Am01.August2008istdasneueGesetzzurBildungundFörderungvonKindern(Kinderbildungsgesetz- KiBiz)inKraftgetreten.AusdiesemergebensichbesondereAufgaben,diedieFörderungjedesKindesineinerKindestagesstättebetreffen.GemeinsammitderBildungsvereinbarungNRWergibtesdieBasisfürdieArbeitjederKindertagesstätteinNordrhein‐Westfahlen.
VorwenigenMonatenerstentwickeltundinKraftgetreten,sindnochkeineBeobachtungssystemebekanntgeworden,mitdenendieMitarbeitereinerKindertagesstätteihreArbeitbeobachtenundüberprüfenkönnen.DieSelbstreflektionundBeobachtungdeseigenenVerhaltensunddesgesamtenAngeboteseinerKindertagesstätteistjedochvonabsoluterWichtigkeit,waseininternesBeobachtungssystemnotwendigwerdenlässt.
HiereingeschlossenwerdensollteaufjedenFalldieBeobachtungjedesKindesindividuell,derGruppe,derEinrichtungundderElternarbeit,diedieEinrichtunganstrebt.DasfolgendeSystemsollhierzuAnregung,AnleitungundHilfestellunggebenundfürdiezubeobachtendenPositioneninnerhalbderEinrichtungsensibilisierenbeziehungseiseaufdieseaufmerksammachen.EszieltnichtaufdieBeobachtungdesVerhaltensderFachkräfteab,sondernaufdasBeobachtenderVielfaltdesAngebotesderKindertageseinrichtung,fürdiesichjedeeinzelneFachkraftmaßgeblichverantwortlichfühlensollte.
IchladeSieein,liebeKolleginnenundKollegen,vonunsererArbeitzuprofitierenundsichunserBeobachtungsverfahrenzuNutzezumachen.TeilenSiemitunsdieMöglichkeitzuempfinden,dassnichtalles,was„vonobenkommt“,Steinesind,dieunsindenWeggelegtwerdenundwirimmernochinderLagesind,selbstetwasdarauszumachen.
Inhaltsverzeichnis
1. Prolog – Warum noch ein Beobachtungsverfahren?
2. Ganzheitliche Förderung
2.1 In Bezug auf jedes Kind individuell
2.2 In Bezug auf die Einrichtung
2.3 In Bezug auf die Gruppe
2.4 In Bezug auf die Jahresplanung der Einrichtung
2.5 In Bezug auf die Elternarbeit
3. Beobachtungen
3.1 Einzelner Kinder
3.2 Der räumlichen Gestaltung
3.3 Eines Wochenablaufes
3.4 Eines Projektes
3.5 Einer Jahresplanung
3.6 Der Elternarbeit
4. Entwicklungsbereiche – Was ist was?
5. Epilog und Dankesworte
6. Kopiervorlagen
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der Arbeit ist die Entwicklung eines praxisnahen Beobachtungssystems im Elementarbereich, das den Spagat zwischen gesetzlichen Bildungsanforderungen und dem Respekt vor der kindlichen Individualität meistert. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, wie pädagogische Fachkräfte ihre Angebote dokumentieren und kritisch reflektieren können, ohne dabei den Fokus auf das Kind als freies Individuum zu verlieren.
- Entwicklung eines farbgestützten Beobachtungssystems für Kindertagesstätten.
- Ganzheitliche Förderung in den Bereichen Individuum, Gruppe, Einrichtung und Elternarbeit.
- Vereinbarkeit von Bildungsvereinbarung/KiBiz und kindzentrierter Pädagogik.
- Praktische Umsetzung durch Kopiervorlagen für Wochen-, Projekt- und Jahresplanungen.
Auszug aus dem Buch
1. Prolog – Warum noch ein Beobachtungsverfahren?
Ich denke, jeder, der einmal im Elementarbereich tätig war kennt mein Problem: Es stehen immer wieder Neuerungen ins Haus. Ideen für die tägliche Arbeit werden eingebracht, die es praktisch umzusetzen gilt. Die Beobachtungen von Kindern erzielen neue Schlüsse und die Anforderungen an unsere Kinder, die es durch Reaktionen auf verschiedenste Studien zu erfüllen gilt, werden nicht geringer. Ist man Teil eines Teams, welches im Elementarbereich arbeitet, so unterliegt man diesen Neuerungen und der Anforderung diese umzusetzen. Kluge Köpfe entwickeln Leitfäden und Listen, die Dinge aufzeigen, die man zu erfüllen hat. Wie genau man diese Dinge umsetzt, wie man die Dinge auf den Listen kontrollieren und abhaken kann und wie man unter diesen Umständen auch noch – und was vollkommen in den Hintergrund zu rücken scheint – jeden einzelnen kleinen Erdenbürger mit seiner vollständigen Individualität nicht aus den Augen verliert, sagt uns niemand.
Wir müssen naturwissenschaftlich fördern und die Muttersprache ist wichtig. Wenn diese nicht Deutsch ist, muss Deutsch eben erlernt werden – möglichst schnell. Schon 1½ Jahre vor der Einschulung soll ein gewisser, schulqualifizierender Wortschatz vorhanden sein. Die Kinder sollen sich bewegen können, wie verlangt, sie sollen sich verhalten wie verlangt und fein- wie grobmotorisch auf dem bestmöglichen Stand sein. Sie sollen Mengen erfassen und Lieder trällern und ihre Umgebung wahrnehmen können. Sie sollen sich an Regeln halten, verantwortlich handeln und den Anforderungen standhalten, die die Welt für sie bereit hält.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Prolog – Warum noch ein Beobachtungsverfahren?: Die Autorin reflektiert den Druck durch ständige Neuerungen und Anforderungen im Elementarbereich und stellt das Bedürfnis nach einem ganzheitlichen, kindzentrierten Beobachtungsmodell vor.
2. Ganzheitliche Förderung: Dieses Kapitel erläutert die Notwendigkeit der Förderung in verschiedenen Bereichen – von der individuellen Ebene bis hin zur Einbindung der Eltern – und betont die Bedeutung flexibler Rahmenbedingungen.
3. Beobachtungen: Hier wird das Kernkonzept vorgestellt: Ein farbgestütztes Beobachtungssystem, das der Selbstreflexion der Fachkräfte dient und dabei hilft, die Vielfalt der pädagogischen Arbeit in Kita-Gruppen transparent zu machen.
4. Entwicklungsbereiche – Was ist was?: Dieses Kapitel liefert Definitionen und Anregungen für acht zentrale Bildungsbereiche, die als Grundlage für die Beobachtungsbögen dienen.
5. Epilog und Dankesworte: Die Autorin blickt auf die Entstehung des Konzepts zurück, dankt unterstützenden Personen und lädt zum Austausch über das neue Beobachtungsmodell ein.
6. Kopiervorlagen: Dieses Kapitel enthält die praktischen Bögen für die tägliche Arbeit, wie Wochenpläne, Projektkalkulationen und Beobachtungsbögen für Kinder.
Schlüsselwörter
Beobachtungsverfahren, Elementarbereich, Kindertagesstätte, Ganzheitliche Förderung, Individualität, KiBiz, Bildungsvereinbarung, Dokumentation, Selbstreflexion, Projektplanung, Elternarbeit, Frühpädagogik, Bildungsbereiche, Kindzentrierung, Kita-Management.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt ein innovatives, farbgestütztes Beobachtungskonzept für den Elementarbereich vor, das pädagogische Qualität sichern und gleichzeitig die kindliche Individualität wahren soll.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die ganzheitliche Förderung der Kinder, die pädagogische Raumgestaltung, die effiziente Planung von Projektwochen und die aktive Einbindung der Elternschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erstellung eines praktischen Leitfadens für Fachkräfte, um den gesetzlichen Anforderungen (wie KiBiz/Bildungsvereinbarung) gerecht zu werden, ohne dabei den Blick auf das einzelne Kind zu verlieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Methode basiert auf systematischer Beobachtung und Selbstreflexion durch die pädagogischen Fachkräfte, ergänzt durch eine praktische Instrumentalisierung mittels standardisierter, aber flexibler Planungsbögen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der ganzheitlichen Förderung, die konkrete Anwendung der Beobachtungssysteme in der Kita-Praxis und die Definition der verschiedenen Entwicklungsbereiche detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Beobachtungsverfahren, Ganzheitlichkeit, Kindzentrierung, Individualität, pädagogische Dokumentation und Elternarbeit sind die zentralen Begriffe.
Wie funktioniert das farbgestützte System?
Jeder Bildungsbereich erhält eine feste Farbe. Durch das farbliche Markieren von Angeboten in Wochen- oder Projektplänen erkennen Fachkräfte sofort, welche Bereiche in der Einrichtung gut abgedeckt sind und wo noch Potential zur Ergänzung besteht.
Welche Rolle spielen die Eltern in diesem Konzept?
Eltern werden nicht nur als Informationsnehmer, sondern als aktive Partner gesehen, deren spezifische berufliche oder persönliche Kompetenzen zur Bereicherung des Kita-Alltags genutzt werden sollen.
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- Simone Richardt (Author), 2009, Arbeit im Elementarbereich - Zwischen Gesetz und Individualität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171454