Eltern- und Angehörigenarbeit

Eine Studie in sozialpädagogischen Wohngemeinschaften


Bachelorarbeit, 2011

55 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzzusammenfassung

Summary

Abkürzungsverzeichnis

1. THEMA-FRAGESTELLUNG
1.1. Relevanz der Problematik
1.2. Fragestellung
1.3. Vorgangsweise

2. THEORIEHINTERGRUND
2.1. Fachzuordnung
2.2. Literaturrecherche
2.3. Stand der Forschung
2.4. Elternarbeit
2.4.1. Begriffsklärung: Elternarbeit
2.4.5. Ziele und Nutzen der Elternarbeit
2.4.2. Der Wandel der Elternarbeit
2.4.3. Grundannahmen zur Eltern- und Angehörigenarbeit
2.4.6. Methoden der Elternarbeit
2.4.4. Forderungen an die Mitarbeiter um effiziente Elternarbeit zu leisten
2.4.7. Probleme und Hindernisse in der Elternarbeit
2.5. Beschreibung des Untersuchungsfeldes
2.5.1. Sozialpädagogische Wohngemeinschaften
2.6. Die Bedeutung der Familie

FORSCHUNGSTEIL

3. DESIGN

4. STICHPROBE
4.1. Tatsächlicher Stichprobenumfang
4.2. Feldzugang

5. ERHEBUNGSMETHODIK
5.1. Fragebogen
5.2. Ablauf der Fragebogenstudie und der Entwicklung des Testinstrumentes
5.3. Die praktische Forschung/Fragebogen
5.4. Das Leitfadeninterview
5.5. Ablauf des Leitfadeninterviews und die Entwicklung des Testinstrumentes
5.6. Die praktische Forschung/Leitfadeninterview

6. AUSWERTUNGSMETHODIK
6.1. Fragebogenstudie
6.2. Leitfadeninterview
6.3. Erfahrung mit der Methodik
6.4. Ergebnisdarstellung
6.4.1. Fragebogenstudie
6.4.2. Leitfadenstudie
6.4.3. Gesamtergebnis der Leitfaden- und Fragebogenstudie:

7. GÜTEKRITERIEN, METHODENKRITIK
7.1. Fragebogenstudie
7.2. Leitfadeninterview
7.3. Methodenkritik

8. AUSBLICK, SCHLUSSFOLGERUNGEN

9. LITERATUR

10. ANHANG
10.1. Das Leitfadeninterview
10.1. Der Fragebogen
10.3. Ergebnisdarstellung der Leitfadeninterviews

Kurzzusammenfassung

Eltern- und Angehörigenarbeit bei fremduntergebrachten Kindern und Jugendlichen rückte in den vergangenen Jahren immer deutlicher in den Vordergrund pädagogischen Handelns. In der vorliegenden Arbeit wird geklärt, was generell unter dem Begriff Elternarbeit verstanden werden kann und welcher Methoden und Ziele sich diese Arbeitshaltung bedient. Anhand der Recherchen aus der bisher zu diesem Thema verfassten wissenschaftlichen Literatur ist zu entnehmen, dass kein normiertes und allgemeingültiges Elternarbeitskonzept erstellt werden kann. Denn die Eltern- und Angehörigenarbeit soll prozessorientiert sein und sich an den Bedürfnislagen des Herkunftsklientels orientieren.

Für die erhobene Studie wurde eine Vielzahl an qualitativen Kriterien aus vorangegangnen Forschungen entnommen. Diese zentralen, empirisch geprüften Annahmen, welche sich förderlich auf die Zusammenarbeit zwischen Herkunftssystem und Mitarbeiter auswirken, wurden in Zusammenhang gesetzt und bilden die Grundlage für die Fragebogenkonstruktion. In der Forschung wurde durch die Erhebung aller Mitarbeiter eines Sozialträgers ermittelt, dass gute bis befriedigende Elternarbeit innerhalb dieser Institution praktiziert wird. Diese Ergebnisse wurden durch eine begleitende Leitfadeninterviewstudie mit den Führungskräften belegt und weisen interne Konsistenz auf. Schlussfolgernd wird empfohlen, dass in den Bereichen der Elternschulung und der elterlichen Einbindung, die Institution bestimmte Maßnahmen setzen sollte.

Summary

The need for parent and family education with children and adolescents billet in youth institutions moved increasingly in the foreground in the past few years. In the present bachelorwork the term is clarified, and the central methods and goals of parenteducation are specified. Based on the research undertaken can be said, that no standardized and universally valid concept for parental involvement can be created. Parents and family education should rather be process oriented, and geared to the needs of the home locations clientele. Generally a respectful attitude of employees toward the members of the family system and a systemic point of view is seen as a prerequisite for constructive cooperation between parents and adviser. In order to accomplish the present study the research director took a number of qualitative criteria from previous research. These central, empirically tested assumptions were placed in context and form the base of the questionnaire design. The exploration collected the data of all employees of one social institution. The conclusion sais that good and even satisfactory parents work is practiced within this institution. These results were confirmed by an accompanying study guide interview with the managers of this institution and have internal consistency. The conclusion out of the results is, that in some areas like the integration of the parents in the aktivitis of the institution some measure should be taken.

Abkürzungsverzeichnis

Der in meiner Bachelorarbeit verwendete Begriff „Eltern- und Angehörige“ umfasst sowohl Elternpaare als auch alleinerziehende Mütter/Väter, erfasst aber ebenfalls Stief-, Adoptiv- oder Pflegeeltern. Weiters gehören zu diesem Personenfeld genetisch verwandte Personen aber auch zu dem Herkunftsystem dazugehörige Individuen.

Wird in der vorliegenden Arbeit von Kind/Kindern oder Jugendlicher/Jugendlichen gesprochen, so sind in diesem Zusammenhang alle minderjährigen Personen, welche in einer stationären Einrichtung untergebracht sind, gemeint.

Mit den Begriffen Heim, Wohngemeinschaft, sozialpädagogische Institutionen werden alle stationären Einrichtungen bezeichnet, welche nach dem Modell der Jugendwohlfahrt Kinder und Jugendliche beherbergen. Zu diesem Begriffsfeld gehören ebenso Modelle des betreuten Innen- und Außenwohnens und etwaige Nebenformen der stationären Unterbringung. Als Betreuer/in, Erzieher/in, Mitarbeiter/in oder Pädagogen/innen werden alle angestellten

Fachpersonen gemeint, unabhängig von ihrer Ausbildung oder Qualifikation.

Sollte in vereinzelten Passagen keine geschlechtsneutrale Ansprache verwendet werden, so ist dies auf den besseren Lesefluss zurückzuführen.

1. THEMA-FRAGESTELLUNG

Elternarbeit bei fremduntergebrachten Kindern und Jugendlichen in sozialpädagogischen Wohngemeinschaften.

1.1. Relevanz der Problematik

Elternarbeit in sozialpädagogischen Einrichtungen rückte in den vergangenen Jahren immer mehr in den Vordergrund. Seit der Gründung der ersten Wohngemeinschaft in den siebziger Jahren (vgl. KIEHN 1990, S.74) fand ein Wechsel innerhalb der eltern- bzw. familienorientierten Arbeit statt. Für die stationäre Erziehung gibt es zwar aktuell noch keine allgemein verbindlichen Handlungsanweisungen wie Eltern- und Angehörigenarbeit erfolgen soll (vgl. NEUMAYER 1996, S.126), es ist jedoch bemerkbar, dass Eltern- und Familienarbeit innerhalb der meisten sozialpädagogischen Wohngemeinschaften zu einem integralen Bestandteil der Arbeit geworden ist.

Elternarbeit konzentriert sich darauf, die Eltern und Angehörigen in die Erziehungsbelange ihrer Kinder miteinzubeziehen und sie durch konzipierte Hilfestellungen zu einer Veränderung einzelner Aspekte ihres elterlichen Verhaltens hinzuführen. Dabei unterscheiden sich die Vorgangsweisen und die Intensitäten innerhalb verschiedener Einrichtungen enorm. Grundsätzlich soll in dieser Bachelorarbeit festgestellt werden, welche Elternarbeit innerhalb einer Institution praktiziert wird.

Aufgrund des Vorwissens, das in vielen Fällen Kinder und Jugendliche nach einer stationären Unterbringung wieder in das Herkunftssystem zurückkehren, oder Jugendliche, welche sich in der Fremdunterbringungsstelle zwar sehr gut entwickelten, in der Selbstständigkeit jedoch nicht in der Lage waren langfristige, tragfähige Beziehungen zu halten und so in alte Beziehungsmuster zurückfielen (vgl. BÖSCH und CONEN 1987, S.10), besteht ein besonderer Handlungsbedarf im Sinne verstärkter Elternarbeit. Um jedoch mit dem gesamten Familiensystem zu arbeiten und nicht nur mit dem fremd untergebrachten Kind/Jugendlichen, müssen Paradigmen geschaffen werden, welche einen Rahmen für familienorientierte Arbeitshaltungen bieten, die defizitäre familiäre Beziehungsdynamiken verändern können.

Weiters wurde festgestellt, dass die aktuellen Strukturen der sozialpädagogischen Einrichtungen häufig Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit zwischen den Kindeseltern und den Institutionen aufzeigen und so neue Handlungskonzepte notwendig werden. (vgl. HOMFELD, SCHULZE-KRÜDENER 2007, S.8)

Vorstudie: 2009 wurde im empirischen Praktikum an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt der Fragestellung nachgegangen, ob Kindern und Jugendlichen in sozialpädagogischen Einrichtungen die Zusammenarbeit zwischen ihren Eltern/Angehörigen und den Mitarbeitern einer Einrichtung wichtig ist. Mittels einer deskriptiven Studie durch ein Leitfadeninterview wurden die Kinder und Jugendlichen zweier Wohngruppen hierzu befragt. Die qualitative Auswertung hatte zum Ergebnis, dass für die meisten Fremduntergebrachten die Beziehung zwischen den Betreuern und den Personen ihres Herkunftssystems sehr wichtig ist. Durch eine gute Beziehungsqualität geraten die Kinder und Jugendlichen weniger in Loyalitätskonflikte und können die Maßnahme der Unterbringung besser als Unterstützungsangebot annehmen. (vgl. KRAINER, TRITT, SALAT und THONHAUSER 2009, Methodenübungskurs)

1.2. Fragestellung

Aus der Perspektive eines modernen Forschungsstandes soll erhoben werde, ob innerhalb einer Kärntner Einrichtung im Bereich Jugendwohlfahrt gute oder ungenügende Eltern/Angehörigenarbeit praktiziert wird.

1.3. Vorgangsweise

Die empirische Erhebung wird sich an die Wohngemeinschaftsbetreuer/Innen eines Sozialträgers und deren Führungskräfte richten. Bevor es zur Erhebung kommt, soll im Theoriehintergrund geklärt werden, was man unter Eltern- und Angehörigenarbeit versteht und welche Methoden und Ziele in diesem Zusammenhang zur Anwendung kommen. Vorbereitend auf den empirischen Teil werden das Design der Studie, die gewählte Stichprobe und die verwendete Erhebungsmethodik näher beschrieben. Die Auswertung der Fragebögen wird mittels quantitativen Verfahren erfolgen, die Auswertung der Interviews erfolgt als beschreibende Zusammenfassung.

Die Gütekriterien sollen sicherstellen, ob die Forschung den allgemeinen Kriterien genüge tut. Im abschließenden Ausblick werden mögliche Konsequenzen für die Elternarbeit der untersuchten Institution angedacht.

2. THEORIEHINTERGRUND

2.1. Fachzuordnung

Hauptdisziplin: Entwicklungspsychologie, Sozialpsychologie, Systemische Psychologie

Subdisziplin: Klinische Psychologie, Pädagogische Psychologie

2.2. Literaturrecherche

Um geeignete Literatur zu finden, wurde innerhalb der Universitätsbibliothek Klagenfurt recherchiert. Hierfür wurde im Verbundkatalog, bei den elektronischen Zeitschriften und im lokalen Onlinekatalog nach den Stichwörtern „Elternarbeit“, „Heimarbeit“, „sozialpädagogische Einrichtungen“ sowie „Heimerziehung“ gesucht. Die lokal erhältliche Literatur stammt großteils aus den achtziger Jahren und ist somit nicht an die heutige Zeit angepasst. Aktuellere Fachartikel und Fachbücher wurden im Internet gefunden. Seitens mehrerer sozialpädagogischer Einrichtungen konnte in den internen Fachliteraturbibliotheken konvenable Literatur zu dem Themenkomplex akquiriert werden.

2.3. Stand der Forschung

Empirische Forschungen im deutschsprachigen Raum zum Thema Eltern- und Angehörigenarbeit in Verbindung mit sozialpädagogischen Einrichtungen gibt es erst in den letzten zwanzig Jahren. Zwei größere Studien haben sich in diesem Bezug als grundlegend hervorgetan. Zum einen die Studie von Hans D. Heun (1981) und zum Anderen die Studie von Marie-Luise Conen (1990). Heun´s Forschung hatte zum Ziel, dass die Praxis der Elternarbeit in dreiundvierzig deutschen Heimen erhoben werden sollte. Das Ergebnis der Fragebogenstudie war, dass bei einem Großteil der Fremdunterbringungen Elternarbeit zwar als Bestandteil der Arbeit gilt, aber nicht klar definiert ist. (vgl. HEUN 1981, S.104). Die Studie von Conen erhob ebenfalls die Praxis der Elternarbeit in Heimen. Forschungsgegenstand waren 1185 Heime, wovon jedoch nur 30% an der Studie tatsächlich teilnahmen. In ihrer Forschung schlüsselte sie unter anderem die Methoden des Elternkontaktes auf. (vgl. CONEN 1990, S.213ff)

Der empirische Forschungsbereich über sozialpädagogische Wohngemeinschaften innerhalb Österreichs ist nur bedingt erhoben worden. Wahrnehmbar ist jedoch eine starke Präsenz des Themenkomplexes innerhalb der systemischen Pädagogik, welche darauf hindeutet, dass Eltern- und Angehörigenarbeit auch in Österreich deutlich stärker ins Zentrum des psychologisch- pädagogischen Interesses rückt.

2.4. Elternarbeit

2.4.1. Begriffsklärung: Elternarbeit

Die Elternarbeit als Gegenstand des sozialpädagogischen Arbeitsauftrages wurde durch verschiedene Facetten und Sichtweisen geprägt. Um die Entwicklung sowie die aktuelle Haltung in hinzureichender Form zu klären, werden im nachfolgenden Teil einzelne Begriffsdefinitionen dieses Arbeitsfeld herausgearbeitet.

Büttner sieht Elternarbeit als jede, von der Wohngemeinschaft geplante und durchgeführte Kontaktaufnahme mit der Herkunftsfamilie des Kindes/Jugendlichen. Diese Kontakte verfolgen bestimmte Ziele, welche sich am Einzelfall orientierten und die entsprechenden Bedürfnisse des Herkunftssystems miteinbeziehen. Der informelle Austausch zwischen Wohngemeinschaft und Eltern/Angehörigen ist nach Büttner abzugrenzen. (vgl. BÜTTNER, 1980, S. 28) Diese Sichtweise der achtziger Jahre wurde durch Furian´s Verständnis der Elternarbeit ergänzt. Er begreift die Arbeit mit dem Herkunftssystem als eine Verbesserung des elterlichen Erziehungsverhaltens und der Offenlegung und Abstimmung der Erziehung zwischen Familien und Erziehungseinrichtungen. Wird dieses Verständnis näher analysiert, kann bemerkt werden, dass eine belehrende Grundhaltung sowie eine Rechtfertigung des eigenen erzieherischen Handelns in dieser Begriffsklärung enthalten ist. Das tatsächliche Einbeziehen der Eltern in die pädagogische Arbeit, welche eine partnerschaftliche Verantwortung zwischen Betreuern und Angehörigen vorsieht, wurde in diesem Kontext nicht berücksichtigt. (vgl. BERNITZKE, SCHLEGEL 2004, S.9)

Taube beschreibt, dass Elternarbeit primär als jegliche Form von Kommunikation verstanden werden kann, welche zwischen den Mitarbeiter/innen einer Fremdunterbringungsstelle und den Eltern/Angehörigen der fremd untergebrachten Kinder/Jugendlichen stattfindet. Nach Taube kann Elternarbeit implizit und beiläufig geschehen oder planvoll und explizit.

Um explizite und geplante Elternarbeit zu betreiben, sollte der Arbeitshaltung der Betreuer/innen eine ganzheitliche Familienarbeit zugrunde liegen. Hierbei werden neben den Eltern auch die Geschwister und andere wichtige Mitglieder der Familie mit in die Arbeit eingebunden. Erst durch die Ganzheitlichkeit werden Familienstrukturen, Rollenverteilungen, Konflikte und Probleme wirklich sichtbar und quantifizierbar. (vgl. TAUBE 2000, S.4f)

Aktuellste Begriffsbestimmungen beziehen eine betriebswirtschaftliche Komponente mit ein. Hierbei werden den Eltern/Angehörigen „Kundenaspekte“ zugesprochen. Diese Perspektiven lassen Eltern- und Angehörigenarbeit als eine Form von Dienstleistungsangebot verstehen. Die Elternwünsche und Elterninteressen werden hervorgehoben und in die Arbeit miteinbezogen. Durch ein großes Verständnis seitens der Mitarbeiter soll eine wertschätzende Begegnung stattfinden, welche die Eltern als Partner ernst nimmt und Räume für eine konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle des Kindes/Jugendlichen schafft. (vgl. BERNITZKE, SCHLEGEL 2004, S.10)

2.4.5. Ziele und Nutzen der Elternarbeit

Auch im Bereich der Ziele veränderte sich die Bedeutung der Elternarbeit. So postulierte in den siebziger Jahren Brem-Gräser, dass die Ziele und die subjektive Brauchbarkeit von Eltern- und Angehörigenarbeit stark von den institutionellen Vorgaben, sowie den persönlichen Leitbildern der Betreuer/innen geprägt sind. Für Brem-Gräser stellt „... die Herstellung, Erneuerung bzw. Vertiefung des Kontaktes zwischen Eltern und Kind, die Aktivierung und Stützung eines Prozesses der Selbstbestimmung der Eltern, um sie zu neuen Einsichten in Bezug auf Eigenart, Eigenwert und die Erziehung des Kindes zu führen, sowie gemeinsames Erarbeiten neuer Erziehungswege und Erziehungspraktiken.“ (BREM-GRÄSER 1975, S. 73) ein wesentliches Ziel dar.

Eine in den achtziger Jahren entwickelte Vorstellung vermag auch gegenwärtig noch in vielen Formen der modernen Elternarbeit Anwendung finden. So beschreibt Conen unter anderem, dass der Nutzen der Elternarbeit insofern gegeben ist, als das er langfristige Veränderungen erwirken kann und so die Probleme der Kinder und Jugendlichen besser verstehbar werden oder ein näheres Herankommen an die Jugendlichen möglich ist. (vgl. BÖSCH und CONEN 1987, S.30f) Heute wird davon ausgegangen, dass die Elternarbeit in einer stationären Betreuungsform als Hilfe- und Betreuungsprozess verstanden werden kann. Dieser Entwicklungsgang versetzt die Eltern/Angehörigen, die Kinder/Jugendlichen und die Fachkräfte in Interaktion. Ziel ist es dabei, eine Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Betreuern zu erreichen, welche es ermöglicht, gemeinsame Verantwortung für den Minderjährigen zu übernehmen. (vgl. HOMFELD, SCHULZ- KRÜDENER 2007, S.8f)

Eine prinzipielle Zielerfassung gibt es nicht, denn Eltern- und Angehörigenarbeit soll sich individuell an den vorhandenen Themen der Herkunftsfamilien klarmachen. Dies bedeutet, dass sich die Mitarbeiter am Einzelfall orientieren und Richtungspunkte für spezifische Situationen erfassen. Nach Benitzke und Schlegel gibt es jedoch Ziele, welche die Elternarbeit in sozialpädagogischen Wohngemeinschaften begründen. So führt eine Kooperation zwischen Herkunftssystem und Betreuern zu einer Konfliktvermeidung, vorausgesetzt das Klima zwischen den Parteien baut auf Verständnis, Vertrauen und Achtung. Ein weiteres Ziel beschreibt eine mögliche Verbesserung im Verständnis gegenüber dem Kind/Jugendlichen, dem Erfüllen des gesetzlichen Auftrages, einem bereichernden Informationsaustausch zwischen den Erziehern und Angehörigen, einer Erweiterung und Bereicherung des Betreuungsangebotes im Interesse für die Kinder und Jugendlichen, einem zusätzlichen Erfahrungsaustausch sowie persönlicher Reflexion. (vgl. BERNITZKE, SCHLEGEL 2004, S.12f) Einen engeren Zielaspekt bildet die Fähigkeit des Selbstmanagements. Werden Eltern und Angehörige in den Prozess miteingebunden, führt dies bei den Herkunftsfamilien zu einem wahrgenommenen Gefühl der Selbsteffizienz, (vgl. WÜNSCHE und REINECKE 2006, S.14) welches häufig eine positive Veränderung zulässt.

2.4.2. Der Wandel der Elternarbeit

In den vergangenen Jahrzehnten fand ein spürbarer Wandel in der Auffassung und der Praktizierung von Elternarbeit statt. Während in der Nachkriegszeit das Heim als Familienersatz fungierte, (vgl. BÖSCH und CONEN 1987, S. 9) vertrat man in der jüngeren Vergangenheit die Ansicht, dass professionelle Erzieher/Innen in Heimen und anderen Unterbringungsformen sich um die Versorgung der verhaltensauffälligen, missbrauchten, … Kinder und Jugendlichen kümmern sollten. Dieser pädagogische Auftrag wurde umgesetzt, indem die Betreuer/Innen am Verhalten des Kindes und Jugendlichen arbeiteten, die Identität der zu Betreuenden stärkten, die Leistungsbereitschaft förderten und den Kindern/ Jugendlichen Werte und Moral vermittelten. Diese Stützen hatten die übergeordnete Zielvorgabe, die Kinder und Jugendlichen früher oder später erfolgreich zur Selbstständigkeit zu führen. Nach dieser Auffassung wurden die Eltern und Angehörigen nur wenig in die erzieherische Arbeit miteingebunden. (vgl. TAUBE 2000, S. 2)

Die langfristigen Folgen resultierend aus diesen pädagogischen Haltungen zeigten, dass erst meist mit dem Auszug des Jugendlichen aus der Einrichtung die tatsächliche Entwurzelung deutlich wurde. In vielen Fällen suchten die Jugendlichen ihr Herkunftssystem wieder auf, fanden dies aber unverändert wieder. In weiterer Folge zeigten Studien, dass sich die Jugendlichen in ihrer Selbstständigkeit nicht erfolgreich bewähren konnten. Viele entwickelten psychische Krankheiten, welche psychiatrisch behandelt werden mussten und wiesen ein gestörtes Beziehungsverhalten auf. (vgl. BÖSCH und CONEN 1987, S.10)

Man spricht bei dieser Arbeitshaltung von individuumsorientierter Heimerziehung. (vgl. ebd. S.25) Bereits in den späten achtziger Jahren kamen Gedanken heute aktueller Elternarbeit auf. So beschreiben Bösch und Conen zum Beispiel die systemische Sichtweise. Diese begreift ein Verständnis, dass, wenn nur mit dem auffällig gewordenen Kind/Jugendlichen innerhalb der Fremdunterbringungsstätte gearbeitet wird und das System Familie keine Beachtung erhält, das grundlegende Problem umgangen wird. Denn das Kind/der Jugendliche bringt mit seinem Verhalten ein Problem der Familie zum Ausdruck. (vgl. ebd. S. 16) Zur Bewältigung dieses Gegenstands schlagen die Autorinnen vor, systemisches Gedankengut und familientherapeutische Arbeit einzuführen. Mit dieser Haltung entstand die Meinung, dass es sich bei Eltern- und Angehörigenarbeit „nicht um eine methodische Umorientierung handelt, sondern um ein Konzept, wie Veränderungen bei Menschen bewirkt werden … Veränderungen werden nun aktiv von den Mitarbeitern hervorgerufen. Strategische Überlegungen wie z.B. mit Widerständen, Zwischenfällen, Krisen usw. umgegangen werden kann, überwiegen dabei; einer bisher re-aktiven pädagogischen Arbeit werden geplante Interventionen entgegengesetzt.“ (BÖSCH und CONEN 1987, S. 26f)

Zusammengefasst kann festgestellt werden, dass es in den vergangenen Jahrzehnten zu einem insgesamt deutlichen Perspektivenwechsel kam. Dieser wird offensichtlicher, wenn man die Jugendberichte (von den Jahren 1968- 2005) vergleicht. In diesen Berichten wird festgehalten, welche Ziele und Orientierungen an die stationäre Betreuung gebunden sind und welchen Stellenwert die Eltern- und Angehörigenarbeit in der Heimerziehung hat. Es stellt sich heraus, dass die familienorientierte Arbeit in den vergangenen Jahren zu einem integralen Faktor in der Qualität erzieherischer Hilfeleistung geworden ist. (vgl. HOMFELD, SCHULZE- KRÜDENER 2007, S.31ff) Bereits im achten Jugendbericht (1990) wird Eltern- und Angehörigenarbeit als unverzichtbares Element der stationären Erziehung beschrieben. Es wird verankert, dass aus einer systemischen Betrachtungsweise heraus Ressourcen innerhalb des Herkunftsystems erkannt werden müssen, und anknüpfend an diese, mit den Personen wertschätzend gearbeitet werden soll. Um diese Grundhaltung zu gewährleisten, ist es aber notwendig, dass sich die Mitarbeiter/innen in sozialpädagogischen Wohngemeinschaften auch auf die häufig chaotischen Lebensverhältnisse der Klienten einlassen, ohne diese als nicht tragbar zu diskriminieren. Denn, so wurde festgestellt, wo eine Ablehnung und Abwertung des Herkunftssystems erfolgt, solidarisieren sich die fremd untergebrachten Kinder/Jugendlichen mit den abgewerteten Eltern (teil) und dadurch ist ein nachhaltiger Widerstand gegenüber den Wohngemeinschaftsmitarbeitern vorprogrammiert. Dementsprechend wurde festgehalten, dass Veränderungen nur dann erreicht werden können, wenn mit den Eltern gearbeitet wird und nicht gegen sie. (vgl. ebd. S.41)

2.4.3. Grundannahmen zur Eltern- und Angehörigenarbeit

Unterschiedliche psychologische Erkenntnisse haben Einblick auf die Entwicklung von fremduntergebrachten Kindern und Jugendlichen gegeben. Wie Bösch aufgezeigt hat, orientieren sich die Kinder auch nach ihrer Unterbringung häufig am Herkunftssystem und den von diesem System ausgehenden Beziehungs- und Verhaltensformen.

System- und Familientherapeuten haben hierfür ein Verständnis entwickelt, denn sie sagen, dass die Probleme des Kindes/Jugendlichen immer als „Symptom eines komplexen zirkulären Systems familiärer Beziehungen und Resultat einer langen familiären Problemgeschichte“ ist. „Das heißt, das Kind artikuliert mit seinem auffälligen Verhalten Probleme der Familie, antwortet sinnvoll und funktional auf Situationen und Entwicklungen in seiner Familie. Eine Veränderung des Kindes setzt somit eine Veränderung dieser Situationen und Entwicklungen voraus" (NEUMEYER 1996, S. 121 zitiert nach TAUBE 2000, S. 3f)

Um nun eine Veränderung der Herkunftssituation zu gewährleisten, muss mit dem Gesamtsystem gearbeitet werden. Einen weiteren wichtigen psychologischen Aspekt bilden die Erkenntnisse rund um die Bindungstheorie. Diese Theorie hat einen weitreichenden Einfluss auf die Fremdunterbringung genommen. Denn innerhalb der Wohngemeinschaften werden Bindungsangebote gemacht. Die Institutionen selbst legen Wert auf einen fachlich fundierten Umgang mit den bestehenden und entstehenden Bindungen des Kindes an Eltern und Angehörige sowie an die Betreuer/innen der Wohngemeinschaft. Häufig haben fremduntergebrachte Kinder und Jugendliche gravierende Bindungsunsicherheiten, welche als Risikofaktor für die sozio- emotionale Entwicklung angesehen werden. (vgl. HEIM und POSCH 2003, S.70) Die erlebten Bindungen zum Herkunftssystem sind also ausschlaggebend für die weitere Entwicklung, erst durch eine Veränderung und „sichere“ Bindung, können Defizite kompensiert und grundlegend umgestaltet werden.

Als weitere Grundannahme der Eltern- und Angehörigenarbeit gilt die Hypothese, dass die Eltern die wichtigsten Personen für ihre Kinder sind und auch bleiben. Wie später beschrieben wird, löst der Versuch des Ersetzens durch einen Betreuer oder eine Betreuerin einen Loyalitätskonflikt aus. Dieser kann sich äußerst kontraproduktiv auf die Entwicklung des Kindes auswirken. (vgl. HOMFELD, SCHULZE- KRÜDENER 2007, S.64ff) Kinder und Jugendliche, welche in Wohngemeinschaften leben, sind gelegentlich dem Druck ausgesetzt, sich zwischen ihren Eltern und den Betreuern entscheiden zu müssen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn der/die Betreuer/in der Herkunftsfamilie keine Akzeptanz zu Teil werden lässt (vgl. HEIM und POSCH 2003, S.71) und versucht als besserer Familienersatz zu fungieren. (vgl. BÖSCH und CONEN 1987, S.30)

2.4.6. Methoden der Elternarbeit

Die Methoden der Eltern- und Angehörigenarbeit sind so vielseitig wie das Themengebiet an sich. Es handelt sich dabei um eine Arbeit mit und für Menschen, welche ihre Kinder in fremden Händen wissen. Die Elternarbeit umfasst weit mehr als nur das Einzelgespräch mit der Kindesmutter und dem Kindesvater. (vgl. CONEN 1990, S. 44) Die Arbeit mit dem Herkunftssystem umfasst komplexe und systemische Familienarbeit, Elternberatung und Elternförderung. In einigen Fällen wird auch Familientherapie innerhalb stationärer Unterbringung angeboten. Diese ist auf die institutionellen Bedingungen zugeschnitten und so für diesen Rahmen optimal. (vgl. BÖSCH und CONEN 1987, S. 61) Die Eltern- und Angehörigenarbeit umfasst dabei verschiedene Zielsetzungen und bedient sich an der am Einzelfall orientierten Methodik.

Conen stellte anhand ihrer durchgeführten Studie (1990) einen Katalog der verschiedenen Methoden zusammen. So beschreibt sie unter anderem Institutionen, welche Elternarbeit im Rahmen themenzentrierter Seminare anbieten und gemeinsam mit den Eltern/Angehörigen Wochenenden veranstalten. (vgl. CONEN 1990, S. 44 ff.)

Nach neueren Studien versteht die Methodik der Elternarbeit den Teil der Wissensvermittlung als äußerst wichtig. Denn häufig benötigen die Eltern/Angehörigen ein grundständiges Wissen über die Entwicklung eines Kindes und dessen Bedürfnisse. Darüber hinaus benötigen die meisten Personen des Herkunftssystems flexible neue Handlungsoptionen im Umgang mit ihren Kindern. Um dies zu gewährleisten, müssen Übungsfelder angeboten werden, in welchen alternative Handlungsoptionen ausprobiert werden dürfen. Ein weiterer Schritt der Methodologie ist der Transfer des Gelernten/Erprobten in den Alltag. Hierfür benötigen die Eltern viele Gespräche und Motivation. Bis es zu einer Veränderung im Verhalten kommt, bedarf es genügend Zeit und Raum zur Selbsterfahrung im Zusammenhang mit individuellen Sinn- und Erziehungsfragen. Durch gezielte Anleitung die eigenen Sichtweisen kritisch zu hinterfragen, können die Eltern/Angehörigen mehr Verständnis für sich selbst erlangen. Unter anderem können sie wahrnehmen, dass Schwierigkeiten, welche sie als volljährige Personen haben, unbewusste Auswirkungen auf die Beziehung zu ihren minderjährigen Kindern haben können. Weiteres ist die Installierung eines funktionierenden Netzwerkes eine methodische Aufgabe. Die angeführten Angebote können im Rahmen von Elternkursen an das Herkunftssystem herangetragen werden. Grundsätzlich basieren diese Überlegungen auf kommunikationstheoretischen, systemischen, lernpsychologischen und individualpsychologischen Konzepten. (vgl. HOMFELD, SCHULZ- KRÜDENER 2007, S.22ff) In den meisten Fällen wird Elternarbeit in Form von Telefongesprächen, Briefen, Besuchen der Eltern im Heim, Elternabenden und Elternwochenenden sowie Festen durchgeführt. (vgl. ebd. S. 78) Wobei Gespräche in Form von Einzelgesprächen, Elterngesprächen, Familiengesprächen, Reflexionen und Rollenspielen eine wesentliche Bedeutung zu teil wird. (vgl. ebd. S. 91) Eines der belangreichsten methodischen Elemente stellt das kontinuierliche Gespräch zwischen den Betreuern und den Eltern dar. Besonders am Anfang ist es seitens der Mitarbeiter wichtig, dass eine angenehme und vertrauensvolle Gesprächsbasis aufgebaut wird. Häufig verlangt dies kontinuierliche Motivationsarbeit seitens der Pädagogen/Innen, um Barrieren auszuräumen. So ist es dienlich, wenn am Anfang einer Betreuung schwerwiegende Lebens- und Erziehungsfragen ausgespart werden und der Fokus auf alltägliche Belange gelegt wird. Zu diesen Gesprächen gehören Tür- und Angelgespräche, welche sich spontan ergeben, aber genauso konkret geplante Gesprächstermine, in welchen Vereinbarungen und Zielsetzungen bearbeitet werden. (vgl. ebd. S. 80f) Eine weitere wesentliche Methode der Eltern- und Angehörigenarbeit bietet die Biographiearbeit mit dem Kind/Jugendlichen. Besonders wenn Fremduntergebrachte keine konkrete Vorstellung über ihre eigenen Wurzeln haben, ist dies eine aufarbeitende Möglichkeit. Es wurde erforscht, dass sich Kinder und Jugendliche, deren Eltern nicht greifbar sind, eine Fantasiewelt über deren Existenz bilden. Häufig fehlen den Kindern die Facetten der eigenen Vergangenheit, dies kann sehr schwierig für sie werden, um sich in weiterer Folge sozial und emotional adäquat entfalten zu können. Wird die Vergangenheit dann nicht thematisiert, so ist für die Fremduntergebrachten naheliegend, dass diese besonders schwerwiegend war, was wiederum Angst auslösen kann. Um eine realistische Sichtweise zu erhalten und ein Verständnis für Motivationen und Probleme des Herkunftssystems zu entwickeln, ist die Biographiearbeit eine Form der Elternarbeit – jedoch ohne Eltern ideal. (vgl. RYAN, WALKER 2007, S.13f)

Ein weiteres konkretes Beispiel um Eltern- und Angehörigenarbeit durchzuführen, ist das Selbstmanagementtraining. Es bietet eine konkrete Möglichkeit, effiziente und empirisch abgesicherte Elternarbeit zu betreiben. Diese Kompetenzsteigerungsannahmen basieren auf dem Verständnis, dass menschliches Verhalten immer durch mehrere Variable determiniert ist und diese Variablen miteinander dynamisch verknüpft sind. Nach Wünsche und Reinecker werden diese Variablen für die Betrachtung und Analyse der Interaktion der Eltern-Kind-Beziehung herangezogen. (vgl. WÜNSCHE und REINECKER 2006, S. 11) Ziel dieses Ansatzes ist es unter anderem in den einzelnen Settings zu vermitteln, wie man ein kindliches Verhalten durch positives Verstärken fördert (vgl. ebd. S.77), ein Verhalten durch negative Konsequenzen hemmt, (vgl. WÜNSCHE und REINECKER 2006, S. 80) was die Besonderheiten eines Kindes sind und was dahinter steht (vgl. ebd. S.87) wie sie mit Schwierigkeiten adäquat umgehen können (vgl. ebd. 89ff), wie positives Erziehungsverhalten aussieht (vgl. ebd. S.95), was Familienregeln sind (vgl. ebd. S. 101) und was man unter Selbstverstärkung versteht. (vgl. ebd. S. 107)

Besonders wichtig für den Erfolg dieser Form der Elternarbeit ist die Beziehung zwischen den Betreuern, welche das Training anbieten und den Eltern/Angehörigen. Dadurch entsteht eine tragfähige Beziehung im Prozess der sozialen Beeinflussung, welche sich zielgerichtet auf die Probleme der Klienten konzentrieren soll. (vgl. ebd. S. 13ff)

Um dies in adäquater Form seitens der Betreuer auch anbieten zu können, ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunftsfamilie notwendig. So werden in der Arbeit mit fremd untergebrachten Kindern und deren Eltern mögliche Übertragungseffekte im Vorfeld ausgeräumt. (vgl. BÖSCH und CONEN 1987, S.33)

Eine weitere Methode der Eltern- und Angehörigenarbeit ist die kompetenzorientierte (kurz KOFA) Arbeit mit Familien. Unter anderem gehen die Begründer dieser Arbeitsform davon aus, dass die Herkunftsfamilien aufgrund diverser Faktoren (Mobilität, Migration, …) nicht auf ein unterstützendes soziales Netzwerk zurückgreifen können. Viele Schutzfaktoren wie zum Beispiel die emotionale Unterstützung, die Unterstützung bei Problemen, praktische und materielle Unterstützung, soziale Integration und die Beziehungssicherheit gingen dadurch verloren. Die Betreuer wären nach diesem Ansatz nun aufgefordert der Herkunftsfamilie eine Reihe an Fähigkeiten, welche zur Aktivierung eines solchen Netzwerkes dienen, beizubringen. (vgl. CASSÉE, LOS-SCHNEIDER und SPANJAARD 2008, S. 159)

[...]

Ende der Leseprobe aus 55 Seiten

Details

Titel
Eltern- und Angehörigenarbeit
Untertitel
Eine Studie in sozialpädagogischen Wohngemeinschaften
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt  (Psychologie)
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
55
Katalognummer
V171411
ISBN (eBook)
9783640910540
ISBN (Buch)
9783640908578
Dateigröße
698 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Elternarbeit, Sozialpädagogische Wohngemeinschaft, Angehörigenarbeit, Fremdunterbringung, Kinder, Jugendliche, Herkunftsfamilie, Erziehung, Heimunterbringung
Arbeit zitieren
Veronika Tritt (Autor), 2011, Eltern- und Angehörigenarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171411

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