Bewegung und Sport für Menschen mit Behinderung


Hausarbeit, 2010
14 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Menschen mit geistiger Behinderung
2.1 Zur Definition und Begriffsbestimmung
2.1.1 Der Begriff Behinderung
und seine terminologischen Veränderungen
2.1.2 Der Begriff Geistige Behinderung
und seine terminologischen Veränderungen
2.2 Ursachen geistiger Behinderung

3 Bewegung und Sport für Menschen mit geistiger Behinderung
3.1 Integratives Sport und Bewegungskonzept
für Menschen mit Behinderung

4 Resümee

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Niemals aber ist ein Mensch nur behindert. Behinderung ist immer ein Teil des Men­schen, ein Ausschnitt aus der Vielfalt des Menschen, ein Ausschnitt aus der Vielfalt sei­nes Menschseins und seiner Möglichkeiten. Deswegen sind Menschen mit Behinderung nicht Menschen, die nur betreut und beschützt werden müssen. Es sind Menschen, die etwas zu geben haben, die etwas können, die etwas beitragen im Zusammenleben der Menschen, auch bei schwerster Behinderung“ (Zur Woche für das Leben 1994 zit. in www.behindertenpastoral-dbk.de)

Für viele Menschen mit einer Behinderung ist Bewegung und Sport eine echte Lebenshilfe. Ein wesentlicher Teil des Integrationsprozesses ist gesellschaftli­che Rehabilitation durch Sport. Bei der Suche nach geeigneten Modellen und Konzept für den Sport bei Menschen mit Geistiger Behinderung ergeben sich häufig Problematiken, da es sehr schwierig ist Themen und Inhalte zu finden, an denen alle sinnvoll mit Freude teilnehmen können und in denen die Selbst­ständigkeit gefördert wird.

Die vorliegende Arbeit möchte diesen Fragen nach gehen und eine geeignetes Konzept vorstellen, welches den Teilnehmern größtmögliche, selbstständige und erlebnisreiche Handlungsmöglichkeiten eröffnet.

Zu Beginn muss jedoch erst die Frage geklärt werden, was in unserer Gesell­schaft unter Geistig Behindert zu verstehen ist. Im ersten Teil erfolgt eine termi­nologische und definitorische Annäherung an diesen Personenkreis Die Annä­herung an den Personenkreis dient nicht nur dazu, einen Überblick über die aktuellen Zusammenhänge und Diskussionen zu geben. Es soll parallel dazu verdeutlicht werden, welches Grundverständnis von Geistiger Behinderung der Hausarbeit zugrunde liegt. Desweiteren werden Ursachen einer Geistigen Be­hinderung erläutert.

Im letzten Teil werden Problematiken des Sportverständnisses näher beleuch­tet, sowie ein geeignetes Sport- und Bewegungskonzept für Menschen mit Be­hinderung vorgestellt.

Grundsätzlich wird in der vorliegenden Arbeit der Begriff geistige Behinderung verwendet, obwohl er sehr umstritten ist. Möglicherweise wird dieser in den nächsten Jahren durch international geläufige Bezeichnungen wie Intellektuelle Behinderung, Beeinträchtigung oder Lernschwierigkeiten ersetzt Darüber hin­aus wird der Begriff in der wis­senschaftlichen, juristischen und öffentlichen Diskussion am meisten verwendet und ist deshalb für je­dermann zugänglich.

2. Menschen mit geistiger Behinderung

2.1 Zur Definition und Begriffsbestimmung

2.1.1 Der Begriff Behinderung und seine terminologischen Veränder­ungen

Unter dem Begriff Behinderung wird im Alltag häufig die einfache Vorstellung eines allumfassenden individuellen Merkmals einer Person verstanden, also eine feststehende, objektivierbare Eigenschaft einer Person. Dieses Verständ­nis von Behinderung ist jedoch nicht mehr ganz aktuell. Zu einer Ein­stellungs­änderung hat maßgeblich die Weltgesundheitsorganisation kurz WHO, durch ihre Beschreibung von Behinderung in der International Classification of Im­pairments, Disabilities and Handicaps (ICIDH), in den 80er Jahren, beigetra­gen. Diese hebt darauf ab, Behinderung im Prozess von individueller Schädi­gung, interaktiver Beeinträchtigung und erfahrener Benachteiligung darzustel­len. (vgl. Weingärtner 2009: 39)

In diesem Zusammenhang beschreibt Fornfeld (2000:46 zit. in Weingartner 2009: 40) Behinderung folgend:

„Als behindert gelten Personen, die infolge einer Schädigung ihrer körperlichen, seelischen und geistigen Funktionen so weit beeinträchtigt sind, dass ihre un­mittelbare Lebensverrichtung oder die Teilnahme am Leben der Gesellschaft erschwert werden“.

Durch das prozessuale Verständnis von Behinderung wird die gesellschaftliche Konstituierung dieses Begriffes deutlich erkennbar. Behinderung lässt sich nicht nur durch organisch erkennbare Schäden charakterisieren. Es rücken vielmehr die sozialen Konsequenzen einer Schädigung in den Vordergrund. Nicht jede Schädigung führt gleichwohl auch zu einer Beeinträchtigung. Es hängt vielmehr von den gesellschaftlichen Umgangsweisen ab, ob eine Beeinträchtigung oder Benachteiligung entsteht. (vgl. Weingärtner 2009: 40)

Weingärtner (2009:40) versinnbildlicht dies anhand eines Beispiels:

„Jede Rampe vermindert insofern die Behinderung eines Menschen mit einer Beeinträchtigung des Gehens. Mehr Toleranz ermöglicht Menschen mit kogniti­ven Beeinträchtigungen, etwa in einem Restaurant am Leben der Gesellschaft teilzunehmen“

Hahn (1981 zit. in Weingärtner 2009:40) etikettiert Behinderung als ein „Mehr an Sozialer Abhängigkeit“ und verdeutlicht, dass sich Behinderung im sozialen Raum ereignet und nicht an eine Person gebunden ist.

In der Diskussion um das Verständnis von Behinderung wird vermehrt kritisiert, dass Behinderung sehr defizitorientiert betrachtet wird. Menschen mit einer Be­hinderung werden häufig nur durch ihr Nicht-Können beschrieben. Dabei wird völlig außer Acht gelassen , dass jeder Mensch etwas kann und Kompetenzen vorzuweisen hat. (vgl. Weingärtner 2009: 40f)

Dieser Gedanke wurde auch 1999 von der WHO bei der Weiterentwicklung des Behindertenbegriffes aufgefasst. Beim ICIDH-2 werden nicht mehr die, aus ei­ner Schädigung stammenden, Einschränkungen hervorgehoben, sondern auch die individuellen Handlungsmöglichkeiten und Möglichkeit zur Teilhabe am ge­sell­schaftlichen Leben. (vgl. Weingärtner 2009: 41).

Der ICIDH-2 wurde 2001 von dem ICF (International Classification of Function, Disability and Health) abgelöst. Dies ist eine von der WHO beschlossene, für alle Länder verbindliche internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Be­hinderung und Gesundheit. Der ICF basierst noch stärker als der ICIDH -2 auf einem biopsychosozialen Grundverständnis.

Der Begriff der funktionalen Gesundheit ist der wichtigste Grundbegriff der ICF. Eine Person gilt als funktionell gesund gemäß dem SGB IX wenn:

- ihre körperlichen Funktionen und Körperfunktionen allgemein anerkann­ter Normen entsprechen.
- sie als das tun kann, was von einem Menschen ohne Gesundheits-problem erwartet wird.
- sie ihr Dasein in allen Lebensbereichen, die ihr wichtig sind, in der Weise und dem Umfang entfalten kann, wie es von einem Menschen ohne Be­einträchtigung der Körperfunktionen oder -strukturen oder der Aktivitäten erwartet wird. (vgl. Weingärtner 2009: 42)

Demnach resultiert Behinderung aus der Wechselwirkung zwischen einer Per­son mit einem Gesundheitsproblem und den Gegebenheiten ihres Lebens­hin­tergrundes, auf ihre funktionale Gesundheit. (vgl. Weingärtner 2009:42)

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Bewegung und Sport für Menschen mit Behinderung
Hochschule
Hochschule Fulda
Veranstaltung
Integrationssport
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V171598
ISBN (eBook)
9783640911592
ISBN (Buch)
9783640909704
Dateigröße
586 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bewegung, sport, menschen, behinderung
Arbeit zitieren
Clarissa Seban (Autor), 2010, Bewegung und Sport für Menschen mit Behinderung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171598

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