Ist der Kunstbegriff Wolfs vereinbar mit denjenigen von Kohler, Bubner und Eco?


Essay, 2009

5 Seiten, Note: Gut


Leseprobe

Einleitung

Im vorliegenden Essay wird es darum gehen, zu untersuchen, ob der Kunstbegriff und die Aufgabe von Kunst bei Ursula Wolf1 mit den Kunstbegriffen von Bubner2, Eco3 und Kohler4 vereinbar ist. Dazu muss zuerst geklärt werden, was die Funktion der Kunst bei Wolf ist, insbesondere in Bezug auf die Frage nach dem guten Leben, und wie die anderen Autoren (Bubner, Eco, Kohler) Kunst definieren. Aufgrund dieser Definitionen werde ich Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den verschiedenen Texten herausarbeiten.

Wolfs Kunstbegriff und die Frage nach der Vereinbarkeit mit denjenigen Kohlers, Bubners und Ecos

Wolf weist der Kunst die besondere Aufgabe zu, dem individuellen Leben in Bezug auf die philosophische Grundfrage nach dem guten Leben einen Sinn zu zuweisen, indem sie Möglichkeiten des konkreten individuellen guten Lebens aufzeigt. Dies geschieht dadurch, dass in einem Kunstwerk, das ein organisiertes Ganzes ist, Sinnzusammenhänge bestehen, die dem betrachtenden Subjekt die Möglichkeit aufzeigen, dass diese Sinnzusammenhänge auch im konkreten Leben bestehen.5 Auf diese Weise zeigt das Kunstwerk dem Individuum Möglichkeiten des guten Lebens auf. Wolf definiert das gute Leben dadurch, dass es einen Sinn hat. Es muss aber nicht zwangsläufig nur „gut“ sein - das gute Leben kann oder muss auch negative Erfahrungen beinhalten, da diese naturgemäss zum Leben gehören und diesem ebenso einen Sinn geben können.6 Daher kann Kunst auch darin bestehen, „Zerrissenheit statt Zusammenhang“7 aufzuzeigen.

Kunst steht damit ergänzend zur Philosophie. Die Philosophie befasst sich seit jeher mit der Frage nach dem guten Leben, konnte jedoch bisher keine Antwort liefern, da sie sich auf einer abstrakten, begrifflichen Ebene befindet. Was die Philosophie in Bezug auf die Frage nach dem guten Leben leisten kann, ist Vorklärungen dazu anzustellen (die eben auf einer begrifflichen Ebene stattfinden müssen). Die Kunst dagegen kann Antworten auf die Frage nach dem guten Leben liefern, da sie konkret-sinnlich ist und sich auf einer anschaulichen Ebene präsentiert. Das Subjekt kann dadurch dem Werk „Anweisungen der individuellen Lebensführung entnehmen.“8 Aber auch Kunst greift in ihrer Weise zu Begriffsbestimmungen, indem sie Grundbegriffe wie „Liebe“ oder „Gerechtigkeit“ aufnimmt. Dies tut sie aber nicht im typisch philosophischen Sinne, sondern immer in Bezug auf das konkrete individuelle Leben, auf das subjektive Fühlen und Denken. Die Begriffe bekommen in der Kunst also eine subjektive Seite.9

[...]


1 Wolf, Ursula: Kunst, Philosophie und die Frage nach dem guten Leben; Suhrkamp 1991.

2 Bubner, Rüdiger: Zur Analyse ästhetischer Erfahrung; Schöningh 1981.

3 Eco, Umberto: Die ästhetische Botschaft; Suhrkamp 1982.

4 Kohler, Georg: „’Ist das noch Kunst?’ oder: Die Permanenz der ästhetischen Erfahrung als Problem.“; Studia Philosophica 43, 1984.

5 Vgl. Wolf 1991, S. 126f.

6 Vgl. Wolf 1991, S. 127f.

7 Wolf 1991, S. 112.

8 Wolf 1991, S. 118.

9 Vgl. Wolf 1991, S. 122f.

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Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Ist der Kunstbegriff Wolfs vereinbar mit denjenigen von Kohler, Bubner und Eco?
Hochschule
Universität Zürich  (Philosophisches Seminar)
Veranstaltung
Einführung in die Philosophische Ästhetik
Note
Gut
Autor
Jahr
2009
Seiten
5
Katalognummer
V171896
ISBN (eBook)
9783640914920
Dateigröße
450 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kunstbegriff, wolfs, kohler, bubner
Arbeit zitieren
Allegra Schiesser (Autor), 2009, Ist der Kunstbegriff Wolfs vereinbar mit denjenigen von Kohler, Bubner und Eco?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171896

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