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Wer bin ich? Was kann ich? Wie fühle ich?

Selbstkonzeptentwicklung bei Kindern in einer heilpädagogischen Kleingruppe in der Grundschule

Title: Wer bin ich? Was kann ich? Wie fühle ich?

Examination Thesis , 2013 , 74 Pages , Grade: 1

Autor:in: Annette Wittrock (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Summary Excerpt Details

Diese Examensarbeit/Facharbeit wurde als zweitbeste Arbeit des Jahrgangs gewertet. Sie beschreibt ausführlich den Hermeneutischen Zirkel und dessen Bedeutung für die praktische Arbeit in der Heilpädagogik.

Nach der Einleitung wird der Suchprozess zu einer passgenauen Hilfe grob und prozessorientiert beschrieben. Dazu wird der „Hermeneutische Zirkel“ erklärt, um die heilpädagogische Diagnostik damit aufzuzeigen. Dann folgt eine kurze Vorstellung der Rahmenbedingungen sowie eine ausführlichere Vorstellung der Klienten. Diese Vorstellung ist eine reine Beschreibung der Gegebenheiten, eine Datensammlung zur zehnten Einheit, also zu dem Zeitpunkt in der Gruppenhilfe, an dem mit der Arbeit zur Selbstkonzeptentwicklung begonnen wurde. Danach werden einige Theorien zum Selbstkonzept aufgezeigt sowie Entwicklung, Einflüsse, Aufbau, Aufgaben und Elemente des Selbstkonzepts bis zur mittleren Kindheit dargelegt. In den darauffolgenden Punkten wird dann in einer integrierten Verarbeitung dargestellt, durch welche bestimmten Verhaltensweisen oder Selbstaussagen der Gruppenteilnehmer Rückschlüsse auf deren Selbstkonzept gezogen werden konnten. Anschließend werden der hypothetische Bedarf und die Ziele vorgestellt. Hiernach wird erläutert, welche Methoden angewandt wurden. Dabei werden innerhalb der wichtigsten Methoden prozessorientiert die heilpädagogischen Interventionen zum Selbstkonzept der Kinder aufgezeigt. Hier hilft erneut der „Hermeneutische Zirkel“, denn dieser kann ebenso auf die einzelnen kleinen Elemente in den Gruppenhilfestunden oder auch für den Reflexionsprozess von Stunde zu Stunde angewandt werden, nicht nur auf den Gesamtprozess.
Schließlich werden in der Schlussbetrachtung ausgewählte Aspekte der Gruppenhilfe reflektiert, der Erkenntnisgewinn dargestellt und ein Resümee zur heilpädagogischen Gruppenhilfe gezogen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Hinführung zum Thema

1.2 Persönliche Motivation und Fragestellungen

1.3 Struktur und Aufbau der Arbeit

2 Heilpädagogische Diagnostik als Suchprozess hin zu einer passgenauen und bedarfsgerechten Intervention, dargestellt am Hermeneutischen Zirkel

2.1 Erklärung relevanter Begriffe und Theorien

2.2 Von der Lernförderung zur Selbstkonzeptentwicklung - mein Erkenntnisprozess

3 Vorstellung der heilpädagogischen Gruppenhilfe

3.1 Rahmenbedingungen

3.2 Umfang und Arten der Umfeldarbeit

3.3 Informationen zu den Klienten

4 Das Selbstkonzept in der mittleren Kindheit

4.1 Definitionen des Selbstkonzepts und frühe bis aktuelle Ansätze

4.2 Entwicklung und Einflüsse auf das Selbstkonzept

4.3 Aufbau und Aufgaben des Selbstkonzepts

4.4 Elemente des Selbstkonzepts

5 Erste Eindrucksanalyse zum Selbstkonzept meiner Klienten

5.1 Beobachtungen und Hypothesen zu den Elementen des Selbstkonzepts von Kind 3

5.2 Beobachtungen und Hypothesen zu den Elementen des Selbstkonzepts von V.

6 Mögliche ungünstige Einflüsse auf das Selbstkonzept meiner Klienten

6.1 Risiko- und Schutzfaktoren

6.2 Beitrag der Schule

7 Heilpädagogischer Bedarf und Ziele bei problematischem Selbstkonzept

7.1 Hypothesen über den Bedarf meiner Klienten

7.2 Ziele für meine Klienten

8 Methodisches Handeln im Dienste von Erkenntnis und Entwicklung des Selbst

8.1 Heilpädagogische Beziehungsgestaltung

8.2 Psychomotorik

8.3 Kreativ- gestalterische Ansätze

8.4 Präventive Arbeit zum Schutz des Selbstkonzeptes

8.5 Portfolioarbeit

8.6 Umfeldarbeit

9 Schlussbetrachtung

9.1 Evaluation und Auswirkungen des weiterentwickelten Selbstkonzepts

9.2 Herausforderungen und Anforderungen an mich in Reflexionsprozessen

9.3 Erkenntnisgewinn, Lerneffekte und Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Selbstkonzeptentwicklung bei Grundschulkindern im Rahmen einer heilpädagogischen Kleingruppe. Ziel ist es, durch eine ressourcenorientierte Verlaufsdiagnostik und gezielte heilpädagogische Interventionen die Selbstkonzepte der Kinder zu stabilisieren, zu fördern und eine positive Selbstwahrnehmung zu ermöglichen.

  • Heilpädagogische Diagnostik mittels Hermeneutischem Zirkel
  • Entwicklung des Selbstkonzepts in der mittleren Kindheit
  • Rolle von Risiko- und Schutzfaktoren bei belasteten Kindern
  • Methoden der Selbstkonzeptförderung (u.a. Portfolioarbeit)
  • Reflexion heilpädagogischen Handelns in der Gruppe

Auszug aus dem Buch

8.2 Psychomotorik

Den Ansatz der Psychomotorik, der den Beginn einer jeden Gruppenhilfeeinheit ausmachte, fand ich äußerst geeignet, ein Selbstkonzept günstig zu beeinflussen. Die Kinder konnten hier lernen, Bedürfnisse zu regulieren, konnten sich erfolgreich erleben und Selbstwirksamkeit erfahren. Ich versuchte, wie beim Refraiming angewandt, den Kindern veränderte Sichtweisen zu ermöglichen, und deutete ggf. Gegebenheiten positiv um (vgl. Köckenberger, 2007, S.147).

Die Kinder hatten viel Spaß dabei. Deshalb erhielten wir uns diese Methode für den ganzen Prozess der Gruppenhilfe. Methodenbausteine dazu waren z.B. der „Mattentreff“ mit der „Befindlichkeitsrunde“ und dem „Gesprächsstein“, der für Ruhe und Struktur sogen sollte, wenn die Kinder über ihre Sorgen und Freuden ihres Lebens berichteten „Mir geht es heute gut, weil…“, „Mir geht es heute schlecht, weil…“. Ich konnte ihnen Freiraum für Entscheidungen geben. Die Kinder durften ihre Lieblingsturngeräte aussuchen und Spiele dazu vorschlagen oder erfinden. Wir trugen eine Liste mit Lieblingsspielen und Lieblingsbeschäftigungen zusammen. Diese wurden in die Stunden eingebaut und so nach und nach umgesetzt. Wir konnten die Vergleiche unter den Kindern nutzen, um unsere individuellen Stärken zu finden (vgl. Köckenberger, 2007, S. 140ff).

Eggert u.a. belegen die Wirksamkeit psychomotorischer Förderung für das Selbstkonzept. Psychomotorik kann dem Kind zu einem Gefühl der Selbstwirksamkeit und positiven Kontrollüberzeugungen verhelfen, und damit das Selbstkonzept positiv beeinflussen (vgl. Eggert, et al., 2010/2, S. 87ff). So konnte ich z.B. beobachten, wie Kind 3 lernte, nicht gleich aufzugeben wenn ihr etwas nicht gelang. Wie sie sich plötzlich bemühte, vor allem Seilspringen lernen zu wollen und mir ihre Erfolge, die sie von Stunde zu Stunde errang, auch vorführen wollte. Kind 3 hatte sicherlich gespürt, dass es mir wichtig war, dass sie solche Grundfertigkeiten besser beherrscht, hatte kleine Erfolge erzielt und nun wollte sie mir zeigen, dass sie geübt hatte und besser geworden war.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Selbstkonzeptentwicklung innerhalb einer heilpädagogischen Kleingruppe in einer Grundschule sowie Darlegung der persönlichen Motivation und Fragestellungen.

2 Heilpädagogische Diagnostik als Suchprozess hin zu einer passgenauen und bedarfsgerechten Intervention, dargestellt am Hermeneutischen Zirkel: Erläuterung der diagnostischen Methodik und des Erkenntnisprozesses durch die Anwendung des Hermeneutischen Zirkels.

3 Vorstellung der heilpädagogischen Gruppenhilfe: Beschreibung der Rahmenbedingungen der Gruppe, der Umfeldarbeit sowie eine detaillierte Vorstellung der beteiligten Klienten und deren Lebensgeschichten.

4 Das Selbstkonzept in der mittleren Kindheit: Theoretische Auseinandersetzung mit Definitionen, Entwicklungsaspekten, Aufbau und Elementen des Selbstkonzepts im Kindesalter.

5 Erste Eindrucksanalyse zum Selbstkonzept meiner Klienten: Dokumentation der Beobachtungen und Aufstellung von Hypothesen zu den individuellen Selbstkonzepten der teilnehmenden Kinder.

6 Mögliche ungünstige Einflüsse auf das Selbstkonzept meiner Klienten: Analyse von Risiko- und Schutzfaktoren sowie des Beitrags der Schule hinsichtlich der psychischen Entwicklung der Kinder.

7 Heilpädagogischer Bedarf und Ziele bei problematischem Selbstkonzept: Ableitung des individuellen Förderbedarfs und Festlegung konkreter Ziele für die Klienten.

8 Methodisches Handeln im Dienste von Erkenntnis und Entwicklung des Selbst: Darstellung der angewandten Interventionsmethoden, wie Beziehungsgestaltung, Psychomotorik, kreative Ansätze und Portfolioarbeit.

9 Schlussbetrachtung: Reflexion der Ergebnisse, Evaluation der Methodenwirkung sowie Zusammenfassung der Erkenntnisse und persönlichen Lerneffekte.

Schlüsselwörter

Selbstkonzeptentwicklung, Heilpädagogik, Gruppenhilfe, Grundschule, Hermeneutischer Zirkel, Verlaufsdiagnostik, Psychomotorik, Portfolioarbeit, Selbstwertgefühl, Selbstwirksamkeit, Bindungstheorie, Risiko- und Schutzfaktoren, Identitätsentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Facharbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Förderung des Selbstkonzepts bei Grundschulkindern mit besonderem Förderbedarf, die in einer heilpädagogischen Kleingruppe in einer allgemeinbildenden Schule betreut wurden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die theoretischen Grundlagen des Selbstkonzepts, die heilpädagogische Diagnostik (Hermeneutischer Zirkel), die Auswirkungen von familiären Risikofaktoren sowie Methoden der praktischen Selbstkonzeptförderung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den Weg von einer konventionellen Lernförderung hin zu einer passgenauen Selbstkonzeptförderung darzustellen und die Wirksamkeit der eingesetzten Methoden zur Stärkung der Persönlichkeit der Kinder zu evaluieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit nutzt die heilpädagogische Verlaufsdiagnostik, eingebettet in den "Hermeneutischen Zirkel", um aus der ständigen Wechselwirkung von Erkennen, Erklären, Verstehen und Handeln prozessorientierte Hilfen abzuleiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil umfasst die detaillierte Vorstellungs- und Eindrucksanalyse der Klienten, die theoretische Fundierung des Selbstkonzepts, die Analyse der wirksamen Risiko- und Schutzfaktoren sowie eine umfassende Darstellung der methodischen Interventionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Selbstkonzeptentwicklung, heilpädagogische Gruppenhilfe, Psychomotorik, Portfolioarbeit ("Ich-Buch") und ressourcenorientierte Diagnostik.

Welche Rolle spielt die Portfolioarbeit ("Ich-Buch") in der Förderung?

Das "Ich-Buch" fungiert als zentrales heilpädagogisches Interventionsinstrument, das den Kindern ermöglicht, sich aktiv mit ihrer Person, ihren Stärken und ihrer Biografie auseinanderzusetzen, um so ein klareres und positiveres Selbstbild zu konstruieren.

Warum war der "Hermeneutische Zirkel" für den Autor so wichtig?

Er diente als bildhaftes Modell für die Verlaufsdiagnostik, um zu verdeutlichen, wie sich das Verständnis der Lehrkraft für die Kinder durch ständige Reflexion und neue Informationen spiralförmig erweitert hat, was zu immer passgenaueren Hilfen führte.

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Details

Title
Wer bin ich? Was kann ich? Wie fühle ich?
Subtitle
Selbstkonzeptentwicklung bei Kindern in einer heilpädagogischen Kleingruppe in der Grundschule
Grade
1
Author
Annette Wittrock (Author)
Publication Year
2013
Pages
74
Catalog Number
V1714460
ISBN (PDF)
9783389189016
ISBN (Book)
9783389189023
Language
German
Tags
selbstkonzeptentwicklung kindern kleingruppe grundschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annette Wittrock (Author), 2013, Wer bin ich? Was kann ich? Wie fühle ich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1714460
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