Begabtenförderung an Hochschulen - Finanzielle Fördermöglichkeiten


Hausarbeit, 2007

20 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1.Einleitung

2.Studienstipendien der Begabtenförderungswerke
2.1.Allgemeines
2.2.Voraussetzungen für die Aufnahme
2.3.Bewerbungsablauf und Auswahlverfahren
2.4.Förderung
2.5.Die einzelnen Begabtenförderungswerke
2.5.1.Die Studienstiftung des deutschen Volkes e.V
2.5.2 Das Cusanuswerk
2.5.3.Das Evangelische Studienwerk e.V. Villigst
2.5.4.Die Hans-Böckler-Stiftung
2.5.5.Die Stiftung der Deutschen Wirtschaft e.V
2.5.6.Die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V
2.5.7.Die Heinrich-Böll-Stiftung e.V
2.5.8.Die Friedrich-Ebert-Stiftung e.V
2.5.9.Die Rosa-Luxemburg-Stiftung e.V
2.5.10.Die Friedrich-Naumann-Stiftung
2.5.11.Die Hanns-Seidel-Stiftung e.V

3.Stipendien der privaten Stiftungen
3.1.Allgemeines
3.2.Private Stiftungen

4.Schluss

Literatur

1. Einleitung

In Deutschland gibt es die verschiedensten Stiftungen. Diese stellen Gelder für diverse gesellschaftlich Bedeutsame Projekte zur Verfügung. Dazu gehören auch Studienstipendien für Studenten, die ein besonderes soziales Engagement und zusätzlich eine besonders gute Leistung im Studium vorweisen können. Stiftungen können von staatlicher Seite bezuschusst werden. Momentan haben elf Stiftungen, die so genannten Begabtenförderungswerke, das Glück eine staatliche Unterstützung zu erhalten, die in vollem Maße an die Stipendiaten weitergeleitet werden. Kürzlich ist die Unterstützung, die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung vergeben wird erhöht worden, was für die Begabtenförderungswerke bedeutet, dass sie nun noch mehr Stipendiaten aufnehmen können. Neben der finanziellen Unterstützung, die im Gegensatz zum BAföG nicht rückerstattet werden muss, bieten die Stiftungen eine ideelle Förderung. Während die Begabtenförderungswerke den Stipendiaten in jeglicher Form unterstützen haben die privaten Stiftungen nicht die Möglichkeit so großzügig zu sein, da diese einen kleineren finanziellen Spielraum haben.

2. Studienstipendien der Begabtenförderungswerke

2.1. Allgemeines

Begabtenförderung wird in allen Schulformen angeboten. Sogar in der beruflichen Ausbildung erfolgt eine Förderung von besonders begabten Fachkräften. Die staatlich unterstützten Begabtenförderungswerke der Hochschulen bestehen aus elf Stiftungen, die im Jahr 2003 einen Aufwand von ca. 79 Millionen Euro hatten. Bei den besagten Stiftungen handelt es sich um die Studienstiftung des deutschen Volkes e.V., das Cusanuswerk, das Evangelische Studienwerk e.V., die Hans-Böckler-Stiftung, die Stiftung der Deutschen Wirtschaft e.V., die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V., die Heinrich-Böll-Stiftung e.V., die Friedrich-Ebert-Stiftung e.V., die Rosa-Luxemburg-Stiftung e.V., die Friedrich-Naumann-Stiftung und die Hanns-Seidel-Stiftung e.V. Ihre Aufgaben liegen darin, besonders befähigte und motivierte Studierende materiell und ideell zu fördern. Auf diese Weise soll dafür gesorgt werden, dass ein hochqualifizierter wissenschaftlicher Nachwuchs ausgebildet wird. Je nach Stiftung haben die Begabtenförderungswerke verschiedene Voraussetzungen für die Aufnahme und die Bewerbung. Auch die Anzahl der jährlich geförderten Studenten variiert. Die Menge liegt hier je nach Stiftung zwischen 250 und 5700 Studenten. Die Stiftungsgelder erhalten die Begabtenförderungswerke zum größten Teil aus staatlichen Zuschüssen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Trotzdem haben sie die Möglichkeit eigenständig über die Verwendung der Gelder zu entscheiden. Hierbei sind sie dazu verpflichtet, die Zuschüsse so effektiv wie möglich einzusetzen. Um dies zu gewährleisten, hat das BMBF Richtlinien herausgebracht, an die sich die Stiftungen zu halten haben. Diese „Zusätzlichen Nebenbestimmungen zur Förderung begabter Studentinnen und Studenten sowie begabter Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler“ ist im Februar 2007 neu überarbeitet worden und entsprechend aktuell.

2.2. Voraussetzungen für die Aufnahme

Die Richtlinien des BMBF beinhalten bestimmte Voraussetzungen die ein Student erfüllen muss, wenn er durch ein staatlich unterstütztes Begabtenförderungswerk gefördert werden möchte. So ist hier vorgesehen, dass die Studierenden an einer deutschen Hochschule eingeschrieben sein müssen und die Kriterien des Bundesausbildungsförderungsgesetzes erfüllen. Das Verfahren, wie die geförderten Personen ausgewählt werden ist jedoch von den Begabtenförderungswerken festzulegen. Diese sehen in den meisten Fällen die erbrachten Studienleistungen als wichtig an, wobei diese nicht die ausschlaggebenden Kriterien sind. Aus Sicht der Stiftungen ist es wesentlich wichtiger, dass die Stipendiaten gesellschaftliches Engagement zeigen. Eine Kombination aus beiden Teilen ist für eine Aufnahme in ein Stipendienprogramm somit absolut notwendig. Eine Mitgliedschaft in einer Partei ist für die meisten Begabtenförderungswerke nicht erforderlich, ist jedoch auch kein Ausschlussgrund. Trotzdem kann es vorkommen, dass eine Stiftung Studierende mit politischem Engagement bevorzugt. Dies wird von den entsprechenden Begabtenförderungswerken bekannt gegeben. Bei einer Stiftung, die einer bestimmten politischen Partei nahe steht, kann man davon ausgehen, dass diese auch besonderen Wert auf politisches Engagement legen. Ähnlich verhält es sich mit kirchlich nahe stehenden Stiftungen. Diese legen Wert darauf, dass die Studierenden der gleichen Religionsgemeinschaft angehören und in dieser auch aktiv sind.

Die Begabtenförderungswerke sind sehr darauf bedacht nur solche Kandidaten auszuwählen, die nicht nur die finanzielle Förderung genießen wollen. Sie legen Wert darauf, dass die Stipendiaten sich während ihres Studiums in den Fördervereinen aktiv engagieren. Einführende und weiterführende Seminare werden aus diesem Grund teilweise auch als obligatorisch angesehen.

2.3. Bewerbungsablauf und Auswahlverfahren

Der Bewerbungsablauf der Stiftungen ist individuell verschieden. In den Richtlinien des BMBF ist dies unter Punkt 1.4. festgehalten. In diesem ist zu lesen, dass sich das Verfahren der Feststellung einer Eignung eines Bewerbers nach den von den Begabtenförderungswerken festgelegten Grundsätzen bestimme.[1] Somit wird es den Begabtenförderungswerken selbst überlassen, wie die Bewerbungsart aussieht und welche Kriterien sie für die Auslese der Stipendiaten nutzen. In den meisten Fällen ist eine Selbstbewerbung durch die Begabtenförderungswerke erwünscht. Trotzdem kann es vorkommen, dass die Stiftungen Vorschläge von Lehrern, Dozenten oder ehemaligen Stipendiaten erwarten. Eine Mindestförderungsdauer muss durch den Studenten gewährleistet sein und ist individuell verschieden angesiedelt. Nach der Einreichung der Unterlagen werden geeignete Kandidaten ausgewählt und zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Dies kann ein Einzel- oder Gruppengespräch sein oder aus einer Gruppendiskussion bestehen. Außerdem kann von den Studenten eine Prüfung abgenommen werden, die ihre Eignung genauer beleuchten soll. Wird ein Kandidat aufgenommen, wird dieser durch manche Stiftungen zunächst nur für ein Jahr gefördert. Während dieser Zeit hat der Stipendiat die Möglichkeit seine Begabung im Studium zu zeigen. Nach besagtem Probejahr legt der Stipendiat einen Semesterbericht vor, aus dem hervorgehen soll, ob er für eine weitere Förderung geeignet ist.

2.4. Förderung

Die Förderung der Stipendiaten besteht aus einem materiellen und ideellen Beistand durch die Begabtenförderungswerke. Die materiellen Beihilfen sind bei den staatlich unterstützten Stiftungen generell gleichwertig angesiedelt, was durch die Richtlinien des BMBF festgelegt wurde:[2] Die Stipendiaten erwartet, abhängig vom Einkommen und Vermögen der Eltern, eine Grundförderung von maximal 525 Euro monatlich. Zusätzlich kann der Geförderte einen Krankenversicherungszuschuss von 45 Euro und einen Pflegeversicherungszuschuss von 8 Euro monatlich beantragen. Unabhängig von diesen genannten Leistungen kann ein Büchergeld in Höhe von 80 Euro/Monat erhalten werden. Ein Familienzuschlag von 155 Euro im Monat kann gezahlt werden, wenn der Stipendiat verheiratet ist und das Einkommen des Ehegatten 11.045 Euro im Jahr nicht übersteigt oder im Haushalt des Geförderten mindestens ein Kind lebt. Auch während der vorlesungsfreien Zeit werden dem Stipendiaten die Leistungen gezahlt. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass jeder Student nur aus einem Begabtenförderungswerk gefördert werden kann, was eine Doppelförderung ausschließt. Eine Doppelförderung durch andere Quellen wie beispielsweise des BAföG ist genauso ausgeschlossen. Auslandsaufenthalte können in der materiellen Förderung ebenfalls enthalten sein, eine reine Auslandsförderung ist jedoch nicht vorgesehen.

Die ideelle Förderung ist abhängig von der jeweiligen Stiftung. Diese entscheidet darüber, in wie weit den Stipendiaten ein zusätzliches Lernangebot vorgeschlagen wird und welche zusätzlichen Programme für die Geförderten interessant sein könnten. Generell kann man jedoch sagen, dass die ideelle Förderung eine besondere Stellung einnimmt und folglich ein großes Angebot von Seiten der Begabtenförderungswerke existiert. Angeboten werden hier beispielsweise Ferienakademien, Workshops, Sprachkurse, Stipendiatentreffen, Austauschprogramme mit ausländischen Universitäten etc. Daneben stehen den Studenten jederzeit persönliche Vertrauensdozenten und - dozentinnen zur Verfügung, die eine beratende und betreuende Funktion haben.

2.5. Die einzelnen Begabtenförderungswerke

Wie bereits erwähnt setzen sich die staatlich unterstützten Begabtenförderungswerke aus elf Stiftungen zusammen. Einen groben Überblick über die Art der Bewerbung, das Auswahlverfahren und die Gestaltung der Förderung ist in den Kapiteln 2.2. bis 2.4. zu bekommen. Um einen genaueren Einblick in die Stiftungen zu erhalten, wird in diesem Kapitel auf die einzelnen Stiftungen eingegangen werden. Dabei wird die materielle Förderung nicht weiter betrachtet, weil es sich hierbei um eine einheitliche Förderungsmaßnahme der Begabtenförderungswerke handelt.

2.5.1. Die Studienstiftung des deutschen Volkes e.V.

Als Quelle für diesen Abschnitt wurde die Internetseite www.studienstiftung.de gewählt.

Die Stiftung wurde 1925 in Dresden gegründet, 1934 aufgelöst und 1948 in Köln als Verein neu gegründet. Bei dieser Stiftung handelt es sich um ein politisch, konfessionell und weltanschaulich unabhängiges Begabtenförderungswerk, welches durch den Bund, die Länder, die Kommunen, von anderen Stiftungen, von Unternehmen und von über 6000 privaten Spendern unterstütz wird. Eine Selbstbewerbung kann für eine reguläre Förderung durch die Studienstiftung nicht erfolgen, stattdessen kann ein Bewerbungsvorschlag durch z.B. Schulleiter, Hochschullehrer, Fachbereiche deutscher Universitäten, Rektoren etc. eingereicht werden. Nach dem ersten Studienabschuss ist ein Aufbaustudium z.B. im Ausland möglich, das ebenfalls über ein Stipendienprogramm gefördert werden kann. In diesem Fall werden die Programme öffentlich ausgeschrieben und eine Förderung erfolgt über private Mittel. Daher ist eine Selbstbewerbung möglich.

Die Bewerbung für eine reguläre Förderung durch die Studienstiftung erfolgt formlos und sollte ein ausführliches Gutachten über den Kandidaten enthalten. Nach einer Vorauswahl auf der Basis der Gutachten, erfolgt ein Auswahlgespräch und nachfolgend eine Gruppendiskussion innerhalb eines Wochenendseminars.

Bei der ideellen Förderung der Studienstiftung des deutschen Volkes handelt es sich um ein rein freiwilliges Förderprogramm. Zur Auswahl stehen Sommerakademien, Kollegs zur wissenschaftlichen Orientierung und fachlichen Vertiefung, Sprachkurse, Auslandsstipendien, Stipendiatentreffen im Ausland etc. Außerdem haben die Stipendiaten die Möglichkeit Praktikumsplätze zu erhalten, eigene Veranstaltungen zu organisieren und das Intranet zu nutzen.

2.5.2 Das Cusanuswerk

Als Quelle für diesen Abschnitt wurde die Internetseite www.cusanuswerk.de gewählt.

Bereits zu Beginn der 50er Jahre entstand die Idee zur Gründung eines katholischen Studienförderungswerkes. Nachdem verschiedene Ideen zur Schaffung eines solchen Werkes entwickelt wurden, entschied man sich 1955 zunächst einen Leiter einzusetzen. Der Stadtpfarrer Bernhard Hanssler trat am 1. Januar 1956 diese Stelle an. Da es sich beim Cusanuswerk also um eine Einrichtung der katholischen Kirche handelt, die durch staatliche Mittel unterstütz wird haben nur katholische Studenten die Möglichkeit sich für ein Förderprogramm zu bewerben. Die Bewerber sollten neben einem religiösen Glauben auch ausgezeichnete Leistungen in ihrem Studienfach vorweisen können. Des Weiteren wird von ihnen eine gewisse Neugier und Kreativität erwartet sowie die Fähigkeit erwünscht, eigene Standpunkte vertreten und Verantwortung übernehmen zu können. Weitere Voraussetzungen für eine Aufnahme sind die Zugehörigkeit zu einem Staat der Europäischen Union, die Immatrikulation an einer deutschen Hochschule, ein Höchstalter von 30 Jahren im Jahr der Bewerbung und noch mindestens vier Semester Regelstudienzeit bis zum Studienende. Eine Selbstbewerbung ist bei diesem Begabtenförderungswerk möglich, jedoch besteht auch die Möglichkeit, sich von einem Hochschullehrer, einem Mitarbeiter der Hochschulpastoral, einem ehemaligen Stipendiaten oder einem Gymnasialleiter vorschlagen zu lassen. Außerdem werden während des Auswahlverfahrens das Abiturzeugnis, zwei Gutachten von Hochschullehrern, ein ausführlicher Lebenslauf und ein Gutachten aus der Studenten- oder Hochschulgemeinde verlangt, die erst nach Aufforderung einzusenden sind. Anschließend werden die Kandidaten zu einem persönlichen Gespräch eingeladen, in dem geeignete Stipendiaten ausgewählt werden.

[...]


[1] Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung (2007): Zusätzliche Nebenbestimmungen zur Förderung begabter Studentinnen und Studenten sowie begabter Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler, S. 3

[2] Vgl. ebd., S. 3-4

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Begabtenförderung an Hochschulen - Finanzielle Fördermöglichkeiten
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Erziehungs- und Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Begabte Kinder erkennen und fördern
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
20
Katalognummer
V172114
ISBN (eBook)
9783640919024
ISBN (Buch)
9783640919550
Dateigröße
441 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Begabte Kinder, Hochbegabte, Hochbegabtenförderung
Arbeit zitieren
Nadine Wrocklage (Autor), 2007, Begabtenförderung an Hochschulen - Finanzielle Fördermöglichkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172114

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