Förderung der Schreibmotivation und Medienkompetenz an einer Gesamtschule. Entwicklung und Erprobung einer Online-Schülerzeitung mithilfe von WordPress


Examensarbeit, 2009

45 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Schreibmotivation und Medienkompetenz im Internet

3. Das Medienkonzept der Gesamtschule
3.1 Der Bezug zu Web

4. Das Weblog-System „WordPress“ als methodische Softwarelösung zur Umsetzung einer Online-Schülerzeitung
4.1 Die Bedeutung und der Nutzen von Weblogs
4.2 Grundlegende Funktionen und Vorteile der Nutzung von „WordPress“
4.3 Rechtliche Verantwortung für die Online-Schülerzeitung

5. Unterrichtspraktische Durchführung in Form einer Arbeitsgemeinschaft (AG)
5.1 Darstellung der grundlegenden Voraussetzungen
5.2 Interne Vorbereitungen und erstes Teilnehmertreffen
5.3 Aufbau einer gefestigten Organisationsstruktur
5.4 Einführung in die Weblog-Software WordPress
5.5 Einbindung von innerschulischen Arbeitsgemeinschaften
5.6 Dynamische Weiterentwicklung der Onlinepräsenz
5.7 Vertiefende Maßnahmen zur Förderung der redaktionellen Arbeit

6. Reflexion
6.1 Bezug zu den Lehrerfunktionen

7. Ausblick

8. Literaturverzeichnis

9. Anhang I

10. Anhang II (digitaler Anhang)

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit beschreibt ein Konzept zur Entwicklung und Erprobung einer völlig neuartigen Online-Schülerzeitung an einer Gesamtschule als elektronisches Kommunikationsmedium mit dem konkreten Ziel, sowohl die Schreibmotivation der Schülerinnen und Schüler als auch deren Medienkompetenz im Internet zu schulen und zu fördern. Als ein geeignetes Medium zur Umsetzung dieses Vorhabens erscheint das frei erhältliche Internet-Weblog-System „WordPress“, welches sich bereits auf zahlreichen weiteren Internetseiten als Blog-System zur Veröffentlichung persönlicher Nutzerbeiträge seit nunmehr annähernd fünf Jahren bewährt hat und seine Schwerpunkte in den Bereichen Ästhetik, Webstandards und Benutzerfreundlichkeit setzt – somit also ideale Voraussetzungen für eine Kommunikationsplattform als Basis einer dynamischen Online-Schülerzeitung bietet. WordPress selbst basiert auf PHP und MySQL und verlangt den Anwendern durch seine einfache Installation und Benutzerführung keine tiefer gehenden technischen Versiertheiten ab, was unter dem Gesichtspunkt einer angestrebten hohen Schülerakzeptanz und daraus resultierenden -aktivität als unabdingbar erscheint.

Anlass für das Vorhaben einer Online-Schülerzeitung gaben eigene Erfahrungen aus meiner persönlichen Unterrichtspraxis, die Auseinandersetzung darüber mit Kollegen und der Schulleitung sowie Erlebnisse in der diesjährigen Projektwoche 2009, die vom Kollegium der Gesamtschule in der Zeit vom 14.09. bis 18.09.2009 mit Schülerinnen und Schülern durchgeführt wurde und am 19.09.2009 in Form eines abschließenden Präsentationstages endete. Während der Projektwoche bot sich mir die Möglichkeit, kooperativ mit einem Kollegen ein Projekt zur Online-Dokumentation der Projektwoche 2009 unter dem Titel „40 Jahre GS – Das Blog“ zu leiten, für das wir eine Gruppe von insgesamt 20 Schülerinnen und Schülern (3/17) gewinnen konnten.[1] Ziel des Projektes war die größtenteils eigenständige und zeitnahe Mitverfolgung der laufenden Projekte durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wobei neben dem Verfassen zahlreicher Artikel auch diverse Interviews geführt und Fotoserien erstellt wurden. Mit Hilfe digitaler Aufnahmegeräte entstanden zudem mehrere dokumentarische Kurzfilme, welche neben den autarken Schreibprodukten der Schülerinnen und Schüler gesammelt über die Internetseite der Gesamtschule veröffentlicht wurden. Sowohl im Kollegium der Gesamtschule als auch bei den Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern stieß das Projekt auf äußerst positive Resonanz und wurde mit Wohlwollen aufgenommen. Bereits zu diesem Zweck bedienten wir uns ebenfalls des WordPress-Weblogs, wobei die Vorteile dieser Applikation schon frühzeitig ersichtlich wurden, weshalb ich in Kapitel 4.2 dieser Hausarbeit noch ausführlicher darauf eingehen werde.

Einige der am Projekt beteiligten Schüler fanden so großen Gefallen an ihrer Tätigkeit als Autor bzw. Reporter, Fotograf oder Regisseur, dass sie unmittelbar im Anschluss an die Projektwoche mit der Bitte an mich herantraten, die Konzeption des Projekts in einer von der Projektwoche losgelösten Form weiterzuführen. Bereits in vorangegangenen Schulkonferenzen wurde der Ruf der Schulleitung nach einer Neuauflage der über die Jahre versandeten ehemaligen Schülerzeitung laut, die von einem mittlerweile aus dem Schuldienst ausgeschiedenen Kollegen betreut, daraufhin jedoch nicht weitergeführt wurde. Vor diesem Hintergrund nahm ich die intrinsisch motivierte Bitte der Schüler zum Anlass, bezüglich des Konzeptes der Online-Schülerzeitung weiterführende Überlegungen anzustellen.

Die Übernahme der eigenverantwortlichen Neugründung und anschließenden Betreuung einer Schülerzeitung auf der Basis neuer und moderner Kommunikationsmöglichkeiten –im konkreten Fall durch die unmittelbare Nutzung des Internets– erschien mir sehr reizvoll und interessant, da sich mir auf diese Weise eine Möglichkeit zur Weiterentwicklung der Kompetenzen meines beruflichen Handelns speziell im Bereich der Lehrerfunktionen Beraten, Erziehen sowie Organisieren und Verwalten bot.

Die Entscheidung zur Entwicklung und Erprobung einer Online-Schülerzeitung in Form einer Arbeitsgemeinschaft (AG) führte zu meiner verstärkten Beschäftigung mit der Schreibmotivation der an der AG teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sowie deren Medienkompetenz im Internet und der Frage, inwiefern die gemeinschaftliche Arbeit an der Schülerzeitung eine Förderung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in beiden Bereichen ermöglichen könnte. Beide Untersuchungsaspekte erfahren im zweiten Kapitel dieser Arbeit noch eine differenziertere Auslegung, um die Perspektiven der Zielsetzung genau zu definieren und gegeneinander abzugrenzen.

Grundlage meiner Untersuchung sind sowohl das selbstständige, internetassoziierte Handeln als auch die Anzahl der entstandenen, online gestellten Schreibprodukte der an der AG beteiligten Schülerinnen und Schüler, woran aufgezeigt werden soll, inwieweit sich durch die gemeinsame Online-Zeitungsarbeit eine Entwicklung der internetspezifischen Medienkompetenz und der persönlichen Motivation zur selbstständigen Erstellung eigener Schreibprodukte feststellen lässt.

Der regelmäßige verbale Austausch mit den Schülerinnen und Schülern während der stattfindenden AG-Treffen sowie die mündlichen Erfahrungsberichte zu einzelnen Aspekten der Erarbeitungsphasen sollen ebenfalls in Betracht gezogen werden, denn im Verlauf dieser beratenden und betreuenden Gespräche und der Beobachtung des Arbeitsprozesses ergaben sich immer wieder kleinere und größere Probleme aber auch konkrete Anregungen, die für die Planung und die Durchführung eines ähnlichen AG-Vorhabens von essentieller Bedeutung sein können. So tauchten bspw. bei der Terminfindung für feste AG-Treffen und der Auswahl eines geeigneten persönlichen Veranstaltungsraumes diverse Schwierigkeiten auf. Ein weit größerer Anteil entfiel jedoch auf die zahlreichen Anregungen von Seiten der Schülerinnen und Schüler sowie des Kollegiums, die durch ihr beachtliches Engagement und den großen Willen zur unterstützenden Mitarbeit die Entwicklung der Zeitung maßgeblich mit vorantrieben und zu ihrem Werdegang beitrugen.

Neben den genannten Schwierigkeiten und Anregungen aus dem teilnehmenden Schülerkreis bedurften darüber hinaus weitere Aspekte besonderer Beachtung. So fand zunächst ein Austausch mit der Schulleitung statt, um den rechtlichen Rahmen in Bezug auf die Nutzungsrechte verfasster Inhalte, integrierter Bilder und Fotos sowie gedrehter Filme zu klären und Einigkeit über das für jeden Internetauftritt obligatorisch zu erstellende Impressum herzustellen. Des Weiteren sollte natürlich auch die neue Online-Schülerzeitung sinnvoll in das bestehende Medienkonzept der Schule integriert werden und als neue elektronische Kommunikationsplattform zu einer höheren Transparenz schulischer Aktivitäten beitragen. Insbesondere der Begriff des „Web2.0“ wird in diesem Zusammenhang an geeigneter Stelle noch ausführlicher behandelt.

Die zu erbringenden eigenen Schreibleistungen und weiteren dokumentarischen Aufgaben mit Hilfe von Film, Bild und Ton verlangten den involvierten Schülerinnen und Schülern ein gewollt hohes Maß an Eigenverantwortung und Selbstorganisation ab. Individuell erstellte Artikel sollten in der Arbeitsgruppe jeweils kritisch auf Sinngehalt, Ausdruck, Eignung und Themenzugehörigkeit überprüft werden. Die Notwendigkeit, sowohl fruchtbare Vorschläge einzubringen als auch sinnvolle Kritik zu formulieren und mit dieser konstruktiv umzugehen, bildete einen essentiellen Bestandteil der Tätigkeiten innerhalb der AG.

Natürlich erhebt diese Arbeit, deren Ergebnisse und Überlegungen auf der Durchführung einer als Arbeitsgruppe angelegten Online-Schülerzeitung basieren, keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit. Zudem beziehen sich meine Erfahrungen schwerpunktmäßig auf die Gründungszeit der hier behandelten Zeitung. Das Konzept der Online-Schülerzeitung als solches wurde jedoch in Einvernehmen mit der Schulleitung von Anfang an auf ein zeitlich unbefristetes Fortbestehen hin angelegt, sodass als angestrebtes, zukünftiges Großziel die vollständige Selbstverwaltung der Zeitung durch die Schülerinnen und Schüler der GS angesehen werden kann, die steuernde externe Eingriffe nur in absoluten Ausnahmefällen notwendig werden lässt. Im Rahmen dieser Arbeit ist eine vollständige Mitverfolgung dieses Vorhabens allerdings nicht möglich, weshalb es hier nur darum gehen kann, einen kleinen Ausschnitt dieses Konzeptes aufzuzeigen und anhand der Schreibmotivation und Medienkompetenz im Internet einen Einblick in ein weit reichendes Aufgabenfeld des pädagogischen Handelns zu gewinnen.

Im Folgenden soll es nunmehr darum gehen, die Begriffe der Schreibmotivation und der Medienkompetenz im Internet speziell bezogen auf die Umsetzung der Online-Schülerzeitung genauer zu definieren und einzugrenzen. Im Anschluss an die Begriffsklärung wird eine potenzielle Anbindung der Zeitung an das bestehende Medienkonzept der Gesamtschule mit Bezug auf die veränderte Nutzung des Internets („Web2.0“) vorgestellt, wobei in diesem Zusammenhang das Weblog-System „WordPress“ als eine potenzielle Möglichkeit zur Realisierung des Konzeptes der Online-Schülerzeitung eingeführt wird. An diese konkrete Vorstellung schließen sich die gesammelten Erfahrungen, Erkenntnisse und Ergebnisse sowie Beschreibungen der praktischen Durchführung an, welche abschließend kritisch beurteilt und reflektiert werden sollen.

2. Schreibmotivation und Medienkompetenz im Internet

Wesentliches Augenmerk der vorliegenden Arbeit liegt neben der Neugründung und der zu erprobenden Durchführung einer Online-Schülerzeitung auf der Schreibmotivation der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sowie deren Medienkompetenz im Internet und der damit einhergehenden Frage, ob und inwiefern eine Steigerung bzw. Förderung eben derselben erreicht werden kann. Wenn also nachfolgend von diesen beiden Aspekten gesprochen wird, erscheint es zunächst notwendig, die Begrifflichkeiten genauer zu definieren und einzugrenzen. Im Falle der „Schreibmotivation“ soll dies auf Grundlage des Basisartikels „Zum Schreiben motivieren – das Schreiben unterstützen“ von Jürgen Baurmann und Astrid Müller in Praxis Deutsch, Heft Nr. 149 erfolgen. Diese zeigen in ihren Überlegungen drei Faktoren auf, die für das Verfassen von Texten wesentlich sind. Dabei handelt es sich um so genannte emotionale, motivationale und volitive Faktoren, die wie folgt definiert werden:

Unter emotionalen Faktoren werden die Gefühle der jeweiligen Schülerin bzw. des jeweiligen Schülers verstanden, die sich in ihrer Schreibumgebung möglichst wohl und ungezwungen fühlen sollten.[2] Bei motivationalen Faktoren handelt es sich um den „inneren Antrieb [eines Schreibers], ein bestimmtes Ziel zu erreichen oder eine bestimmte Tätigkeit auszuführen.“[3] Dabei wird als wichtig erachtet, dass dieser innere Antrieb, also die inhärente Motivation, nicht aufgrund von Ansprüchen einer anderen Person von außerhalb hervorgerufen wird. Die Schreiberin oder der Schreiber sollte demnach nicht extrinsisch motiviert sein, sondern muss dem eigenen Willen und damit der intrinsischen Motivation frei folgen können. Schließlich fassen Baurmann und Müller den Willen einer Schreiberin oder eines Schreibers, sich für das Erreichen eines gesetzten Zieles anzustrengen, als volitive Faktoren zusammen, welche maßgeblich von einer möglichen Unter- bzw. Überforderung der betreffenden Schülerin bzw. des betreffenden Schülers beeinflusst werden.[4] Laut neueren Erkenntnissen der Motivationsforschung werden bei angemessener Berücksichtigung bzw. Einhaltung dieser drei grundlegenden Faktoren die besten Ergebnisse erzielt, wodurch sie zur Grundlage eines jeden gelungenen Schreibprozesses in entscheidendem Maße beitragen. Dies zeugt von der immanent wichtigen Rolle der persönlichen Schreibmotivation als dem „engagierte[n] und ausdauernde[n] Verfolgen eines Ziels“[5] vor und während des individuellen literarischen Schaffensprozesses.

Um die Schülerinnen und Schüler zum Schreiben zu motivieren, können neben verschiedenen, bereits aus dem Schulalltag bekannten Methoden weitere Zugänge zur Motivationsförderung zum Einsatz kommen. Einer dieser potenziellen Zugänge stellt meines Erachtens die Betätigung in der hier vorgestellten Arbeitsgruppe der Online-Schülerzeitung dar. Indem die Beteiligung an der AG für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf freiwilliger Basis erfolgt, ist der erste Schritt zur Förderung der intrinsischen Motivation der Schülerinnen und Schülern bereits getan. Auch die Tatsache, dass erstellte (Schreib-)Produkte nicht mit den aus dem üblichen Schulalltag bekannten Noten zensiert werden und dadurch unmittelbar eine Bewertung auf ihre Qualität hin erfahren, sollte einen – im Sinne der intrinsischen Motivation – schädlichen Einfluss von außen reduzieren. Die Schülerinnen und Schüler bekommen im Sinne der Eigenverantwortlichkeit Gelegenheit, eigene Interessen zu verfolgen und ihre individuellen Bedürfnisse während der Arbeitsphasen einzubringen.

Neben der intendierten Steigerung der Schreibmotivation hat die vorliegende Arbeit als zweiten Aspekt die Förderung der Medienkompetenz im Internet der an AG teilnehmenden Schülerinnen und Schüler zum Ziel. Die Eingrenzung des Medienkompetenzbegriffs auf den Bereich des Internets ist dabei aufgrund des aktuellen und stetig wachsenden Umfangs unseres medialen Umfelds dringend erforderlich. In der Literatur umfasst die Bezeichnung „Medien“ die so genannten „traditionellen“ ebenso wie die „neuen“ Medien.[6] Darunter werden nicht nur die für jedermann offensichtlichen Medien wie Bücher, Filme, Lernprogramme, Computerspiele oder Internetangebote verstanden, sondern auch computerbasierte Werkzeuge, die bspw. bei der Bearbeitung von Text, Bild-, Ton- oder Videosequenzen Verwendung finden sowie zur Datenverwaltung bzw.
-auswertung und zur Gestaltung von Präsentationen oder Websites eingesetzt werden.[7] Für die Beherrschung konkreter Medien – im aktuellen Fall des Internets – sind demnach die Kenntnisse der medienspezifischen Faktoren notwendig und müssen deshalb erlernt werden oder bereits zuvor bekannt sein.[8] Unter solchen relevanten spezifischen Kenntnissen und Faktoren werden die Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung verstanden.[9] Medienkompetente Schülerinnen und Schüler sind demzufolge in der Lage, vorhandene Medienangebote, sei es in Form von Printmedien, Fernsehen, Radio, Multimedia oder spezieller Software, für unterschiedliche Zwecke zu nutzen und selbst eigene Medien unterschiedlicher Art zu erstellen und zu verbreiten. Bei der praktischen Arbeit mit Medien können sie mit den dafür erforderlichen technischen Systemen, Werkzeugen bzw. Informations- und Kommunikationstechnologien sinnvoll umgehen. Sie kennen die jeweilige „Sprache“ der von ihnen ausgewählten und eingesetzten Medienarten und sind selbst in der Lage, deren Botschaften zu verstehen und zu bewerten. Ferner setzen sie sich kritisch mit den Einflüssen und Wirkungen von Medien auf Gefühle, Vorstellungen von Realität, Verhaltensorientierungen sowie soziale oder gesellschaftliche Zusammenhänge auseinander.

Bezüglich des Internets lassen sich diese Ausführungen noch enger fassen, indem Kompetenzen „im Zusammenhang der eigenen Gestaltung medialer Aussagen, z.B. der eigenen Erstellung einer Home-Page oder der Gestaltung einer Schülerzeitung im Internet“[10] erworben werden. Im konkreten Fall kann ein Zuwachs der Medienkompetenz im Internet sowohl während der Arbeit mit WordPress als Publikationsinstrument als auch mit anderen, in diesem Kontext eingesetzten Komponenten erreicht werden; so bspw. mit Grafik-, Video-, Text- und Layoutprogrammen oder digitalen Aufzeichnungsgeräten.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass unter „Medienkompetenz im Internet“ kein exakt bestimmbares Ziel verstanden werden darf, das eine Schülerin oder ein Schüler zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht hat. Es ist also unmöglich, die Medienkompetenz nach der Abarbeitung bestimmter Inhalte oder Themen als vollständig erworben anzusehen. Vielmehr müssen Schülerinnen und Schüler dazu angeleitet und in die Lage versetzt werden, je nach Alter und Entwicklungsstand ihre Medienkompetenz immer weiter zu vervollkommnen, sei es durch eigenständige Arbeiten oder angeleitetes Vorgehen.

Letztendlich sei noch erwähnt, dass die von mir angesprochenen Punkte lediglich einige meiner Beweggründe darstellen, um von einem positiven Einfluss des geplanten AG-Vorhabens bezüglich der Schreibmotivation und der Medienkompetenz im Internet der beteiligten Schülerinnen und Schüler auszugehen. Inwiefern diese positive Einflussnahme während der Umsetzung meines Vorhabens in der Praxis transparent und nachvollziehbar wurde, soll im Kapitel zur unterrichtspraktischen Durchführung der Arbeitsgemeinschaft sowie in der sich anschließenden Reflexion beschrieben werden.

3. Das Medienkonzept der Gesamtschule

Die Entwicklung und Förderung des selbstständigen Lernens kann als eine zentrale Voraussetzung dafür gesehen werden, Kinder und Jugendliche zu lebensbegleitendem Lernen zu befähigen; sie ist deshalb integraler Bestandteil der Richtlinien und Lehrpläne aller Fächer. Von ebenfalls hoher Bedeutung ist allerdings die Kompetenz zur umfassenden und kritischen Nutzung der neuen Medien – hier im konkreten Fall die Medienkompetenz im Internet, wie sie in Kapitel 2 bereits dargestellt wurde.

Vor diesem Hintergrund und mit der Zielperspektive eines langfristigen integrativen Medienkonzeptes erarbeiteten Medienbeauftragte der Schulen des Landkreises Unna gemeinschaftlich ein Kompetenzmodell unter der Bezeichnung „Medienhaus“, welches sich aus verschiedenen Bausteinen zur Förderung der Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler zusammensetzt und schrittweise aufbauend für alle Jahrgänge der Sekundarstufe I und Sekundarstufe II anwendbar sein soll.[11] Die Bausteine selbst beinhalten sowohl fakultative als auch obligatorische Themenbereiche für den Kernunterricht bzw. für durchzuführende Projekte, wobei sich vor allem letztere an den Kernlehrplänen der zugrunde liegenden Unterrichtsfächer orientieren. Als Zielsetzung soll dabei für alle beteiligten Schulen gelten, verpflichtende Bausteine zu den in den Kernlehrplänen geforderten Kompetenzen aller Fachbereiche zu verabreden, wobei das gemeinsam erarbeitete Modell einen Minimalrahmen darstellt, der durch schulspezifische Konzepte beliebig erweiterbar ist.

Eben diese Erweiterbarkeit des Medienhauses bildet – insbesondere bezogen auf die Konzipierung neuer Arbeitsgemeinschaften – eine ideale Grundlage dafür, auch die hier vorgestellte Online-Schülerzeitung als konzeptuelle Ergänzung in das reifende Medienhaus-Konzept aufzunehmen und an geeigneter Stelle zu verorten. Neben einzelnen, eher fachspezifischen Bausteinen der Bereiche Deutsch, Englisch und Mathematik erscheinen in diesem Zusammenhang vor allem zwei Bausteine als Orientierungspunkte besonders relevant: zum einen der Computerführerschein, der als avisierte Medienkompetenz den Login am Schulnetz, den Umgang mit Tastatur und Maus, das Speichern/Öffnen/Kopieren von Dateien, das Anlegen eigener Ordnerstrukturen sowie den ersten Umgang mit Textverarbeitungssoftware (z.B. Fehlerkorrektur, Formatierungstechniken, Tippgeschwindigkeit) vorsieht; zum anderen der nachgestellte Internetführerschein, dessen grundlegendes Ziel es ist, den Schülerinnen und Schülern den Umgang mit dem Internet näher zu bringen und zu erleichtern. Dies geschieht durch das Kennenlernen verschiedener Dienste wie http, E-Mail, ftp und durch die Informationsbeschaffung mit Hilfe der Internetrecherche sowie der Implementierung von Dateien externer Plattformen wie YouTube oder flickr[12] in eigene Anwendungen.

Für die Aufnahme der Online-Schülerzeitung als weiteren Bestandteil in das übergeordnete Mediengesamtkonzept der Gesamtschule sprechen verschiedenste Gründe. Ein wesentliches Argument ist in der jahrgangsübergreifenden Struktur zu sehen: Während sich die bisher im Medienhaus angelegten Unterrichtsvorhaben und Projektvorschläge auf einzelne Jahrgangsstufen konzentrieren, verbindet und vernetzt die Schülerzeitung gleichzeitig unterschiedlichste Jahrgänge der Stufen 5 bis 13 miteinander. Neben einer potenziellen Steigerung der Teamfähigkeit sollten sich weitere positive Effekte in punkto Selbstreflexion, Gemeinschaftsgefühl und sozialem Miteinander zeigen. Gegenseitige Hilfe und Unterstützung sowie die Anleitung jüngerer Schülerinnen und Schüler durch ältere Teilnehmerinnen und Teilnehmer höherer Jahrgangsstufen sollten sich von selbst ergeben und im Sinne eines daraus entstehenden Synergie-Effekts an der Tagesordnung sein.

Des Weiteren kann die Online-Schülerzeitung große Vorarbeit für viele Segmente der übrigen Medienhaus-Bausteine leisten, indem sie vereinzelte Aspekte aufgreift und diese den Schülerinnen und Schülern bereits im Vorfeld der eigentlichen Bausteine praktisch intuitiv vermittelt. In einem solchen Zusammenhang kann auch die autark entstehende Vernetzung unterschiedlicher Themenfelder durch autonome Schülerinitiative gesehen werden, denn natürlich berichten die Autorinnen und Autoren der Zeitung nach größtenteils eigenem Ermessen auch über Vorkommnisse des Schulalltags und des Schullebens, wobei einzelne Teilbereiche vorgestellt und dokumentarisch auf der Online-Plattform der Zeitung zusammengeführt werden. Als mögliches Beispiel wäre hier an den begleitenden Schülerbericht einer Vor- und Nachbereitung des Betriebspraktikums zu denken, der jüngeren Klassenstufen eine erste Orientierung bieten und Interesse wecken kann, ältere hingegen über etwaige Veränderungen in Organisation und Struktur gegenüber ihrem eigenen absolvierten Praktikum informiert.

3.1 Der Bezug zu Web2.0

Im oben beschriebenen Medienkonzept der Gesamtschule deutet sich bereits ein direkter Bezug zur doch recht neumodischen Bezeichnung „Web2.0“ an. Dafür bedarf es allerdings zunächst einer kurzen Begriffsdefinition: Was ist unter Web2.0 zu verstehen?

Bei einer Brainstorming-Session im Jahr 2004 subsumierte der Verleger Tim O´Reilly unter Web2.0 essentielle Kernkompetenzen, von denen erfolgreiche Firmen mindestens eine besitzen und daher den Crash der New Economy[13] überlebt haben. Eine dieser Kompetenzen bildet die Einbeziehung der kollektiven Intelligenz der Nutzer, wie hier im konkreten Fall durch Blogs. Es ist offensichtlich, dass sich sowohl das Web als auch seine Nutzer seit der New Economy verändert haben. Die Tatsache, dass allerdings noch immer konsequent vom „Web“ gesprochen wurde, dem Web, das mancher Anleger in unguter Erinnerung hatte und das für viele nicht eingelöste Versprechen stand, schürte den Wunsch, den Veränderungen eben dieses Webs und seines Umfelds auch in etymologischer Hinsicht Ausdruck zu verleihen. Die Nomenklatur der Software-Welt diente hierbei als Vorbild, da die Verwendung von Versionsnummern Veränderungen im Programm signalisiert und gleichzeitig eine gewisse Attraktivität gegenüber den Nutzern verkörpert. Der Begriff des Web2.0 war geboren:[14]

„Eine Version kennzeichnet die Ausprägung eines Software-Elements zu einem bestimmten Zeitpunkt. Unter Versionen werden zeitlich nacheinander liegende Ausprägungen eines Software-Elements verstanden. […] Die Versionsnummer besteht im Allgemeinen aus zwei Teilen: der Release-Nummer und der Level-Nummer.

Die Release-Nummer […] steht, getrennt durch einen Punkt, vor der Level-Nummer. […] Bei jeder größeren oder gravierenden Änderung an dem Software-Element wird die Release-Nummer um 1 erhöht und gleichzeitig die Level-Nummer auf 0 gesetzt.“[15]

Der Begriff des Web2.0 impliziert demnach zum einen, „dass die Version 1.0 des Webs vielleicht nicht ganz so optimal war […], zum anderen beinhaltet die Versionsnummer die Aussage, dass sich seitdem etwas Gravierendes geändert hat.“[16] Des Weiteren bedeutet die Versionsbezeichnung 2.0 aber auch, dass die bereits vorhandene Version 1.0 so erfolgreich war, dass eine entsprechende Weiterentwicklung als lohnend erschien.

Nichtsdestotrotz muss bei dieser Namensgebung berücksichtigt werden, dass hier mit der Bezeichnung Web2.0 ein Netz über ein bereits bestehendes und sich stets veränderndes Gebilde geworfen wurde, was bei handelsüblicher Software so nicht der Fall ist. Des Weiteren beschränkt sich der Begriff Web2.0 nicht allein auf die technische Weiterentwicklung, sondern bezieht sich vielmehr auf alles, was sich im Netz und um das Netz herum stetig weiter entwickelt.[17]

Man mag der hier beschriebenen Namensgebung zustimmen oder nicht. Als Fazit ist jedoch zu sagen, dass das Web, wie wir es heute kennen, ein anderes ist als vor zehn Jahren. Die Bezeichnung Web2.0 soll dieser Veränderung Rechnung tragen und den bereits vollzogenen sowie den sich weiterhin vollziehenden Wandel ausdrücken. Ganz im Sinne dieses Wandels erscheint somit das im Rahmen meines vorliegenden Konzeptes dargestellte, als Online-Schülerzeitung angelegte „WordPress“-Weblog, auf das im nachfolgenden Kapitel noch genauer eingegangen werden soll.

4. Das Weblog-System „WordPress“ als methodische Softwarelösung zur Umsetzung einer Online-Schülerzeitung

Um eine Schülerzeitung in der Variante eines im Internet verfügbaren multimedialen Angebots überhaupt ins Leben rufen zu können, sind zunächst ganz bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Im Folgenden soll daher zunächst eine Definition des neuartigen Begriffs „Weblog“ gegeben sowie dessen Bedeutung und Nutzen vorgestellt werden. Im Anschluss erfolgt eine kurze Einführung in die im Rahmen dieser Arbeit eingesetzte Weblog-Plattform „WordPress“, in der ich auf grundlegende Funktionen und konkrete Vorteile eingehen werde, welche mich bei meiner Entscheidung für eben diese Softwarelösung weitestgehend mit beeinflusst haben. Abschließend soll ein kurzer Überblick über die wichtigsten rechtlichen Aspekte gegeben werden, die es bei der Organisation und Leitung einer Online-Schülerzeitung zu berücksichtigenden gilt.

4.1 Die Bedeutung und der Nutzen von Weblogs

Der Begriff „Weblog“ (oder kurz „Blog“) ist als künstliches Wortgebilde der englischen Sprache entlehnt, wobei sich das Wort „Web“ auf das Internet bezieht und „Log“ für Tagebuch bzw. Aufzeichnung steht. Sinngemäß ist das Weblog daher mit einem Online-Tagebuch oder Online-Journal zu vergleichen.[18] Allerdings wäre es wesentlich zu eng gefasst, jedes Weblog pauschal mit einem Web-Tagebuch gleichzusetzen, denn es kann je nach persönlichen Vorstellungen der Betreiber („Blogger“) auf verschiedene Art und Weise genutzt werden. Ebenfalls ungeeignet erscheint die Gleichsetzung der Weblogs mit den hinlänglich bekannten Internetforen, da ein grundlegender Unterschied des Weblogs gegenüber dem Forum darin besteht, dass nicht jeder Besucher eine neue Diskussion starten kann, sondern dies den registrierten Autoren vorbehalten bleibt.[19] Genau diesem Umstand ist es zu verdanken, dass jedes Weblog mit zunehmender Größe einen ganz eigenen Stil entwickelt, der sich aus der Persönlichkeit der beteiligten Blogger ableitet. Besonders interessant erscheint dieses Phänomen bezogen auf das hier vorgestellte Konzept der Online-Schülerzeitung, da zahlreiche Schülerautoren durch ihr aktives Mitwirken über den Stil des Weblogs entscheiden, indem sie ihre persönlichen Meinungen transportieren und zugleich Stimmungen nach außen tragen.

Als grundlegendes Merkmal eines Weblogs gilt die chronologische Sortierung der Beiträge, wobei jeweils die aktuellsten Artikel einer Kategorie an oberster Position gelistet werden und folglich dem Besucher des Internetauftritts direkt als Neuigkeit ins Auge fallen.

In der Wirtschaft setzen bereits viele Freiberufler Weblogs als eine Art Arbeitstagebuch ein, in dem sie Gedanken niederschreiben, über themenrelevante Neuigkeiten berichten oder die tägliche Informationsflut bewältigen. So setzen „mittlerweile […] zunehmend […] Firmen Weblogs ein, um mit ihren Kunden zu kommunizieren, die Produkte zu präsentieren oder die Mitarbeiter zu Wort kommen zu lassen.“[20] Obgleich die Angelsachsen auch in diesem Bereich erneut die Führungsrolle für sich beanspruchen, gibt es ebenfalls in Deutschland zunehmend Unternehmen, die den Wert von Weblogs erkannt haben und für sich einsetzen. Ein sehr gutes Beispiel ist das Weblog der Firma FRoSTA,[21] in dem die Mitarbeiter des Unternehmens schreiben und sich untereinander austauschen.

Dennoch ist Deutschland „in Bezug auf Blogs allerdings eher ein Entwicklungsland. […] Im April [des Jahres 2007] war von 200.000 Blogs die Rede, im Vergleich zu den Vereinigten Staaten mit 30 Millionen Blogs.“[22]

„Als […] kurzes Fazit kann man festhalten, dass Weblogs Online-Journale sind, die viele Einsatzgebiete abdecken: als Werkzeug für Informationsmanagement, als Kommunikationstool, als Mittel, um mit vorhandenen und zukünftigen Kunden in Kontakt zu bleiben, oder einfach, wie in den meisten Fällen, seinen Drang etwas niederzuschreiben und einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren zu befriedigen.“[23]

Nicht zuletzt dieses von Simovic gezogene Resümee spricht folglich dafür, eine Online-Schülerzeitung in der Form eines Weblogs anzulegen, um sie dadurch einer breiten Leserschaft zugänglich zu machen.

4.2 Grundlegende Funktionen und Vorteile der Nutzung von „WordPress“

Meine Entscheidung für die Weblog-Plattform „WordPress“ als Umsetzungsmöglichkeit für die Online-Schülerzeitung stützt sich sowohl auf die umfangreichen Funktionen, die trotz ihres Ausmaßes einen hohen Grad an Benutzerfreundlichkeit zulassen, als auch auf diverse Vorteile der integrierten Programmkomponenten. Auf einige wesentliche Vorzüge möchte ich daher an dieser Stelle kurz eingehen.[24]

WordPress selbst ist so genannte quelloffene[25] Freeware (freie Software), die unter der GNU General Public License[26] lizenziert wurde und daher kostenlos auf der Entwicklerseite heruntergeladen werden kann.[27] Die webbasierte Software beruht auf der Skriptsprache PHP und benötigt eine MySQL-Datenbank. Webbasiert bedeutet, dass der betreffende Dienst auf einem Webserver läuft, d.h., dass nach der einmaligen Installation durch den Administrator des Blogs jeder Nutzer für sämtliche Funktionen lediglich einen internetfähigen Webbrowser benötigt und keine weiteren Programme herunterladen und installieren muss. Somit können von jedem Rechner aus – aktive Internetverbindung vorausgesetzt – Beiträge und Kommentare des Blogs (hier konkret: der Online-Schülerzeitung) gelesen und verwaltet werden. Dies ist als ideale Voraussetzung dafür zu sehen, dass die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden, auch zuhause in einem unabhängigen Zeitrahmen neben den ordentlichen Treffen der Arbeitsgemeinschaft an der Gestaltung der Schülerzeitung mitzuwirken. Insbesondere unter Berücksichtigung des Ganztagsunterrichts und der damit einhergehenden gesteigerten Wochenstundenzahl vor allem der Oberstufenschülerinnen und -schüler kann eine derartige Möglichkeit zur freien Zeiteinteilung als äußerst vorteilhaft gesehen werden.

Weitere essentielle Vorzüge der Fähigkeiten (Features), die WordPress zu bieten hat, sollen hier nur kurz angesprochen werden. So garantiert das Weblog-Skript die volle Einhaltung der Webstandards, d.h., WordPress produziert einen Code, der die Empfehlungen des W3C[28] befolgt. Die Besucher sollen nicht einfach nur lesen, sondern können Kommentare hinterlassen, auf diese Weise am aktiven Geschehen teilnehmen, die Autoren auf Schwachstellen hinweisen und weitere Aspekte des Themas aufgreifen. Der Betreiber selbst hat die Möglichkeit, zur Bekanntmachung und Vernetzung seiner Beiträge die Pingback- und Trackback-Funktion[29] zu nutzen. WordPress ermöglicht zudem die Erstellung und Pflege von diversen Linkkategorien über die Admin-Oberfläche; außerdem ist es möglich, passwortgeschützte Beiträge zu erstellen, die für die Öffentlichkeit unzugänglich sind. Die federführenden Schülerinnen und Schüler der Redaktion können sich somit direkt über die Weblog-Plattform in privatem Rahmen austauschen, ohne auf zusätzliche Kommunikationsmedien ausweichen zu müssen. Ferner bietet WordPress zahlreiche Vereinfachungen unter technischem Aspekt, was vor allem jüngeren, vielfach technisch noch nicht ganz so versierten Schülerinnen und Schülern zugute kommt: Importtools erleichtern die Integration verschiedener Formate ebenso wie die integrierte Texturize-Engine zur Absicherung der korrekten Typographie. Letztlich besticht WordPress mit seiner Multi-Autoren-Funktion, wobei standardmäßig fünf verschiedene Benutzerstufen mit verschiedenen Einstellungen und Privilegien beherrscht werden. Mit einer Vielzahl von frei erhältlichen Plugins kann die bereits vorhandene Funktionalität von WordPress noch um wesentliche Elemente erweitert werden.

Die große Anzahl an verfügbaren Plugins,[30] Infos und Themes[31] für WordPress ist u.a. das Ergebnis der Offenheit (vgl. Open Source) und einer der Gründe, warum sich diese Softwarelösung einer derartigen Popularität erfreut. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt gibt es mehr als 6.900 Plugins und über 1.000 Themes.[32] Die Gemeinschaft (Community) ist sehr aktiv, weshalb an der Redaktion der Online-Zeitung beteiligte Schülerinnen und Schüler sehr schnell eigenständig Hilfe, Lösungsansätze und weitere Inspirationen für ihre Arbeit finden können. WordPress ist daher in erster Linie zwar „eine sehr gute Weblog-Software, aber man kann [sie] ohne Probleme auch als ein schlankes Redaktionssystem, im klassischen Sinne, verwenden.“[33]

[...]


[1] Das Projektblog der Gesamtschule ist unter folgender Adresse erreichbar: [aus Gründen der Anonymisierung entfernt]

[2] Vgl. Baurmann und Müller 1998, S. 16.

[3] Ebd.

[4] Vgl. ebd.

[5] Baurmann und Müller 1998, S. 17.

[6] Vgl. Baacke 1997, S. 410ff.

[7] Vgl. Lehr 1999, S. 9-11.

[8] Vgl. Baacke 1997, S. 410ff.

[9] Vgl. im Folgenden: Baumann 2001, S. 226-230.

[10] Tulodziecki 1997.

[11] Vgl. Teilnehmer der „Support-Werkstatt“ Unna 2005/06.

[12] Vgl. YouTube, LCC bzw. Yahoo! Inc.

[13] Der Begriff bezeichnet eine radikal neue, durch die Globalisierung geprägte Wirtschaftsform, die durch das Aufkommen von Computern und neuen Kommunikationsmedien im Zuge der digitalen Revolution entstehen sollte. New Economy bezeichnet im deutschen Sprachgebrauch die auf Grundlage dieser Theorie in den späten 1990er Jahren entstandenen und schon wenig später in weiten Teilen gescheiterten Wirtschaftsbereiche.

[14] Vgl. Alby 2007, S. 15.

[15] Balzert 1998, S. 238.

[16] Alby 2007, S. 18.

[17] Vgl. Alby 2007, S. 18.

[18] Vgl. Simovic 2007, S. 13.

[19] Vgl. Alby 2007, S. 22.

[20] Vgl. Alby 2007, S. 22.

[21] Das Weblog der Firma FRoSTA ist unter folgender Adresse erreichbar: http://www.frostablog.de/blog

[22] Alby 2007, S. 28.

[23] Simovic 2007, S. 14.

[24] Für detaillierte Informationen zur Installation, Einrichtung und Nutzung von WordPress siehe Alby 2008; Bültge 2007; Frankemölle 2008; Lamprecht und Mosmann 2007; Simovic 2007.

[25] Quelloffen bzw. Open Source bezeichnet eine Palette von Lizenzen für Software, deren Quelltext (= Programmiercode) öffentlich zugänglich sowie veränderbar ist und dadurch Weiterentwicklungen fördert.

[26] Die GNU General Public License (oft abgekürzt GPL) ist eine von der Free Software Foundation herausgegebene Lizenz mit Copyleft für die Lizenzierung freier Software.

[27] Die deutsche Entwicklerseite von WordPress ist unter folgender Adresse erreichbar: http://wordpress-deutschland.org

[28] Das World Wide Web Consortium (kurz W3C) ist das Gremium zur Standardisierung der das World Wide Web betreffenden Techniken. Beispiele für durch das W3C standardisierte Techniken sind HTML, XHTML, XML, CSS, SVG, RSS und WCAG.

[29] Pingbacks und Trackbacks erlauben WordPress die Kommunikation mit anderen Weblogs. Dadurch ist für die Besucher schnell ersichtlich, wer sich sonst noch für den entsprechenden Beitrag interessiert und wer eventuell noch zusätzliche und ergänzende Informationen bereithält.

[30] Plugins erweitern die Funktionalität von WordPress und werden als separate Dateien von diversen Autoren angeboten.

[31] Themes sind fertige Layouts (Erscheinungsbilder der Seite im Internet) für WordPress, auch bekannt als Skins oder Templates.

[32] Vgl. Inpsyde GmbH (b) sowie Inpsyde GmbH (c).

[33] Simovic 2007, S. 42.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten

Details

Titel
Förderung der Schreibmotivation und Medienkompetenz an einer Gesamtschule. Entwicklung und Erprobung einer Online-Schülerzeitung mithilfe von WordPress
Hochschule
Studienseminar für Lehrämter an Schulen Arnsberg
Veranstaltung
Hauptseminar
Note
2.0
Autor
Jahr
2009
Seiten
45
Katalognummer
V171444
ISBN (eBook)
9783640910625
ISBN (Buch)
9783640909520
Dateigröße
1560 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der Anhang dieser Arbeit enthält die Konzeptvorstellung für die neue Online-Schülerzeitung, zwei Werbeplakate für die neue Online-Schülerzeitung sowie einen Artikel zur Vorstellung der neuen Online-Schülerzeitung auf der Homepage der Gesamtschule. Der digitale Anhang der vorliegenden Staatsexamensarbeit fehlt, allerdings sind die enthaltenen Websites in der tagesaktuellen Form nach wie vor im Internet öffentlich zugänglich und können somit jederzeit eingesehen werden.
Schlagworte
Staatsexamensarbeit, Online-Schülerzeitung, WordPress, Weblog
Arbeit zitieren
Mirko Krotzky (Autor), 2009, Förderung der Schreibmotivation und Medienkompetenz an einer Gesamtschule. Entwicklung und Erprobung einer Online-Schülerzeitung mithilfe von WordPress, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171444

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