Rezension von „Who are the experts? The informational basis of EU decisionmaking“ (Gornitzka/Sverdrup 2008) und Exposé „Besteht ein Legitimitätsdefizit in der EU-Kommission?“


Hausarbeit, 2009
17 Seiten, Note: 3,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Rezension/ Aufgabe 2
1.1 Erläuterung der Fragestellung
1.2 Disziplinäre Sichtweise
1.3 Argumentationslinie
1.4 Methode
1.5 Begründung wissenschaftlicher Text
1.6 Kritik

2. Exposé
2.1 Untersuchungsinteresse/ Einleitung
2.2 Begriffliche Explikationen
2.2.1 Bestimmung des Begriffs eines Legitimitätsdefizits
2.2.2 Bezug zu Max Weber
2.3 Darstellung der Publikationen
2.3.1 Marc R. Gramberger, Die Öffentlichkeitsarbeit der Europäischen Kommission
2.3.2 Michael Brüggemann Europäische Öffentlichkeit durch Öffentlichkeitsarbeit?
2.4 Fazit
2.5 Begründung der Gliederung

3. Definition eines Schlüsselbegriffs
3.1 Lexikon der Politik, Band 7, Politische Begriffe
3.2 Politik Lexikon, Everhard Holtmann
3.3 Handlexikon zur Politikwissenschaft
3.4 Persönliche Auswahl

4. Literaturverzeichnis
4.1 Literatur zur Aufgabe 3
4.2 Literatur zur Aufgabe 4
4.3 Literatur zur Aufgabe 5
4.4 Begründung der Einschlägigkeit
4.5 Suchstrategie

1. Rezension /Aufgabe 2:

Text von Ase Gornitzka und Ulf Sverdrup: Who are the experts? The informational basis of EU decision-making

Center for European Studies, University of Oslo

Working Paper No. 14, Juni 2008

http:// www.arena.uio.no

1.1 Erläuterung der Fragestellung

Ase Gornitzka und Ulf Sverdrup, stellen in Ihrem Aufsatz zunächst fest, dass Informationen auf verschiedene Weise in die EU-Kommission gelangen. Sie interessieren sich in ihrem Aufsatz speziell dafür, wer Informationen in die EU- Kommission einbringt. Wie die Experten-Gruppen zusammengestellt sind, deren Größenverhältnisse, um so resümieren zu können, wie groß der Einfluss der jeweiligen Gruppe ist. Dazu stecken sie drei Expertengruppen ab: die Wissenschaftler, die Gesellschaft und Angehörige der Kommission.

1.2 Disziplinäre Sichtweise

Der vorliegende Aufsatz ist politikwissenschaftlich. Es handelt sich um einen Aufsatz der internationalen Politik, da es sich um ein Entscheidungsorgan der EU handelt. Eine dezidierte nationale Sichtweise kann ich nicht entdecken.

1.3 Argumentationslinie

Als Ergebnis stellen die Autoren fest, dass das Informationssystem der EU-Kommission ein großes System darstellt, in dem alle Ebenen eingeschlossen sind, wie beispielsweise die Staaten, die privaten und öffentlichen Akteure, die wissenschaftlichen Experten, sowie die Industrie. Ase Gornitzka und Ulf Sverdrup belegen, dass das System der Expertengruppen ein gut strukturiertes System ist und es hauptsächlich aus 10 Kombinationen besteht. Sie sehen die Expertengruppen als wichtiges Instrument für die Entwicklung, Umsetzung und Einhaltung der EU-Rechte.

Die Autoren stellen fest, dass die Staaten die prinzipiellen Akteure in den Expertengruppen darstellen. Ase Gornitzka und Ulf Sverdrup führen die hohe Beteiligung der Staaten in den Expertengruppen darauf zurück, dass es so gefördert wird die Verwaltung zu integrieren.

Dies erhöht den Fortbestand übereinstimmender EU Politik und reduziert somit ebenfalls die Größe an Konflikten innerhalb der Institution. Ase Gornitzka und Ulf Sverdrup argumentieren jedoch auch, dass dadurch eine limitierte Kreativität und eine Filterung der Experten in den Gruppen eine einseitige Selektion entstehen kann.

Der Argumentationsgang ist wie folgt: In der Einleitung wird die Fragestellung dargestellt, indem die Autoren das System der Informationspolitik in den Expertengruppen kurz darstellen. Daraus entstehen die Fragen: Welche Gruppen nehmen Einfluss und welche nicht, wie stark ist die Industrie vertreten, zu welchen Gruppenanteilen setzen sich die Expertengruppen zusammen?

Zunächst stellen die Autoren fest, dass es Anfang 2007 1237 Expertenkomitees gab. Mittels einer quantitativen Analyse stellen sie fest, dass sowohl Wissenschaftler, verschiedene Interessengruppen, Industrie und nichtstaatliche Organisationen eine wichtige Rolle in der Informationspolitik in der Kommission spielen.

Die Autoren kategorisieren die Mitglieder der Expertengruppen in drei Hauptgruppen: die der Wissenschaft, der Gesellschaft und der Angehörigen der Kommission. Es folgt eine Einbringung verschiedener wissenschaftlicher Erkenntnisse, womit Ase Gornitzka und Ulf Sverdrup ihre Gliederung unterstützend begründen. Die Gruppe der Wissenschaftler stellen die Autoren als diejenige dar, die die Kommission in den Bereichen Forschung und Fortschritt (auf den neuesten Stand) mit spezieller Information versorgt, die in der Kommission behandelt werden. Sie gehen davon aus, dass die Wissenschaftler eine erhebliche Rolle bei der Entscheidungsfindung spielen, die technische Wissenschaft allen anderen voran.

Sie betrachten die wissenschaftlichen Expertengruppen jedoch nicht als Lösungsinstrument, sondern eher als Instrument für unlösbare politische Konflikte, um so eine Legitimierung der EU-Politik zu schaffen.

Die Gesellschaftliche Expertengruppe beschreiben die Autoren als Zusammenfassung verschiedener Interessengruppen, in der die Industrie und NGOs (Non-Governmental Organization) eine wichtige Rolle spielen. Aus Sichtweise von Ase Gornitzka und Ulf Sverdrup hat diese Gruppe die Fähigkeit, Druck auf die staatlichen Abgeordneten auszuüben und so Einigungen zwischen den Bürgern und der Exekutive herzustellen.

Die Staatsabgeordneten definieren die Autoren als „Einflussnehmer“ der einzelnen Staaten an der Entscheidungsfindung der EU. Sie stellen zu diesem Typ zwei Interpretationen vor. Die eine sieht die Information als abhängig von den einzelnen Staaten, die andere sieht das Zusammenspiel vieler Staatsabgeordneter als integrativ. Jedoch stellen die Autoren hier fest, dass die Kommission abhängig von ihren Mitgliedsstaaten ist, um die politischen Entscheidungen auch umsetzen zu können. Denn die Abgeordneten können über die Infrastruktur, Entwicklung und anderen landespezifischen Gegebenheiten berichten. Auf diese Art entstehen in der Kommission eine gewisse Gruppendynamik und vielfältiger Austausch. Die Autoren kommen am Ende dieses Abschnittes zu dem Fazit, dass alle drei Typen an der Entscheidungsfindung in der Kommission beteiligt sein können, sie benutzen hierfür den Ausdruck multivocal.

Anschließend stellen die Autoren dar, welche verschiedenen Formen von Expertengruppen existieren, wie sie ernannt werden und wie der temporäre Charakter dieser Gruppen zu definieren ist (permanent oder zeitlich befristet). Sie unterscheiden hier zwischen formellen und informellen Expertengruppen. Anschließen folgt die Auswertung verschiedener Statistiken und zusammengetragener Daten der Autoren, um so die Argumentationslinie zu vervollständigen. In den Statistiken und zusammengetragenen Daten verwenden Ase Gornitzka und Ulf Sverdrup eine feinere Aufschlüsselung der Akteure, in der nachfolgenden Argumentation bleiben die Autoren jedoch bei ihrer Gliederung in drei Hauptgruppen. Tabelle 1 zeigt auf, dass die staatlichen Abgeordneten die prinzipiellen Akteure in den Expertengruppen sind (4 von 5 Gruppen, d.h. weniger als 20% ohne staatliche Akteure). Abbildung 1 belegt, dass die Hälfte der aufgezeichneten Generaldirektionen einen höheren Anteil als 50% an staatlichen Akteuren haben. Hier werden noch einmal verschiedene Generaldirektionen aufgezeigt und deren Anteil an staatlichen Akteuren genau dargelegt. Tabelle 2 beschreibt, welche Expertengruppen in den 1237 aktuellen Gruppen wie häufig eingebunden sind. Hier kristallisiert sich ebenfalls ein sehr hoher Anteil an staatlichen Akteuren in den aktuellen Expertengruppen heraus. Die staatlichen Akteure sind hier in sieben von 10 Expertengruppen involviert. Noch etwas Entscheidendes lässt sich durch diese Tabelle feststellen, nämlich dass die Industrie und Unternehmen hier an 30% der Expertengruppen beteiligt sind und somit an vierter Stelle in der Tabelle vertreten ist.

Abbildung 2 belegt, dass das System der Expertengruppen ein gut strukturiertes System ist und es hauptsächlich aus 10 Kombinationen besteht (61%). Tabelle 3 zeigt auf, wie verschiedene Akteurskonstellationen zusammenhängen.

Die Schlussfolgerungen der Autoren sind, dass die staatlichen Abgeordneten hier die prinzipiellen Akteure in der Entscheidungsfindung in der Kommission sind. Ase Gornitzka und Ulf Sverdrup geben hier zu bedenken, dass wenn ein hoher Anteil nationalen Staaten im Vordergrund steht, die Kommission abhängig von ihren Mitgliedsstaaten sein kann und so die politische Entscheidungsfindung in der Vielfalt der Möglichkeiten eingeschränkt sein könnte. (Umsetzungsprobleme der einzelnen Nationen)

Es handelt sich jedoch grundsätzlich um ein Mehrebenensystem mit Akteuren aus allen Teilen der Gesellschaft. Das Informationssystem in der Kommission soll als ein System zur Lösung von politischen Konflikten, sowie zum Aufbau von Legitimität in der EU-Politik angesehen werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Rezension von „Who are the experts? The informational basis of EU decisionmaking“ (Gornitzka/Sverdrup 2008) und Exposé „Besteht ein Legitimitätsdefizit in der EU-Kommission?“
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
3,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V171908
ISBN (eBook)
9783640915170
ISBN (Buch)
9783640915217
Dateigröße
528 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gornitzka, sverdrup), rezension, besteht, legitimitätsdefizit, eu-kommission, definition, schlüsselbegriffs
Arbeit zitieren
Tatjana Funke (Autor), 2009, Rezension von „Who are the experts? The informational basis of EU decisionmaking“ (Gornitzka/Sverdrup 2008) und Exposé „Besteht ein Legitimitätsdefizit in der EU-Kommission?“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171908

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