Diese Arbeit beschäftigt sich mit einer Alltagsgeschichte von Migranten in Deutschland, die auf gewöhnliche Hindernisse treffen und die als Fremde in der Fremde leben. Im Zuge dessen wird zum Einen auf der Basis ausgewählter Vertreter der Interkulturellen Germanistik die Kurzgeschichte Kaktus oder Zitrone von Rafik Schami (1988) untersucht und diese zum Anderen – für ein besseres Verständnis – in den historisch-kulturellen Kontext eingeordnet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Kurze Skizzierung von den Grundlagen der interkulturellen Germanistik – Wierlacher, Alois; Steinmetz, Horst
2.2. Lese-Unterschiede. Zum interkulturellen Leser-Gespräch – Krusche, Dietrich
3. Analyse zu „Kaktus oder Zitrone“ von Rafik Schami
3.1. Historisch-kultureller Hintergrund: Gastarbeiterliteratur
3.2. Textanalyse
4. Zusammenfassung
5. Literaturangaben
5.1. Primärliteratur
5.2. Sekundärliteratur
5.3. Internetrecherche
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Kurzgeschichte "Kaktus oder Zitrone" von Rafik Schami unter Anwendung interkultureller literaturwissenschaftlicher Theorien, um die Konstruktion von Fremdheit sowie die Lebenswirklichkeit von Migranten im historischen Kontext der Gastarbeiterliteratur kritisch zu beleuchten.
- Grundlagen der interkulturellen Germanistik nach Wierlacher und Steinmetz
- Methodische Ansätze zur Lese-Erfahrung und interkulturellen Interpretation
- Historischer Kontext der sogenannten Gastarbeiterliteratur
- Literarische Analyse und Symbolik in Schamis "Kaktus oder Zitrone"
- Dialektik von Eigenem und Fremdem als soziales Konstrukt
Auszug aus dem Buch
3.2. Textanalyse
Schamis Kurzgeschichte Kaktus oder Zitrone besteht – rein erzählstrategisch betrachtet – aus zwei Teilen. In der Haupthandlung wird der Ort der Handlung beschrieben und – im Zeichen der Gastarbeiterliteratur – ein Lebensausschnitt aus dem Leben eines Gastarbeiters gegeben. Es ist ein „kleines schmales Zimmer“, in diesem befindet sich alles, was dessen Bewohner zum Leben hat. Zudem ist dieser Ort gleichzeitig Küche, Wohn- und Schlafzimmer. Auf der Fensterbank liegen bzw. stehen die Nebendarsteller der Handlung bzw. die Protagonisten der Nebenhandlung. Jedoch nur der Kaktus wird, durch die Nennung der Sorte, spezifiziert: „Lobevia cevasiflora/Kirschroter Andenkaktus“ und sogar das Etikett mit dem Preis wird genannt. Dann wird Jorgos, der Bewohner des kleinen Zimmers, in die Erzählung eingeführt. Jorgos ist – namensetymologisch betrachtet – die griechische Form von Georg. Genauer gesagt ist Georg durch die Abkürzung entstanden, das heißt im Griechischen sagt man Georgios oder je nach Übersetzung ins lateinische Alphabet Jorgos. Aufgrund dessen und der Tatsache, dass „ein Griechenland-Plakat mit vielen weißgetünchten Häusern, einer kleinen Kirche und dem blauen Meer“ die Wand über dem Bett schmückt, lässt sich schließen, dass Jorgos ursprünglich aus Griechenland stammt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Alltagsgeschichten von Migranten bei Rafik Schami ein und skizziert das methodische Vorgehen mittels interkultureller Germanistik.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Theorien zur Beziehung zwischen Eigenem und Fremdem sowie die hermeneutischen Ansätze für das interkulturelle Lesegespräch.
3. Analyse zu „Kaktus oder Zitrone“ von Rafik Schami: Hier erfolgt die historische Einordnung der Gastarbeiterliteratur sowie die detaillierte textimmanente Analyse der Kurzgeschichte und ihrer Symbolik.
4. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass Fremdheit stets ein durch Interpretation generiertes Konstrukt ist und Schami Kritik durch subtile Erzählstrategien übt.
5. Literaturangaben: Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie der Internetquellen.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Germanistik, Rafik Schami, Kaktus oder Zitrone, Gastarbeiterliteratur, Fremdheit, Alterität, Identität, Jorgos, Literaturanalyse, interkulturelle Rezeption, Migration, Symbolik, Konstruktivismus, Erzählstrategie, Hermeneutik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Kurzgeschichte "Kaktus oder Zitrone" von Rafik Schami vor dem Hintergrund interkultureller germanistischer Theorien.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Konzepte des Eigenen und Fremden, die Lebenssituation von Migranten sowie die literarische Auseinandersetzung mit der sogenannten Gastarbeiterliteratur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Kurzgeschichte durch die Anwendung wissenschaftlicher Theorien zu interpretieren und dabei die Konstruktion von Fremdheit offenzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Untersuchung basiert auf einer interkulturellen literaturwissenschaftlichen Analyse, die insbesondere Theorien von Alois Wierlacher, Horst Steinmetz und Dietrich Krusche nutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Einbettung der Erzählung in den historisch-kulturellen Kontext und eine detaillierte Textanalyse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Interkulturelle Germanistik, Fremdheit als Konstrukt, Gastarbeiterliteratur, Alterität und literarische Symbolik.
Welche Bedeutung hat der Titel der Kurzgeschichte im Kontext der Analyse?
Der Titel "Kaktus oder Zitrone" wird als lebensentscheidende Wahl zwischen Anpassung (Kaktus) und Aufgabe (Zitrone) gedeutet.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Kaktus in der Erzählung?
Der Kaktus wird als Symbol für Widerstandsfähigkeit und eine erfolgreiche, wenngleich schmerzhafte Anpassung an eine fremde Umgebung interpretiert.
- Quote paper
- Katharina Ströhl (Author), 2011, „Kaktus oder Zitrone“ - Eine interkulturelle Untersuchung zu Rafik Schamis Alltagserzählung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171647