Mehrsprachigkeit in der BRD

Integration in Deutschland - Bildung von Migranten


Hausarbeit, 2010

15 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Integration?

3. Blickpunkt: Bildung von Migranten
3.1. Vergleich von einheimischen Schülern und Migranten
3.2. Weitere Auffälligkeiten bei der Integration im Bildungssystem
3.3. Aspekt der Zweisprachigkeit
3.3.1. Probleme bei dem Zweitsprachenerwerb
3.3.1.1. Fördern
3.3.1.1.1. Personal
3.3.1.1.2. Eltern

4. Gesamtkonzepte der Integration
4.1 Der Nationale Integrationsplan
4.2. Das Bundesweite Integrationsprogramm

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

19% oder anders ausgedrückt 15, 6 Millionen Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Mit einem Blick auf die Zahlen der Bildungsforschung lässt sich feststellen, dass die Zuwanderer in den Bildungsbereichen keinen guten Stand haben: 14, 2% der Einwanderer leben ohne einen Bildungsabschluss und 44, 3% haben keine Berufsausbildung.1 Diese Zahlen geben Grund zur Sorge und der Frage, wie es soweit kommen kann und wie es weiter gehen soll. Denn Migration ist kein Thema, was in einigen Jahren wieder vergessen ist, sondern ein Phänomen was sich über die letzten Jahrzehnte zu einem grundlegenden Pfeiler unserer Gesellschaft entwickelt hat. Es muss darauf reagiert werden, indem Lösungen zur Verbesserungen gesucht und umgesetzt werden anstatt diese Entwicklung als nebensächlich zu betrachten.

Diese Hausarbeit trägt das Thema „Integration in Deutschland - Bildung von Migranten“ und geht der Frage nach, woran es liegt, dass Migranten im Bildungssystem so schlecht abschneiden und wie das optimiert werden kann. Vor allem soll dabei der Aspekt der Mehrsprachigkeit betrachtet werden. Denn Einwanderer haben mit ihrer Entscheidung den Lebensort zu wechseln gleichzeitig einen kulturellen Wechsel geschaffen, der sich bei ihnen zuerst in der Verständigung und somit der Sprache abzeichnet. Um der eben genannten Leitfrage dieser Hausarbeit nachzugehen wird zuerst der Begriff „Integration“ erläutert. Darauf folgt ein Vergleich von Schülern mit und ohne Migrationshintergrund, der die schlechte Bildungslage verdeutlicht. Anhand von diesen Feststellungen setzt sich die Arbeit dann mit dem Aspekt der Zweisprachigekeit auseinander. Gesamtkonzepte der Regierung werden ebenfalls noch vorgestellt, bevor es zu einem Fazit kommt.

Anzumerken ist noch, dass unter Migranten zum einen nicht nur Genus maskulin sondern auch feminin verstanden wird. Unter dem Begriff „Migranten“ fallen all´ die Menschen, die in ihrer Geschichte eine Zuwanderung verzeichnen, damit sind auch die Menschen aus der zweiten und weiteren Generationen gemeint. Für den Begriff der Migranten werden verschiedene Synonyme verwendet (Zuwanderer, Einwanderer), die jedoch alle die gleiche Semantik tragen.

2. Was ist Integration?

Laut Duden bedeutet Integration “Vervollständigung“ und “Eingliederung“.2 Mit letzterem ist die Aufnahme in die Zielgesellschaft gemeint. Man erfasst damit auch gleichzeitig das Ziel der Integration. Sie umfasst die egalitäre Teilnahme der Migranten am Leben in all seinen Facetten in der Gesellschaft, in die integriert werden soll. Unabwendbar ist jedoch, dass für dieses Gelingen eine Basis da sein muss. Diese besteht daraus, dass die Migranten danach streben, die Sprache zu beherrschen sowie mit den vorfindbaren Werten, Normen und Gesetzen vertraut zu sein und sie entsprechend zu internalisieren. Außerdem muss die Zielgesellschaft dazu bereit sein, die Zuwanderer aufzunehmen und als gleichberechtigte Mitmenschen anzusehen.3 Schlussfolgernd ist Integration eine aktive Handlung, die vor allem von den Einwanderern geleistet werden muss. Es ist nicht einfach, denn dieses Anliegen erfordert viel Motivation, Disziplin und Aktivität. 4 Integration ist somit ein Prozess, der von den Migranten und der Gesellschaft vollzogen werden muss und als eine wichtige Aufgabe gesehen werden muss.

Wer ihn [den Weg der Integration, L.K.] bewältigt, hat nicht nur einen persönlichen Sieg errungen, er taugt auch als Vorbild für die Generationen, die nach ihm kommen (Bauer, 2010, 108).5

3. Blickpunkt: Bildung von Migranten

Integration vollzieht sich nicht nur partikulär, sondern ist in jedem Bereich des Lebens präsent. Vor allem im Bildungssektor ist Integration ein großes Thema: Integration durch Bildung und Integration ins Bildungswesen hängen […]eng zusammen (Konsortium Bildungsberichterstattung, 2006, 137.). Man kann es in diesem Bereich also fast als eine Art „Wechselwirkung“ verstehen. Denn wer sich durch Bildung integriert, der wird anerkannt, weil er selbst aktiv etwas für seine Integration tut, er kann damit in den Wettbewerb mit den „Einheimischen“ treten und bekommt somit eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Und diese Bildung kann eine Bildung in der Sprache des Integrationslandes sein, um eine Verständigung untereinander möglich zu machen. Die Sprache müssen sie aber auch beherrschen, um in das Bildungssystem integriert werden zu können, um es zu verstehen. Hier macht sich diese Art „Wechselseitige Beziehung“ bemerkbar. Denn wer in das Bildungssystem integriert werden möchte, der muss es zunächst einmal verstehen und das zeigt den „Einheimischen“, dass die Migranten bereit sind, etwas zu tun. Die Integration kann dadurch leichter fallen, weil beide Parteien sehen, dass Motivation dafür da ist. Und Integration kann nur gelingen, wenn beide Seiten mit machen.

Und so sollen sich die folgenden Gliederungspunkte mit dem Teil der Bildung in der Integration intensiver auseinandersetzen.

3.1 Vergleich von einheimischen Schülern und Migranten

Die Auswertungen von den Studien wie PISA oder IGLU haben die Unterschiede zwischen Migrationsschülern und deutschen Schülern dargelegt: die Kinder aus zugewanderten Familien schneiden im Kompetenzbereich, der Übergangsempfehlung und der Art der Sekundarstufe schlechter ab.6 Diese gravierenden Unterschiede sehen in Zahlen wie folgt aus: Schüler mit Migrationshintergrund in einem bildungsrelevanten Alter (15-25) haben größtenteils einen Hauptschulabschluss, ein Abitur wird nur in weniger als 20% erworben. Knapp 15% der deutschen Schüler erwerben einen Hauptschulabschluss, das Abitur wird von gut 20% bestanden. Die Quote von Migrationsschülern “ohne Bildungsabschluss und nicht in einer Ausbildung“ liegt bei knapp über 80%, die der einheimischen Schüler bei ca. 75%.7

Hier greift der erste Teil der Leitfrage: Woran liegt es, dass die Migranten im Bildungssystem so schlecht abschneiden?

Gründe dafür sind nicht nur an den Unterschieden des sozioökonomischen Status festzumachen, sondern auch an einer ungenügenden Kenntnis der deutschen Sprache. 8 Die meisten Kinder beherrschen ihre Muttersprache besser als die des Migrationslandes. Auf die Zweisprachigkeit wird im Gliederungspunkt 3.3. “Aspekt der Zweisprachigkeit“ eingegangen. Weitere Gründe für das niedrigere Bildungsniveau der Zuwandererschüler und Differenzen unter den Ethnien sieht Allemann-Ghionda in folgenden Aspekten9:

- Integrationsbereitschaft;
- Bildungsniveau der Eltern und sprachliche Kompetenz in L1 und L210 ;
- Qualität und Quantität der Förderung in der Herkunftssprache;
- Beteiligung des Herkunftslandes oder des Aufnahmelandes;
- Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule; Diskrepanzen

zwischen den Erwartungen der Eltern an die Schule und umgekehrt Kommunikationsbarrieren, die bei und gegenüber Migranten verstärkt auftreten können, weil Interkulturalität und soziales Gefälle im Spiel sind.

(Allemann- Ghionda, 2008, 31-32).

Diese Punkte sollen nicht ohne Erklärung bleiben: Zu dem Aspekt „Integartionsbereitsschaft“ soll erklärend beigefügt werden, dass es möglich ist, dass sich manche Migrationsfamilien gar nicht integrieren wollen und somit auch unsere Bildungsnormen ablehnen und keine weitere Förderung erfolgt. Zu dem Punkt „Bildungsniveau der Eltern und sprachliche Kompetenz in L1 und L2“ ist beizufügen, dass die kognitiven Fähigkeiten der Eltern mit darüber entscheiden, wie weit die Kinder sich entwickeln können. Das kann damit zusammenhängen, dass die Eltern die Sprache selbst nicht beherrschen, ihre Kinder somit auch nicht unterstützen können, oder dass die allgemeinen kognitiven Fähigkeiten des Kindes von vorne herein eingeschränkt sind. Zudem macht es einen bedeutenden Unterschied ob man die Erst- und die Zweitsprache beherrscht oder nur eine von beiden. Denn wer nur die Heimatsprache spricht, tut sich schwer dem deutsch-sprachigen Unterricht zu folgen. Und dieser Aspekt hat negative Konsequenzen für die Noten. Der nächste Punkt greift erneut die Herkunftssprache auf und signalisiert damit auch, wie signifikant sie zu einem Bildungserfolg beitragen kann.

[...]


1 Bauer, M. et. al.: Nur wer mitmacht, gehört dazu. In: Focus 20 (2010), S. 108. 3

2 Wermke, Matthias; Kunkel-Razum, Kathrin; Scholze-Stubenrecht, Werner (Hgg) (2006): Duden. Die deutsche Rechtschreibung. Auf der Grundlage der neuen amtlichen Rechtschreibregeln. 24., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Band 1: Rechtschreibung. Mannheim: Dudenverlag, S. 535.

3 Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Abteilung 3/Integration, Referat Informations- und

Bürgerservice, Informationsmaterial 90343 Nürnberg (Hg.) (2008): Integration. Förderung-Vernetzung- Dialog. Paderborn: Bonifatius GmbH Druck-Buch-Verlag.

4 Vgl.: Bauer (2010), S. 108.

5 Vgl.: Bauer (2010), S. 108.

6 Konsortium Bildungsberichterstattung (Hrsg.) (2006): Bildung in Deutschland. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildung und Migration. Bielefeld: Bertelsmannverlag, S. 137.

7 Vgl.: Konsortium Bildungsberichterstattung (Hrsg.) (2006), S. 146. Abb. H2-6. 5

8 Vgl.: Konsortium Bildungsberichterstattung (Hrsg.) (2006), S. 137.

9 Anmerkung: Es wurden nur die Punkte zitiert, die für die Bildungsunterschiede zwischen Migranten und Einheimischen von Bedeutung sind.

10 Anmerkung: L1 und L2 stehen für Language First und Second; Also für Erst- und Zweitsprache. 6

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Mehrsprachigkeit in der BRD
Untertitel
Integration in Deutschland - Bildung von Migranten
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Note
3,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V172066
ISBN (eBook)
9783640923205
ISBN (Buch)
9783640922925
Dateigröße
541 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mehrsprachigkeit, integration, deutschland, bildung, migranten
Arbeit zitieren
Laura Kirchner (Autor), 2010, Mehrsprachigkeit in der BRD, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172066

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