Wortschatzvermittlung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009

18 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0) Einleitung

1) Der Begriff „Wortschatz“
1.1) Historie des Vermittelns von Wortschatz

2.) Wortschatzübungen
2.1) Wortbedeutung und Bedeutungsvermittlung
2.2) Grenzen und Probleme der Wortschatzübungen

3.) Konsequenzen für den DaF-Unterricht

4.) Ausblick

Literaturverzeichnis

0) Einleitung

Im Zeitalter der fortschreitenden Globalisierung scheint es unabdingbar eine vermehrte und vor allem effektivere Wortschatzarbeit, die nicht nur schulintern stattfinden soll, zu betreiben.

Die Art der Vermittlung des Wortschatzes hat sich im Lauf der Zeit stets gewandelt und sich den Bedingungen der Sprachen und Kulturen angepasst.

In dieser Hausarbeit soll deshalb die Frage untersucht werden, welche Formen der Wortschatzübungen am sinnvollsten für die Vermittlung von Wortschatz bezüglich der Lernbedingungen sind. Dies geschieht zu aller erst im Hinblick auf die historische Entwicklung der Wortschatzübungen.

Auch soll die These analysiert werden, inwiefern die Wortschatzvermittlung als Stütze des interkulturellen Dialoges dienen kann. Dies hat vor allem Konsequenzen für den „Deutsch als Fremdsprache oder Deutsch als Zweitsprache – Unterricht“, deren Umsetzung immer mehr in der Ausbildung der Lehrkräfte Einzug finden. Die Lehrkräfte haben hier nicht nur die Aufgabe der Wortschatzvermittlung und das Beibringen der deutschen Sprache, sie müssen zudem zwei meist sehr unterschiedliche Kulturen auf einen Nenner bringen. Damit ist gemeint, dass sie auf die unterschiedliche Semantik von Begriffen in den verschiedenen Kulturen eingehen und diese versuchen den Schülern zu vermitteln. Hier sollen auch die didaktischen und methodischen Aspekte und Konsequenzen untersucht und ausgewertet werden.

1) Der Begriff „Wortschatz“

Wortschatz wird auf zweierlei Weisen definiert. Einmal kann es der Wortschatz einer bestimmten Sprache zu einem bestimmten Zeitpunkt sein. Oder es ist die Zahl aller Wörter, die eine Person, also ein Sprecher, kennt. Hierbei wird wieder zwischen dem aktiven und dem passiven Wortschatz unterschieden. Die meisten Menschen verfügen über einen größeren passiven Wortschatz, den sie meistens nur beim Lesen gebrauchen.[1]

Es sind mindestens 100000 und maximal 200000 Wörter, die ein erwachsener

Mensch kennt.[2]

Wenn man sich nun einmal überlegt, dass beim Erlernen einer Fremdsprache der Wortschatz von mindestens 100000 Wörtern vermittelt, gelernt und verinnerlicht werden soll, scheint dies auf den ersten Blick nahezu unmöglich zu sein. Doch mittlerweile bieten die Lehrbücher und auch die Lehrmethoden der Lehrkräfte eine so große Vielfalt, dass die optimalen Lerneigenschaften jedes Lerners berücksichtigt werden können.

1.1) Historie der Vermittlung des Wortschatzes

Bis ins 19. Jahrhundert hinein war es üblich, fast ausschließlich die alten Sprachen wie Griechisch oder Latein und diese nur an höheren Schulen zu unterrichten. Die neusprachlichen Fächer wie Englisch und Französisch fanden erst zu dieser Zeit einen verhaltenen Einzug in den Fremdsprachenunterricht. „Als sie im 19. Jahrhundert in den Fächerkanon der Höheren Schulen aufgenommen wurden, mussten sie sich in ihrer Zielsetzung und Unterrichtspraxis an den im gymnasialen Bereich dominierenden Alten Sprachen (Latein/Griechisch) orientieren.“[3]

Das bedeutet, dass sich die Methoden und die didaktischen Grundsätze damals auf einer falschen Grundlage fundierten. Es musste ein großer Zeitraum vergehen, bis erkannt wurde, dass die neuen Fremdsprachen eines erhöhten Praxisbezugs bedürfen. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Reformmethode oder auch Direkte Methode genannt. Neuner beschreibt deren Umdenken wie folgt:

„Entscheidend für die Herausbildung der neuen Methodenkonzeption ist also der Versuch, sich von der Lehrmethode der Alten Sprachen zu lösen und Unterrichtsverfahren zu entwickeln, die dem Gegenstand - der ‚lebenden’ gesprochenen Fremdsprache – angemessener sind als die der Grammatik-Übersetzungs-Methode.“[4]

Zu betonen ist aber, dass diese Methode keine in sich abgerundete Konzeption entwickeln konnte.[5]

Ihr folgten im 20. Jahrhundert viele reformorientierte Methoden, die vor allem den Fremdsprachen- und DaZ-Unterricht, wie wir ihn heute kennen, geprägt haben. Zu diesen gehören die Audiolinguale, die Vermittelnde und die Audiovisuelle Methode. Sie alle drei haben gemeinsam, dass der Fremdsprachunterricht seinen Schwerpunkt nun auf den mündlichen Bereich legen solle. Wobei dies bei der Audiovisuellen Methode besonders durch Imitation geschehen soll. Die Vermittelnde Methode legte mehr Wert auf die Einsprachigkeit des Unterrichtes, sowie auf das Erlernen der Sprache durch Übungen. Die Audiovisuelle Methode bediente sich sowohl beim Medium Film, wie auch an der Methode des interaktiven Dialoges als Unterstützung des Spracherwerbs.[6]

Die Kommunikative Didaktik hat die Art und Weise der Wortschatzvermittlung enorm und nachhaltig geprägt. Seit den 1970er-Jahren fordert sie als oberstes Lernziel die „Kommunikative Kompetenz“.[7] Die Auswirkungen auf den Unterricht fasst Neuner, hier in Auswahlen, zusammen:

„Dies betrifft etwa

- Die Rolle des Lehrenden (als Helfer im Lernprozess, nicht mehr nur als Wissensvermittler bzw. Medienexperten)
- Die Aktivierung des Lernenden selbst (selbstentdeckendes, induktives Lernen; Entwicklung von effektiven Lernstrategien)
- Die Entfaltung von Kommunikationsstrategien (Verstehenssicherung und Bedeutungsaushandlung)

- Die offene und flexible Gestaltung der Lehrmaterialien, die so angelegt sein sollen, die sie unterschiedliche Zugänge und Durchläufe ermöglichen (Differenzierung, Individualisierung)“[8]

Für die am Anfang gestellte These scheint eine der jüngeren Didaktiken am Interessantesten zu sein, denn die Interkulturelle Didaktik beschäftigt sich nicht nur mit dem Fremdsprachenunterricht selbst, sondern geht über diesen hinaus.[9]

„Dem Fremdsprachenunterricht erwächst daraus eine neue Aufgabe: mit den Lernenden nicht nur das Funktionieren in der fremden Sprache einzuüben, sondern sie auch auf diese interkulturellen Kontakte vorzubereiten und dabei übergreifende Zielsetzungen wie die Verschiedenheit der Menschen zu akzeptieren, mit Hilfe von Sprache eine neue Kultur zu entdecken und die eigene neu sehen zu lernen…“[10]

[...]


[1] Vgl. BOHN, Peter: Probleme der Wortschatzarbeit: Fernstudieneinheit 22. Berlin u.a.: Langenscheidt, 1999.

[2] Vgl. ebd.

[3] NEUNER, Gerhard: Vermittlungsmethoden: Historischer Überblick, in: In:Handbuch Fremdsprachenunterricht.Hrsg. v. Karl-Richard Bausch, Herbert Christ u. Hans-Jürgen Krumm. 4., vollständig neu bearbeitete Auflage, Tübingen/Basel: A. Francke (2003), S. 225–234, S. 227.

[4] NEUNER, S. 228.

[5] Vgl. Ebd.

[6] Vgl. Ebd. S: 228-230.

[7] Vgl. Ebd. S. 230.

[8] Ebd. S. 231-232.

[9] Vgl. Ebd. S. 232.

[10] Ebd. S. 232.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Wortschatzvermittlung
Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V172094
ISBN (eBook)
9783640919857
ISBN (Buch)
9783640919994
Dateigröße
461 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wortschatzvermittlung, Didaktik, Germanistik, Deutschunterricht, Deutsch als Fremdsprache;, DaZ;, Deutsch als Zweitsprache;, DaF
Arbeit zitieren
C. Köhne (Autor), 2009, Wortschatzvermittlung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172094

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Wortschatzvermittlung



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden