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Georg Brandes: Literaturgeschichtsschreibung bei Brandes am Beispiel des Lyrikers Heinrich Heine

Titel: Georg Brandes: Literaturgeschichtsschreibung bei Brandes am Beispiel des Lyrikers Heinrich Heine

Hausarbeit , 2010 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Andreas Hansen (Autor:in)

Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wenn man sich selbst oder einem Mitmenschen die Frage stellt, welche Inhalte eine Literaturgeschichte enthalten muss, ist auf den ersten Blick klar ersichtlich, wie diese strukturiert sein sollte und was in ihr enthalten sein müsste. Natürlich ist zunächst einmal zu klären, ob z.B. Literatur aus Europa oder ausschließlich deutsche Literatur behandelt werden soll. Unabhängig davon werden jedoch vermutlich die meisten Menschen eine klare Vorstellung davon haben, dass die Dichter, Lyriker etc. in chronologischer Abfolge zu behandeln sind. Auch sollte die Literaturgeschichte so gegliedert sein, dass die Protagonisten in der Epoche zu finden sind, der sie zugeordnet werden. Dabei erwartet man zunächst eine kurze biographische Einordnung und evtl. einen Hinweis oder eine Darstellung wichtiger Werke. Dies sollte alles recht neutral und sachlich formuliert sein, so wie „Geschichtsschreibung“ in der Regel ja auch ist – eine Darlegung von Fakten.
Es lässt sich jedoch die Frage stellen, ob dies der einzige und vor allem, ob dies der einzig richtige Weg ist, um sich mit der Geschichte der Literatur auseinanderzusetzen. Die Herangehensweise von Georg Brandes in seinem Werk Hauptströmungen der Literatur des neunzehnten Jahrhunderts, welches zwischen 1871 und 1890 entstand und im Jahr 1924 in einer von Brandes selbst überarbeiteten Ausgabe nochmals verlegt wurde, ist eine andere. Am Beispiel Heinrich Heines soll im Folgenden auf die Darstellung Brandes eingegangen werden. An passender Stelle wird zum Vergleich bzw. zur Abgrenzung die Geschichte der deutschen Literatur von Helmuth Nürnberger (2006) herangezogen. Dabei sollen einzelne Aspekte der Geschichtsschreibung aus Brandes Werk dargestellt werden, um Unterschiede zu verdeutlichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Georg Brandes

3. Die Hauptströmungen der Literatur des 19. Jahrhunderts

3.1 Heine als Weltbürger

3.2 Vergleich mit anderen Dichtern

3.3 Einflüsse auf das Schaffen Heines

3.4 Prosa

3.5 Frankreich und Napoleon

3.6 Die beiden Grenadiere

3.7 Heine als revolutionärer Dichter

3.8 Das Kind und der Jugendliche Heinrich Heine

3.9 Heine und die Frauen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert und vergleicht die unterschiedlichen Ansätze der Literaturgeschichtsschreibung am Beispiel von Georg Brandes’ Werk "Hauptströmungen der Literatur des neunzehnten Jahrhunderts" und Helmuth Nürnbergers "Geschichte der deutschen Literatur". Im Fokus steht dabei die Darstellung des Lyrikers Heinrich Heine, um Unterschiede in der Methodik, Biographisierung und inhaltlichen Gewichtung aufzuzeigen.

  • Vergleich der literaturgeschichtlichen Darstellungsweisen von Brandes und Nürnberger
  • Die Rolle und Funktion von Georg Brandes als Literaturkritiker und Intellektueller
  • Analyse der subjektiven und ganzheitlichen Biografie-Darstellung bei Heine
  • Untersuchung der metaphorischen und vergleichenden Schreibweise von Brandes
  • Die Verknüpfung von Heines Lebensereignissen mit seinem dichterischen Schaffen

Auszug aus dem Buch

3.2 Vergleich mit anderen Dichtern

Georg Brandes zieht immer wieder andere Dichter heran, um Heine mit diesen zu vergleichen. Eine Besonderheit Heines sieht er darin, dass kein anderer Lyriker in solchem Maß eine Bekanntheit über die deutschen Grenzen hinweg erreicht hat, wie dieser. Auch kein Franzose seiner Zeit erreichte eine gleich hohe Beliebtheit außerhalb des eigenen Landes, wie Heine. Nach Byron schaffte es ebenfalls kein englischer Lyriker eine europaweite Bekanntheit zu erlangen. Brandes´ Auffassung besteht darin, dass Heine eine besondere Fähigkeit besaß. Er vermochte es, im Gegensatz zu anderen Lyrikern, die Leser zu seinen Vertrauten zu machen. Dann stellt Brandes den Lesern und sich selbst die Frage, worin diese Fähigkeit gründet. In seinem gleich darauf folgenden Beantwortungsversuch schließt er lediglich die Erklärung durch die „Rassentheorie“ aus. Im Anschluss begründet er auch in einleuchtender Art und Weise, warum diese Theorie als Erklärung nicht von Nutzen ist, jedoch sucht er nach keiner weiteren Erklärungsmöglichkeit (vgl. Brandes, 1924, S. 373).

In einem späteren Abschnitt zieht Brandes zu einem für ihn passenden Moment Goethe als Antagonisten von Heine hervor. Dies geschieht bei der Betrachtung der Nordseegedichte aus dem Buch der Lieder. Bei Nürnberger erfährt der Leser zwar von der Existenz der Nordseegedichte, nicht jedoch von der Entstehung. Allerdings erachtet sowohl Brandes als auch Nürnberger es für erwähnenswert, dass diese in freien Rhythmen geschrieben sind. In den Nordseegedichten zeigt sich, so Brandes, der Sinn für die Natur (ebd., S. 400). Mit dieser Naturbetrachtung wird der Bogen zu Goethe gespannt. Dieser schien in seinen Gedichten sämtliche Bereiche der Natur behandelt zu haben. Was jedoch von Goethe noch nicht thematisch aufgegriffen wurde, war das Meer. Dieses ist es, was Heine dem älteren Goethe voraus hatte. Brandes scheut sich zudem nicht Heine zu kritisieren und, wenn er es für notwendig hält, das zu erwähnen, was bei ihm negative Wirkung hervorruft. Dies geschieht, wie zu erwarten ist, auf eine sehr subjektive Weise.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird das Ziel der Arbeit definiert, die Herangehensweise der Literaturgeschichtsschreibung von Georg Brandes zu untersuchen und mit der klassischen Darstellung von Helmuth Nürnberger zu vergleichen.

2. Georg Brandes: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Leben, das Wirken und die philosophischen Hintergründe des dänischen Literaturkritikers Georg Brandes.

3. Die Hauptströmungen der Literatur des 19. Jahrhunderts: Dies bildet den Hauptteil, in dem verschiedene Aspekte von Heines Leben und Werk, wie sein Weltbürgertum, Einflüsse und literarische Besonderheiten, detailliert durch die Brille von Brandes analysiert werden.

3.1 Heine als Weltbürger: Brandes charakterisiert Heine als Weltbürger aufgrund seiner jüdischen Wurzeln und seiner prägenden Jahre in Deutschland und Frankreich.

3.2 Vergleich mit anderen Dichtern: Der Autor stellt Heine in Kontext zu anderen Dichtern wie Byron oder Goethe, um dessen einzigartige Wirkung und Fähigkeit zur Nähe zum Leser hervorzuheben.

3.3 Einflüsse auf das Schaffen Heines: Hier werden prägende Persönlichkeiten wie August Wilhelm Schlegel und Wilhelm Müller beleuchtet, die Heines Stil beeinflusst haben.

3.4 Prosa: Brandes diskutiert die Heinesche Prosa und betont ihre Stärke im Verzicht auf erhobenen Zeigefinger zugunsten von Witz und Spott.

3.5 Frankreich und Napoleon: Der Abschnitt analysiert Heines Faszination für Napoleon als Repräsentant des Volkes und den Einfluss der französischen Besatzung auf sein Denken.

3.6 Die beiden Grenadiere: Am Beispiel des Gedichts "Die beiden Grenadiere" verdeutlicht Brandes die frühe Napoleon-Bewunderung und die metrische Meisterschaft Heines.

3.7 Heine als revolutionärer Dichter: Brandes interpretiert Heines revolutionäre Gesinnung nicht als rein demokratisch, sondern vielmehr als eine aristokratisch gefärbte Haltung gegenüber althergebrachten Strukturen.

3.8 Das Kind und der Jugendliche Heinrich Heine: Diese biographischen Notizen zeichnen Heines Kindheit nach und kontrastieren die Darstellung seines Vaters mit der seiner Mutter.

3.9 Heine und die Frauen: Hier wird der Einfluss von Heines Liebeserfahrungen auf sein dichterisches Schaffen, insbesondere die unerfüllten Sehnsüchte, untersucht.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Brandes eine subjektivere, biographisch-ganzheitliche Methode der Literaturgeschichte verfolgt, die stets den Zusammenhang zwischen Leben und Werk betont.

Schlüsselwörter

Georg Brandes, Heinrich Heine, Literaturgeschichte, Geschichtsschreibung, Helmuth Nürnberger, Biografie, Lyrik, Literaturkritik, Vergleich, Weltbürger, Napoleon, Romantik, Literaturwissenschaft, Methodik, Analyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie Literaturgeschichte geschrieben werden kann. Sie vergleicht dabei die spezifische Herangehensweise von Georg Brandes mit der eher sachlich-objektiven Methode von Helmuth Nürnberger, jeweils fokussiert auf den Dichter Heinrich Heine.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die literarische Einordnung von Heine, der Einfluss seiner Biografie (Familie, Frauen, Politik) auf sein Werk, die Rolle des Exils sowie die vergleichende Literaturkritik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass es nicht den einen richtigen Weg der Literaturgeschichtsschreibung gibt, indem die subjektiv-metaphorische Methode von Brandes der konventionelleren, rein faktischen Methode von Nürnberger gegenübergestellt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse zweier ausgewählter Literaturgeschichtswerke, bei der Textstellen in Bezug auf ihre Methodik, ihren subjektiven Gehalt und ihre inhaltliche Tiefe interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Aspekte des Lebens und Schaffens von Heine, darunter seine Rolle als Weltbürger, der Vergleich mit Zeitgenossen wie Goethe, politische Ansichten sowie die Bedeutung seiner familiären Wurzeln und Liebeserfahrungen für seine Lyrik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Literaturgeschichtsschreibung, vergleichende Literaturkritik, subjektive Biografieanalyse und die spezifische Autorenschaft von Georg Brandes beschreiben.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Brandes bei der Biografie von Heine von der anderer Historiker?

Brandes integriert biographische Fakten nicht in einem separaten, chronologischen Kapitel zu Beginn, sondern verwebt diese gezielt und subjektiv an verschiedenen Stellen mit seinem literarischen Schaffen, um den Zusammenhang zwischen Leben und Werk zu betonen.

Welche Rolle spielt Napoleon in der Betrachtung von Brandes?

Brandes sieht in der Bewunderung für Napoleon einen zentralen Aspekt bei Heine, den dieser als Brecher der alten Weltordnung und Repräsentanten des Volkes betrachtete, wobei Brandes selbst diese Bewunderung sowohl kritisch als auch als Ausdruck einer spezifischen intellektuellen Haltung einordnet.

Warum bewertet Brandes die "Nordseegedichte" so heterogen?

Brandes bewertet sie heterogen, weil er sowohl die meisterhafte Leistung einzelner Gedichte (wie "Im Hafen") als auch eine von ihm empfundene "Selbstgefälligkeit" in Heines Naturbetrachtung in der direkten Gegenüberstellung zu Goethes Naturlyrik kritisch reflektiert.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Georg Brandes: Literaturgeschichtsschreibung bei Brandes am Beispiel des Lyrikers Heinrich Heine
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)
Note
1,0
Autor
Andreas Hansen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V172088
ISBN (eBook)
9783640918423
ISBN (Buch)
9783640918317
Sprache
Deutsch
Schlagworte
georg brandes literaturgeschichtsschreibung brandes beispiel lyrikers heinrich heine
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Hansen (Autor:in), 2010, Georg Brandes: Literaturgeschichtsschreibung bei Brandes am Beispiel des Lyrikers Heinrich Heine, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172088
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Leseprobe aus  15  Seiten
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