Jeder Mensch weist ein bestimmtes sexuelles Verhalten auf und jeder weiß, dass Menschen sexuell aktiv sind. Das sexuelle Verhalten bestimmt unseren Alltag mit. Wie genau es das tut und wie es sich beim Einzelnen äußert ist jedoch individuell unterschiedlich und privat da die Sexualität einen der persönlichsten und privatesten Bereiche des Lebens darstellt.
Wir haben bestimmte Vorstellungen davon wie normales und unnormales sexuelles Verhalten aussieht. Die Grenzen hierfür lassen sich nicht immer klar setzen. Unnormal ist etwas, wenn es von unserem eigenen Verhalten und von dem Durchschnittsverhalten der Bevölkerung abweicht. Unnormales Verhalten ist dann keine Privatsache mehr, wenn es anderen Menschen bzw. Tieren schadet, sie nötigt oder gegen Regeln verstößt.
Es gibt verschiedene Arten von sexuellem Verhalten. Ob normal oder unnormal muss jeder für sich selbst entscheiden. Sexuelles Verhalten unterscheidet sich von Mensch zu Mensch.
Schreibe ich in dieser Arbeit von ‚normal’, dann meine ich damit sexuelle Beziehungen zwischen Menschen, die sich in einer Liebesbeziehung befinden. Unter ‚unnormal’ verstehe ich ein Verhalten, das von beschriebenem Normalverhalten abweicht.
In der folgenden Hausarbeit werde ich eine kurze Einführung in das menschliche Sexualverhalten geben, bevor ich mich auf das männliche sexuelle Verhalten konzentriere. Des Weiteren werde ich auf sexuelle Störungen beim Mann eingehen und den Fokus meiner Arbeit auf die Mensch-Tier-Kontakte bzw. Zoophilie des Mannes legen. In einem abschließenden Fazit möchte ich Gedanken anführen, wie Zoophilie in unserer heutigen Zeit einzuschätzen und ob es als sexuelle Störung einzuordnen ist.
Ich werde mich für meine Ausführungen auf diverse Quellen berufen. Darunter befinden sich Klinische Psychologie, der Pschyrembel, Wörterbuch Sexualität, sowie verschiedene Studien, die sich mit der Thematik beschäftigen. Es werden sowohl Sammelbände und Monografien, als auch Internetquellen verwendet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das menschliche Sexualverhalten
2.1 Die Entwicklung des Sexualverhaltens
3. Sexuelle Störungen/ Paraphilien
4. Zoophilie (Sodomie)
4.1 Begriffsdefinition
4.2 Perversion?
4.3 Rechtliche Lage
4.4 Über Tier-Partner und Techniken
4.5 Zoophilie – Eine Studie
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Zoophilie, definiert als sexuelle Beziehung zwischen Mensch und Tier, und analysiert, ob es sich dabei um eine krankhafte sexuelle Störung oder um eine als Variante zu betrachtende Form des menschlichen Sexualverhaltens handelt. Ziel ist die differenzierte Einordnung des Themas in einen gesellschaftlichen und psychologischen Kontext.
- Grundlagen des menschlichen Sexualverhaltens
- Definition und psychologische Klassifikation von Paraphilien
- Die historische und aktuelle rechtliche Situation der Zoophilie
- Empirische Erkenntnisse zu Vorkommen und Hintergründen von Mensch-Tier-Kontakten
Auszug aus dem Buch
4.3 Rechtliche Lage
Sexuelle Handlungen mit Tieren gibt es seit Menschengedenken. Schon alte Höhlenmalereien weisen darauf hin. „In vielen der frühesten Religionen und Mythen war der Verkehr mit Tieren (..) ein zentrales Ritual“ (Faust o.J.), denn die Menschen glaubten, dass Tiere als göttliche Wesen Kräfte zu vermitteln vermochten. ‚Zoophilie’ wurde toleriert. Im Mittelalter änderte sich die Einstellung. „Die Tabuisierung in der jüdischen Tradition entstand vermutlich in Abgrenzung gegen solche Gebräuche umgehender Kulturen“ (Dressler/Zink 2003, 606). Das Christentum übernahm die Tabuisierung. Mensch-Tier-Kontakte wurden als schwere Verbrechen betrachtet und bis Ende des 18. Jahrhundert mit dem Tod geahndet. Die Todesstrafe betraf sowohl Mensch, als auch Tier. In Deutschland wurden „bis ins 19. Jahrhundert (..) oft lange Gefängnisstrafen bis hin zu lebenslanger Haft verhängt“ (Schwetje 2006).
Erst seit dem 1. September 1969 wurde bei der 1. Strafrechtsreform der § 175b des Strafgesetzbuches, der „widernatürliche Unzucht“ (Frey, 2003) mit Tieren ahndete, aufgehoben. Diese Abschaffung erlaubt seitdem jedem Menschen, „seine persönlichen sexuellen Neigungen und Bedürfnisse mit einem Tier“ (Frey 2006) zu befriedigen, ohne gegen das Recht zu verstoßen, soweit es sich nicht um den Missbrauch von Tieren handelt. Sadistische Akte werden gemäß des Tierschutzgesetzes geahndet. Ein weiteres Vergehen betrifft die Verbreitung von Darstellungen sexueller Akte zwischen Menschen und Tieren. Diese unterliegt einem absoluten Verbot.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des menschlichen Sexualverhaltens ein und umreißt den Fokus der Arbeit auf die Mensch-Tier-Kontakte sowie die Frage der Einstufung als sexuelle Störung.
2. Das menschliche Sexualverhalten: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der menschlichen Sexualität im Kontext von sozialen Einflüssen, Lernprozessen und der Abgrenzung zu tierischem Instinktverhalten.
2.1 Die Entwicklung des Sexualverhaltens: Hier wird dargelegt, dass sexuelle Neigungen nicht angeboren sind, sondern sich durch Lernprozesse während der Kindheit und Jugend in Abhängigkeit von gesellschaftlichen Normen entwickeln.
3. Sexuelle Störungen/ Paraphilien: Das Kapitel definiert sexuelle Störungen als Abweichungen von der heterosexuellen Norm und untersucht theoretische Erklärungsansätze für solche Verhaltensweisen.
4. Zoophilie (Sodomie): Dieses Kapitel widmet sich der Definition und dem gesellschaftlichen Tabu der Mensch-Tier-Kontakte.
4.1 Begriffsdefinition: Hier erfolgt eine historische Herleitung des Begriffs Sodomie und dessen Ablösung durch den Fachbegriff Zoophilie.
4.2 Perversion?: Dieses Kapitel untersucht, unter welchen psychologischen Voraussetzungen Mensch-Tier-Kontakte als Perversion oder Paraphilie eingestuft werden.
4.3 Rechtliche Lage: Es wird die historische Wandlung der rechtlichen Behandlung von Mensch-Tier-Kontakten sowie der aktuelle Stand in Deutschland und den Niederlanden dargestellt.
4.4 Über Tier-Partner und Techniken: Dieses Kapitel beleuchtet Kriterien der Partnerwahl bei Tieren sowie die verschiedenen Formen der praktizierten Interaktionen.
4.5 Zoophilie – Eine Studie: Hier werden statistische Daten zu Verbreitung und Häufigkeit von Mensch-Tier-Kontakten analysiert, basierend auf Untersuchungen zu Jungen auf Farmen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Einstufung von Zoophilie schwierig bleibt, da sie im gesellschaftlichen Kontext als Tabu und häufig als Störung gesehen wird, während sie individuell als Variante der Sexualität interpretiert werden kann.
Schlüsselwörter
Zoophilie, Sodomie, Sexualverhalten, Paraphilie, Perversion, Mensch-Tier-Kontakt, sexuelle Störung, Tabu, Sexualtherapie, Heterosexualität, Sozialisation, Triebbefriedigung, Tierschutz, Rechtslage, Sexualität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Zoophilie, also sexuelle Kontakte zwischen Mensch und Tier, und beleuchtet deren Einstufung im Spannungsfeld zwischen persönlicher sexueller Freiheit und gesellschaftlichen Normen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Definition von Sexualität, die psychologische Einordnung von Paraphilien, die historische und rechtliche Bewertung der Sodomie sowie der gesellschaftliche Umgang mit dem damit verbundenen Tabu.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Frage zu klären, ob die Zoophilie als krankhafte sexuelle Störung oder lediglich als eine Variante des menschlichen Sexualverhaltens zu bewerten ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die sich auf verschiedene wissenschaftliche Quellen wie psychologische Fachliteratur, Wörterbücher zur Sexualität, diverse Studien sowie internetbasierte Fachquellen stützt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Sexualverhaltens und der Paraphilien, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Zoophilie, inklusive rechtlicher Aspekte, Formen der Ausübung und statistischer Studienergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wesentlichen Begriffen gehören Zoophilie, Sodomie, sexuelle Störung, Paraphilie, gesellschaftliches Tabu und sexuelles Verhalten.
Wie unterscheidet sich die rechtliche Lage in den Niederlanden von der in Deutschland?
Während in Deutschland die "widernatürliche Unzucht" mit Tieren seit 1969 nicht mehr strafrechtlich verfolgt wird (solange kein Missbrauch vorliegt), wurde der Sex mit Tieren in den Niederlanden im Jahr 2008 explizit verboten.
Welche Rolle spielt die soziale Herkunft laut der zitierten Studie bei der Entstehung von Tierkontakten?
Die Studie deutet darauf hin, dass Jugendliche, die auf Farmen mit direktem Zugang zu Tieren aufwachsen, eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit aufweisen, Erfahrungen mit Mensch-Tier-Kontakten zu machen als Jugendliche aus städtischen Gebieten.
- Citation du texte
- Sandra Garthaus (Auteur), 2007, Zoophilie (Sodomie) - Sexuelle Störung oder normales Entwicklungsstadium?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171309