Diese Arbeit beschäftigt sich, ausgehend von einer Schülerumfrage, mit der Frage, wie prozessbezogene Kompetenzen im Mathematikunterricht schon möglichst früh umgesetzt werden können.
Mathematik ist mehr als nur Rechnen. Die Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur Inhalte kennenlernen, sondern sie sollen auch darstellen, beschreiben und begründen. Die Rede ist von prozessbezogenen Kompetenzen. Das Prinzip des aktiv entdeckenden Lernens ermöglicht es den Kindern, sich auf einen individuellen Weg zu machen und aktive Mitgestalter ihres Lernprozesses zu werden. Anhand des spiralcurricularen Prinzips werden Themen immer wieder aufgegriffen. Die Kinder werden somit gefördert als auch gefordert.
Mit diesen drei Begriffen beschäftigt sich die Arbeit und schaut sich anhand des Bereichs der Größen an, wie diese umgesetzt werden können. Schließlich gelangt sie auch an Punkte, an denen vielleicht weitergedacht werden muss oder andere Perspektiven eingenommen werden sollten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
2. Grundlagenthema: Mathematikdidaktische Prinzipien auf der Basis der Theorien von Piaget
2.1 Piagets Theorien
2.2. Kritische Würdigung
2.3. Unterrichtliche Konsequenzen
3. Kompetenzerwerb im Mathematikunterricht
3.1. Inhaltsbezogene Kompetenzen
3.2. Prozessbezogene Kompetenzen
4. Das Konzept des aktiv entdeckenden Lernens
4.1. Begriffsbestimmung
4.2. Kinder als aktive Mitgestalter ihres Lernens
4.3. Entdeckendes Lernen – neue Wege beschreiten
4.4. Kritische Würdigung
Zwischenfazit
5. Allgemeines zum Werkstattunterricht
5.1. Blitzlichter aus der Schreinerwerkstatt für den Werkstattunterricht
5.2. Begriffsbestimmung Werkstattunterricht
6. Die Umsetzung des aktiv entdeckenden Lernens unter Berücksichtigung der Förderung der prozessbezogenen Kompetenzen
6.1 Das Besondere: Der Entdeckungsspielraum
6.2. Wie wird entdeckt: Der Handlungsspielraum
7. Veränderte Rollenzuschreibung
7.1. Die Rolle der Lernenden – Lernen durch Selbsttätigkeit
7.2. Die Rolle der Lehrkraft – vom Stoffvermittler zum Lernbegleiter
Zwischenfazit
8. Unterrichtsbeispiel: Werkstattarbeit in der Praxis
8.1. Ein hinführender Gedanke
8.2. Sachanalyse: Größe
8.3. Didaktischer Kommentar
8.4. Grundlegendes vorneweg
8.5. Wir entdecken im Bereich Größen die Gewichte
8.6. Reflexion
Zwischenfazit: am erworbenen Wissen anknüpfen
9. Lehrplanbezug: Eigene Gedanken
9.1. Kompetenzerwartung in Klasse 3 und 4
9.2. Spiralcurricular
9.3. Runterbrechen der Kompetenzerwartung in Klasse 1 und 2
10. Befragung von 3/4- Lehrkräften
11. Fazit und weitere Gedanken
12. Exposé
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie durch aktiv entdeckendes Lernen im Werkstattunterricht prozessbezogene Kompetenzen im Bereich Größen (Gewichte) in der ersten Klasse gefördert werden können, wobei insbesondere die Herausforderungen durch spiralcurriculare Lehrplanstrukturen analysiert werden.
- Theorie von Piaget als mathematikdidaktisches Fundament
- Förderung prozessbezogener Kompetenzen (Problemlösen, Kommunizieren, Argumentieren, Darstellen, Modellieren)
- Konzept des aktiv entdeckenden Lernens und dessen Umsetzung im Werkstattunterricht
- Rollenwandel der Lehrkraft vom Stoffvermittler zum Lernbegleiter
- Transfer von Kompetenzerwartungen aus höheren Klassen auf die Jahrgangsstufe 1/2
Auszug aus dem Buch
Die Rolle der Lehrkraft – vom Stoffvermittler zum Lernbegleiter
Die Hauptaufgabe der Lehrkraft liegt im aktiv-entdeckenden Unterricht nicht in der bloßen Vermittlung des Stoffes, sondern in der Organisation der Schüleraktivität. Die Lernenden benötigen eine Lernumgebung, die für ihr eigenes Handeln offen ist. Das bedeutet, die Lehrerinnen und Lehrer sollten möglichst wenig vorgeben. Damit einher geht, dass sich die Rolle der Lehrkraft erheblich verändert. Denn ansonsten besteht die Gefahr, dass die Schülerinnen und in die bloße Reproduktion getrieben werden. (Reich 2008, S. 24) Die Hauptaufgabe der Lehrperson im aktiv-entdeckenden Unterricht liegt somit nicht in der bloßen Vermittlung des Stoffes, sondern in der Organisation der Schüleraktivität. Die Schülerinnen und Schüler sollen somit selbst die Initiative ergreifen und sich aktiv mit dem Stoff auseinandersetzen. Somit muss die Lehrkraft die Voraussetzung schaffen und Hilfe zur Selbsthilfe leisten.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die unterschiedlichen Erfahrungen von Grundschulkindern mit Mathematikunterricht und führt in die Thematik des aktiv entdeckenden Lernens ein.
2. Grundlagenthema: Mathematikdidaktische Prinzipien auf der Basis der Theorien von Piaget: Dieses Kapitel erläutert Piagets Stufentheorie der geistigen Entwicklung und deren Relevanz für den mathematischen Anfangsunterricht.
3. Kompetenzerwerb im Mathematikunterricht: Hier wird der Fokus auf die Unterscheidung zwischen inhaltsbezogenen und prozessbezogenen Kompetenzen im Rahmen mathematischer Bildung gelegt.
4. Das Konzept des aktiv entdeckenden Lernens: Dieses Kapitel definiert und kritisiert das Konzept des aktiv entdeckenden Lernens als schülerzentrierte Unterrichtsmethode.
5. Allgemeines zum Werkstattunterricht: Der Werkstattunterricht wird als Methode des entdeckenden Lernens beleuchtet und anhand von Erfahrungen aus einer Schreinerwerkstatt illustriert.
6. Die Umsetzung des aktiv entdeckenden Lernens unter Berücksichtigung der Förderung der prozessbezogenen Kompetenzen: Hier wird dargelegt, wie die Gestaltung von Lern- und Handlungsspielräumen die mathematische Kompetenzentwicklung unterstützt.
7. Veränderte Rollenzuschreibung: Dieses Kapitel diskutiert den Wandel der Schülerrolle zur Selbsttätigkeit und den Wandel der Lehrerrolle zum Lernbegleiter.
8. Unterrichtsbeispiel: Werkstattarbeit in der Praxis: Die Anwendung der erarbeiteten Theorien wird anhand einer konkreten Werkstattreihe zum Thema Gewichte in einer ersten/zweiten Klasse dokumentiert und reflektiert.
9. Lehrplanbezug: Eigene Gedanken: Hier wird das Spannungsfeld zwischen den Kompetenzerwartungen für Klasse 3/4 und dem Bedarf einer früheren Einführung im Sinne des Spiralcurriculums aufgezeigt.
10. Befragung von 3/4- Lehrkräften: Dieses Kapitel präsentiert die Einschätzungen praktizierender Lehrkräfte bezüglich des vorgestellten Konzepts für die unteren Jahrgangsstufen.
11. Fazit und weitere Gedanken: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit des Weiterdenkens für einen guten Mathematikunterricht.
12. Exposé: Das Exposé bietet einen strukturierten Überblick über den Aufbau und die zentralen Argumentationslinien der Zulassungsarbeit.
Schlüsselwörter
Mathematikunterricht, aktiv entdeckendes Lernen, Werkstattunterricht, prozessbezogene Kompetenzen, Piaget, Stufentheorie, Spiralcurriculum, Größen, Gewichte, Lernbegleiter, Schülerzentrierung, Grundschule, Handlungsspielraum, Kompetenzerwerb, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung des Mathematikunterrichts in der Grundschule durch die Anwendung der Methode des aktiv entdeckenden Lernens im Werkstattunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der kognitiven Theorie nach Piaget, der Förderung prozessbezogener Kompetenzen und der Bedeutung spiralcurricularer Lehrplanstrukturen für den Bereich Größen und Messen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Kinder durch selbstständiges Forschen und Werkstattarbeit ein nachhaltiges Verständnis für mathematische Sachverhalte entwickeln können, auch wenn diese offiziell erst für spätere Klassenstufen vorgesehen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung mathematikdidaktischer Prinzipien sowie einer praxisorientierten Fallstudie in einer Lerngruppe der Klassen 1 und 2.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die didaktischen Grundlagen des entdeckenden Lernens, die veränderte Rollenverteilung zwischen Lehrkraft und Lernenden sowie die praktische Durchführung einer Werkstattarbeit zum Thema Gewichte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören aktiv entdeckendes Lernen, Werkstattunterricht, prozessbezogene Kompetenzen, Spiralcurriculum und der Lernbegleiter-Ansatz.
Warum ist die Behandlung des Themas "Gewichte" in Klasse 1/2 kontrovers?
Der offizielle bayerische Lehrplan sieht die Behandlung von Gewichten erst ab der dritten Klasse vor. Die Arbeit plädiert jedoch dafür, dieses Thema bereits früher spiralcurricular einzuführen, um tragfähige Vorkenntnisse zu schaffen.
Wie verändert sich die Rolle der Lehrkraft in diesem Konzept?
Die Lehrkraft gibt die Rolle des reinen Stoffvermittlers auf und agiert stattdessen als Lernbegleiter, der Strukturen schafft, Impulse gibt und die Schüleraktivität organisiert, anstatt Frontalunterricht zu halten.
- Arbeit zitieren
- Jessica Hasreiter (Autor:in), 2021, Warum ist es sinnvoll das Thema Größen bereits in der 1. Klasse zu behandeln?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1714892