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Matriarchat bei den Hopi?

Eine verwandtschaftsethnologische Untersuchung

Titre: Matriarchat bei den Hopi?

Dossier / Travail , 2009 , 21 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Julia Leib (Auteur)

Ethnologie / Anthropologie Culturelle
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Hopi gehören zu den Pueblo-Indianern im Südwesten Noramerikas. Die heute etwa 18.000 Menschen umfassende Bevölkerung verteilt sich auf 12 Dörfer (pueblos), die sich auf bzw. unterhalb der drei Tafelberge (mesas) des 1.800 bis 2.000 Meter hoch gelegenen Colorado-Plateaus im Nordosten des heutigen US-Bundesstaates Arizona befinden. Die Dörfer existieren teilweise seit Jahrhunderten, andere gibt es erst seit etwa 1910. Das Land ist typisch für den semiariden Südwesten. Breite Sandflächen wechseln ab mit Felsspitzen und phantastisch geformten Mesas, die abrupt aus der Wüste aufsteigen. Sie selbst nennen sich Hopitu, „die friedfertigen Menschen“, und sie waren auch immer friedliebend. Die Sprache der Hopi ist aus verschiedenen Sprachen zusammengesetzt, der Hauptzweig ist dabei das Shoshonische. Auch angesichts einschneidender gesellschaftlicher Veränderungen , mit denen die Hopi seit Beginn der Reservationszeit im Jahre 1882 konfrontiert wurden, hat sich ihr traditionelles Werte- und Normsystem bis heute weitgehend erhalten.

Die Hopi gelten als matrilokale Gesellschaft, in der den Frauen ein höherer Wert beigemessen wird als den Männern, und in der Töchter besonders erwünscht sind. Bei oberflächlicher Betrachtung könnte man gar zu dem Schluss kommen, dass es sich hierbei um eine Herrschaft der Frauen handelt. Doch haben Frauen tastsächlich die Autorität und Macht in allen Bereichen inne? In der Ethnologie wurden immer wieder Gesellschaften gesucht, die allen Kriterien eines Matriarchats gerecht werden . Ziel dieser Arbeit ist es daher, der Frage nachzugehen, ob man im Fall der Hopi von einem Matriarchat sprechen kann, oder ob ihr Geschlechterverhältnis nicht vielmehr gleichberechtigt ist und Frauen nur aufgrund der ökologischen Umstände zentrale Positionen inne haben. Die folgende Untersuchung stellt eine Rekonstruktion der Hopi-Gesellschaft im späten 19. Jahrhundert dar, bevor sie durch massive wirtschaftliche und politische Änderungen einem Wandel unterworfen war. Die Ergebnisse spiegeln folglich nicht die Gesellschaft der Hopi von heute wider. Eine Ideologie der Überlegenheit von Frauen hat jedoch auch noch heute Bestand.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte der Hopi

3. Soziale Organisation bei den Hopi

3.1 Matrilinearität und Matrilokalität

3.2 Das Verwandtschaftssystem

3.3 Haushalt, Lineage, Klan und Phratrie

4. Wirtschaftsweise und Subsistenz

5. Politik und Religion

6. Zusammenfassung – ein Welt der Frauen?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die soziale und verwandtschaftsethnologische Struktur der Hopi-Gesellschaft des späten 19. Jahrhunderts, um zu ergründen, ob ihre Organisation als Matriarchat zu klassifizieren ist oder ob ein egalitäres Geschlechterverhältnis vorliegt, in dem Machtbefugnisse komplementär verteilt sind.

  • Analyse der matrilokalen und matrilinearen Gesellschaftsordnung der Hopi.
  • Untersuchung des Crow-Systems als spezifisches Verwandtschaftsmodell.
  • Bewertung der ökonomischen Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern.
  • Einfluss politischer und religiöser Strukturen auf die Geschlechterhierarchie.

Auszug aus dem Buch

3.1 Matrilinearität und Matrilokalität

Das Geschlechterverhältnis der Hopi, welches im Folgenden untersucht wird, bildet einen Gegensatz zu patrialistischen Gesellschaften und widerlegt die Annahme von der mutmaßlichen weltweit unterdrückten Stellung der Frau.Matrilineare Deszendenz als Gegenteil der patrilinearen verstanden werden: Abstammung wird durch die weibliche Linie weitergegeben und bestimmt. Im Gegensatz zur Patrilinearität verleiht matrilineare Deszendenz aber nicht gleichzeitig auch Autorität. „Although descent passes trough the female line and women may have considerable power, they do not hold exclusive authority in the descent group21”. Vielmehr teilen sie sich die Autorität mit den Männern, wobei es sich meist um die Brüder der Frauen einer Deszendenzgruppe handelt, und nicht um ihre Ehemänner. Nach Haviland sei der Zweck einer matrilinearen Gesellschaft, eine beständige Verbundenheit der Frauen in der weiblichen Arbeitsgruppe bereitzustellen. Matrilineare Systeme sind üblicherweise in Hortikulturen, also in Gesellschaften, die vom Gartenbau leben, zu finden, in denen Frauen den Großteil der produktiven Arbeit verrichten. Da die Arbeit der Frauen als Ernteeinbringerinnen als essentiell für die Gesellschaft angesehen wird, herrscht weibliche Deszendenz vor. In matrilinearen Gesellschaften gehören Brüder und Schwestern zur Deszendenzgruppe ihrer Mutter, der Mutter ihrer Mutter, der Geschwister ihrer Mutter und der Kinder der Schwestern ihrer Mutter22.

Männer gehören immer derselben Deszendenzgruppe an, wie ihre Schwestern und ihre Mutter, aber die Kinder eines Mannes können ihre Abstammung nicht durch den Vater zurückverfolgen. Seine Kinder gehören der Deszendenzgruppe seiner Frau an und nicht seiner eigenen. Es handelt sich somit um eine unilineare Abstammungsgruppe, da die Verwandten nur durch ein Geschlecht miteinander verbunden sin. In vielen matrilinearen Gesellschaften ist die Verbindung von Ehemann und Ehefrau eher schwach ausgeprägt, wohingegen die zwischen Bruder und Schwester besonders stark ist23. Der Ehemann hat keine rechtmäßige Autorität in seinem Haushalt, dafür aber in dem seiner Schwester. Sein Besitz und Status wird er später an den Sohn seiner Schwester und nicht an seinen eigenen weitergeben. Somit unterhalten Brüder und Schwestern in matrilinearen Gesellschaften eine lebenslange Verbindung zueinander, wohingegen eheliche Verbindungen leicht getrennt werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Lebenswelt der Hopi und Formulierung der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Existenz eines Matriarchats.

2. Die Geschichte der Hopi: Historischer Abriss von den Anfängen der Besiedlung bis zu den gesellschaftlichen Umbrüchen durch koloniale Einflüsse.

3. Soziale Organisation bei den Hopi: Detaillierte Darstellung der matrilokalen Strukturen, der Verwandtschaftssystematik und der clanbasierten Einheiten.

4. Wirtschaftsweise und Subsistenz: Untersuchung der landwirtschaftlichen Lebensgrundlagen und der ökonomischen Rollenaufteilung innerhalb der matrilinearen Haushalte.

5. Politik und Religion: Analyse der Machtverteilung in politischen Ämtern sowie der rituellen Bedeutung von Frauen und Männern im Zeremonialwesen.

6. Zusammenfassung – ein Welt der Frauen?: Synthese der Ergebnisse, die eine egalitäre Machtverteilung statt einer weiblichen Vorherrschaft nahelegt.

Schlüsselwörter

Hopi, Matriarchat, Matrilinearität, Matrilokalität, Verwandtschaftssystem, Crow-System, Soziale Organisation, Geschlechterverhältnis, Haushalt, Klan, Phratrie, Subsistenz, Kachina, Ethnologie, Pueblo-Kultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die soziale Struktur und das Geschlechterverhältnis der Hopi-Indianer, um zu klären, ob die Gesellschaft als Matriarchat bezeichnet werden kann.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Schwerpunkte sind die matrilineare Abstammung, die matrilokale Wohnsitzregel, das Verwandtschaftssystem sowie die ökonomische und politische Aufgabenverteilung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird gefragt, ob bei den Hopi eine Herrschaft der Frauen vorliegt oder ob das Geschlechterverhältnis als gleichberechtigt einzustufen ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt einen verwandtschaftsethnologischen Ansatz, um die Gesellschaft anhand von Fachliteratur und historischen Quellen zu rekonstruieren.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert detailliert die soziale Organisation, die wirtschaftlichen Grundlagen sowie die politischen und religiösen Sphären der Hopi.

Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?

Wichtige Begriffe sind Matrilinearität, Klanstruktur, Crow-System, egalitäre Geschlechterbeziehungen und Pueblo-Kultur.

Wie wirkt sich das Crow-System auf die Identität eines Hopi aus?

Das System ordnet Individuen primär ihrer matrilinearen Abstammungsgruppe zu, was die Identität stark an den Klan der Mutter bindet und das Verwandtschaftsnetzwerk definiert.

Warum ist das Geschlechterverhältnis bei den Hopi trotz starker weiblicher Rollen kein Matriarchat?

Die Arbeit argumentiert, dass Macht und Autorität zwischen den Geschlechtern differenziert aufgeteilt sind, wobei männliche Rollen in Zeremonien und Politik die weibliche Vormachtstellung im Haushalt ausgleichen.

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Résumé des informations

Titre
Matriarchat bei den Hopi?
Sous-titre
Eine verwandtschaftsethnologische Untersuchung
Université
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Historische Ethnologie)
Cours
Einführung in die Verwandtschaftsethnolgie
Note
1,3
Auteur
Julia Leib (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
21
N° de catalogue
V171520
ISBN (ebook)
9783640911042
ISBN (Livre)
9783640909148
Langue
allemand
mots-clé
matriarchat hopi eine untersuchung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Julia Leib (Auteur), 2009, Matriarchat bei den Hopi?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171520
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Extrait de  21  pages
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