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Eine sprachkritische Untersuchung der Institutionen- und Pressesprache

Title: Eine sprachkritische Untersuchung der Institutionen- und Pressesprache

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: C. Köhne (Author)

German Studies - Linguistics
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Diese Hausarbeit wird sich sprachkritisch einerseits mit der Institutionensprache und andererseits mit der Pressesprache auseinandersetzen. Als Vertreter der Institutionensprache liegt ein Schreiben vor, welches stellvertretend durch die Deutsche Rentenversicherung aufgesetzt wurde. Als Stellvertreter der Pressesprache liegt ein regionaler Artikel über die Einweihung einer Düne im Sinne des Umweltschutzes vor. Besonders die Verwaltungssprache, welche man zur Institutionensprache zählt, wurde schon oft wissenschaftlich kritisiert. „[K]ritisiert wird an der Verwaltungssprache ihre Weitschweifigkeit, Umständlichkeit, Gespreiztheit und unschöne Diktion.“ Hierin findet sich auch die Legitimation einer aufklärerischen und verbesserungsorientierten Sprachkritik bezüglich der Verwaltungssprache: „Die nach wie vor hohe Zahl von Klienten, die auf einen Antrag verzichten, die beinahe unüberwindlichen Schwierigkeiten für funktionale Analphabeten und die Probleme für Ausländer sind Indiz dafür, dass das Problem der Verständlichkeit noch nicht gelöst ist.“ Besonders haben sich dem Verständlichkeitsproblem der Verwaltungssprache Ulrich Knoop und Jochen Rehbein in verschiedenen Aufsätzen gewidmet, wobei sie hier nur als Vertreter eines großen wissenschaftlichen Untersuchungspunktes stehen können. Wesentlich weniger beschäftigte sich die Sprachwissenschaft bis dato mit einer Kritik der Pressesprache. Einen guten Einstieg hierzu bietet Hans-Jürgen Bucher mit seinem Werk Mediensprache. Medienkommunikation. Medienkritik.
Der erste Unterpunkt bietet eine Zusammenschau der Literatur mit den verschiedenen Vertretern und deren Ansätze zur Sprachkritik und deren Methoden. Dies bildet eine Vorbereitung auf die nachfolgende, eigene Sprachkritik zu den vorliegenden Textbeispielen. Bevor es zu einer Sprachkritik am Exempel kommen kann, müssen jeweils Textsortenerwartungen und –normen definiert werden. Nach einer getrennten Sprachkritik der beiden Textsorten werden diese wegen ihres scheinbar großen Unterschiedes noch einmal verglichen und anschließend konkrete Verbesserungsvorschläge versucht zu unternehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1) Ansätze und Ziele der Sprachkritik

2) Erwartungen an die Textsorte Institutionentext

2.1) Kritik der Institutionensprache am konkreten Beispiel

3) Erwartungen an die Textsorte Pressetext

3.1) Kritik der Pressesprache am konkreten Beispiel

4) Textvergleich und Verbesserungsvorschläge

4.1) Vergleich

4.2) Konkrete Verbesserungsvorschläge

5.) Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht sprachkritisch die Charakteristika und Verständlichkeit von Institutionen- und Pressesprache anhand konkreter Textbeispiele. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen wissenschaftlich fundierter Sprachkritik und den realen Textnormen der untersuchten Gattungen aufzuzeigen sowie praxisnahe Verbesserungsvorschläge für eine höhere Bürgernähe und Verständlichkeit abzuleiten.

  • Grundlagen und theoretische Ansätze der wissenschaftlichen Sprachkritik.
  • Analyse der Textsortenmerkmale und Sprachnormen in Verwaltungstexten.
  • Untersuchung der journalistischen Sprache am Beispiel eines Berichts.
  • Vergleichende Analyse von Öffentlichkeitscharakter, Sprachstil und Pragmatik.
  • Diskussion über die Etablierung von Sprachkritik in der Linguistik.

Auszug aus dem Buch

1) Ansätze und Ziele der Sprachkritik

Zuerst gilt es festzuhalten, dass eine von allen Seiten akzeptierte Sprachkritik nicht besteht. Es existieren viele Arten der Sprachkritik, welche jeweils durch ihre einzelnen Vertreter repräsentiert werden. Bickes zum Beispiel unterteilt in zwei große Formen der Sprachkritik. Zum einen in die Untersuchung des Sprachgebrauchs im Einzelfall und zum anderen in den Sprachgebrauch in einem „Regelsystem“.3 Er betont vor allem, dass es schwierig ist „Sprachbewertungen anders als über das Sprachgefühl zu begründen.“4 Diese sprachlichen Bewertungen werden entweder durch Individuen oder durch größere Gruppen, wie Institutionen vorgenommen.5

Horst Sitta hat schließlich einige Prinzipien aufgestellt, an denen sich eine alle wichtigen Aspekte abdeckende Sprachkritik orientieren könnte. Erstens soll eine Sprachkritik einen „reichen lebendigen Begriff von Sprache“ haben, was Sitta als deren Mittelpunkt definiert. Zweitens sollte eine Sprachkritik zwar auf der Sprachwissenschaft basieren, aber dennoch über sie hinausgehen. Drittens soll nicht alles Ungewöhnliche und Eigenartige der Sprache als negative Ausschweifung beschrieben werden. Hier ist es wichtig, ein „Nachdenken“ und „Staunen“ hervorzurufen und sich nicht gleich auf Verbesserungsvorschläge zu stürzen. Viertens müsse sich eine Sprachkritik an gewissen sprachlichen Normen orientieren können, welche bis dato noch keine Einigkeit finden konnten. Fünftens sollte die Sprachkritik schließlich nicht durch Laien erfolgen, sondern müsse eine „akademische und aufklärerische Disziplin“, also wissenschaftlich fundiert sein.6 Wichtig scheint für Sitta zu sein, dass sich die Sprachkritik nicht nur der reinen Beschreibung des sprachlichen Gegenstandes widmet, sondern dass sie diese auch bewertet.7 Er appelliert an seine Leserschaft:

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Der Abschnitt führt in die Thematik der sprachkritischen Auseinandersetzung mit Institutionen- und Pressesprache ein und definiert das methodische Vorgehen.

1) Ansätze und Ziele der Sprachkritik: Dieses Kapitel erläutert verschiedene theoretische Positionen der Sprachkritik und stellt Prinzipien für eine wissenschaftlich fundierte Herangehensweise auf.

2) Erwartungen an die Textsorte Institutionentext: Es werden die normativen Anforderungen an Verwaltungstexte, insbesondere im Hinblick auf Verständlichkeit und sachlichen Stil, definiert.

2.1) Kritik der Institutionensprache am konkreten Beispiel: Anhand eines Schreibens der Deutschen Rentenversicherung wird die Verwaltungssprache auf ihre tatsächliche Verständlichkeit und stilistische Merkmale hin geprüft.

3) Erwartungen an die Textsorte Pressetext: Dieses Kapitel beschreibt die charakteristischen Merkmale journalistischer Texte, speziell des Berichts, sowie deren Anforderungen an Sprachökonomie und Präzision.

3.1) Kritik der Pressesprache am konkreten Beispiel: Ein regionaler Zeitungsartikel dient hier als Untersuchungsobjekt für eine linguistische Stil- und Textkritik der journalistischen Darstellung.

4) Textvergleich und Verbesserungsvorschläge: Die beiden untersuchten Textsorten werden hinsichtlich ihres Sprachstils, ihrer Pragmatik und ihrer Funktionen direkt gegenübergestellt.

4.1) Vergleich: Dieser Abschnitt arbeitet die strukturellen und stilistischen Hauptunterschiede zwischen Behördentexten und Zeitungsartikeln heraus.

4.2) Konkrete Verbesserungsvorschläge: Es werden praxisorientierte Empfehlungen zur Optimierung der Sprachqualität und Steigerung der Bürgernähe insbesondere für Verwaltungstexte gegeben.

5.) Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Kluft zwischen Sprachkritik und praktischem Sprachgebrauch nach wie vor groß ist und ein hoher Integrationsbedarf in der Sprachwissenschaft besteht.

Schlüsselwörter

Sprachkritik, Institutionensprache, Pressesprache, Verwaltungssprache, Journalismus, Sprachnormen, Verständlichkeit, Sprachökonomie, Textsorten, Sprachwissenschaft, Bürgernähe, Nominalstil, Passivkonstruktionen, Stilkritik, Sprachwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Analyse der Sprache von Institutionen (Behörden) sowie der Pressesprache, um deren jeweilige Besonderheiten und Verständlichkeit zu untersuchen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die Definition von Textsortennormen, die Anwendung sprachwissenschaftlicher Kritikprinzipien auf reale Beispiele und der Vergleich zweier völlig unterschiedlicher Kommunikationsformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Institutionen- und Pressesprache gestaltet sind, wo Mängel in der Verständlichkeit liegen und wie durch sprachkritische Ansätze eine Verbesserung erzielt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer literaturgestützten Theoriebildung zur Sprachkritik, kombiniert mit einer empirisch-deskriptiven Analyse von konkreten Textbeispielen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Erörterung von Sprachkritik, die Analyse von Verwaltungstexten, die Untersuchung eines journalistischen Berichts sowie den direkten Vergleich beider Textsorten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sprachkritik, Institutionensprache, Verständlichkeit, Sprachnormen und Bürgernähe geprägt.

Welche Rolle spielt die Deutsche Rentenversicherung in der Arbeit?

Sie dient als konkretes Fallbeispiel für die Analyse der Institutionensprache, um typische Probleme wie den Nominalstil oder mangelnde Bürgernähe zu verdeutlichen.

Warum ist laut Autor die Etablierung von Sprachkritik in der Wissenschaft schwierig?

Der Autor stellt fest, dass sich die Sprachwissenschaft schwertut, Sprachkritik als eigenständige, wissenschaftliche Theorie zu integrieren, da diese oft als zu subjektiv oder laienhaft wahrgenommen wird.

Wie bewertet der Autor den untersuchten Zeitungsartikel?

Der Autor sieht im Artikel einen Versuch der Informationsvermittlung, kritisiert jedoch den übermäßigen Einsatz emotionaler Einschübe und ineffektiver Aufzählungen.

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Details

Title
Eine sprachkritische Untersuchung der Institutionen- und Pressesprache
College
Technical University of Darmstadt
Grade
2,0
Author
C. Köhne (Author)
Publication Year
2007
Pages
18
Catalog Number
V172102
ISBN (eBook)
9783640918843
ISBN (Book)
9783640918607
Language
German
Tags
Pragmatik; Sprachkritik; Linguistik; Institutionensprache; Sprache in Institutionen Mediensprache; Pressesprache;
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
C. Köhne (Author), 2007, Eine sprachkritische Untersuchung der Institutionen- und Pressesprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172102
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