhochschule München
Veranstaltung
Pädagogik
Note
1,7
Autor
Bachelor of Arts Elisabeth Meinwolf-Staudinger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
12
Katalognummer
V171070
ISBN (eBook)
9783640902514
ISBN (Buch)
9783640902644
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bildungstheoretische leitkonzepte wandel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Elisabeth Meinwolf-Staudinger (Autor:in), 2010, Bildungstheoretische Leitkonzepte im gesellschaftlichen Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171070
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Leseprobe aus  12  Seiten
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