Die zunehmende Globalisierung und die damit verbundene strukturelle Veränderung der westlichen Industriegesellschaften lässt den Bedarf an Erwerb von Wissen stetig steigen. Die Lernenden sehen sich mit steigenden Anfor- derungen konfrontiert. Vorliegende Arbeit soll am Beispiel eines „Bildungswissenschaftlers im Bereich Design und Entwicklung von Lernmaterialien“ zeigen, wie anhand des 4C/ID Modells komplexe kognitive Fähigkeiten erfolgreich erlernt werden können. Das Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell (four-component instructional design model), kurz 4C/ID Modell, wurde 1997 von Van Merriënboer vorgestellt. Die Komponenten des Modells werden beispielhaft an o.g. Berufsbild erläutert, wobei ein sogenannter Blueprint (Lehrplanentwurf) erstellt wird. Moderne Instruktionsdesigns orientieren sich an der Alltagsrealität und vermitteln anwendbares Wissen, indem sie zur Wissensvermittlung authentische Lernumgebungen schaffen. Das Lernen erfolgt hier kompetenzbasiert in realitätsnahen, authentischen Kontexten innerhalb einer sehr komplexen Umgebung, in der der Lernende aktiv Handlungswissen erwirbt (Bastiaens, Deimann, Schrader & Orth, 2010). Im theoretischen Teil der Arbeit wird der lerntheoretische Bezugsrahmen des 4C/ID Modells erläutert und ein abschließendes Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das 4C/ID Modell am Beispiel eines Bildungswissenschaftlers im Bereich Design und Entwicklung von Lernmaterialien
2.1 Kompetenzanalyse
2.2 Aufgabenklassen
2.3 Lernaufgaben
2.4 Unterstützende Informationen
2.5 Just-in-time Informationen
3 Das 4C/ID Modell im Kontext mediendidaktischer Überlegungen
3.1 Lerntheoretischer Bezug
3.2 Aspekte situierten Lernens
3.3 Didaktische Szenarien
3.4 Unterstützende Medien
4 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendung des 4C/ID Modells (Vier-Komponenten Instruktionsdesign-Modell) anhand eines konkreten beruflichen Beispiels: der Tätigkeit eines Bildungswissenschaftlers im Bereich Design und Entwicklung von Lernmaterialien. Ziel ist es, den Nutzen dieses komplexen Instruktionsdesigns für die erfolgreiche Vermittlung kognitiver Fertigkeiten in authentischen Lernumgebungen zu demonstrieren.
- Strukturelle Analyse und Anwendung des 4C/ID Modells
- Methodik des kompetenzbasierten Lernens und der Aufgabenklassen
- Integration lerntheoretischer Bezüge (Behaviorismus, Kognitivismus, Konstruktivismus)
- Medienwahl und mediendidaktische Szenarien in der Lernmaterialgestaltung
Auszug aus dem Buch
2.3 Lernaufgaben
Im Folgenden werden für jede Aufgabenklasse Lernaufgaben entwickelt, das 4C/ID Modell schlägt fünf verschiedene Arten von Lernaufgaben vor (Bastiaens et al., 2010). Mittels der Lernaufgaben sollen die vorher festgelegten Aufgabenklassen erfolgreich bearbeitet werden. Mit ihrer Hilfe werden kognitive Schemata aufgebaut, die die Ausführung nicht-wiederkehrender Fertigkeiten lenken und die Automatisierung wiederkehrender Fertigkeiten unterstützen (Bastiaens et al., 2010). Der Schwierigkeitsgrad der Lernaufgaben innerhalb der einzelnen Aufgabenklassen bleibt möglichst konstant, die Komplexität der Aufgaben nimmt zu. Allerdings nimmt die Unterstützung die der Lernende bei der Bearbeitung erhält (scaffolding) im Lauf der Aufgabensequenz ab bis sie nicht mehr benötigt wird (Van Merriënboer & Kirschner, 2007). Der Anspruch an den Lernenden steigt dabei stetig an.
Den fünf verschiedenen Typen von Lernaufgaben (Lösungsbeispiel (worked out problem), Imitationsproblem (imitation problem), Vervollständigungsproblem (completion problem), zielfreies Problem (goal-free problem), konventionelles Problem (conventional problem)) ist gemeinsam, dass es sich um ganzheitliche, authentische Lernbeschreibungen aus der Praxis handelt. Sie beschreiben den Ist-Zustand, d.h. die Ausgangssituation, beschreiben inhaltliche Kriterien in Bezug auf die Problemlösung, sowie den Soll-Zustand, also das angestrebte Ergebnis (Bastiaens et al., 2010).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des lebenslangen Lernens ein und stellt das 4C/ID Modell als Instrument für das Instruktionsdesign komplexer kognitiver Fertigkeiten vor.
2 Das 4C/ID Modell am Beispiel eines Bildungswissenschaftlers im Bereich Design und Entwicklung von Lernmaterialien: In diesem praktischen Teil wird das 4C/ID Modell detailliert auf den Prozess der Erstellung von Lernmaterialien angewendet, von der Kompetenzanalyse bis zur Bereitstellung spezifischer Informationen.
3 Das 4C/ID Modell im Kontext mediendidaktischer Überlegungen: Dieses Kapitel verankert das Modell theoretisch in der Mediendidaktik und beleuchtet lerntheoretische Ansätze sowie die Rolle von Medien bei der Gestaltung von Lernszenarien.
4 Zusammenfassung und Fazit: Der abschließende Teil fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet die Vor- sowie Nachteile des Modells hinsichtlich Aufwand und praktischer Anwendbarkeit.
Schlüsselwörter
4C/ID Modell, Instruktionsdesign, Bildungswissenschaft, Lernmaterialentwicklung, Kompetenzanalyse, Lernaufgaben, Aufgabenklassen, Unterstützende Informationen, Just-in-time Informationen, Lerntheorie, Konstruktivismus, Mediendidaktik, Authentisches Lernen, Scaffolding, Blueprint.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die systematische Anwendung des 4C/ID Modells auf die berufliche Tätigkeit eines Bildungswissenschaftlers im Feld der Lernmaterialentwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf Instructional Design, Kompetenzmodellierung, Lernpsychologie und die mediendidaktische Gestaltung von Lernumgebungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, anhand eines konkreten Praxisbeispiels aufzuzeigen, wie das 4C/ID Modell zur erfolgreichen Vermittlung komplexer kognitiver Fähigkeiten eingesetzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine analytische Herangehensweise, indem sie die "ten steps to complex learning" auf den Blueprint für Lernmaterialentwickler anwendet und theoretische mit praktischen Ansätzen verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die praktische Anwendung des Modells (Kompetenzanalyse, Aufgabenklassen, Informationen) und die Einordnung in den mediendidaktischen Kontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind 4C/ID Modell, Instructional Design, Kompetenzentwicklung, authentische Lernaufgaben und mediendidaktische Szenarien.
Wie unterscheidet das Modell zwischen wiederkehrenden und nicht-wiederkehrenden Fertigkeiten?
Wiederkehrende Fertigkeiten zielen auf Automatisierung (z.B. Drill-and-Practice) ab, während nicht-wiederkehrende Fertigkeiten durch Problemlösungsprozesse und reflektiertes Handeln erlernt werden.
Warum ist das "Scaffolding" für den Lernenden so wichtig?
Scaffolding dient der Reduktion der kognitiven Überlastung, indem die Unterstützung zu Beginn hoch ist und im Laufe des Lernprozesses sukzessive abnimmt.
Welche Rolle spielen die "Just-in-time Informationen"?
Sie dienen dazu, dem Lernenden genau in dem Moment Hilfestellung zu bieten, in dem er sie zur Ausführung einer wiederkehrenden Teilaufgabe benötigt.
Was ist das größte Hindernis bei der Anwendung des Modells?
Die Arbeit identifiziert den hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand für den langwierigen Gestaltungsprozess als zentralen Nachteil.
- Citar trabajo
- Ulrike Englmann (Autor), 2011, Das 4C/ID Modell am Beispiel Bildungswissenschaftler/in im Bereich Design und Entwicklung von Lernmaterialien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172030