Kommunale Familienpolitik - Familienzentren


Referat (Ausarbeitung), 2010

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kommunale Familienpolitik
2.1 Definition und Zuständigkeiten
2.2 Rechtlicher Rahmen
2.3 Aufgaben
2.4 Ziele
2.5 wichtige Bereiche

3 Erscheinungsformen des Wandels der Familie in Deutschland
3.1 äußere Strukturmerkmale der Lebensformen
3.2 Binnenstrukturen der Lebensformen
3.3 Familienentwicklung
3.4 subjektive Wertschätzungen von Familie und Partnerschaft
3.5 Ursachen
3.6 Folgen

4 Schlussbetrachtung

5 Umsetzung kommunaler Familienpolitik

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Lebensformen in Deutschland

Abb. 2: Demographischer Wandel

Abb. 3: Aufgaben Familienzentrum

1 Einleitung

Nach dem Grundgesetz sind Bund, Länder und Gemeinden dazu verpflichtet, Ehe und Familie unter besonderen Schutz zu stellen. Ferner sind Familien in ihren Funktionen für Kommunen auch bedeutende Leistungsträger. So erfüllen sie durch tägliche Konsumentscheidungen eine wichtige wirtschaftliche Funktion, tragen zum Erhalt des Humanvermögens bei, bieten eine unerlässliche Sozialisationsfunktion und vermitteln dadurch den kommenden Generationen die Fähigkeit eines solidarischen Lebens innerhalb der Gesellschaft. Die Familie ist demzufolge ein essenzieller Motor für die Kommune und benötigt gerade bei erodierenden Bevölkerungszahlen besondere Unterstützung. Anders als Bund und Länder erleben Kommunen Familien vor Ort und können dort gezielt auf Probleme reagieren.

Dabei stellt sich die Frage, warum gerade in der heutigen Zeit ein besonders großer Wert auf kommunale Familienpolitik gelegt werden muss? In dieser schriftlichen Ausarbeitung sollen, neben den Zielen, Aufgaben und Möglichkeiten der Familienpolitik, die Erscheinungsformen des Wandels der Familie in Deutschland genauer beleuchtet werden. Des Weiteren werden zwei familienpolitische Maßnahmen kurz vorgestellt.

2 Kommunale Familienpolitik

2.1 Definition und Zuständigkeiten

Aufgrund der großen Bedeutung der Familie für die Gesellschaft, die sie insbesondere durch die Reproduktions-, Sozialisations- und Enkulturationsfunktion hat, ist sie schon lange ein Adressat politischer Maßnahmen. Diese werden seit Anfang dieses Jahrhunderts unter dem Begriff "Familienpolitik" zusammengefasst. Dieser Fachausdruck bezeichnet das bewusste, zielgerichtete und planvolle Einwirken von Bund, Ländern und Gemeinden, Unternehmen und Tarifpartnern, öffentlichen und freien Trägern der Wohlfahrtspflege, Kirchen, Selbsthilfegruppen und vielen anderen Organisationen auf die rechtliche, wirtschaftliche und soziale Lage von Familien.[1] Unter kommunaler Familienpolitik versteht man familienpolitische Maßnahmen einer Kommune (oder Gemeinde), die familienpolitische Vorgaben der Bundes- und Landesebene weiter ausgestaltet.

2.2 Rechtlicher Rahmen

Nach dem Artikel 6 des Grundgesetzes (GG) stehen Ehe und Familie unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. Somit sind Bund, Länder und Gemeinden dazu verpflichtet, die Familie unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung zu stellen und Familien zu schützen und zu fördern. Den Gemeinden wird nach Artikel 28 Absatz 2 des Grundgesetzes (GG) das Recht gewährleistet, alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln. Dies weist den Gemeinden das Recht zu, ihre Angelegenheiten innerhalb des vorgegebenen rechtlichen Rahmens in eigener Verantwortung zu regeln (kommunale Selbstverwaltung). Die Grenze dieser Zuständigkeit liegt in ausdrücklichen gesetzlichen Verboten für gemeindliche Eigeninitiativen oder in abschließenden Regelungen mit Sperrwirkung, welche Bund und Länder erlassen haben.[2]

2.3 Aufgaben

Familienpolitische Aufgaben sind im Wesentlichen die Sicherung der Generationenfolge, die zentrale Erziehungs- und Bildungsfunktion und damit die Sicherung des „Humanvermögens“ einer Gesellschaft, die fürsorgende Funktion und damit die Deckung der elementaren Grundlagen der Familienmitglieder, sowie die Stärkung der Solidarität zwischen den Generationen.[3]

Kommunale Familienpolitik besteht zum größten Teil aus Pflichtaufgaben aufgrund bundes- oder ländergesetzlicher Zuweisungen.[4] So erfüllen Kommunen familienpolitische Aufgaben, weil sie ihnen von staatlichen Stellen übertragen worden sind (z.B. Kinder- und Jugendhilfe, Sozialhilfe, kommunale Leistungen nach dem SGB II und SGB VIII) und weil sie im Zuge der Selbstverwaltung dazu verpflichtet sind (Kindergartenplätze, Erziehungsberatung). Darüber hinaus können sie auch freiwillig selbst initiativ werden. Freiwillige Leistungen können materieller Natur sein, beispielsweise familiengerechte Gebühren oder Vergünstigungen einzuführen, oder in immateriellen Angeboten liegen, wie beispielsweise kostenlose Spielsachen für Kinder bereit zu stellen.

Der Schwerpunkt kommunaler Familienpolitik liegt vor allem bei nichtmonetären Leistungen durch Realtransfers und die Schaffung und Erhaltung eines förderlichen Lebensumfeldes für Familien. Familienpolitik schafft Vorraussetzungen für die Vereinbarkeit zwischen der Gründung einer Familie und anderen Optionen. „Kommunale Familienpolitik hat dabei grundsätzlich den Auftrag, eine verlässliche und bedarfsgerechte soziale Infrastruktur in der Kommune bereitzustellen und darüber hinaus die Situation von Familien in besonderen Lebenslagen in den Bedarfsplanungen angemessen zu berücksichtigen.“ (Schmidt, Nora, 2006, S. 60) .

2.4 Ziele

„Kommunale Familienpolitik hat zum Ziel, in Gemeinden, Städten, einzelnen Stadtbezirken und Wohngebieten eine Infrastruktur zu schaffen und zu unterstützen, die Familien bei der Erfüllung ihrer familienbezogenen Aufgaben stärkt.“ (Klein Alexandra, Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP))

Aufgrund der unterschiedlichen Umsetzung kommunaler Familienpolitik in den Gemeinden können hier keine weiteren klar und einheitlich definierten Ziele erarbeitet werden. Kommunale Familienpolitik sollte jedoch zum Ziel haben, Familien bei der Bewältigung ihrer spezifischen Aufgaben zu stärken und das familäre Leben so lebenswert wie möglich zu gestalten.

2.5 Wichtige Bereiche kommunaler Familienpolitik

Aufgaben und Ziele kommunaler Familienpolitik können in Handlungsfelder eingeteilt werden.

Diese Handlungsfelder können in folgende Bereiche zusammengefasst werden:

- Bauen und Wohnen (z.B. Baulandvergabe, Mehr-Generationen-Wohnen, Bau- und Wohnungsplanung),
- Erziehung und Betreuung von Kindern (z.B. Kindergarten, Hort, Hausaufgabenbetreuung, Schülermittagstisch),
- Spielen und Freizeit (z.B. Spielplätze, Gestaltung von Plätzen, Ferienprogramm),
- Verkehrswesen (z.B. Schulwegeplan, Verkehrsberuhigung, Kinderstadtplan, Spielstraßen),
- Familienberatung und Familienbildung (z.B. Informationsbroschüren, Volkshochschulen, Elternbriefe, Kurse, Seminare),
- wirtschaftliche/ finanzielle Angebote für Familien (z.B. Familienpass, Hilfe in Notfällen, familiengerechte Staffelung von Gebühren),
- Verwaltung und Politik (z.B. Spielecke im Rathaus, Familienförderplan für Verwaltungsangehörige),
- familienunterstützende Betreuungsangebote für Seniorinnen und Senioren und pflegebedürftige Personen und ihre Angehörigen (z.B. Betreutes Wohnen, ambulante Dienste, Begegnungsstätten),
- Bildung und Kultur (z.B. Kinder- und Jugendbibliothek, Musikschule, Kinderkulturfest) sowie
- Treffpunkte für Familien (z.B. Familienzentrum, Familiencafé, Spielgruppe).[5]

[...]


[1] vgl. Kaufmann 1990; Textor 1991; Wingen 1997

[2] Vgl. Dienel, Christiane, 2002, S. 142

[3] Vgl. ebd., S. 36

[4] Vgl. ebd., S. 142

[5] http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Programme/a_Familienpolitik/s_626.html

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Details

Titel
Kommunale Familienpolitik - Familienzentren
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta  (Institut für Soziale Arbeit, Bildungs- und Sportwissenschaften)
Veranstaltung
Sozialpolitik
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V172153
ISBN (eBook)
9783640919154
ISBN (Buch)
9783640919666
Dateigröße
647 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kommunale, familienpolitik, familienzentren
Arbeit zitieren
Romy Diezel (Autor:in), 2010, Kommunale Familienpolitik - Familienzentren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172153

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