Diese Hausarbeit wird sich sprachkritisch einerseits mit der Institutionensprache und andererseits mit der Pressesprache auseinandersetzen. Als Vertreter der Institutionensprache liegt ein Schreiben vor, welches stellvertretend durch die Deutsche Rentenversicherung aufgesetzt wurde. Als Stellvertreter der Pressesprache liegt ein regionaler Artikel über die Einweihung einer Düne im Sinne des Umweltschutzes vor. Besonders die Verwaltungssprache, welche man zur Institutionensprache zählt, wurde schon oft wissenschaftlich kritisiert. „[K]ritisiert wird an der Verwaltungssprache ihre Weitschweifigkeit, Umständlichkeit, Gespreiztheit und unschöne Diktion.“ Hierin findet sich auch die Legitimation einer aufklärerischen und verbesserungsorientierten Sprachkritik bezüglich der Verwaltungssprache: „Die nach wie vor hohe Zahl von Klienten, die auf einen Antrag verzichten, die beinahe unüberwindlichen Schwierigkeiten für funktionale Analphabeten und die Probleme für Ausländer sind Indiz dafür, dass das Problem der Verständlichkeit noch nicht gelöst ist.“ Besonders haben sich dem Verständlichkeitsproblem der Verwaltungssprache Ulrich Knoop und Jochen Rehbein in verschiedenen Aufsätzen gewidmet, wobei sie hier nur als Vertreter eines großen wissenschaftlichen Untersuchungspunktes stehen können. Wesentlich weniger beschäftigte sich die Sprachwissenschaft bis dato mit einer Kritik der Pressesprache. Einen guten Einstieg hierzu bietet Hans-Jürgen Bucher mit seinem Werk Mediensprache. Medienkommunikation. Medienkritik.
Der erste Unterpunkt bietet eine Zusammenschau der Literatur mit den verschiedenen Vertretern und deren Ansätze zur Sprachkritik und deren Methoden. Dies bildet eine Vorbereitung auf die nachfolgende, eigene Sprachkritik zu den vorliegenden Textbeispielen. Bevor es zu einer Sprachkritik am Exempel kommen kann, müssen jeweils Textsortenerwartungen und –normen definiert werden. Nach einer getrennten Sprachkritik der beiden Textsorten werden diese wegen ihres scheinbar großen Unterschiedes noch einmal verglichen und anschließend konkrete Verbesserungsvorschläge versucht zu unternehmen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1) Ansätze und Ziele der Sprachkritik
- 2) Erwartungen an die Textsorte Institutionentext
- 2.1) Kritik der Institutionensprache am konkreten Beispiel
- 3) Erwartungen an die Textsorte Pressetext
- 3.1) Kritik der Pressesprache am konkreten Beispiel
- 4) Textvergleich und Verbesserungsvorschläge
- 4.1) Vergleich
- 4.2) Konkrete Verbesserungsvorschläge
- 5.) Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit analysiert sprachkritisch sowohl die Institutionensprache als auch die Pressesprache. Sie befasst sich mit einem Schreiben der Deutschen Rentenversicherung als Beispiel für die Institutionensprache und einem regionalen Artikel über die Einweihung einer Düne im Sinne des Umweltschutzes als Beispiel für die Pressesprache. Die Arbeit strebt danach, die Stärken und Schwächen beider Textsorten zu identifizieren und konkrete Verbesserungsvorschläge zu formulieren.
- Kritik der Institutionensprache (Verwaltungssprache)
- Kritik der Pressesprache
- Vergleich der Textsorten
- Formulierung von Verbesserungsvorschlägen
- Reflexion über die Rolle der Sprachkritik in der Gesellschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Sprachkritik ein und stellt die beiden Textbeispiele vor, die im weiteren Verlauf der Arbeit untersucht werden. Kapitel 1 beleuchtet verschiedene Ansätze und Ziele der Sprachkritik anhand der Werke von Bickes, Sitta, Wimmer und Schiewe. Dabei werden unterschiedliche Definitionen und Prinzipien der Sprachkritik vorgestellt sowie die Problematik der objektiven Bewertung von Sprache diskutiert.
Kapitel 2 definiert die Erwartungen an die Textsorte Institutionentext. Es wird auf die Kritikpunkte der Verwaltungssprache eingegangen, die bereits in der wissenschaftlichen Literatur breit diskutiert wurden. Dieses Kapitel legt die Grundlage für die spätere Analyse des konkreten Beispiels des Schreibens der Deutschen Rentenversicherung.
Kapitel 3 setzt sich mit den Erwartungen an die Textsorte Pressetext auseinander. Dieses Kapitel betrachtet die Besonderheiten der Pressesprache und die daran geknüpften Anforderungen. Die Analyse des regionalen Artikels über die Einweihung der Düne wird im nächsten Schritt auf diesen Erkenntnissen aufbauen.
Kapitel 4 vergleicht die beiden Textsorten und stellt konkrete Verbesserungsvorschläge für beide Textbeispiele vor. Dabei werden die Stärken und Schwächen der beiden Textsorten in Bezug auf Verständlichkeit, Klarheit und Stil beleuchtet. Die Schlussfolgerungen dieses Kapitels sollen konkrete Handlungsempfehlungen für die Verbesserung der Sprachqualität in beiden Bereichen liefern.
Schlüsselwörter
Sprachkritik, Institutionensprache, Verwaltungssprache, Pressesprache, Textsortenanalyse, Verständlichkeit, Klarheit, Stil, Verbesserungsvorschläge, Sprachwissenschaft, Sprachnorm, Sprachwandel.
Häufig gestellte Fragen
Was wird an der Verwaltungssprache kritisiert?
Wissenschaftlich kritisiert werden vor allem Weitschweifigkeit, Umständlichkeit, Gespreiztheit und eine unschöne Diktion, die zu erheblichen Verständlichkeitsproblemen für Bürger, Ausländer und Analphabeten führen kann.
Was ist das Ziel von Sprachkritik?
Sprachkritik verfolgt oft aufklärerische und verbesserungsorientierte Ziele. Sie möchte die Verständlichkeit von Texten erhöhen und aufzeigen, wo Sprache Barrieren schafft oder manipulativ wirkt.
Wie unterscheidet sich die Pressesprache von der Institutionensprache?
Pressesprache soll informieren und unterhalten, während Institutionensprache (wie Rentenbescheide) oft rechtlich präzise, aber dadurch schwer verständlich formuliert ist. Die Arbeit vergleicht diese beiden Textsorten direkt.
Welche Methoden nutzt die Sprachwissenschaft zur Analyse?
Die Arbeit stützt sich auf Ansätze von Vertretern wie Ulrich Knoop, Jochen Rehbein oder Hans-Jürgen Bucher, die Kriterien wie Textsortennormen und Verständlichkeitsmodelle zur Bewertung heranziehen.
Gibt es konkrete Verbesserungsvorschläge für Behördentexte?
Ja, die Arbeit schlägt vor, komplexe Satzstrukturen aufzubrechen, Fachbegriffe zu erklären und eine bürgernahere Diktion zu verwenden, ohne die rechtliche Verbindlichkeit zu verlieren.
- Arbeit zitieren
- C. Köhne (Autor:in), 2007, Eine sprachkritische Untersuchung der Institutionen- und Pressesprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172102