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Die Staatsbürgerschaft der DDR

Recht, Ideologie und Theorie

Título: Die Staatsbürgerschaft der DDR

Trabajo de Seminario , 2011 , 14 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Stefan Borchardt (Autor)

Política - Historia de los sistemas políticos
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Staatsbürgerschaft ist ein historisch bedeutsamer Begriff. Im Zuge der Herausbildung moderner Nationalstaaten rückte er immer stärker in das Licht wissenschaftlicher Betrachtungen. Nicht nur die juristische, auch die gesellschafts- und sozialwissenschaftliche Erforschung der Beziehungen vom Bürger zum Staat, seiner Rechte und Pflichten schuf ein umfangreiches Feld an Perspektiven auf das Konzept. Eine wichtige Erkenntnis sei hier zentral: Die Staatsbürgerschaft existiert nicht. So unterschiedlich Staaten sind, so unterschiedlich sind auch ihre Regelungen zum Staat-Bürger-Verhältnis. Die Wissenschaft versucht sich jedoch durch Erarbeitung von Mustern und Kategorien zu behelfen, um generalisierte Aussagen über Staatsbürgerschaftskonzepte zu tätigen. Diese Hausarbeit profitiert in nicht unerheblichem Maße von dieser theoretischen Arbeit.

Staatsbürgerschaft ist nicht wertneutral. Speziell in autoritären Systemen ist sie im höchsten Maße ideologisch geprägt. Eine Tatsache, die ich in dieser Hausarbeit am Beispiel der DDR nachvollziehen werde um so zum historischen Verständnis von Staatsbürgerschaft beizutragen. Somit seien die zentralen Fragestellungen dieser Arbeit:

Wie definierten sich die Staat-Bürger-Beziehungen in der DDR? Welches ideologische Selbstbild ergab sich daraus? Wurde die sozialistische Staatsbürgerschaft diesem Selbstbild gerecht oder lässt sich de facto durch soziologische Theorien ein anderes Bild skizzieren?

Es geht mir um das Aufzeigen von Anspruch und Wirklichkeit der DDR-Staatsbürgerschaft.
Folgende Vorgehensweise erscheint mir zur Beantwortung der Leitfragen sinnvoll:
Zunächst beschreibe ich die Geschichte des Staatsbürgerschaftsgesetzes der DDR, die damit verbundenen Intentionen nach innen und außen sowie die Abgrenzung zur BRD. Darauf aufbauend erwartet den Leser ein Einblick in die wichtigsten Aspekte des Staatsbürgerschaftsgesetzes, Schwerpunkte sind hierbei Erwerb und Verlust des Status.
Die Verbindung aus sozialistischem Weltbild und Staatsbürgerschaft sind Inhalt des darauf folgenden Kapitels, den in der DDR-Literatur verwendeten Begriff der sozialistischen Staatsbürgerschaft werde ich einer soziologisch-theoretischen Analyse gegenüberstellen. Hierbei greife ich auf die Ansätze von Thomas Marshall und Michael Mann zurück. Im Fazit fließen die verschiedenen Perspektiven zusammen und vermitteln ein von der sozialistischen Ideologie gänzlich zu unterscheidendes Bild der DDR-Staatsbürgerschaft.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung der DDR-Staatsbürgerschaft

3. Gesetzliche Bestimmungen der Staatsbürgerschaft der DDR

3.1 Erwerb der DDR-Staatsbürgerschaft

3.2 Verlust bzw. Aberkennung der DDR-Staatsbürgerschaft

4. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Theoretische Aspekte der DDR-Staatsbürgerschaft

4.1 Die sozialistische Staatsbürgerschaft

4.2 DDR-Staatsbürgerschaft und soziologische Theorie

5. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem offiziellen, ideologisch geprägten Selbstbild der Staatsbürgerschaft in der DDR und der soziologischen Wirklichkeit, um die Diskrepanz zwischen staatlichem Anspruch und gelebter Bürgererfahrung aufzuzeigen.

  • Historische Entstehung und rechtliche Grundlagen des Staatsbürgerschaftsgesetzes der DDR.
  • Ideologische Funktionalisierung der Staatsbürgerschaft als Mittel der Systemabgrenzung.
  • Theoretische Einordnung durch Konzepte von T.H. Marshall und Michael Mann.
  • Analyse der Diskrepanz zwischen verfassungsmäßigen Rechten und staatlicher Repression.
  • Untersuchung der Rolle sozialer Rechte als Instrument der Herrschaftssicherung.

Auszug aus dem Buch

4.2 DDR-Staatsbürgerschaft und soziologische Theorie

Es wäre im wissenschaftlichen Sinne grob fahrlässig das Konzept der sozialistischen Staatsbürgerschaft allein durch die Sichtweise der DDR-Literatur zu beschreiben. Die Folge wäre ein über weite Strecken falsch vermitteltes Bild des Begriffes. Um aber die angesprochene Ideologisierung des Konzeptes zu überwinden, bedarf es einer theoretischen Bearbeitung auf Basis realer Erkenntnisse über die Staatsbürgerschaft der DDR zur Gegenüberstellung von Anspruch und Wirklichkeit, dem Kernanliegen dieser Hausarbeit.

In der Soziologie gibt es schon seit geraumer Zeit Versuche allgemeingültige und theoretische Aussagen über Staatsbürgerschaft bzw. Citizenship³ zu generieren. Zwei dieser Konzepte erachte ich im Bezug auf das zu untersuchende Konstrukt als relevant: Zum einen das von Thomas H. Marshall als historisch entwickelte Symbiose aus bürgerlichen, politischen und sozialen Rechten begriffene Citizenship-Konzept und, kritisch darauf aufbauend, die als „Strategie der herrschenden Klasse“ (Turner in Mackert/Müller 2000: 237) bezeichnete Staatsbürgerschaftskonzeption Michael Manns. Es ist im Rahmen dieser Hausarbeit nicht möglich en detail auf beide Theorien einzugehen, jedoch ergeben sich für die Staatsbürgerschaft der DDR relevante Schwerpunkte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die Bedeutung der Staatsbürgerschaft als ideologisch geprägtes Konzept im DDR-Kontext und legt die forschungsleitenden Fragestellungen dar.

2. Die Entstehung der DDR-Staatsbürgerschaft: Dieses Kapitel erläutert die Einführung des Staatsbürgerschaftsgesetzes von 1967 als bewussten Akt der Souveränitätsmanifestation und als Instrument zur Zementierung der Teilung Deutschlands.

3. Gesetzliche Bestimmungen der Staatsbürgerschaft der DDR: Der Abschnitt analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die Modalitäten für den Erwerb durch Geburt sowie die staatlichen Verfahren für den Verlust oder die Aberkennung des Status.

4. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Theoretische Aspekte der DDR-Staatsbürgerschaft: Das Kapitel vergleicht das sozialistische Selbstverständnis der Staatsbürgerschaft mit soziologischen Theorien, um die Diskrepanz zwischen normativen Ansprüchen und der autoritären Realität aufzudecken.

5. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und resümiert, dass die Staatsbürgerschaft der DDR primär der systeminternen Stabilisierung und ideologischen Abgrenzung diente.

Schlüsselwörter

DDR, Staatsbürgerschaft, Sozialismus, Staatsbürgerschaftsgesetz, Rechtsgeschichte, Soziologie, Thomas H. Marshall, Michael Mann, Citizenship, Souveränität, Ideologie, Herrschaftssicherung, Systemabgrenzung, Grundrechte, soziale Rechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen und ideologischen Konzeption der Staatsbürgerschaft in der DDR und deren soziologischer Einordnung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Gesetzgebung der DDR zur Staatsbürgerschaft, der ideologischen Instrumentalisierung und dem Vergleich mit modernen soziologischen Citizenship-Theorien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin, die Kluft zwischen dem staatlich propagierten Anspruch der sozialistischen Staatsbürgerschaft und der tatsächlichen soziologischen Wirklichkeit aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechts- und ideologiegeschichtliche Analyse kombiniert mit einem soziologisch-theoretischen Vergleich auf Basis der Konzepte von T.H. Marshall und Michael Mann.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung und gesetzliche Ausgestaltung der Staatsbürgerschaft sowie die theoretische Debatte über deren Funktion als Instrument der Kontrolle und Herrschaftssicherung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie DDR, Staatsbürgerschaft, sozialistische Staatsdoktrin, Citizenship-Konzepte, Souveränität und Systemabgrenzung charakterisiert.

Wie unterschied sich der Erwerb der DDR-Staatsbürgerschaft von der BRD?

Die DDR integrierte neben dem Abstammungsprinzip auch das Territorialprinzip (Ius soli), während die BRD zu dieser Zeit primär am Ius sanguinis festhielt.

Welche Rolle spielte die Sozialpolitik bei der Ausgestaltung der Staatsbürgerschaft?

Soziale Rechte wurden gezielt gewährt, um die Arbeiterklasse zu "zähmen" und als Instrument zur Stabilisierung des sozialistischen Systems zu nutzen.

Warum wird die DDR-Staatsbürgerschaft als "ideologisiert" bezeichnet?

Sie diente weniger der universellen Bürgerrechterfüllung, sondern primär der Abgrenzung vom "kapitalistischen" Westen und der Einbindung des Bürgers in das sozialistische Machtgefüge.

Final del extracto de 14 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Staatsbürgerschaft der DDR
Subtítulo
Recht, Ideologie und Theorie
Universidad
University of Potsdam
Calificación
2,0
Autor
Stefan Borchardt (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
14
No. de catálogo
V171195
ISBN (Ebook)
9783640903573
ISBN (Libro)
9783640903566
Idioma
Alemán
Etiqueta
Staatsbürgerschaft Staatsangehörigkeit DDR soziologische Theorie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Stefan Borchardt (Autor), 2011, Die Staatsbürgerschaft der DDR, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171195
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