„Du bist irgendwie anders. Du gehörst nicht dazu.“ Diese zwei Sätze sind die Kernaussage des Buches „Irgendwie Anders“ von Kathryn Cave und Chris Riddell. Es behandelt – wie viele andere Bücher für Kinder auch – das Thema Fremdheit und Anderssein, jedoch auf eine ganz besondere Art und Weise.
In dieser Hausarbeit wird analysiert, wie dieses Thema ganz bewusst auf der Bild- und Textebene umgestzt wurde.
Inhaltsverzeichnis
1. „Irgendwie Anders“ – Einleitung
1.1. Inhalt
1.2. Thesenformulierung
2. Ausgrenzung auf der Bildebene
2.1. Irgendwie Anders und die anderen Tiere
2.2. Die Begegnung mit dem Etwas
2.3. Der Spiegel
3. Ausgrenzung auf der Textebene
3.1. Redeanteile
3.2. Vom „er“ zum „sie“
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Thema Fremdheit und soziale Ausgrenzung anhand des Bilderbuchklassikers „Irgendwie Anders“. Ziel der Analyse ist es aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Gestaltung der Bildebene (Zeichenstil, Positionierung, Spiegelmotiv) und der Textebene (Redeanteile, Pronomina) die Abgrenzung der Hauptfigur von der Gruppe narrativ und visuell umgesetzt wird.
- Analyse der visuellen Abgrenzung auf der Bildebene
- Untersuchung der narrativen Textebene und Pronomina
- Rolle des Spiegels als Identifikations- und Wendepunkt
- Vergleich der Rollenverteilung zwischen Individuum und Gruppe
Auszug aus dem Buch
2.1. Irgendwie Anders und die anderen Tiere
Schon auf der ersten Seite des Buches sieht man, dass Irgendwie Anders ganz allein und weit abgegrenzt von den anderen lebt (siehe Anhang, Bild 1). Er wohnt in einem kleinen Haus, das ganz einsam auf einem sehr hohen Berg steht. Nur ein kleiner Weg führt zu diesem Haus hinauf und es scheint auch nur Platz für ihn allein dort zu sein. Er lebt also „am Rande der Gesellschaft“.
Auf das nächste Bild möchte ich etwas ausführlicher eingehen, denn hier sieht man meines Erachtens am besten, wie Irgendwie Anders den anderen Tieren gegenübersteht (siehe Anhang, Bild 2). Ungefähr die Hälfte des Bildes nimmt die Gruppe der Tiere und der Hintergrund in Anspruch, während auf der unteren Hälfte nur Irgendwie Anders von hinten zu sehen ist. Er steht vollkommen eingeschüchtert mit verschränkten Händen auf dem Rücken einer geschlossenen Gruppe gegenüber.
Allein durch die Positionierung der Figuren, die gleich auf den ersten Blick auffällt, wird Irgendwie Anders klar von den anderen abgegrenzt. Doch wenn man noch ein wenig genauer hinschaut, entdeckt man neben der räumlichen Trennung auch noch andere Auffälligkeiten. So ist die Gruppe der Tiere, die Irgendwie Anders wegen seiner Andersheit abweisen, keineswegs in sich homogen. Sie besteht aus vielen unterschiedlichen Tieren aus sogar unterschiedlichen Tierfamilien.
Zusammenfassung der Kapitel
1. „Irgendwie Anders“ – Einleitung: Vorstellung des Werks und Einführung in die Thematik der Fremdheit sowie die Zielsetzung der Hausarbeit.
2. Ausgrenzung auf der Bildebene: Analyse der zeichnerischen Mittel, mit denen die soziale Isolation der Hauptfigur durch Komposition, Zeichenstil und Symbolik verdeutlicht wird.
3. Ausgrenzung auf der Textebene: Untersuchung der sprachlichen Distanzierung durch Pronomina und den Wandel der Redeanteile im Verlauf der Geschichte.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit der gewählten Gestaltungselemente zur Darstellung von Anderssein und Inklusion.
Schlüsselwörter
Irgendwie Anders, Kinderliteratur, Ausgrenzung, Fremdheit, Bildebene, Textebene, soziale Isolation, Identifikation, Spiegelstadium, Pronomina, Inklusion, Bilderbuchanalyse, soziale Gruppe, Anderssein, Differenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie das Bilderbuch „Irgendwie Anders“ das soziale Phänomen der Ausgrenzung durch visuelle und sprachliche Mittel darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Mittelpunkt stehen die Themen Fremdheit, Anderssein, soziale Integration und der Prozess der Identitätsfindung einer ausgegrenzten Figur.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist der Nachweis, dass die Abgrenzung der Hauptfigur nicht nur inhaltlich, sondern durch gezielte Gestaltungselemente auf Bild- und Textebene narrativ verstärkt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine medienanalytische Untersuchung, die das Zusammenspiel von Bildkomposition und sprachlicher Gestaltung (Pronomina, Dialoge) nach literaturwissenschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Bildebene (z.B. Zeichenstil, Raumaufteilung) und der Textebene (z.B. Redeanteile, Wandel der Anrede).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Irgendwie Anders, Ausgrenzung, Bilderbuchanalyse, soziale Isolation und Identitätsbildung.
Welche Rolle spielt der Spiegel in der Geschichte?
Der Spiegel dient als zentraler Wendepunkt der Handlung, der es der Hauptfigur ermöglicht, sich selbst zu reflektieren und die Situation des „Etwas“ empathisch nachzuvollziehen.
Warum wird der Wandel der Pronomina als wichtig erachtet?
Der Wechsel von „er“ (Singular) zu „sie“ (Plural) verdeutlicht sprachlich den Übergang vom Zustand des isolierten Individuums zur gemeinschaftlichen Einheit der beiden Freunde.
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- Lucie Wettstein (Author), 2010, "Irgendwie Anders", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171692