Die Wikinger und ihre Übergriffe auf europäische Staaten im Frühmittelalter


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010

17 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Quellenlage
2.1 Die,,Annales Bertiniani"
2.2 Die ,,Annales Vedastini"

3. Die Berichte aus den Quellen
3.1 Die Ereignisse nach den ,,Annales Bertiniani"
3.2 Die Ereignisse nach den,,Annales Vedastini"

4. Die Auswirkungen auf das Frankenreich
4.1 DieAuswirkungen auf dieHerrscher
4.2 Auswirkungen aufdie Kirche
4.3 Auswirkungen aufdie Wirtschaft
4.4 Auswirkungen aufdie Kultur

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Zeitraum von 8. bis zum 11. Jahrhundert war der Höhepunkt der Aktivitäten einer Reihe von seefahrenden Völkern, die man heute gerne kollektiv als Wikinger bezeichnet. Das erste Mal, dass eine Gruppe dieser nordischen Krieger in Erscheinung tritt ist der Überfall auf das englische Kloster Lindis-farne im Jahr 7931. Von diesem Zeitpunkt an kam es immer wieder zu Übergriffen auf die europäischen Staaten des Frühmittelalters. Dabei waren die Verhältnisse nicht nur von Gewalt geprägt. In dieser Arbeit soll es um die wechselhaften Beziehungen zwischen Skandinaviern und den Bewohnern des als Frankenreich bezeichneten Gebildes aus verschiedenen Stämmen und speziell um Auswirkungen auf das Frankenreich als Ganzes gehen. Da die Wikinger über einen sehr langen Zeitraum hinweg mit unterschiedlicher Intensität in verschiedenen Beziehungsverhältnissen zu den Franken standen, werden sie die Entwicklung des Frankenreiches und besonders die dafür verantwortlichen Herrscher beeinflusst haben. Wie weit dies der Fall war, dazu später mehr. Besonders geeignet für die Behandlung dieses Themas sind die ,,Annales Bertiniani" sowie die ,,Annales Vedastini", die ich am Anfang des Textes etwas näher beleuchten werde. Ausgehend davon soll es darum gehen, in welchem Umfang die Überfälle und Angriffe Einfluss nahmen auf Alltag, Religion und die Herrscher. Welche Konsequenzen ergaben sich für den einfachen Bauern, den Geistlichen und die Herrscher, denen der Schutz der ihnen unterstehenden Gebiete unterlag? Ist in den Quellen Kritik an den Königen erkennbar? Wie wirkten sich die Verwüstungen auf die Wirtschaft aus? Und wie wurden die plötzlichen und erschreckenden Angriffe im frühmittelalterlichen Europa interpretiert?

2. Die Quellenlage

Über die Einfälle der Nordmannen in das Frankenreich gibt es eine Vielzahl von Aufzeichnungen. Allerdings handelt es sich dabei um die Sicht fränkischer Geistlicher. Diese waren zu dieser Zeit diejenigen, die Geschichte in den Jahrbüchern der Klöster festhielten. Daher gibt es auch keine Quellen, die uns etwas aus dem Blickpunkt der gewöhnlichen Bevölkerung erzählen. Ich werde daher versuchen, aus den vorhandenen Quellen aufdie möglichen Auswirkungen auf den Alltag der Menschen zu schließen. Was die Konsequenzen für die Herrschenden, die Kirche und die Kultur waren, lässt sich aus den vorhandenen Schriften dagegen gut erkennen. Für diese Arbeit habe ich mich auf zwei verschiedene Annalen konzentriert, die ,,Annales Bertiniani" und die ,,Annales Vedastini".

2.1 Die „Annales Bertiniani"

Die Jahrbücher des Klosters St. Bertin sind eine sehr umfangreiche Quelle und bieten eine große Anzahl von Informationen über die Einfälle von Nordmannen in das Frankenreich. Die ,,Annales Bertiniani" stellen eine der bedeutendsten Fortsetzungen der im Jahr 829 endenden Reichsannalen dar. Verfasser gibt es, wie bei Annalen üblich, mehrere. Als erster konnte der spanische Bischof Prudentius von Troyes ermittelt werden.2 Während der Autor des zweiten Teils unbekannt ist, wurde der dritte Part von einem gewissen Hinkmar geschrieben. Dieser stammte aus der Klosterschule von St. Denis und kam 822 an den königlichen Hof. Durch seine Dienste unter König Karl dem Kahlen wurde ihm das Erzbistum Reims verliehen. Darüber hinaus war er ein wichtiger Berater des Königs und beteiligte sich aktiv an theologischen Auseinandersetzungen.3

Er hatte daher gute Einblicke sowohl in die Politik derweltlichen wie auch der geistlichen Herrscher. Dies wird sich positiv auf die ,,Annales Bertiniani" ausgewirkt haben und lässt einen hohen Grad an Authentizität erwarten.

2.2 Die „Annales Vedastini"

Diese Annalen bieten eine sehr detaillierte Darstellung der Normanneneinfälle, wenn auch mit Verstößen gegen die Grammatik.4 Dennoch sind sie eine wertvolle Quelle für die in dieser Arbeit behandelten Fragen. Während die ,,Annales Bertiniani" sich durch recht kurze und prägnante Angaben auszeichnen, sind die ,,Annales Vedastini" wesentlich ausführlicher, ohne dass der Inhalt weniger plausibel erscheint.

Man muss allerdings im Hinterkopf behalten, dass beide Werke auf der Grundlage älterer Texte entstanden sind.5 Daher ist es theoretisch möglich, dass Informationen verändert oder gar nicht wiedergegeben sind. Es ist dementsprechend wichtig, mehrere Quellen sowie Sekundärliteratur zu Vergleichszwecken zu verwenden. Nichtsdestotrotz bieten beide Werke einen hohen Erkenntniswert für die Forschung und sollten daher auch für diese Arbeit gute Dienste leisten.

3. Die Berichte aus den Quellen

Wie bereits erwähnt sparen die Quellen nicht an Berichten über die Beziehungen zwischen den Franken und den Männern aus dem Norden. Es ist allerdings zu beachten, dass für die Skandinavier keine einheitliche Bezeichnungen verwendet werden. Ob ,,Dani", „Nordmanni" oder „pyratae", mit allen Worten sind in den in dieserArbeit verwendeten Quelleninhalten die Seefahrer aus Skandinavien gemeint. Ausnahmen gibt es nur, wenn Herrscher namentlich erwähnt werden. Über die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung wird nicht eindeutig eingegangen. Dies liegt darin begründet, dass sich die Schriften mit den Herrschern, Geistlichen und die mit diesen zusammenhängenden Ereignissen beschäftigen. Über das Leben der einfachen Bauern kann daher keine direkte Aussage getroffen werden. Nichtsdestotrotz soll in dieser Arbeit versucht werden, die verwendeten Quellen auch auf Hinweise darauf zu untersuchen. Im Folgenden werfe ich einen genaueren Blick in die uns überlieferten Annalen.

3.1 Die Ereignisse nach den „Annales Bertiniani"

Diese Annalen bieten eine Vielzahl von Berichten über Kontakte der Skandinavier mit dem Frankenreich. Es ist aber bei weitem nicht so, dass es sich hierbei lediglich um kriegerische Auseinandersetzungen handelt. Das Verhältnis scheint eher gemischter Natur gewesen zu sein. Während im Jahr 831 n. Chr. eine Gesandtschaft der Dänen den Kaiser auf dem Reichstag um Frieden bittet6, werden Friesland und der dort gelegene Handelsplatz Dore-stadt bereits im Jahr 834 n. Chr. von einer dänischen Flotte überfallen und geplündert. Auch die Versklavung von Teilen der Bevölkerung wird erwähnt.7 Der Kaiser reagierte darauf zunächst mit der Demonstration von Stärke und Entschlossenheit. Er verbrachte einige Zeit in Nymwegen, um die Seeräuber abzuschrecken.8 Interessant ist, dass bereits an dieser Stelle Kritik an den Herrschenden geübt wird. Durch die ,,inportunitate nostrorumque"9 sei es den Seeräubern erst möglich gewesen, in das Land einzufallen.10 Auch die Uneinigkeit innerhalb der Königsfamilie wird das ihrige dazu beigetragen haben. Bereits in dieser frühen Zeit werden Uneinigkeiten zwischen dem Kaiser und seinem Sohn Ludwig erwähnt.11 Doch nicht nur Uneinigkeit, auch die Nichtbeachtung von christlichen Geboten spielt, den ,,Annales Bertiniani" nach zu urteilen, eine Rolle.

[...]


1 Simek, Rudolf: Die Wikinger. Vgl. S. 48.

2 Rau, Reinhold: Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte. Zweiter Teil. Vgl. S. 1.

3 Ebd. Vgl. S. 2.

4 Rau, Reinhold: Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte. Zweiter Teil. Vgl. S. 6.

5 Ebd. Vgl. S. 2/3.

6 Rau, Reinhold: Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte. Zweiter Teil. Vgl. S. 15.

7 Ebd. Vgl. S. 25.

8 Ebd. Vgl. S. 37.

9 Ebd. cf. S. 36.

10 Ebd. Vgl. S. 37.

11 Ebd. Vgl. S. 37.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Wikinger und ihre Übergriffe auf europäische Staaten im Frühmittelalter
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Die Wikinger
Note
2.0
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V172268
ISBN (eBook)
9783640920945
ISBN (Buch)
9783640921140
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wikinger, Frankenreich, Franken
Arbeit zitieren
Daniel Ossenkop (Autor), 2010, Die Wikinger und ihre Übergriffe auf europäische Staaten im Frühmittelalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172268

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