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Was ist Staatsgewalt?

Eine Analyse aus marxistisch-strukturalistischer bzw. diskurstheoretischer Perspektive

Title: Was ist Staatsgewalt?

Seminar Paper , 2011 , 17 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Bojan Kustura (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Selten erfreuen sich anthropologische Fragestellungen solch einer breiten zivilgesellschaftlichen, politischen und medialen Aufmerksamkeit. Allein die Ereignisse im Maghreb und in anderen Staaten des Nahen und Mittleren Ostens, welche sich in den letzten Monaten abgespielt haben, führten zu einem inflationären aufkommen politökonomischer und anthropologischer Begrifflichkeiten. Zentral in diesem Kontext steht ebenso der Blick auf die Zivilgesellschaft, wie auch die Autokratien, d.h. Macht, Herrschaft, und Gewalt.

Im Rahmen unserer Lehrveranstaltung: „Anthropology of Conflict and Violence“ möchte ich einen zentralen Begriff aus strukturalistisch-marxistischer bzw. diskurstheoretischer Perspektive beleuchten, und auf etwaige Mängel bezüglich der Konzeption eingehen: den Begriff der Staatsgewalt. Um dies bewerkstelligen zu können, orientiere ich mich an den Theoremen von Michel Foucault und Antonio Gramsci. Ich will aber auch versuchen mögliche Kritikpunkte zu erörtern. Ich bin ebenfalls der Überzeugung dass sozialwissenschaftliche Theorien nur in Zusammenhang mit ihrem Entstehungskontext sinnvoll erfasst werden können. Aus diesem Grund ist es notwendig sich zunächst mit ihren EntwicklerInnen zu beschäftigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Staatsgewalt aus marxistisch-strukturalistischer Sichtweise

2.1 Zur Person

2.2 Zentrale Fragestellung

2.3 Das Wesen der Hegemonie

2.4 Zivilgesellschaft und integraler Staat

2.5 Passive Revolution, Fordismus

2.6 Kritik und Alternativen zur Gramsicianischen Sichtweise

3. Staatsgewalt aus Diskurstheoretischer Sichtweise

3.1 Zur Person und zum wissenschaftlichen Kontext

3.2 Zentrale Thesen Foucaults

3.3 Die Überleitung zur Staatsgewalt

3.4 Überwachen und Strafen und der Bezug zur Macht

3.5 Berührungspunkt zwischen Foucault und Gramsci

3.6 Kritik und Aktualität seiner Thesen

4. Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert den Begriff der Staatsgewalt und untersucht, wie Macht und Herrschaft jenseits bloßer Zwangsausübung durch Konsens und Diskurse aufrechterhalten werden. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie sich staatsgewaltliche Phänomene durch die theoretischen Linsen von Antonio Gramsci und Michel Foucault in einem anthropologischen Kontext begreifen und kritisch hinterfragen lassen.

  • Analyse der marxistisch-strukturalistischen Hegemonietheorie von Antonio Gramsci.
  • Untersuchung der diskurstheoretischen Machtanalyse von Michel Foucault.
  • Vergleich der Konzepte von integralem Staat, Zivilgesellschaft und Macht-Wissens-Komplexen.
  • Kritische Reflexion der Anwendbarkeit dieser Theorien auf moderne gesellschaftliche Verhältnisse.

Auszug aus dem Buch

3.5 Berührungspunkt zwischen Foucault und Gramsci:

Hier haben wir also eine zentrale Überschneidung von Gramsci und Foucault. Ersterer bezieht sich auf eine Revolution von oben nach unten im Sinne einer politökonomisch klassenstrukturierten Gesellschaft. Wie bereits beschrieben ist die tayloristische Arbeitskonzeption für den marxistischen Hegemoniebegriff unabdingbar weil sie die Produktionsprozesse – d.h. auch die Art und Weise wie Menschen im Arbeitsprozess miteinander umgehen - strukturiert. Gleichfalls eignet sich diese Art der Arbeitstorganisation dazu Wissen zu sammeln und insofern Macht auszuüben.

D. h. Foucault seinerseits bezieht sich auf eine Ausdehnung von Macht-Wissen-Komplexen, die wiederum auf der organisatorischen Seite des Staates (d.h. Zwangsapparate wie Gefängnisse, Sanatorien, Militär etc.) ihren Anfang nahmen und nachhaltig auf die zivilgesellschaftliche Seite des Staates (d.h. Schulen, Kirche, Universitäten) übertragen wurden. Gemeinsam ist beiden Ansätzen dass sie einen Asymmetrischen Prozess beschreiben. Nur während für Gramsci Hegemonie – d.h. Staatsgewalt – in der Fabrik entspringt, so ist sie aus diskurstheoretischer Perspektive dort in ihrer letzten Repräsentationsform gegenwärtig.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Staatsgewalt ein, verortet es im Kontext aktueller globaler politischer Ereignisse und stellt die methodische Orientierung an Gramsci und Foucault vor.

2. Staatsgewalt aus marxistisch-strukturalistischer Sichtweise: Dieses Kapitel erläutert Gramscis Konzept der Hegemonie, den integralen Staat sowie die Bedeutung von Konsens und Zwang bei der Aufrechterhaltung politischer Ordnung.

3. Staatsgewalt aus Diskurstheoretischer Sichtweise: Hier wird Foucaults Analyse von Macht, Wissen und Disziplinierung dargestellt und in Bezug zur Staatsgewalt gesetzt, wobei auch die Überschneidungen zu Gramsci aufgezeigt werden.

4. Conclusio: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und betont die Notwendigkeit, Staatsgewalt nicht nur ökonomisch, sondern durch eine Vielzahl gesellschaftlicher Sphären und Identitätskonzepte zu betrachten.

Schlüsselwörter

Staatsgewalt, Hegemonie, Zivilgesellschaft, Macht, Diskurs, Antonio Gramsci, Michel Foucault, Konsens, Zwang, Macht-Wissens-Komplex, Disziplinierung, integraler Staat, Subalterne, Identität, Herrschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Staatsgewalt und beleuchtet, wie Machtverhältnisse in modernen Gesellschaften über bloße physische Gewalt hinaus durch Konsensbildung und gesellschaftliche Strukturen gefestigt werden.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Felder sind die marxistisch-strukturalistische Theorie der Hegemonie sowie die diskurstheoretische Analyse von Macht, Wissen und Disziplinierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den Begriff der Staatsgewalt mithilfe der Theorien von Antonio Gramsci und Michel Foucault theoretisch zu durchdringen und kritisch auf mögliche Mängel in diesen Konzeptionen zu prüfen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt einen deduktiven, theoretisch-analytischen Zugang, um die Konzepte der gewählten Theoretiker auf das Phänomen der Staatsgewalt anzuwenden und in einen anthropologischen Kontext zu stellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der hegemonialen Strukturen nach Gramsci und der diskurstheoretischen Ansätze von Foucault, inklusive ihrer Kritik und wechselseitigen Berührungspunkte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Staatsgewalt, Hegemonie, integraler Staat, Macht-Wissens-Komplex, Disziplinierung und Zivilgesellschaft.

Wie unterscheidet sich Gramscis Sichtweise von jener Foucaults?

Gramsci fokussiert stärker auf eine politökonomische Klassenstruktur und Hegemonie als Prozess, während Foucault die Macht als diffuses Netzwerk betrachtet, das sich über Diskurse und Institutionen wie Gefängnisse oder Schulen manifestiert.

Welchen Stellenwert nimmt die Zivilgesellschaft in der Argumentation ein?

Die Zivilgesellschaft wird sowohl als Raum des Kampfes um Hegemonie als auch als Ort der Disziplinierung und Wissensproduktion verstanden, der für die Reproduktion des Staates zentral ist.

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Details

Title
Was ist Staatsgewalt?
Subtitle
Eine Analyse aus marxistisch-strukturalistischer bzw. diskurstheoretischer Perspektive
College
University of Vienna  (Kultur- und Sozialanthropologie)
Course
Anthropology of Conflict and Violence
Grade
2.0
Author
Bojan Kustura (Author)
Publication Year
2011
Pages
17
Catalog Number
V172006
ISBN (eBook)
9783640916870
ISBN (Book)
9783640916771
Language
German
Tags
Staatsgewalt Macht Herrschaft Hegemonie Fordismus Tayloristische Arbeitsteilung passive Revolution Antonio Gramsci Michel Foucault Wissen-Macht-Komplexe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bojan Kustura (Author), 2011, Was ist Staatsgewalt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172006
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