Die Thematik der Magie und Hexerei beflügelt die Fantasie der Menschen schon seit jeher und fließt bereits in der Antike in die Literatur ein. Als Beispiele wären hier etwa die magiebegabte Circe bei Homer oder die Figur der Medea anzuführen. Dabei bleibt es jedoch nicht unbedingt ausschließlich bei der künstlerischen Beschäftigung mit einer fiktiven Figur, kaum eine Gesellschaft kann in ihrer Entwicklungsgeschichte keinen Glauben an real existierende Hexen und Zauberer vorweisen, dieser gilt jedoch mittlerweile in modernen Industrieländern als primitiver Aberglaube.
Unter allen Hexendarstellungen gilt die der ‚Weird Sisters‘ aus Shakespeares Tragödie "Macbeth" als die wohl bekannteste und einflussreichste auf die Konzeption der Hexe im modernen Europa. In "Macbeth" tötet der gleichnamige Protagonist, ermutigt durch seine ehrgeizige Frau und die Prophezeiung dreier Schicksalsschwestern/Hexen den schottischen König und verkehrt damit die ‚natürliche Ordnung‘. Die Tragödie behandelt die psychologischen Konsequenzen von Schuld und Macht. Durch seine frühe Inszenierung der ‚Weird Sisters‘ prägt Shakespeare wie kein Zweiter das Stereotyp der modernen Hexe.
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- Anonym (Author), 2019, Weird Sisterhood. Weiblichkeitsentwürfe und deren Subversion bei den Hexenfiguren in Shakespeares "Macbeth" und Pratchetts "Wyrd Sisters", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1718703