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Der monströse Körper in Bezug auf Mary Shelleys "Frankenstein"

Titre: Der monströse Körper in Bezug auf Mary Shelleys "Frankenstein"

Dossier / Travail , 2002 , 9 Pages , Note: 1

Autor:in: M.A. Oliver Kneip (Auteur)

Didactique de l'Anglais - Littérature, Œuvres
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Résumé Extrait Résumé des informations

Mary Shelley schuf 1818 im kulturhistorischen Kontext des anfangenden Industriezeitalters und den neuen wissenschaftlichen Entdeckungen ihr romantisch-schauriges Werk .Frankenstein oder der moderne Prometheus'1
Die Epoche zwischen Aufklärung und Romantik ist gekennzeichnet von einer explosionsartigen Wissensvermehrung und Theorienvielfalt in der Medizin und in den Naturwissenschaften. Die alten Vorstellungen über den Körper und seine Funktionen wurden revolutioniert und die Diskussion über die eigentlichen Ursachen des Lebens fanden nicht nur in Gelehrtenkreisen sondern auch unter gebildeten Laien statt. Besonders eine Frage erregte die Gemüter: Unterliegt der Mensch in seinen körperlichen, geistigen und seelischen Funktionen ausschließlich mechanischen Naturgesetzen oder waltet in ihm ein spezielles nichtmaterielles Lebensprinzip?" 2
Dieser Diskurs, einen Menschen künstlich zu erschaffen, beeinflusst bis heute eine Vielzahl von Drehbuchautoren und Schriftstellern wie z.B. H.G. Wells .The Island of Dr.Moreau" , H.P. Lovekraft .Chuluum" oder Fay Weldon .The lifes and loves of a she-devil".
Die Idee einen Menschen künstlich zu kreieren entstand jedoch schon sehr lange vor M. Shelley; so wird z.B. in der Hebräischen Mystik im Buch der Kabbala der sogenannte "Golem" oder .Humunqulus" was aus dem Latein übersetzt Mensch/ein bedeutet erwähnt. Der große Unterschied jedoch ist, das diesen Sagengestalten das Leben in einen hölzernen Körper oder einem Körper aus Lehm modelliert durch Magie eingehaucht wurde. M. Shelley dagegen, beeinflusst durch die Experimente von Luigi Galvani (1737-1798), der toten Fröschen elektrische Entladungen verpasste, so dass muskulöse Zuckungen in den Schenkeln der Tiere verursacht wurden"3, hat dieses Thema auf einer mehr wissenschaftlichen Ebene als auf einer mystischen Ebene bearbeitet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Frankenstein im kulturhistorischen Kontext seiner Zeit

2. Die groteske Gestalt des Leibes

3. Dr. Frankensteins Kreatur als grotesker Leib

4. Referenzen bei M. Shelleys .Frankenstein" im Bezug auf Fay Weldons "The life and loves of a she-devil"

5. Unterschiede der Körperkonstruktion beider Werke

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion des "monströsen Körpers" in Mary Shelleys Roman "Frankenstein" und setzt diese in Bezug zu zeitgenössischen Darstellungen in Fay Weldons "The life and loves of a she-devil", um die kulturelle Determination und gesellschaftliche Bedeutung von Körperidealen zu analysieren.

  • Kulturhistorischer Kontext der Entstehung von "Frankenstein"
  • Analyse der Groteske als literarisches und körperliches Motiv
  • Vergleichende Untersuchung der Körperkonstruktion in zwei literarischen Werken
  • Kritische Reflexion gesellschaftlicher Schönheitsideale und Körperwahrnehmung

Auszug aus dem Buch

3. Dr. Frankensteins Kreatur als grotesker Leib

Ursprünglich ist die Intention des grotesken Leibes auf das "Lachen" oder das "Fluchen" gerichtet,5 was man in Bezug auf Frankensteins Monster nicht in Rechnung tragen darf, da M. Shelley den grotesken Körper in ihrem Roman nicht als das "Auszulachende" (Pharse Figur) postuliert. Vielmehr ist der entstellte Körper der Kreatur eine Art Warnung, die Wissenschaftler davon abhalten soll die Grenzen von Moral und Ethik zu überschreiten. Parallelen zu den Definitionen des grotesken Leibes von M. Bachtin kann man jedoch durchaus auf Frankenstein ziehen. So lässt uns M. Shelley etwa durch die Ansammlung von schönen und guten Körperteilen, die Viktor beschafft, vermuten das hier ein perfekter Mensch konstruiert wird jedoch tritt genau das Gegenteil ein. Schöne und gute Leichenteile kombiniert ergeben ein groteskes Ganzes.

So sagt Viktor Frankenstein: "His limbs were in proportion, and I had selected his features as beautiful. Beautiful! - Great God!" 6

Auch die These dass der groteske Leib ein werdender Leib ist 7 lässt sich auf das Monster beziehen. Das Wesen das Viktor erschaffen hat ist zum Zeitpunkt seines Entstehens ein "weißes Blatt" (Tabula Rasa) und muss alles neu erlernen durch Beobachten und Nachahmen und durch eine erlesene Auswahl an hoher Literatur wie z.B. Miltons .Paradise lost" etc., was er als "geheimer Untermieter" bei der Familie der de Laceys auch erfolgreich schafft. Der Wendepunkt, der gleichzeitig eine Art Ende seiner Persönlichkeitsbildung darstellt kommt als er von den de Laceys gesehen wird und sie vor seinen entsetzlichen Äußeren die Flucht ergreifen. Man kann also sagen, dass das Monster bis zu seiner Entdeckung ein werdender Leib im Sinne des Grotesken ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Frankenstein im kulturhistorischen Kontext seiner Zeit: Das Kapitel verortet das Werk im Industriezeitalter und beleuchtet den wissenschaftlichen Diskurs zwischen Aufklärung und Romantik sowie die Inspiration durch Luigi Galvani.

2. Die groteske Gestalt des Leibes: Hier werden theoretische Grundlagen der Groteske nach Schneegans erläutert, wobei der Fokus auf der Vermengung von tierischen und menschlichen Zügen liegt.

3. Dr. Frankensteins Kreatur als grotesker Leib: Dieser Abschnitt analysiert die Kreatur als "werdenden Leib" und diskutiert ihre Entwicklung vom unbeschriebenen Blatt hin zur Rachemaschine.

4. Referenzen bei M. Shelleys "Frankenstein" in Bezug auf Fay Weldons "The life and loves of a she-devil": Der Autor untersucht versteckte Parallelen und Referenzen zwischen Shelleys Klassiker und Weldons Roman, insbesondere im Hinblick auf Schöpfungsmotive und Rollenbilder.

5. Unterschiede der Körperkonstruktion beider Werke: Ein Vergleich, der die unterschiedlichen Intentionen der Körperwandlung – vom hässlichen zum schönen Ideal – gegenüberstellt und auf zeitgenössische Körper-Kulte verweist.

Schlüsselwörter

Frankenstein, Mary Shelley, Fay Weldon, Groteske, Körperkonstruktion, Identitätskonstruktion, Viktor Frankenstein, Monstrosität, Schöpfungsgeschichte, Literaturvergleich, Körperideal, Romantik, Wissenschaftsethik, Tabula Rasa, Körperbild

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die literarische Darstellung und Bedeutung des monströsen Körpers in Mary Shelleys "Frankenstein" und vergleicht diese mit Motiven in Fay Weldons Werk.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind Körperkonstruktionen, die theoretische Definition der Groteske, der kulturhistorische Kontext der Romantik sowie die Reflexion von Körperidealen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach der Bedeutung des "grotesken Leibes" als literarisches Motiv und setzt die Transformation der Körper mit gesellschaftlichen Konstrukten von Identität in Bezug.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär textimmanente Interpretationen mit kulturwissenschaftlichen Theorien (z.B. nach Bachtin) verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Groteske, die Untersuchung von Frankensteins Kreatur, einen Vergleich mit Fay Weldons Roman und eine abschließende Reflexion über aktuelle Körperideale.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Die wichtigsten Begriffe sind Groteske, Körperkonstruktion, Monstrosität, Identität, Schöpfungsprozess und die Gegenüberstellung von "hässlichen" und "schönen" Körpern.

Wie unterscheidet sich die "Schöpfung" bei Frankenstein von anderen Mythen wie dem Golem?

Im Gegensatz zum mythologischen Golem, der durch Magie aus Lehm entsteht, ist Frankensteins Ansatz wissenschaftlich motiviert und verwendet reale Leichenteile, was den Bruch mit moralischen Tabus der Zeit markiert.

Welche Rolle spielt die "Schönheit" im Kontext von Frankensteins Experiment?

Interessanterweise wählt Viktor Frankenstein ursprünglich schöne Körperteile aus, um ein perfektes Wesen zu schaffen, was jedoch ironischerweise zu einem grotesken Gesamtbild führt, das den Schöpfer selbst erschreckt.

Welche Verbindung zieht der Autor zwischen dem Monster und dem modernen Schönheitswahn?

Der Autor argumentiert, dass sowohl in Shelleys als auch in Weldons Werk ein unschönes Äußeres oft mit einer "bösen" Identität assoziiert wird, ein Vorurteil, das sich bis in moderne Diät-Hysterien und den Körperkult unserer Zeit fortsetzt.

Warum wird das Monster als "werdender Leib" bezeichnet?

Dies bezieht sich auf den Zustand der Kreatur als "Tabula Rasa" nach ihrer Erschaffung, wobei sie sich erst durch Beobachtung, Lernen und soziale Interaktion zu einem individuellen Wesen formt.

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Résumé des informations

Titre
Der monströse Körper in Bezug auf Mary Shelleys "Frankenstein"
Université
LMU Munich  (Anglistik)
Cours
Proseminar
Note
1
Auteur
M.A. Oliver Kneip (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
9
N° de catalogue
V172242
ISBN (ebook)
9783640920518
ISBN (Livre)
9783640920310
Langue
allemand
mots-clé
körper bezug mary shelleys frankenstein
Sécurité des produits
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Citation du texte
M.A. Oliver Kneip (Auteur), 2002, Der monströse Körper in Bezug auf Mary Shelleys "Frankenstein" , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172242
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