Was Bloch an Freud interessiert, sind vor allem dessen Analysen von Bewusstem und Unbewusstem sowie deren wechselseitiges Verhältnis. Freud will keine Bewusstseins-Akte analysieren (was in der Tat schwierig sein dürfte), beschreibt aber Bewusstes und Unbewusstes, ohne dabei das Niveau einer ausgearbeiteten Theorie zu erreichen. Er schwankt zwischen Es und Ich. Einerseits hält der das Es für übermächtig, für „großartig in seiner Unbestimmtheit“, andererseits will er es letztendlich der Kontrolle des Ichs unterstellen. Hierfür wäre aber eine ausgearbeitete Bewusstseins-Theorie vonnöten, wie sie erst seit den Libet-Experimenten möglich zu sein scheint.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Was Freud anscheinend meinte
Zum 'Abriß der Psychoanalyse'
Zur „Entwicklung der Sexualfunktion“
Zur Traumdeutung
Zwischen-Fazit
Freud und Moses
Blochs Freud-Rezeption
Neue Erkenntnisse zum Bewusstseins-Begriff seit den 1980er Jahren
Freud-Kritik
Bloch-Kritik
Fazit (Folgerungen)
Fußnoten
Literaturhinweise
Einleitung
Freuds und Blochs Werke haben immer wieder das Interesse von Theoretikern bzw. Kritikern geweckt. Die Flut der Sekundärliteratur zu beiden Autoren ist anscheinend nicht mehr überschaubar. Anders verhält es sich mit Studien zu Blochs Freud-Rezeption. Von diesen greife ich exemplarisch die Ausführungen heraus, die Hanna Gekle vorgelegt hat, und zwar in ihrer umfangreichen Arbeit mit dem Titel ‘Wunsch und Wirklichkeit. Blochs Philosophie des Noch-Nicht-Bewußten und Freuds Theorie des Unbewußten‘ (Frankfurt a.M. 1986). Darin stellt die Autorin Übereinstimmungen und Unterschiede zwischen Freud und Bloch heraus. Den Ursprung des Denkens sehen beide im Mangel, in Not-Situationen, die den Übergang vom Wünschen zum Denken zwingend erforderlich machen. An die Stelle unmittelbarer LustBefriedigung tritt planmäßige und ungeplante Arbeit - ohne dass das Wünschen deswegen endgültig beendet wäre. Bei beiden Autoren seien, wie H. Gekle erklärt, Bezüge zur Zukunft erkennbar; bei Bloch im „antizipierenden Bewusstsein“, bei Freud in der Aufmerksamkeit für zukunftsträchtige Objekte und Projekte. - Gemeinsamkeiten sieht H. Gekle auch in den KunstAuffassungen der beiden Autoren.
Die Unterschiede: Bloch knüpfe die Phantasie eng an den Selbsterhaltungstrieb, Freud an die Sexualtriebe, während Bloch daneben die Relevanz des Hungers hervorhebe. Freud hingegen stelle den Kampf zwischen Wunsch und Wirklichkeit in den Mittelpunkt seiner Überlegungen. Durch Wünsche werde die Wirklichkeit verzerrt; umso mehr sei Triebverzicht geboten. Bloch hebe (zu) stark auf das Streben nach Vollkommenheit als Ziel der Utopie ab; Freud sei wesentlich pessimistischer. - Mit solchen Vergleichen begnügt H. Gekle sich aber keineswegs. Auf immerhin 365 Seiten bemüht sie sich vielmehr, sowohl der Philosophie Blochs als auch den Theorien Freuds umfassend gerecht zu werden. - Mein eigener Anspruch ist dagegen wesentlich bescheidener. Es geht mir hauptsächlich um Blochs Freud-Rezeption, um die denkwürdige Begegnung zwischen den beiden. In dieser Rezeption entdecke ich bei beiden Autoren erhellende Beiträge zur Lösung der Bewusstseins-Frage. Um die evtl. fortdauernde Relevanz dieser Beiträge herauszufinden, sind zusammenhängende, detaillierte Kritiken dieser Beiträge erforderlich (was H. Gekle nicht berücksichtigt). Ausschlaggebend sind nicht zuletzt neue Erkenntnisse seit den 1980er Jahren, die bei Freud und Bloch natürlich nicht zu erwarten sind.
Was Freud anscheinend meinte
Ernst Bloch stellt Freuds Anliegen vor allem im 'Prinzip Hoffnung' (Zweiter Teil) dar unter der Überschrift 'Das antizipierende Bewusstsein', und zwar im Kapitel 12 ('Verschiedene Auffassungen vom menschlichen Grundtrieb') und im Kapitel 14, in dem es um die Tagträume und die Nachtträume geht. Dabei behandelt er folgende Schriften Freuds:
1. 'Das Ich und das Es' (von 1923),
2. die 'Vorlesungen' (von 1921),
3. 'Neue Folge der Vorlesungen' (von 1933),
4. die 'Vorlesungen' von 1935.
In meinen eigenen Freud-Analysen berücksichtige ich darüber hinaus zwei Alterswerke: a) den 'Abriß der Psychoanalyse' von 1938 und b) 'Der Mann Moses und die monotheistische Religion', das 1939 posthum veröffentlicht wurde. Beide Werke enthalten bemerkenswerte Ergänzungen, auf die Bloch nicht eingeht.
Zum 'Abriß der Psychoanalyse'
Freud will „die Natur des Psychischen“ ergründen und bezeichnet hierzu die Seele zunächst als den „psychischen Apparat“ - wohl um damit den im Grunde naturwissenschaftlichen Anspruch seiner psychoanalytischen Konzepte anzudeuten. Bemerkenswert ist hierbei der besondere Stellenwert, den er dem Bewusstsein einräumt, wenn er schreibt:
„Von dem, was wir unsere Psyche (Seelenleben) nennen, ist uns zweierlei bekannt, erstens das körperliche Organ und Schauplatz desselben, das Gehirn (Nervensystem), andererseits unsere Bewußtseinsakte, die unmittelbar gegeben sind und uns durch keinerlei Beschreibung näher gebracht werden können. Alles dazwischen ist uns unbekannt, eine direkte Beziehung zwischen beiden Endpunkten unseres Wissens ist nicht gegeben. Wenn sie bestünde, würde sie höchstens eine genaue Lokalisation der Bewußtseinsvorgänge liefern und für deren Verständnis nichts leisten.“ (a.a.O. S. 9)
Bemerkenswert ist daran Folgendes: Freud erkennt das Gehirn bzw. das Nervensystem als körperliche Grundlage des Bewusstseins und des Seelenlebens im Ganzen, hält aber eine Beschreibung der Bewusstseinsakte für ebenso unmöglich wie eine neuronale Analyse des Bewusst-seins. Damit vermeidet er einerseits ein Dilemma, an dem auch heutige Hirnforscher immer wieder scheitern, wirkt aber unglaubwürdig, wenn er vorgibt, auf Beschreibungen des Bewusstseins verzichten zu müssen.
Denn er verzichtet ja keineswegs auf eine Analyse des Seelenlebens (des „psychischen Apparats“) und damit sowohl der bewussten als auch der unbewussten psychischen Vorgänge. Und unterscheidet sogleich zwischen ,Es‘ und ,Ich‘. Letzteres sei aus einem Teil des Es (der Hirnrinde) evolutionär hervorgegangen, während das Es alles Angeborene, insbesondere die Triebe enthalte (s.u. zur „Trieblehre“). Beim Ich unterscheidet Freud folgende Eigenschaften und Funktionen: 1. Es entwickelt sich und seine Selbstbehauptung in dauerndem Kontakt mit den Reizen der Außenwelt. 2. Es gewinnt weitgehende Kontrolle über die Triebansprüche des Es. 3. Es empfindet Lust oder Unlust, strebt nach Lust, will Unlust vermeiden.
Sowohl aus dem Es als auch aus dem Ich sei das Über-Ich ursprünglich entstanden, faktisch dann wesentlich durch die Erziehung im Elternhaus. Diese Moral-Instanz stelle sich dem Ich entgegen, befähige dieses aber, korrekt zu handeln, d.h. wenn die Handlung des Ichs „gleichzeitig den Anforderungen des Es, des Über-Ichs und der Realität genügt“ (a.a.O. S. 10), gestützt und verstärkt durch Sozialisation und individuelle Qualitäten.
Dem Es und dem Über-Ich seien der Bezug zur Vergangenheit und zu dem von anderen Übernommenen gemeinsam, während „das Ich hauptsächlich durch das selbst Erlebte, also Akzidentelle und Aktuelle bestimmt wird“ (a.a.O. S. 11). - Es, Ich und Über-Ich grenzt Freud klar nicht nur voneinander, sondern auch gegeneinander ab.
Zur Trieblehre
Die „eigentliche Lebensabsicht des Einzelwesens“ beruhe auf der „Macht des Es“ (ebd.; eine sowohl fundamentale wie auch fragwürdige These! s.u.). Freud stellt sich die Aufgabe, das im Grunde unübersichtliche Geflecht von Trieben (die er auch „großartig in ihrer Unbestimmtheit“ nennt) zu ordnen bzw. möglichst auf einige wenige Grundtriebe zurückzuführen. Er findet solche in Eros und Destruktionstrieb („Destrudo“), auch Thanatos oder Todestrieb genannt. Wie jeder Trieb die Rückkehr zu einem vormaligen Zustand anstrebe, diene der Tod dazu, das Lebende in den evolutionär früheren Zustand des Unlebendig-Anorganischen zurückzuführen. Allgemein: „So kann man allgemein vermuten, das Individuum stirbt an seinen inneren Konflikten, die Art hingegen an ihrem erfolglosen Kampf gegen die Außenwelt, wenn diese sich in einer Weise geändert hat, für die die von der Art erworbenen Anpassungen nicht zureichen.“ (a..a.O. S. 13).
Nichtsdestoweniger versucht Freud, auch die Libido, das sexuelle Verlangen und Verhalten, zu erklären, und zwar auch in ihrem Verhältnis zu Bewusstem und Unbewusstem. Die Libido soll vom Ich gelenkt werden, wobei sich ihre Beweglichkeit (Plastizität) als Vorzug erweise; sie könne leicht auf bestimmte Objekte gerichtet und wieder von diesen abgezogen werden. Quelle der Libido sei der Körper, der sich im Ganzen als „erogene Zone“ erweise.
Zur „Entwicklung der Sexualfunktion“
Freud geht davon aus, dass das Sexualleben bereits in frühester Kindheit („bald nach der Geburt“) beginnt. Es diene vor allem der „Lustgewinnung aus Körperzonen, die nachträglich in den Dienst der Fortpflanzung gestellt wird“ (a.a.O. S. 15). Als erogene Zonen beschreibt Freud a) den Mund (kindliches Lutschen als Bedürfnisbefriedigung), b) „sadistisch-anal“, z.B. bei der Exkretion, gemischt mit Aggression, c) „phallisch“; wobei nur das männliche Geschlecht eine Rolle spiele. - Weitere Stationen: Ödipus-Phase bei den Knaben, Penisneid bei den Mädchen („Klitorisminderwertigkeit“).
Danach wendet sich Freud erneut dem Problemkomplex Bewusstsein zu. Neue Definitionen trägt er dabei nicht vor, betont sogar, das Interesse der Psychoanalyse gelte dem Unbewussten und den sogenannten somatischen Begleitumständen, die „das eigentlich Psychische“ ausmachten (S. 18 f.), mit der Folge, dass man „zunächst von der Qualität des Bewußtseins“ abzusehen habe.
Tatsächlich geht Freud auf die damit verbundenen Probleme nicht nähern ein, sondern wechselt zu einem ganz anderen Thema über: Die Psychologie werde zu einer Naturwissenschaft dadurch, dass sie das Unbewusste als das eigentlich Psychische auffasse und analysiere. Wobei strikt empirisch, z.B. auf Grund therapeutischer Erfahrungen, vorgegangen werde. Neben und über dem Unbewussten gebe es „das Vorbewusste“: Bestimmte Inhalte dringen leicht aus dem Unbewussten ins Bewusste vor, lassen sich besonders leicht aus dem Gedächtnis abrufen. Hauptthema: das Unbewusste, analysierbar vor allem auf dem „Königsweg“ der Traumdeutung. Das Unbewusste sei „die allein herrschende Qualität im Es“ (S. 23), auch wenn es großenteils aus dem „Verdrängten“ bestehe. (Letzteres hatte Freud anfangs, d.h. in den frühen 1920er Jahren, noch als den einzigen Inhalt des Unbewussten bezeichnet.)
Zur Traumdeutung
In ihr sucht Freud, wie gesagt, näheren Aufschluss über das Es. Träume entstehen angeblich vom Es oder vom Ich her. Das Traumgedächtnis sei weitaus umfangreicher als das Gedächtnis im Wachzustand. Was im Traum unklarer Herkunft ist, ordnet Freud als „Teil der achaischen Erbschaft“ ein - was später von dem Freud-Schüler C.G. Jung begeistert rezipiert und bis hin zu den „Archetypen“ und dem „kollektiven Unbewussten“ erweitert wurde.
Die Traumarbeit selbst erklärt Freud als einen „Fall von unbewußter Bearbeitung vorbewußter Gedankenvorgänge“ (S. 26), mit Besonderheiten wie „Verdichtung“ (in der Neukombination von Einzelheiten), „Verschiebung“ von Wesentlichem auf Unwesentliches und umgekehrt, Unlogik, Vieldeutigkeit usw.; all dies vor allem mit dem Ziel der Wunscherfüllung (auch bei der Angst-Bewältigung!).
Im zweiten Teil der Abhandlung exemplifiziert Freud seine Theorien an Hand seiner psychoanalytischen Praxis. Stichwortartig: Es geht u.a. um Psychotiker, auf die sich nicht einfach irgendwelche Heilungspläne anwenden lassen. Ähnlich bei den Neurotikern, von denen es eine „ungeheure Anzahl schwer leidender Menschen“ gebe (S. 32). Und: „Unser Weg, das ge-schwächte Ich zu stärken, geht von der Erweiterung seiner Selbsterkenntnis aus.“ (S. 36). Wie dieser Weg aussieht, erläutert Freud ausführlich (hier kaum referierbar), z.B. an Hand der Rolle der Schuldgefühle bzw. des Schuldbewusstseins; im nachfolgenden Kapitel ergänzt durch „eine Probe psychoanalytischer Arbeit“ (S. 40 ff.).
Zwischen-Fazit
Im dritten Teil der Abhandlung vermittelt Freud einen Überblick über den „theoretischen Gewinn“; wobei es im Wesentlichen um die Beziehungen des „psychischen Apparats“ zunächst zur Außenwelt, sodann zur Innenwelt geht. Folgende Kernsätze ragen heraus:
1. Neben den psychologischen werden auch neue biologische Erkenntnisse eingebracht.
2. Das „dunkle Es“ bildet den Kern des menschlichen Wesens.
3. Im Es wirken die beiden Urkräfte Eros und Destrudo, teilweise gemischt.
4. Das Es nimmt Veränderungen in den „Empfindungen der Reihe Lust-Unlust“ wahr.
5. Das Es gehorcht vollständig dem Lustprinzip.
6. Das teilweise aus der „Rindenschicht des Es“ entstandene Ich entscheidet über die Ansprüche des Es.
7. Das Ich ist durch die „Rücksicht auf Sicherheit“ (nicht auf Lustgewinn) gekennzeichnet.
8. Das Ich prüft die Realität im Ganzen.
9. Das Ich schützt gegen Auswüchse sowohl der Außenwelt als auch der Innenwelt.
10. Das teils aus dem Es, teils durch elterliche Einwirkung entstandene Über-Ich ist zugleich das Gewissen.
11. Das Über-Ich unterstützt die Auseinandersetzungen des Ichs mit dem Es.
12. Zwischen Ich und Über-Ich können Spannungen und Konflikte auftreten.
Nachzutragen ist der folgende, oft zitierte und leicht missverständliche Ausspruch des späten Freud: „Wo Es war, soll Ich werden.“ Damit meint Freud nicht etwa, das Es sei durch das Ich zu ersetzen - was ein Ding der Unmöglichkeit wäre -, sondern die Forderung, das Es in zunehmendem Maße der Kontrolle des Ichs zu unterstellen.
Freud und Moses
In seiner Abhandlung ,Der Mann Moses und die monotheistische Religion’ (1939) erklärt Freud, Moses sei ein hochstehender ägyptischer Politiker oder Geistlicher gewesen, der aber in Ungnade gefallen sei und sich deshalb den Israelis anschloss. Als deren Anführer und Oberhaupt habe er ihnen den Monotheismus übermittelt. Dieser sei ursprünglich in Ägypten als Antwort auf die Vielgötterei konzipiert worden.
Überdies beschreibt Freud das weitere Schicksal seines Volkes, z.B. in der Auseinandersetzung mit Jesus und den Christen im Laufe der Jahrhunderte. Dem Christentum wirft er vor, das Judentum seines geheiligten Gottes Jahwe beraubt, ja, diesen ermordet zu haben. Freud schreibt:
„Aus einer Vaterreligion hervorgegangen, wurde das Christentum eine Sohnesreligion. Dem Verhängnis, den Vater beseitigen zu müssen, ist es nicht entgangen.“ (a.a.O. S. 133)
Dem Rassenwahn der Nazis fügt Freud damit ein weiteres antisemitisches Motiv hinzu: den angeblich von Christen begangenen Mord an Gottvater.
Blochs Freud-Rezeption
Nicht Weniges sieht Bloch an Freud kritisch. Er bezweifelt leise dessen Annahme von Sexualität - z.B. in Form des Saugens - schon beim Säugling, von dem Freud behauptet, er finde sexuelle Entspannung in der Sättigung, und seine Beziehungen, auch zur Umwelt und ihren Personen, seien primär sexueller Natur. Bloch referiert sodann aus Freuds Frühwerk ,Das Ich und das Es‘ (1923); aber auch aus späteren Arbeiten (s.o.): „Ichtrieb und Verdrängung“ sowie „Verdrängung, Komplex, Unbewußtes ... und Sublimierung“ (a.a.O. S. 56 ff.). Dabei bemängelt Bloch die Tatsache, dass das Unbewusste für Freud fast ausschließlich ein Ort des Verdrängten sei und - ausschlaggebend: dass dieses Unbewusste vornehmlich aus Regression bestehe und sich nirgendwo auf ein „Noch-Nicht-Bewußtes“ richte (S. 61). In Freuds Unbe-wusstem gibt es nichts Neues, während seine Hochschätzung des Bewusstseins darunter leidet, dass er es für durch ein Fixum von Es und Libido fest umschlossen hält, so fest, dass auch die sublimste Kunst-Produktion diesen Fixierungen nicht entkommen könne. Überhaupt erkenne Freud in der Kunst nur „Illusionen“ (S. 62).
Freuds Traum-Konzepte deutet Bloch wie folgt: Die Entdeckung bestehe hier vor allem darin, dass Träume keine bloßen Illusionen („Schäume“) sind, sondern „halluzinierte Wunscherfüllungen ... , fiktive Erfüllungen einer unbewußten Wunschphantasie“ (S.87). Aber Freud erkenne nicht, dass dies ebenfalls zum Noch-Nicht, zum „riesigen Feld des utopischen Bewußtseins“ gehöre. Auch verzerre Freud die Traum-Arbeit, indem er sie als puren Ausfluss von Es und Libido deklariere, nicht als Laboratorium von Kreativität und Utopie.
In Frage stellt Bloch auch die Tatsache, dass Freud die Angst-Träume ebenfalls mit dem Etikett „Wunscherfüllung“ versieht. Dies sei absurd, weil ein Traum ja gerade dann zum Angst-Traum werden könne, wenn er die fiktive Wunscherfüllung zustande bringe (S. 92). Die Angst-Entwicklung übernehme dann eine Zensur-Funktion. Zudem lasse Freud sämtliche verdrängten Wunscherfüllungen im Unterbewusstsein in Phobien umschlagen, erst recht bei der Todesangst.
Alledem stellt Bloch seine Auffassungen von Tag- und Nachtträumen entgegen. Tagträume seien keineswegs - wie in der Psychoanalyse - nur Vorstufen der Nachtträume; und im Übrigen seien Träume auch keineswegs nur „Wege zu Verdrängtem“. Der Tagtraum werde mitnichten durch den Nachttraum aufgehoben oder gar erledigt. Vielmehr ermögliche er „freie Fahrt ins Blaue“ und Stärkung des Ego. Grundfalsch sei hingegen Freuds Meinung, Tagträume seien eher infantiler Natur, Kennzeichen eines unerwachsenen Ichs. Denn es gehe da nicht um Kindliches, sondern um den Wunsch nach einem besseren Leben, wie ihn nur Erwachsene hegen können (a.a.O. S. 101). Der Tagtraum kenne keinerlei Zensur durch ein moralisches Ich (wie beim Nachttraum). Er bleibe auch nicht intern wie der Nachttraum, sondern strebe ins Öffentliche und in die Gemeinschaft, an den „Erfüllungsort“; es gehe um Weltverbesserung (S. 102 ff.).
Außer Acht lässt Bloch hier einige wesentliche Aspekte, die im ,Abriß ...‘ von 1938 relevant werden, nachzulesen vor allem in meinen Kernsätzen Nr. 7 bis 12 (s.o.).
Neue Erkenntnisse zum Bewusstseins-Begriff seit den 1980er Jahren
Nicht berücksichtigen konnten Freud und Bloch natürlich die posthum, d.h. seit den 1980er Jahren eingetretenen Entwicklungen, die u.a. auf den Libet-Experimenten beruhen. - Für Freud war es ausgeschlossen, Bewusstseins-Akte zu beschreiben. Dies mag wegen deren Flüchtigkeit, Subjekt- und Situations-Bedingtheiten zutreffen.
Das Bewusstsein selbst kann nichtsdestoweniger - spätestens seit Hegel - genauer beschrieben werden; wozu seit den Libet-Experimenten eine Reihe weiterer neuer Erkenntnisse entscheidend beigetragen hat. Auch Freud macht zweifellos Aussagen über das Bewusstsein und darüber hinaus vor allem über das Unbewusste. Inwieweit aber für diese Aussagen weiterhin Gültigkeit beansprucht werden kann, bedarf näherer Untersuchung, u.a. an Hand der besagten neuen Entwicklungen. Bevor ich auf diese eingehe, halte ich einen Rückblick auf Marx ‘ Bewusstseins-Begriff für notwendig; dies nicht zuletzt, um auch der Blochschen Freud-Rezeption gerecht werden zu können.
Für Marx ist das Bewusstsein stets bewusstes Sein und daher nicht in Reinform vorhanden. Er schreibt: „Das Bewusstsein kann nie etwas anderes sein als das bewusste Sein, und das Sein der Menschen ist ihr wirklicher Lebensprozess.“1
Im Übrigen gewinnt Marx seinen Bewusstseins-Begriff vor allem aus seiner Kritik an Hegels Verabsolutierungen des Geistes. Während Hegel das Leben der Menschen mittels eigener Begriffe - wie z.B. ,Absolutes Wissen’, ,Weltgeist‘, ,Volksgeist‘ usw. - sozusagen von oben herab erklären will, behauptet Marx das Umgekehrte: Nicht das Bewusstsein bestimme das Sein, sondern das gesellschaftliche Sein bestimme das Bewusstsein. - Wozu allerdings sogleich Folgendes anzumerken ist: Marx hat offensichtlich bereits erkannt, dass das Sein als Ganzes schon deshalb nicht durch das Bewusstsein bestimmt werden kann, weil das Ganze des Seins nicht überschaubar ist; dies im Unterschied zum gesellschaftlichen Sein der Individuen. - Da aus diesen aber bekanntlich jegliche Gesellschaft besteht, ist Marxens Bewusstseins-Begriff wie folgt zu präzisieren und zu erweitern. Die Gesellschaft stellt - wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß - jeder Einzelperson materielle und nicht-materielle Grundlagen der Existenz zur Verfügung; darunter auch die Mittel zur Herausbildung der jeweiligen intellektuellen Kompetenz, die jegliches Bestimmen überhaupt erst ermöglicht; so dass hier eine Wechselbeziehung vorliegt: Die Gesellschaft produziert die Rahmenbedingungen des Bestimmens, d.h. der intellektuellen Kompetenz; und diese erst ermöglicht es der Einzelperson, (mit) zu bestimmen, wie die Gesellschaft beschaffen ist und/oder beschaffen sein sollte. Diese Wechselbeziehung hat Marx leider nicht genau analysiert, auch wenn er gelegentlich bemerkt, dass auch die Theorie politische Macht gewinnen kann, sobald sie die Massen ergreift. Wozu Marxens Überzeugung passt, dass revolutionäres Bewusstsein aus dem Klassen-Bewusstsein entsteht - was allerdings die Unterscheidung zwischen ,Klasse an sich’ und ,Klasse für sich’ voraussetzt, wie dies in Marx’ Konzepten auf Schritt und Tritt nachweisbar ist, auch wenn er die beiden Schlüsselbegriffe nicht selbst geprägt hat. Gesellschaftliche Klassen bilden sich sozusagen „naturwüchsig“, existieren als solche an sich; Klassenbewusstsein entsteht erst im Zuge von Aufklärung, Theorie-Bildung und politischer Emanzipation - als Bewusstsein der jeweiligen Klasse für sich.
Was Marx hier nicht berücksichtigt, ist die Tatsache, dass die Fähigkeit zur Moral schon vorgeburtlich entsteht. Ein für den Bewusstseins-Begriff relevanter Vorgang, zumal er bestätigt, dass Ethik und Moral unverzichtbare Bestandteile des Bewusstseins-Begriffs sind - was ja schon in der lateinischen ,conscientia‘ der Fall war.
Bei Ernst Habermann finden sich hierzu (1996) folgende Feststellungen:
„Die Evolution hat zwei feine Sensoren der Solidarität erfunden, nämlich Gewissen und Mitleid, und mit der Befindlichkeit gekoppelt. Die biologisch vorgegebene, spätestens beim Menschenaffen ... gesicherte Einfühlung ist eine wichtige Grundlage unseres Ethos.“2
Wobei Habermann neben dem Streben nach guter Befindlichkeit zwei weitere, evolutionär entstandene Grundfaktoren der Ethik nennt: die Gegenseitigkeit und die Überwindung des puren Egoismus durch Altruismus und Zusammenarbeit. Es sind Faktoren, die Habermann problemlos mit Kants Kategorischem Imperativ verbindet:
„Der Einzelne soll sein spezielles Verhalten so einrichten, daß es sich als Maxime aller Partner eigne.“ (ebd.)
Dies sei ein Satz, mit dem Kant „zutiefst recht“ hatte. - Auch Freiheit und rechtliche Gleichheit sind jedenfalls nicht vom Himmel herabgefallen, sondern evolutionär entstanden.
Zu Benjamin Libet
Wie dieser schon in seinen Experimenten der 1980er Jahre herausgefunden hat, beeinflusst das Bewusstsein in hohem Maße auch das Unbewusste. Zu diesem erklärt Libet:
„Wir betrachten eine psychologische Funktion oder ein Ereignis als unbewusst, wenn die Person kein berichtbares Bewusstsein des Ereignisses hat.“3
Das Träumen rechnet Libet erstaunlicherweise zu den völlig bewussten Prozessen, obwohl es dabei zu Verzerrungen kommen könne und die Träume „gewöhnlich nur schlecht oder überhaupt nicht erinnert“ würden (S. 124, ausnahmsweise mit deutlichem Seitenhieb auf Freud!). Im Übrigen handele es sich beim Unbewussten (Ubw) wahrscheinlich um „etwas Geistiges“, wobei durchaus auch „Repräsentationen der Erfahrung“ Teile des Ubw seien. Woraus folgt, dass anscheinend sämtliche Gedächtnis-Systeme für das Verstehen des Ubw heranzuziehen sind! (Vgl. Libet a.a.O. S. 132 f.). Dementsprechend folgert Libet:
„Jegliche Veränderungen oder Modifikationen der sich entwickelnden Erfahrung sind für die jeweilige Person einzigartig. Sie spiegeln die eigene Geschichte von Erfahrungen und den emotionalen und moralischen Charakter der Person wider. Die Veränderungen finden jedoch unbewusst statt! Folglich kann man sagen, dass der einzigartige Charakter einer bestimmten Person sich selbst in unbewussten Prozessen ausdrücken kann.“ (S. 157)
Wenn dem so ist, stellt sich die Frage, in welchem Maße wir tatsächlich durch das Ubw konditioniert oder gar determiniert werden; und damit die Frage nach der Willensfreiheit.
Libets Ergebnisse:
a) „Es gibt eine unerklärte Lücke zwischen der Kategorie der physischen Phänomene und der Kategorie der subjektiven Phänomene.“
b) „Die Annahme, dass die deterministische Natur der physikalisch beobachtbaren Welt sub-jektive bewusste Funktionen und Ereignisse erklären kann, ist ein spekulativer Glaube und keine wissenschaftlich bewiesene Aussage.“ (S. 195)
Mit erheblichen Folgen für die Einschätzung der Willensfreiheit. Libet zufolge kann der Wille zwar keine Handlung bewusst einleiten, da dies unbewusst geschehe; dennoch könne das Bewusstsein, d.h. der freie Wille ständig ein Veto einlegen. Alles beginne mit „unbewussten Initiativen“, danach aber:
„Der bewusste Wille würde dann eine Auswahl zwischen diesen Initiativen treffen und entscheiden, welche davon sich im Handeln niederschlagen soll, welche unterdrückt oder abgebrochen werden sollen, so dass es nicht zur motorischen Handlung kommt.“ (S. 179) Hieran knüpft Libet weitreichende Überlegungen, und zwar sogar zu den Fragen nach dem Wesen des Menschen, des Universums und der Naturgesetze. Da er den naturwissenschaftlichen Determinismus in Bezug auf das Ubw ablehnt, kann er dem freien Willen in jedem Fall die Möglichkeit des Eingreifens einräumen. Hierzu erklärt er:
„Die bewusste Absicht erscheint etwa 150 msec vor der motorischen Bewegung. Das lässt genügend Zeit dafür, dass die Bewusstseinsfunktion in diesen Prozess eingreift. Der Prozess kann ein Auslöser sein, der ermöglicht, dass ein Willensprozess vollendet wird; dafür gibt es jedoch keine direkten Belege. Es gibt jedoch Belege dafür, dass der bewusste Wille den Prozess stoppen oder unterdrücken kann, so dass es nicht zu einer Handlung kommt. In einem solchen Fall könnte der freie Wille das Ergebnis steuern. Das passt zu unserem Gefühl, dass wir Kontrolle über uns selbst haben, etwas, das die ethischen Systeme von uns verlangen.“ (S. 246) Folgerichtig bejaht Libet die ethischen Implikationen des freien Willens, wobei er auch bestimmten ethischen und religiösen Auffassungen zustimmt, so auch den Zehn Geboten und der gängigen christlichen Fassung der Goldenen Regel. Theologen hätten sogar die Grenzen der Allmacht Gottes aufgewiesen; die menschliche Willensfreiheit sei demnach von Gott so gewollt.
Zusammengefasst ergibt sich folgendes Bild:
1. Libet erweitert die Einsicht in das Ubw durch seine Experimente, aus denen hervorgeht, dass in Entscheidungssituation das Ubw früher als das Bewusstsein in Aktion tritt. Nicht das Bewusstsein, sondern das Ubw leitet den Entscheidungsprozess ein.
2. Da auch sämtliche Erfahrungen ins Ubw bzw. ins Gedächtnis eingehen (können), finden im Ubw bereits Abwägungen, auch ethischer und lebenspraktischer Art, statt.
3. Das Ubw schlägt dem Bewusstsein jeweils Entscheidungs-Optionen vor.
4. Nicht der Determinismus, sondern der freie Wille des Bewusstseins entscheidet über die vom Ubw vorbereiteten Optionen.
5. Die neuen Einsichten in das Ubw bestätigen weitgehend die ethischen und die (meisten) religiösen Auffassungen hinsichtlich der Willensfreiheit und der Verantwortung des Menschen für sein Tun und Lassen.
Außerdem ist zu beachten, dass es einen absolut freien Willen nicht geben kann, zumal die Willensfreiheit schon durch das je eigene Denken und Empfinden bedingt wird, wie Peter Bieri (1944-2023) nachgewiesen hat. Dies steht im Einklang mit der wissenschaftlich begründeten Bewusstseins-Philosophie, wobei allerdings auch die gesellschaftlich bedingten Einschränkungen der Willensfreiheit zu berücksichtigen sind. Selbst wenn es eines Tages gelingen sollte, das Marxsche ,Reich der Freiheit’ weltweit zu etablieren, würde die Konditionierung durch das eigene Denken wahrscheinlich fortbestehen (vgl. Bieri 2001). Und dies, obwohl zu bedenken ist, dass angeblich auch die Gedanken frei sind, so dass anzunehmen ist, dass Bewusstsein, Denken und Willensfreiheit zwar in wechselseitiger Abhängigkeit stehen, genau darin aber (relativ) frei sind. Insofern gibt es tatsächlich keine unbedingte, sondern eine bedingte Willensfreiheit. - Zudem erinnert Bieris Erkenntnis an Hegels, danach von Engels übernommene Definition von Freiheit als „Einsicht in die Notwendigkeit“, eine eher unheimliche Vorstellung, gäbe es nicht auch die konkreten Freiheiten wovon, wodurch und wozu, und zwar auf Grund des Erkennens von Möglichkeiten. Es gilt, sowohl die Notwendigkeiten als auch die Möglichkeiten zu erkennen und demgemäß zu handeln.
Zu Markus Kiefer,
dem Ulmer Neurowisssenschaftler, der 2015 einen Forschungsbericht vorgelegt hat, in dem er Libets Ergebnisse weitgehend bestätigt und wirkungsvoll ergänzt. Zum Verhältnis von Bewusstem und Unbewusstem stellt er fest:
„Unser Bewusstsein kontrolliert unbewusste Prozesse im Gehirn. Der Wille und die automatische Verarbeitung arbeiten Hand in Hand, nicht gegeneinander. Das hat eine Forschergruppe an der Universität Ulm herausgefunden. <http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24954512>. ...
Unbewusste Prozesse, die im Widerspruch zu unseren Absichten stehen, werden weitgehend von unserem Bewusstsein blockiert. "Unser Wille ist freier als gedacht", sagt Markus Kiefer, Wissenschaftler an der Klinikfür Psychiatrie und Psychotherapie der Uni Ulm. Seine Forschungsgruppe konnte mit Messungen der Hirnaktivität im Magnetresonanztomographen (MRT) zeigen, dass bewusste Vorsätze die Arbeit unserer automatischen Systeme im Gehirn steuern. Die Forscher wiesen erstmals nach, dass solche Vorsätze für eine gewisse Zeit Netzwerke von Bereichen im Gehirn etablieren, die den unbewussten Informationsfluss im Gehirn steuern. .“ (a.a.O.)
Widerlegt wird damit Sigmund Freuds Annahme, unser Unbewusstes sei autonom und nicht vom Bewusstsein zu kontrollieren. Kiefers Ergebnisse zeigen eindeutig, dass unser Bewusstsein zu den Absichten passende unbewusste Vorgänge in unserem Gehirn verstärkt, nicht passende dagegen abschwächt. Dadurch werde gewährleistet, dass unser bewusstes "Ich" Herr im Haus bleibt und nicht durch eine Vielzahl unbewusster Tendenzen beeinflusst wird, erklärt Kiefer: "Wir sind also keinesfalls Sklaven unseres Unbewussten, wie lange Zeit angenommen." . Die bewussten Absichten und Einstellungen entscheiden somit darüber, ob ein unbewusster Prozess in unserem Gehirn überhaupt ablaufen kann.“4
Weitgehend bestätigt werden damit Hegels Annahmen, wonach das Bewusstsein nicht in Reinform, sondern als Selbst-Bewusstsein und in Anerkennung jedes anderen Selbstbewusstseins existiert, zumal es in jedem Falle als Person, d.h. als Rechtsperson mit unveräußerlichen Rechten, zu achten ist. Die Mittel hierfür stehen jedem Individuum zur Verfügung, sofern es Zugang hat zu allen denkbar möglichen dialektischen Subjekt-Objekt- und Subjekt-Subjekt-Beziehungen. Wobei zu beachten ist, dass Individualität und Personalität schon vorgeburtlich entwickelt werden. Das von den Eltern ererbte genetische Material wird neu kombiniert (re-kombiniert); diese Neukombination manifestiert sich im genetischen Code, der - außer bei eineiigen Zwillingen - stets strikt individuell ausgeprägt ist. Zugleich ist das Individuum von Anfang an Person. Verantwortlich hierfür sind die (Resonanz-)Vorgänge, die schon im Mutterleib in den wechselseitigen Beziehungen zwischen Mutter und Ungeborenem stattfinden.
Zur Entwicklung des Selbst
Nicht angeboren ist das Selbst, wohl aber die Fähigkeit, ein solches zu entwickeln. Dies spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung vom Säuglingsalter zum Kindes- und Jugendalter. Erst das Selbst schafft Bewusstsein auf der Grundlage u.a. von Wahrnehmung, Gedächtnis, Verstand und Selbstbewusstsein und damit den Zugang zu allen Ressourcen der Vernunft und des Geistes. Nietzsche hatte dieses Selbst irrtümlich noch mit dem Leib gleichgesetzt. Warum er sich damit im Irrtum befand, geht vor allem aus den Forschungsergebnissen hervor, die der Neurowissenschaftler Joachim Bauer u.a. in seinem Buch , Wie wir werden, wer wir sind’ (2019) vorgetragen hat. Darin weist er auf, dass das Selbst - anders als Nietzsche es vermeinte - nicht mit dem Leib identisch, d.h. nicht angeboren ist, sondern erst durch zwischen-menschliche Beziehungen im Säuglingsalter zu entstehen beginnt: „Der menschliche Säugling, obwohl ein fühlendes, mit der Würde des Menschen ausgestattetes Wesen, verfügt über kein Selbst. Die neuronalen Netzwerke, in denen sich Letzteres einnisten wird, sind zum Zeitpunkt der Geburt noch unreif und funktionsuntüchtig. Seine Entstehung und Grundstruktur verdankt das menschliche Selbst jenen Bezugspersonen, die uns - vor allem in den ersten Lebensjahren - als »Extended Mind«, das heißt, als eine Art externe Leitstelle gedient haben. An der Komposition des Selbst sind Resonanzvorgänge beteiligt, wie sie sich zum Beispiel zwischen zwei Gitarren beobachten lassen: So, wie der Klang der einen Gitarre die Saiten einer zweiten Gitarre zum Klingen bringen kann, so können Bezugspersonen ihre inneren Melo-dien - ihre Art zu fühlen, die Welt zu deuten und in ihr zu handeln - via Resonanz auf den Säugling übertragen. Da dieser Transfer sich - in reduzierter Form - lebenslang fortsetzt, ist unser Selbst eine Komposition aus entsprechend vielen Themen und Melodien.“ (a.a.O. S. 7)
Das Selbst ist also nicht einfach der Leib, sondern ein Gemisch, ein mixtum compositum, aus dem personalen Individuum - als Einheit aus Leib, Seele und Geist -, seinen Bezugspersonen, seiner Umwelt und der Gesamtheit seiner Erfahrungen. J. Bauer präzisiert:
„In Säuglingen und Kleinkindern komponiert sich ein Selbst, dessen Themen von ihren Bezugspersonen über Resonanzvorgänge in sie hineingelegt wurden. Je weiter wir heran-wachsen und persönlich reifen, desto mehr wird das Selbst zu einem Akteur, der mitspricht und beeinflusst, was mit ihm geschieht. Wir entwickeln ein Gefühl, das uns spüren lässt, welche an uns herangetragenen Angebote zu uns passen und zu einem stimmigen Teil unseres Selbst werden könnten, und welche unserer Identität Gewalt antun würden. Der Mensch ist das einzige Wesen, das sich an der Konstruktion seiner selbst - und seines Selbst - beteiligen kann, ein Hinweis, der in dieser expliziten Form erstmals durch den Renaissance-Philosophen Pico de la Mirandola gegeben wurde.“ (a.a.O. S. 8)
Näheres und Weiteres hierzu führt J. Bauer auf 255 Seiten in 15 Kapiteln aus, darunter speziell zum Selbst-System in den Kap. 1-6, 10, 11, 13 und 14, daneben und zusammen mit Themen wie Resonanz (darunter dem „Resonanzraum der Gesellschaft“, wenn auch nur auf gut 6 Seiten), Pädagogik, Arbeit, Partnerschaft, Psyche und Neurobiologie.
Das Selbst erweist sich somit als Voraussetzung für jegliches Bewusstsein. Ohne ausgebildetes Selbst - wie es unter dem Einfluss von Hirnreifung, Erziehung und Sozialisation entsteht - gibt es keine funktionstüchtiges Erwachsenen-Bewusstsein.
Freud-Kritik
Ergänzend zu den erwähnten Kritiken von Bloch und M. Kiefer lassen sich weitere Kritikpunkte festhalten. In der folgenden Passage, einem Auszug aus dem 1998 erschienenen ZEIT-ONLINE-Artikel Der Hausherr der Seele 5, heißt es:
„Penisneid und Ödipuskomplex sind vom Thron ihrer Menschheitsgültigkeit herabgeholt, ebenso wie die Allgegenwart der sexuellen Symbolik in den Träumen. Was Freud benutzte, war nicht zeitloser Menschheitsstoff, sondern die historisch und kulturell definierte Familienkonstellation der viktorianischen Gesellschaft. Insbesondere das Verständnis von Weiblichkeit bei Freud ist unübersehbar zeitbedingt beschränkt. Vom Traum der frühen Freudianer, aus des Meisters Wegweisungen könne am Ende eine Art ewig gültige Grammatik oder besser noch Physiklehre der Seele entstehen, anhand deren man den Strom der Gedanken und Gefühle ähnlich nachprüfbar verfolgen könne wie den elektrischen Strom in Netzwerken, ist nichts übrig geblieben. Damit ist auch die zentrale Rolle der Psychoanalyse als Heilmethode relativiert. Sie ist zwar, nach jahrzehntelangem Kampf seit den siebziger Jahren, von den Krankenkassen als seriöse Therapie seelischer Störungen anerkannt. Aber andere Methoden wie die Verhaltenstherapie mit all ihren Varianten, von der Skinnerschen Belohnung bis zur paradoxen Intervention Paul Watzlawicks, konkurrieren inzwischen mit Freuds Couch.
Die neueren Methoden offerieren für die "normalen" Seelennöte des Menschen oft viel praktikablere Schnelltherapien. Neuerdings ist der gewaltige Erfolg der Psychopharmaka in der Therapie vieler seelischer Leiden unbestreitbar und mindert die Neigung des öffentlichen Gesundheitssystems zur aufwändigen Psychoanalyse.“
Tiefgründige Kritik findet sich schon bei dem Freud-Schüler Wilhelm Reich (1897 -1957), der seinen Lehrer u.a. in seinem Buch über Die sexuelle Revolution kritisiert. Bernd A. Laska vermerkt dazu:
„Reich akzeptierte nicht, dass es in der Psychoanalyse kein wirkliches Handlungskriterium gab, keinen Begriff von seelischer und sexueller Gesundheit, auf den hin die Therapie auszurichten sei. Wer in der gegebenen gesellschaftlichen „Realität“ symptomfrei funktioniert, musste nach seiner Auffassung keineswegs als „gesund“ gelten. In der „orgastischen Potenz“, deren Defintion hier keine Rolle spielt, sah Reich das Kriterium für eine umfassende Gesundheit.“6 Nicht weniger tiefgründig ist Hans-Ernst Schiller: Freud-Kritik von links. Bloch, Fromm, Adorno, Horkheimer, Marcuse (Springe 2017). Exemplarisch für die darin behandelten Kritiken steht das folgende, von Ernst Bloch verfasste Resümee:
„Bei Freud wird das Unbewußte bekämpft und, soweit es ein individuell Erworbenes ist, im Umkreis des Individuums gehalten. Bei Jung wird das Unbewußte begrüßt und völlig im Archaisch-Kollektiven angesiedelt, dazu mit schrankenloser Toleranz gegen alles betrachtet, was als Nebel, Numen oder Tabu darin herumwogt. Doch wieder auch: im Hauptpunkt steht der Lehrer Freud mit seinem pervertierten Schüler auf gleicher Ebene; beide fassen das Unbewußte lediglich als ein entwicklungsgeschichtliches Vergangenes, als ein in den Keller Abgesunkenes und nur darin Vorhandenes. Sie kennen beide, wenn auch mit höchst verschiedener Art und Ausdehnung der Regression, nur ein Unbewußtes nach rückwärts oder unterhalb des bereits vorhandenen Bewußtseins; sie kennen eben kein Vorbewußtsein eines Neuen. Und was die zur Rede stehende Trieblehre angeht, so verbindet es die gesamte psychoanalytische Schule, daß sie lauter paprizierte Triebe betont, sie dazu auf begriffsmythische Weise von dem lebenden Körper abhebt. Auf diese Art entsteht ein Götze Libido oder Wille zur Macht oder Ur-Dionysos und vor allem eine Verabsolutierung dieser Götzen. Wie das Verabsolutierte vom lebendigen Körper abgehoben wird, der doch nur sich selber und sonst gar nichts erhalten will, so wird es bei Freud wie Adler wie gar bei Jung überhaupt nicht als Variable ökonomisch-gesellschaftlicher Bedingungen diskutiert. Sollen aber überhaupt Grundtriebe ausgezeichnet werden, so werden sie beim Menschen nach den einzelnen Klassen und Zeiten materiell weitgehend variiert sein, folglich auch intentional oder als Triebrichtung. Und am wichtigsten ist: die psychoanalytisch jeweils betonten Grundtriebe sind gar keine im strengen Sinne, sie sind zu partial. Sie schlagen nicht so eindeutig durch wie etwa - der Hunger, der psychoanalytisch überall ausgelassene; sie sind nicht so letzte Instanz wie der schlichte Trieb, sich am Leben zu erhalten. Dieser Trieb ist der Selbsterhaltungstrieb, er allein dürfte so grundlegend sein - bei allem Wechsel -, daß er die anderen Triebe überhaupt erst ins Werk setzt.“7
Außerdem: Dass das Unbewusste (Ubw) keineswegs „bekämpft“ werden muss, sondern sinnvoll genutzt werden kann, haben die Forschungen von Benjamin Libet u.a. erwiesen. Das vom Ich zwischen Es und Über-Ich Erlebte geht in spezifischen Formen in das Ubw ein und dient sodann als in jeder Lebenssituation blitzschnell bereit stehende Reaktionsbasis, wobei auch Verstand und Vernunft - in relativer Willensfreiheit - stets zu ihrem Recht kommen können, gegebenenfalls auch korrigierend. Destruktiv kann sich das Ubw nur dann auswirken, wenn es nicht mehr vom bewussten Ich kontrolliert wird. - Auf die entscheidenden Fragen nach dem Verhältnis von Bewusstem und Ubw hat Libet damit wohl zufriedenstellende Antworten gegeben. Womit sich auch Sartres Kritik erledigt, wonach es ausschließlich vom Ubw bestimmte und gesteuerte Handlungen nicht geben könne.
Bloch-Kritik
Zu bemängeln ist wohl, dass Bloch Freuds Alterswerk nicht oder nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt. Dies gilt insbesondere für Freuds ,Abriß ...‘ von 1938. Welche Aspekte Bloch dabei übergangen hat, habe ich bereits dargelegt (s.o. Kernsätze 7 bis 12).
In Bezug auf den angeblich von Christen begangenen Mord an Gottvater hat Bloch sich anscheinend nicht nur von Nietzsche, sondern auch von Freud inspirieren lassen. Wenn Gott ohnehin „tot“ ist, fällt es nicht schwer, die Christen zum Atheismus bekehren zu wollen, wie
Bloch es 1968 in ,Atheismus im Christentum’ versucht hat.
Bloch hat sich bekanntlich von Stalin, nicht aber von Lenin losgesagt. Lenin abzulehnen, wäre für Bloch einem Verrat an der Oktober-Revolution gleichgekommen. - Wie aber sollte es gelingen, den Bundesbürgern und -bürgerinnen der 1960er Jahre den atheistischen Marxismus-Leninismus schmackhaft zu machen, zumal die bundesdeutsche Gesellschaft immer noch weitgehend christlich geprägt war und von „Christdemokraten“ regiert wurde? Um den Atheismus „salonfähig“ zu machen, hielt Bloch es für sinnvoll, vor allem die im Christentum auffindbaren ketzerisch-atheistischen Elemente ins Bewusstsein der Leute zu rücken. In Jesus Christus, dem „Menschensohn“ als Inkarnation Gottes, geht Gott zu den Menschen, und zwar sowohl zu den Christen als auch zu den Heiden und den Atheisten. Was Bloch zu dem kühnen Schluss veranlasst haben mag: „Nur ein Atheist kann ein guter Christ sein, gewiß aber auch: nur ein Christ kann ein guter Atheist sein.“ Zumal der Menschensohn sich ja „gottgleich“ genannt habe. - Womit Bloch den Spagat zwischen dem Atheismus und der Botschaft Jesu wagt, wenn auch nicht problemlos. Immerhin, so Bloch, könnten Christen sich darauf einlassen, weil sie sich vom „theokratischen Aberglauben“ losgesagt haben, während Atheisten sich mit einer wohlwollenden Hinwendung zum Christentum davor schützen, vor lauter Gottesleugnung dem Nihilismus anheimzufallen. -
Das halte ich für bemerkenswert, aber nicht für überzeugend. Wenn Jesus - als Religionsstifter - „gottgleich“ ist und damit an die Stelle Gottes tritt, können seine Jünger und Gläubigen nicht bewogen werden, Atheisten zu werden, um „gute Christen“ sein zu können. Zumal sich Jeus selbst keineswegs von seinem „Vater im Himmel“ losgesagt hat; zahlreiche Bibelstellen, z.B. Johannes 14, V. 2-8, 13, 24, belegen das Gegenteil. Auch der „Menschensohn“ bleibt Gottes Sohn und bekennt sich ausdrücklich dazu. Und da Jesus kein Atheist ist, können auch die Christen keine Atheisten sein.
Unberücksichtigt lässt Bloch zudem die Infragestellung des Atheismus durch den Agnostizismus. Wenn weder die Existenz Gottes noch seine Nicht-Existenz beweisbar ist, kann von keinem Christen verlangt oder erwartet werden, Atheist zu werden.
Meine Folgerung: Blochs Alternative ist zwar bemerkenswert, kann aber nicht die einzig mögliche sein, zumal nicht zu leugnen ist, dass auch der von Bloch propagierte Atheismus auf der unbewiesenen bzw. unbeweisbaren Behauptung beruht, das Gott mit Sicherheit nicht existiere.8
Obsolet wird jedenfalls nicht nur Blochs, sondern auch Freuds Einschätzung des Christentums. Der Glaube an den Dreieinigen Gott schließt sowohl den Freudschen „Gottesmord“ als auch Blochs „Atheismus im Christentum“ aus.
Fazit (Folgerungen)
Was Bloch an Freud interessiert, sind vor allem dessen Analysen von Bewusstem und Unbewusstem sowie deren wechselseitiges Verhältnis. Freud will keine Bewusstseins-Akte analysieren (was in der Tat schwierig sein dürfte), beschreibt aber Bewusstes und Unbewusstes, ohne dabei das Niveau einer ausgearbeiteten Theorie zu erreichen. Er schwankt zwischen Es und Ich. Einerseits hält er das Es für übermächtig, für „großartig in seiner Unbestimmtheit“, andererseits will er es letztendlich der Kontrolle des Ichs unterstellen. Hierfür wäre aber eine ausgearbeitete Bewusstseins-Theorie vonnöten, wie sie erst seit den Libet-Experimenten möglich zu sein scheint. -
Wesentlich ist die Erkenntnis, dass sämtliche Inhalte von Ich und Über-Ich potentiell ins Unbewusste eingehen, so dass das Es stets einer quasi automatischen Kontrolle durch das Ich unterliegt. Einer Kontrolle, die dadurch verstärkt wird, dass fast jeder, in einer bestimmten Situation vom Unbewussten automatisch erzeugte Lösungsvorschlag vom Ich-Bewusstsein überprüft werden kann (Ausnahme: die Reflex-Handlungen).
Hegels Auffassungen des Bewusstseins können weitgehend bestätigt und konkretisiert werden.9 Dies nicht zuletzt auch auf Grund von Marxschen Begriffen wie Klassen-Bewusstsein, Klasse an sich und für sich usw. Das das Bewusstsein sich als Selbst -Bewusstsein realisiert, bedarf es gründlicher Analysen des personalen Selbst (s.o. J. Bauer u.a.).
Bloch ist es gelungen, den Bewusstseins-Begriff anzureichern durch die Konzepte des Noch-Nicht, des antizipierenden Bewusstseins, der gelehrten Hoffnung, der Konkreten Utopie, Dunkel des gelebten Augenblicks, Veränderungsethik u.a.m. Dadurch wird jede Form von Rückwärtsgewandtheit vermieden, wie sie bei Freud und insbesondere bei C.G. Jung auftritt.
Hinzu kommen unabdingbare ethische und moralische Aspekte. Auf Grund der Zweckformel des Kategorischen Imperativs kann die Rechtsperson in den Mittelpunkt gerückt und das Bewusstseins-Konzept durch eine Normative Ethik erweitert werden. Für diese Ethik werden keinerlei Absolutheitsansprüche, wohl aber legitime Forderungen erhoben, die sich nicht nur auf die Rechtsperson, sondern auch auf Natur-, Tier- und Öko-Ethik beziehen.10 Die starke ethische Komponente des Bewusstseins-Begriffs, die schon in der lateinischen .conscienlia' enthalten war, wird somit bekräftigt und durch eine zeitgemäße normative Ethik erweitert.
Fußnoten
1 In: K. Marx, Deutsche Ideologie, MEW 3, S. 26
2 Ernst Habermann: Evolution und Ethik. Skeptische Gedanken eines Ethik-Kommissars (1996), in: www.geb.unigiessen.de/geb/volltexte/2013/9705/pdf/GU1996_S?9_38..., S. 31.
3 Libet 2005, S. 124.
4 M. Kiefer: Studie: Unser Wille ist freier als gedacht (2015, https://www.derstandard.at/story/2000011387060/studie-unser-wille..., S. 1
5 in: https.//www.zeit.de/wissen/mensch/zg_hausherr/seite-6
6 B.A. Laska: Reich als Sexuologe, in: www.lsr-projekt.de/wrsex.html#antifreud
7 Bloch 1959, S. 70 f.
8 Vgl. K. Robra: Ist das Christentum am Ende? München o.J., https://www.grin.com/document/12 4 69 8 3, S. 84 ff.
9 Näheres hierzu und zur Bewusstseins-Frage im Allgemeinen: Robra 2024, S. 22 ff.
10 Vgl. K. Robra o.J. (2020), S.191 ff. bzw. K. Robra: Normative Ethik - ein Essay (München, GRIN-Verlag 2026, https://www.grin.com/document/1703947)
Literaturhinweise
Bauer, Joachim 2019: Wie wir werden, wer wir sind. Die Entstehung des menschlichen Selbst durch Resonanz, München
Bloch, Ernst 1959: Das Prinzip Hoffnung, Frankfurt a.M.
Freud, Sigmund 1982 (1923): Das Ich und das Es, Frankfurt a.M.
Freud, Sigmund 1972 (1938): Abriß der Psychoanalyse, Frankfurt a.M.
Freud, Sigmund 1975 (1939): Der Mann Moses und die monotheistische Religion, Frankfurt a.M.
Gekle, Hanna 1986: Wunsch und Wirklichkeit. Blochs Philosophie des Noch-Nicht-Bewußten und Freuds Theorie des Unbewußten, Frankfurt a.M.
Habermann, Ernst 1996: Evolution und Ethik. Skeptische Gedanken eines Ethik-Kommissars (1996), in: www.geb.unigiessen.de/geb/volltexte/2013/9705/pdf/GU1996_S?9_38...
Kiefer, Markus 2015: Studie: Unser Wille ist freier als gedacht (2015), https://www.derstandard.at/story/2000011387060/studie-unser-wiHe...
Libet, Benjamin 2005: Mind Time. Wie das Gehirn Bewusstsein produziert, Frankfurt a.M.
Robra, Klaus o.J. (2020): Ethik der Verhaltenssteuerung. Eine Neubegründung, München, https://www.grin.com/document/923015
Robra, Klaus 2024: Bewusstseins-Philosophie. Eine Übersicht, München, https://www.grin.com/document/1472343
[...]
- Quote paper
- Klaus Robra (Author), 2026, Bloch und Freud – eine denkwürdige Begegnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1711315