Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Business economics - Business Ethics, Corporate Ethics

Das Solidaritätsverständnis der Bewegung Solidarische Ökonomie: Eine Dokumentenanalyse von Texten von Altvater, Giegold/Embshoff und Voß

Title: Das Solidaritätsverständnis der Bewegung Solidarische Ökonomie: Eine Dokumentenanalyse von Texten von Altvater, Giegold/Embshoff und Voß

Seminar Paper , 2011 , 43 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Susanne Held (Author)

Business economics - Business Ethics, Corporate Ethics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Solidarität ist ein Begriff, den sich zahlreiche Organisationen – wie Parteien, Gewerkschaften, religiöse Gruppen und NGOs – gerne auf die Fahnen schreiben. Verbunden wird damit häufig ein gesellschaftlicher Zusammenhalt, die Zusammengehörigkeit einzelner Gruppen und gegenseitige Unterstützung (vgl. Dallinger 2009, 21). Die Reichweite und Charakteristika von Solidarität werden jedoch je nach Definition sehr unterschiedlich bestimmt. Diese kann sich sowohl auf große anonyme Kollektive beziehen also auch auf kleine soziale Zusammenhänge (ebd., 21). Verschiedene Auffassungen existieren ebenso darüber, wie Soli-darität erzeugt wird und ob sie eher „von unten“ durch die Betroffenen selbst oder „von oben“ durch den Staat entsteht (Iben/Kemper/Maschke 1999, 17ff.). Differenziert wird zwischen der organisierten Entstehung von Solidarität im Rahmen konstituierter Sozialzusammenhänge und ihrem spontanen Zustandekommen in unstrukturierten Situationen (Kaufmann 2002, 40). Je nach damit verbundenen Interessen wird der Solidaritätsbegriff somit sehr unterschiedlich verwendet.
Auch die Bewegung Solidarische Ökonomie sieht Solidarität als zentrales Konzept an. Ihre Vertreter setzen sich für eine Wirtschaft ein,„bei der in den drei Bereichen Produktion, Konsum und Verteilung die handelnden Akteure darauf verzichten, vorhandene Chancen auf Durchsetzung ihrer Bedürfnisse auch gegen Widerstreben und auf Kosten der Bedürfnisse der übrigen Akteure zu nutzen“ (Flieger 2006, 47).
Darüber was das Solidarische dieser Wirtschafsform genau ausmacht existiert innerhalb der Bewegung bisher kein einheitliches Verständnis (vgl. Giegold/Embshoff 2008b, 13; Voß 2010, 11). Für die Zusammenarbeit ihrer verschiedenen Strömungen ist es jedoch von zentraler Bedeutung, „sich über die Definition des Begriffes und damit über das Gemeinsame und Einigende eines neuen Bewegungsschubs ökonomischer Selbstorganisation zu verständigen.“ (Giegold/Embshoff 2008b, 14f.) Welche gemeinsame Basis existiert hinsichtlich des Solidaritätsbegriffes innerhalb der Bewegung Solidarische Ökonomie? Welche unterschiedlichen Verständnisse sind vorhanden? Diese Fragen werden in der vorliegenden Arbeit untersucht. Dazu werden Texte von den Vertretern der Bewegung, Elmar Altvater, Sven Giegold/Dagmar Embshoff und Elisabeth Voß, analysiert und Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Solidaritätskonzepte herausgearbeitet. Schließlich soll untersucht werden, inwiefern diese in Durkheims Solidaritätstheorie verankert sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bewegung Solidarische Ökonomie in Deutschland

2.1 Entstehung

2.2 Grundannahmen und Ziele

3. Durkheims Solidaritätskonzept

3.1 Mechanische Solidarität

3.2 Organische Solidarität

4. Methode und Durchführung der Dokumentenanalyse

4.1 Qualitative Inhaltsanalyse

4.2 Zugang, Auswahl und Überprüfung der Dokumente

4.3 Analyse der Entstehungssituation

4.4 Festlegung von Analyserichtung und Kategorienbildung

5. Analyse der Texte von Altvater, Giegold/ Embshoff und Voß

5.1 Altvaters „Solidarisches Wirtschaften: prekär oder emanzipativ“

5.1.1 Kontext des Dokuments

5.1.2 Zusammenfassende Inhaltsanalyse

5.1.3 Explizierende Inhaltsanalyse

5.1.4 Strukturierende Inhaltsanalyse

5.2 Giegolds/ Embshoffs „Solidarische Ökonomie im globalisierten Kapitalismus“

5.2.1 Kontext des Dokuments

5.2.2 Zusammenfassende Inhaltsanalyse

5.2.3 Explizierende Inhaltsanalyse

5.2.4 Strukturierende Inhaltsanalyse

5.3 Voß’ „Wegweiser Solidarische Ökonomie“

5.3.1 Kontext des Dokuments

5.3.2 Zusammenfassende Inhaltsanalyse

5.3.3 Explizierende Inhaltsanalyse

5.3.4 Strukturierende Inhaltsanalyse

6. Vergleich der Solidaritätsverständnisse

7. Theoretische Verankerung der Solidaritätsverständnisse

7.1 Widersprüchliche Bezüge zu Durkheim bei Altvater

7.2 Parallelen zu Durkheims organischer Solidarität bei Voß

7.3 Bezüge zu Durkheims Vertragssolidarität bei Giegold und Embshoff

8. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Solidaritätsverständnis innerhalb der Bewegung der Solidarischen Ökonomie in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, die unterschiedlichen Solidaritätskonzepte zentraler Vertreter der Bewegung (Altvater, Giegold/Embshoff und Voß) herauszuarbeiten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu identifizieren und diese in den theoretischen Kontext von Durkheims Solidaritätstheorie einzuordnen.

  • Analyse und Vergleich unterschiedlicher Solidaritätskonzepte.
  • Untersuchung der Entstehung und der Grundannahmen der Bewegung Solidarische Ökonomie.
  • Theoretische Fundierung durch Durkheims Konzepte der mechanischen und organischen Solidarität.
  • Beitrag zur Definition des "Solidarischen" in der Solidarischen Ökonomie.

Auszug aus dem Buch

Das Prinzip Solidarität

Soziale Bewegungen, die auf Alternativen zur kapitalistischen Marktgesellschaft zielen, emanzipieren sich aus den Handlungslogiken, die vom Markt vorgegeben werden. Gibt es mehrere Handlungslogiken, dann ist dies bereits ein Hinweis darauf, dass der historische Pessimismus vom Ende der Geschichte und von Tina-Blockaden nicht gerechtfertigt ist. Tatsächlich erhellt bereits der Blick in die Geschichte des Wirtschaftens, wie unterschiedlich in verschiedenen Kulturen und Geschichtsepochen Ökonomie und Gesellschaft koordiniert wurden, wie facettenreich die Denk- und Handlungsmuster sind, die sich in den immer wiederkehrenden, zur Routine gewordenen Handlungen herausbilden. Es lässt sich auch zeigen, wie unterschiedlich der Umgang von Gesellschaften mit der Natur geregelt ist. Es existieren nicht nur das Privateigentum an Naturstücken und der privateigentümlich geregelte Zugang zu Ressourcen, wie neoliberale Ökonomen und grüne Konservative meinen. Es gibt auch nicht nur die Alternative der ausholenden Planung, möglicherweise im globalen Raum mit oder ohne Selbstverwaltung. In der Geschichte ist der Umgang mit der Natur, ist die Gestaltung des gesellschaftlichen Naturverhältnisses sehr häufig kommunal und gesellschaftlich partizipativ, genossenschaftlich geregelt worden, eben auf der Grundlage nicht von individuellen Interessen oder staatlich-zentraler Kompetenz, sondern auf dem weichen und zugleich stabilen und tragfähigen Grund von Solidarität (vgl. zusammenfassend: Burkett 2006: 302ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Vielschichtigkeit des Solidaritätsbegriffs und die Zielsetzung der Arbeit, die Solidaritätsvorstellungen innerhalb der Bewegung Solidarische Ökonomie zu analysieren.

2. Die Bewegung Solidarische Ökonomie in Deutschland: Darstellung der historischen Wurzeln, der Entstehung und der grundlegenden Zielsetzungen der Solidarischen Ökonomie.

3. Durkheims Solidaritätskonzept: Theoretische Einführung in die Konzepte der mechanischen und organischen Solidarität nach Emile Durkheim als Vergleichshorizont.

4. Methode und Durchführung der Dokumentenanalyse: Erläuterung des methodischen Vorgehens mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring und der Kriterien für die Dokumentenauswahl.

5. Analyse der Texte von Altvater, Giegold/ Embshoff und Voß: Detaillierte inhaltliche Analyse der ausgewählten Primärtexte hinsichtlich Kontext, Bedeutung und Solidaritätsverständnis.

6. Vergleich der Solidaritätsverständnisse: Zusammenführender Vergleich, der Gemeinsamkeiten und Differenzen in den Auffassungen der analysierten Autoren aufzeigt.

7. Theoretische Verankerung der Solidaritätsverständnisse: Einordnung der Ergebnisse in die soziologische Theoriebildung durch Bezugnahme auf Durkheims Modelle.

8. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Arbeit und Aufzeigen möglicher zukünftiger Forschungsansätze.

Schlüsselwörter

Solidarität, Solidarische Ökonomie, Dokumentenanalyse, Emile Durkheim, mechanische Solidarität, organische Solidarität, Vertragssolidarität, Wirtschaft, Selbstorganisation, Arbeitsteilung, kollektives Gedächtnis, Fairness, Reziprozität, Gemeinwohl, soziale Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Solidaritätsverständnis von Vertretern der Bewegung "Solidarische Ökonomie" anhand einer qualitativen Dokumentenanalyse ihrer Texte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Definition und Reichweite von Solidarität, die Rolle der Selbstorganisation sowie die theoretische Verankerung dieser Konzepte in der Soziologie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Solidaritätskonzepten der Autoren Altvater, Giegold/Embshoff und Voß herauszuarbeiten und diese mit Durkheims Solidaritätstheorie zu vergleichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring angewendet, unterstützt durch Aspekte der Grounded-Theory-Methodologie für die Kategorienbildung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Texte der genannten Autoren analysiert, strukturiert und anschließend hinsichtlich ihrer Solidaritätsverständnisse miteinander verglichen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Solidarische Ökonomie, organische Solidarität, Arbeitsteilung, kollektives Gedächtnis und das Verhältnis von Eigeninteresse und Gemeinwohl.

Wie unterscheidet Altvater Solidarität von marktlogischen Prinzipien?

Altvater setzt Solidarität mit Fairness gleich und betont, dass sie ein gesellschaftliches Kollektiv voraussetzt, während sie im Gegensatz zu den Prinzipien von Äquivalenz und Reziprozität steht, die auf individuellen marktvermittelten Beziehungen basieren.

Welche Rolle spielt der "Homo Cooperativus" bei Voß?

Voß nutzt das Konzept des "Homo Cooperativus", um zu veranschaulichen, dass Menschen aufgrund ihrer gegenseitigen Abhängigkeit und wirtschaftlichen Not dazu tendieren, zu kooperieren, anstatt egoistisch nur nach dem eigenen Vorteil zu streben.

Excerpt out of 43 pages  - scroll top

Details

Title
Das Solidaritätsverständnis der Bewegung Solidarische Ökonomie: Eine Dokumentenanalyse von Texten von Altvater, Giegold/Embshoff und Voß
College
Technical University of Chemnitz  (Organisation)
Course
Solidarität in Gesellschaft und Organisationen
Grade
1,0
Author
Susanne Held (Author)
Publication Year
2011
Pages
43
Catalog Number
V171657
ISBN (eBook)
9783640913213
ISBN (Book)
9783640912131
Language
German
Tags
Solidarität Solidarisch Ökonomie Solidaritätskonzept Giegold Emshoff Altvater Voß Dokumentenanalyse Durkheim
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Held (Author), 2011, Das Solidaritätsverständnis der Bewegung Solidarische Ökonomie: Eine Dokumentenanalyse von Texten von Altvater, Giegold/Embshoff und Voß , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171657
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  43  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint