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Die verschattete Frau

Die Verdrängung der Frau in den gesellschaftlichen Schatten und die dadurch entstandenen Frauenbilder in der Kunstproduktion des Patrismus

Titre: Die verschattete Frau

Mémoire de Maîtrise , 2010 , 105 Pages , Note: 5 (Skala 1 - 5)

Autor:in: MA Barbara Rudin (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Comparée
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Résumé Extrait Résumé des informations

Ziel ist, die Frauenbilder in der Literatur und der bildenden Kunst mehrerer Epochen festzuhalten, wobei der Schwerpunkt auf dem Fin de Siècle liegt. Es wird angenommen, dass diese Bilder in der faktualen Welt wurzeln und sich nicht unbedingt davon unterscheiden. Man stellt fest, dass es sich bei den Frauenbildern um Konstrukte handelt, die von den Männern auf die Frauen projiziert werden. Im Grunde erscheinen zwei Projektionen, daraus entsteht ein idealisiertes und ein pejoratives Frauenbild, eine 'Heilige' und eine 'Hure'. Auf C. G. Jungs kollektive Schattentheorie rekurrierend wird argumentiert, dass männliche Schattenanteile, also verdrängte Ich-Anteile des Mannes, die Frauenbilder hervorbringen. Die Frau wird gemacht und sie bildet den kollektiven Schatten einer androzentrischen, patristischen Gesellschaft.
Neben dem Orten der Frauenbilder bestand eines der Hauptziele der Forschungsarbeit darin, die Entstehung dieser Bilder zu ergründen. Die Antwort liegt in der patristischen Gesellschaftsform, deren Frucht die Kunst ist, die solche Frauenkonstrukte hervorbringt. Sie wird von patristisch geprägten Menschen kreiert, die in der repressiven, lustfeindlichen Art des Patrismus erzogen wurden. Diese Art führt zu Angst und letztlich zur Ausbildung des persönlichen und des kollektiven Schattens, da Bedürfnisse verdrängt werden müssen. Die verdrängten Anteile gelten als Minderwertig, werden abgespalten und auf minderwertige Gesellschaftsanteile, z. B. auf Frauen, projiziert und u. a. in der Kunst verarbeitet, was in mehr oder weniger abstrakter Form auftritt. Der Patrismus bringt kranke Liebesbeziehungen hervor, zwischen Mann und Frau als auch zwischen Mutter und Kind. Dadurch entwickelt das Kind ein dichotomes Mutter- resp. Frauenbild.
Das dritte große Problem der Arbeit bestand folglich in der Suche nach einem Ausweg aus der Produktion des dichotomen Mutterbilds. Die Antwort scheint in der Art der Erziehung zu liegen. Sie soll dem Kind ermöglichen, seine Bedürfnisse auszuleben und nicht verdrängen zu müssen, Authentizität und persönliche Integrität zu entwickeln, statt Persönlichkeitsanteile abspalten zu müssen. Die richtige Art der Liebe und Freiheit scheint dabei essenziell zu sein.
Besprochene Werke oder Figuren: Lulu, Frühlings Erwachen, Salome, Elektra, Fräulein Else, Therese, Mignon, Effi Briest, Melück Maria Blainville, Undine, die Wachsflügelfrau, das gefrorene Meer, die Marquise von O., Franziska zu Reventlow, Emilia Galotti, der Zauberberg.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Ausgangspunkt

2. Zur Methode und meiner Position

3. Die Frauendarstellungen im Patrismus

3.1 Frauenfiguren in der bildenden Kunst, Musik und Literatur der Jahrhundertwende

3.1.1 Die Femme fatale

3.1.1.1 Wedekinds Lulu

3.1.1.2 Strauss‘ Salome

3.1.1.3 Kubins Frauen

3.1.2 Die Femme fragile enfante

3.1.2.1 Schnitzlers Fräulein Else

3.1.2.2 Thomas‘ Oper Mignon

3.1.2.3 Franz von Stucks Innocentia

3.1.3 Die Femme légitime

3.1.3.1 Effi Briest

3.1.3.2 Die Femme légitime in der bildenden Kunst

3.2 Frauenbilder in der Romantik

3.2.1 Melück Maria Blainville – die exotische Hexe

3.2.2 Undine – der Schicksalsengel aus einem anderen Reich

3.2.3 Die ‚Heilige‘ und die ‚Hure‘ der Romantik

3.3 Frauenbilder der Renaissance

3.4 Frauenbilder des Mittelalters

4. Frauenbilder – fantastische Konstrukte

5. Veränderte Gesellschaftsstrukturen – Frau macht mobil

6. Eine fatale Sexualmoral – Illustration an F. Wedekinds Frühlings Erwachen

7. Die Entstehung der patristischen Gesellschaftsordnung

8. Die Verschattung der Frau

8.1 Der Kollektive Schatten im Patrismus

8.2 Die freiwillige Unterwerfung resp. die Schattenakzeptanz oder die Verantwortung der Frau an ihrem Schicksal

8.3 Der Kollektive Schatten bei Jung oder: die Gemeinsamkeit zwischen Juden und Frauen

8.4 Das Nordweib Louhi von Akseli Gallen-Kallela

8.5 Die leere Frau

8.6 Die liebeskranke Mutter und die dichotomen Projektionen

8.6.1 Die Angst der Männer

8.6.2 Die Religion des Patrismus

9. Ein Weg aus den patristischen Machtstrukturen und Bilderprojektionen

9.1 Eine gesunde Gesellschaft hat keinen Schatten

9.2 Eine sanfte resp. heilsame Pädagogik

10. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entstehungsmechanismen männlicher Projektionen auf das Frauenbild, wobei sie argumentiert, dass diese auf eine zugrunde liegende, krankhaft "gepanzerte" und von Machtstrukturen geprägte Gesellschaftsform, den sogenannten "Patrismus", zurückzuführen sind. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, aufzuzeigen, wie diese dichotomischen Frauenbilder (die "Heilige" und die "Hure") durch gesellschaftliche Verdrängung und elterliche Erziehung entstehen und wie eine "weiche", authentische Pädagogik einen Ausweg aus diesen zerstörerischen Machtdynamiken bieten könnte.

  • Analyse von Frauenbildern in Literatur und Kunst (Jahrhundertwende, Romantik, Renaissance, Mittelalter)
  • Die Theorie des "Patrismus" nach James DeMeo und dessen Auswirkungen auf Gesellschaft und Psyche
  • Die Rolle der Eltern-Kind-Beziehung und psychologischer Verdrängung bei der Entstehung des "Schattenarchetyps"
  • Die "Verschattung der Frau" als kollektives Konstrukt der patristischen Gesellschaft
  • Plädoyer für eine heilsame Pädagogik zur Entwicklung einer gesunden, schattenfreien Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

3.1.1.1 WEDEKINDS LULU

Der in Lenzburg, Schweiz, aufgewachsene Deutsche Frank Wedekind (1864 - 1918), Sohn eines Gynäkologen, war ein Enfant terrible und der meistgespielte Dramatiker seiner Zeit. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit Auftritten in seinen eigenen Stücken und auch an der Zeitschrift Simplicissimus arbeitete er mit. 1899 verbüßte er wegen Majestätsbeleidigung sechs Monate Haft und aufgrund des Erscheinens der Büchse der Pandora und ihrer Vertonung durch Alban Berg in der Oper Lulu. Wedekind und Berg wurden der Verbreitung unzüchtiger Schriften beschuldigt, später aber freigesprochen. Der unzüchtige Gynäkologensohn hatte mindestens einen unehelichen Sohn, heiratete eine Schauspielerin und zielte in seinen Schriften hauptsächlich darauf ab, die bürgerliche Scheinmoral auf die Schippe zu nehmen. Noch nach seinem Ableben verursachte er einen Skandal, als seiner Beerdigung eine Anzahl Damen aus dem Rotlichtmilieu beiwohnten.

Keine andere Frauenfigur in der Literatur der Jahrhundertwende verkörpert die Femme fatale mehr als Wedekinds Lulu. „[D]ie Wesensmerkmale der Femme fatale sind bei ihr sogar bis ins Groteske gesteigert“ (Knaus 2003)18.

Lulu ist die Protagonistin in zwei Werken Wedekinds: in Erdgeist und der Büchse der Pandora. Sie wird nahezu allen ihren zahlreichen Ehemännern, Liebhabern und Verehrern zum Verhängnis. Bezeichnend ist, dass Lulus ‚Karriere‘ bereits in frühen Kinderjahren auf der Straße, also als Prostituierte, ihren Anfang nahm, wo sie, Lulu, auch ihr Ende findet. Insgesamt führt sie vier Ehen, welche für sämtliche Ehemänner tödlich enden. Zudem verlieren drei weitere Personen durch sie ihr Leben. Am Ende prostituiert sie sich in ihrem Elend und stirbt durch einen brutalen Mörder.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den theoretischen Grundstein der Arbeit und führt in die zentrale These ein, dass das Frauenbild ein männliches Konstrukt innerhalb der patristischen Gesellschaft darstellt.

2. Zur Methode und meiner Position: Dieses Kapitel erläutert den soziohistorischen Forschungsansatz sowie die Einbeziehung literaturpsychologischer Methoden, um die Herkunft weiblicher Projektionsbilder zu hinterfragen.

3. Die Frauendarstellungen im Patrismus: Dieser umfangreiche Teil analysiert Frauenbilder der Literatur und Kunst in verschiedenen Epochen und arbeitet die Dichotomie zwischen Femme fatale und Femme fragile heraus.

4. Frauenbilder – fantastische Konstrukte: Das Kapitel reflektiert, dass Frauenbilder in der Kunst keine biologischen Gegebenheiten, sondern "erdachte Wesen" sind, die gesellschaftlichen Zwecken dienen.

5. Veränderte Gesellschaftsstrukturen – Frau macht mobil: Hier wird der Zusammenhang zwischen dem wachsenden Einfluss der Frauen im öffentlichen Leben und der daraus resultierenden männlichen Identitätskrise untersucht.

6. Eine fatale Sexualmoral – Illustration an F. Wedekinds Frühlings Erwachen: Das Kapitel verdeutlicht am Beispiel von Wedekinds Werk die zerstörerischen Folgen einer sexualfeindlichen Erziehung.

7. Die Entstehung der patristischen Gesellschaftsordnung: Hier wird die "Saharasia"-Theorie von James DeMeo vorgestellt, die klimatische Ursachen für die Entstehung von Machtstrukturen und Panzern in der menschlichen Gesellschaft postuliert.

8. Die Verschattung der Frau: Dieser Hauptteil widmet sich der Jungschen Schatten-Theorie und argumentiert, dass Frauen kollektiv als Schattenanteile der patristischen Gesellschaft fungieren.

9. Ein Weg aus den patristischen Machtstrukturen und Bilderprojektionen: Das Kapitel plädiert für einen Paradigmenwechsel in der Erziehung, hin zu Freiheit und Authentizität, um die Entstehung von Schatten zu verhindern.

10. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen feministisch-soziohistorischen Ergebnisse der Arbeit und bestätigt die Notwendigkeit einer neuen pädagogischen Ära.

Schlüsselwörter

Patrismus, Matrismus, Frauenbild, Femme fatale, Femme fragile, Schattenarchetyp, Projektion, Sexualmoral, Erziehung, Psychologie, Gesellschaftsstruktur, Literaturwissenschaft, Gender Studies, Kindheit, Literaturanthropologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie gesellschaftliche Machtstrukturen, insbesondere der "Patrismus", dazu führen, dass Männer negative Eigenschaften und Ängste auf Frauen projizieren und so künstliche, dichotomische Frauenbilder erschaffen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die Entstehung von Frauenbildern in der Literaturgeschichte, der Einfluss von Sexualmoral und Erziehung auf die psychische Gesundheit sowie die Theorie der patristischen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entstehungsmechanismen dieser Bilder offenzulegen und aufzuzeigen, wie eine veränderte, "weiche" Erziehung dazu beitragen kann, eine gesündere, schattenfreie Gesellschaft zu formen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der Literaturanalyse, feministisch-soziohistorische Studien sowie literaturpsychologische Theorien (insbesondere von C. G. Jung und Wilhelm Reich) kombiniert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert literarische Frauenfiguren aus vier Epochen, illustriert diese durch Bildanalysen und erläutert die psychologischen Prozesse der Projektion und Verschattung im Kontext der patristischen Ordnung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Patrismus, Verschattung, Projektion, Femme fatale, Femme fragile, Schattenarchetyp, Sündenbock-Komplex und authentische Pädagogik.

Wie unterscheidet sich "Patrismus" von "Patriarchat"?

Die Autorin versteht "Patriarchat" als eng gefasste androzentrische Sicht, während "Patrismus" umfassender die gesamten Auswirkungen einer "gepanzerten" Gesellschaftsordnung auf Psyche, Pädagogik und Sexualität umfasst.

Warum wird die Mutter-Sohn-Beziehung so intensiv analysiert?

Die Arbeit postuliert, dass die Mutter als zentrale Figur der patristischen Erziehung (oft selbst durch ihr Umfeld "liebeskrank") durch ihre erzieherischen Methoden maßgeblich zum Fortbestand der Machtstrukturen und zur Prägung des negativen Frauenbildes beiträgt.

Was bedeutet das Konzept der "Verschattung der Frau"?

Es beschreibt den Prozess, in dem Frauen als Projektionsfläche für unerwünschte, vom patristischen Mann verdrängte Schattenanteile dienen, wodurch sie kollektiv zu Minderwertigkeit und Abnormität abgestempelt werden.

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Résumé des informations

Titre
Die verschattete Frau
Sous-titre
Die Verdrängung der Frau in den gesellschaftlichen Schatten und die dadurch entstandenen Frauenbilder in der Kunstproduktion des Patrismus
Université
University of Oulu
Note
5 (Skala 1 - 5)
Auteur
MA Barbara Rudin (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
105
N° de catalogue
V172277
ISBN (ebook)
9783640921010
ISBN (Livre)
9783640921126
Langue
allemand
mots-clé
Frauenbild Feminismus Patrismus Patriarchat Matrismus Matriarchat C. G. Jung Queer-Studies Pädagogik Erziehungswissenschaften A. S. Neill Summerhill alternative Erziehung Gesellschaft Gesellschaftskritik James DeMeo Wilhelm Reich Sexualökonomie Mutterrolle Eltern-Kind-Beziehung Liebe Sexualität Literaturanthropologie Literaturpsychologie feministische Literaturwissenschaft antiautoritäre Erziehung Kollektiver Schatten Schatten Sündenbock Lulu Mignon Effi Briest Melück Maria Blainville Undine Emily Kempin-Spyri Elektra Die Marquise von O... Emilia Galotti Der Zauberberg Fräulein Else Therese Franziska zu Reventlow Erdgeist Die Büchse der Pandora Frühlingserwachen Das gefrorene Meer Alfred Kubin Franz von Stuck
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
MA Barbara Rudin (Auteur), 2010, Die verschattete Frau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172277
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Extrait de  105  pages
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