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Vaterschaft-Mutterschaft-Autorschaft

Genieästhetik und das Prokreative Modell in Edgar Hilsenraths "Fuck America" und Charlotte Roches "Feuchtgebiete"

Title: Vaterschaft-Mutterschaft-Autorschaft

Term Paper , 2017 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Literature - Comparative Literature
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Summary Excerpt Details

Im Folgenden soll gezeigt werden, dass der Interdiskurs von körperlicher und geistiger Produktivität dazu beiträgt, die Konzeption von Autorschaft und Geschlecht im kulturellen Kontext des jeweiligen literarischen Texts tiefer zu verstehen. Zu diesem Zweck sollen die männliche Künstlerfigur Jakob Bronsky aus Edgar Hilsenraths "Fuck America" und die weibliche Kontrastfigur, Helen Memel aus Charlotte Roches "Feuchtgebiete", mithilfe des Prokreationsmodells sowie der Autorkonzeption der Genieästhetik analysiert werden. Dabei wird auch der soziokulturelle Kontext berücksichtigt. Die Interdiskursanalyse macht deutlich, dass sowohl Bronsky als auch Memel die Kunstproduktion als eine (Wieder-)Geburt verstehen, welche jedoch bei beiden Figuren nicht zur gewünschten Identitätsfindung führt.

Zunächst werden dafür das Prokreative Künstlermodell definiert und in einen historischen Kontext gestellt. Es wird gezeigt, wie kulturelle Einflüsse wie neue biologische Erkenntnisse das Modell beeinflussen und sich die Künstlerkonzeption der Genieästhetik herausbildet. Anschließend wird gezeigt, wie sich der Interdiskurs aus Sexualität und Kunstproduktion auf "Fuck America" und "Feuchtgebiete" übertragen lässt und welche Unterschiede die männliche und weibliche Autorenkonzeption für den Text bedeuten. Um die tiefere Verständnisebene, die das Prokreativen Modell für den Text eröffnet, zu illustrieren, wird in Hilsenraths "Fuck America" auch seine Bedeutung auf den kulturellen und wirtschaftlichen Kontext des Texts eingegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sexualität und Inspiration

2.1 Der Einfluss des kulturellen Hintergrunds auf das prokreative Künstlermodell

2.2 Die Frau als Muse und Mutter im Kunstprozess

2.3 Das Prokreative Modell in Hilsenraths Fuck America

2.3.1 Bronsky als Prokreativer Autor in der Genieästhetik

2.3.2 Bronsky, Frauen und der Topos der Geburt

2.3.3 Impotenz und Inspirationsverlust

2.3.4 Sex, Schreiben und der American Dream

2.4 Weibliche Sexualität als Gegenentwurf zum männlichen Autor im Prokreativen Modell

2.4.1 Sterilisation und Geburt in Feuchtgebiete

3. Schlussgedanke

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Interdiskursivität zwischen körperlicher Fortpflanzung und künstlerischer Produktion. Ziel ist es, durch die Analyse der männlichen Künstlerfigur Jakob Bronsky in Edgar Hilsenraths "Fuck America" und der weiblichen Protagonistin Helen Memel in Charlotte Roches "Feuchtgebiete" zu zeigen, wie das Prokreationsmodell das Verständnis von Autorschaft und Geschlecht im kulturellen Kontext prägt und Identitätsfindung beeinflusst.

  • Das Prokreative Künstlermodell und die Genieästhetik
  • Die Metaphorik von Fortpflanzung, Geburt und Inspiration
  • Der Einfluss soziokultureller Faktoren (Holocaust-Trauma, American Dream) auf die Autorschaft
  • Weibliche Sexualität als Gegenentwurf im künstlerischen Prozess

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Bronsky als Prokreativer Autor in der Genieästhetik

Der Autor in der Genieästhetik wird als männlich, autonom und kreativ gedacht. Diese Eigenschaften verkörpert auch Jakob Bronsky, die Künstlerfigur in Edgar Hilsenraths Fuck America. Dieser wird von einer befreundeten Figur als „Mann mit Phantasie“ beschrieben, eine Eigenschaft, welche für den Protagonisten identitätskonstituierend scheint. Dies wird daran deutlich, dass es die einzige explizite Charakterisierung Bronskys im Text darstellt. Seine Autonomie wird in Bronskys Lebenswandel deutlich: er ist Einzelgänger, legt sich weder auf einen Wohnsitz noch einen geregelten Arbeitsplatz fest und verpflichtet sich einzig seinem Roman. Er verkörpert damit die starke, unabhängige Persönlichkeit, die die Genieästhetik von einem Künstler fordert.

Bronskys Schreibprozess passt ebenfalls in das Schema der Genieästhetik und weist bereits auf die Verflechtung von Sexualität und kreativem Schaffen hin. Begemann beschreibt den Autor im prokreativen Modell als einen „erotisch Besessenen, dessen geistige Arbeit der Zyklik libidinöser Schübe folgt, deren Gegenstand penetriert und in unausbleiblicher ‚Erschlaffung‘ endet.“ Dies konvergiert mit Bronskys Arbeitsweise: er schreibt „wie besessen“, nach Beendigung eines Kapitels ‚erschlafft‘ seine Schaffenskraft und ist auf erneute Stimulation angewiesen. Ebenfalls in die Künstlerkonzeption der Genieästhetik passt der ‚Wahn‘, welcher als essentieller Bestandteil der Kunstproduktion aufgefasst wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den Interdiskurs zwischen menschlichem Körper und Kunstschaffen sowie Vorstellung der primären Forschungsfrage.

2. Sexualität und Inspiration: Theoretische Herleitung des prokreativen Künstlermodells und dessen historische Entwicklung.

2.1 Der Einfluss des kulturellen Hintergrunds auf das prokreative Künstlermodell: Untersuchung der Verbindung zwischen biologischen Vorgängen und künstlerischem Schaffensprozess.

2.2 Die Frau als Muse und Mutter im Kunstprozess: Analyse der marginalisierten Rolle der Frau als bloßes Objekt in der männlich geprägten Genieästhetik.

2.3 Das Prokreative Modell in Hilsenraths Fuck America: Anwendung des Modells auf die spezifische Künstlerfigur Jakob Bronsky.

2.3.1 Bronsky als Prokreativer Autor in der Genieästhetik: Analyse von Bronskys Autonomie und Arbeitsweise im Kontext der Autogeneration.

2.3.2 Bronsky, Frauen und der Topos der Geburt: Beleuchtung des negativen Frauenbildes und der Traumatisierung durch den Geburtstopos.

2.3.3 Impotenz und Inspirationsverlust: Untersuchung der Kopplung von körperlicher Potenz und kreativer Schaffenskraft unter psychoanalytischen Aspekten.

2.3.4 Sex, Schreiben und der American Dream: Kritik an der Verdinglichung von Kunst und Sexualität im kapitalistischen System.

2.4 Weibliche Sexualität als Gegenentwurf zum männlichen Autor im Prokreativen Modell: Kontrastierung des männlichen Modells durch die weibliche Protagonistin Helen Memel.

2.4.1 Sterilisation und Geburt in Feuchtgebiete: Untersuchung von Helens Emanzipationsversuchen und deren Scheitern.

3. Schlussgedanke: Fazit zur Identitätsgenerierung durch Kunst und die Erkenntnisse des Interdiskurses.

Schlüsselwörter

Prokreatives Modell, Genieästhetik, Autorschaft, Sexualität, Inspiration, Jakob Bronsky, Helen Memel, Fuck America, Feuchtgebiete, Interdiskursanalyse, Körpermetaphorik, Autogeneration, American Dream, Identitätsfindung, Weiblichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen den Themenkomplexen Sexualität, körperliche Fortpflanzung und der Erschaffung von Kunst in der Literatur.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Theorie der Genieästhetik, das sogenannte prokreative Künstlermodell und die unterschiedliche Darstellung von Autorschaft bei männlichen und weiblichen Figuren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, mittels Interdiskursanalyse aufzuzeigen, wie Autoren in ihren Texten das Modell der Selbstgebärung (Autogeneration) nutzen, um Identität zu stiften, und wo dieses Modell in der modernen Literatur an seine Grenzen stößt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der Interdiskursanalyse, um semantische Felder wie Körperlichkeit und Kunstproduktion miteinander in Beziehung zu setzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Edgar Hilsenraths "Fuck America" und Charlotte Roches "Feuchtgebiete" hinsichtlich der Verbindung von sexueller Aktivität und künstlerischer Inspiration sowie der Rolle soziokultureller Kontexte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Prokreatives Modell, Genieästhetik, Autogeneration, Körpermetaphorik und Geschlechterkonstruktion in der Literatur.

Inwiefern spielt der Holocaust bei Jakob Bronsky eine Rolle?

Für Bronsky ist die Geburt negativ konnotiert und untrennbar mit der Todesangst des Holocaust verbunden, weshalb er versucht, sich als Künstler neu zu gebären, um dieser traumatischen Vergangenheit zu entkommen.

Warum scheitert Helen Memels Versuch der Emanzipation?

Helen versucht zwar, sich durch ihre Kunst und eine Sterilisation von traditionellen weiblichen Rollenbildern zu lösen, verfällt jedoch in neue Abhängigkeiten zu Männern, wodurch ihr Emanzipationsbemühen unvollständig bleibt.

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Details

Title
Vaterschaft-Mutterschaft-Autorschaft
Subtitle
Genieästhetik und das Prokreative Modell in Edgar Hilsenraths "Fuck America" und Charlotte Roches "Feuchtgebiete"
College
University of Augsburg  (Philologisch-Historische Fakultät: Vergleichende Literaturwissenschaft/ Europäische Literaturen)
Course
Blood, Ink and Tears: Medien des Schreibens und schreibende Medien in der Literaturgeschichte
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2017
Pages
22
Catalog Number
V1718684
ISBN (PDF)
9783389188798
ISBN (Book)
9783389188804
Language
German
Tags
vaterschaft-mutterschaft-autorschaft genieästhetik prokreative modell edgar hilsenraths fuck america charlotte roches feuchtgebiete
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2017, Vaterschaft-Mutterschaft-Autorschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1718684
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