Die spätmoderne Gesellschaft vermittelt den Eindruck grenzenloser Freiheit, individueller Gestaltungsmöglichkeiten und permanenter Selbstentfaltung. Doch hinter dieser Oberfläche entfalten sich tiefgreifende Prozesse, welche die psychische Qualität des Menschen unterminieren.
Ausgehend von klassischen und zeitgenössischen soziologischen Ansätzen wie z.B. von Sigmund Freud und Max Weber über Emile Durkheim und Georg Simmel bis hin zu Richard Sennett, Hartmut Rosa und Byung-Chul Han, allesamt Gesellschaftstheoretiker, die mittels neuer Entwürfe ein gemeinsames Panorama der Moderne entworfen haben, werden diese Prozesse hinterfragt. Dabei soll deutlich werden, wie strukturelle Dynamiken der Moderne zu einer schleichenden Verwahrlosung der Seele und damit der Psyche führen - nicht als persönliches Versagen, sondern als Symptom einer Gesellschaft, die ihre Individuen systematisch überfordert und zugleich sich selbst als grenzenlos verfügbar inszeniert.
- Arbeit zitieren
- Karin Weingartz-Perschel (Autor:in), 2026, Wenn die Seele verwahrlost, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1723276