Migration stellt seit vielen Jahren ein zentrales Thema in den politischen Diskussionen Europas dar. Im Seminar wurde unter anderem thematisiert, wie die österreichische rechtspopulistische Partei FPÖ Sozialpolitik anhand ihrer Narrative in den vergangenen Jahren in Regierungsverantwortung gestaltete. Normalerweise würden wir Maßnahmen wie Massenabschiebungen, die Einrichtung von Abschiebezentren, Zwangsumsiedlungen, Ausbürgerungen sowie die zunehmende Stigmatisierung von Migranten in Deutschland häufig mit einer rechtspopulistischen Programmatik assoziieren. Tatsächlich wurzeln diese Maßnahmen jedoch in einem anderen Kontext, nämlich in einem sozialdemokratisch geführten Wohlfahrtsstaat, konkret Dänemark. Dänemark wurde in der Vergangenheit wiederholt als vermeintliches „Paradebeispiel“ für eine restriktive beziehungsweise abschreckende Migrationspolitik in den Diskurs eingebracht. So forderten vermehrt deutsche sozialdemokratische Ex-Minister wie Sigmar Gabriel die harte dänische Politik als Vorbild für die SPD und Deutschland zu übernehmen. Doch wie konnte es zu dieser Entwicklung kommen, dass die dänischen Sozialdemokraten entgegen ihrer programmatischen Ausrichtung handelten? Besonders unter der Führung von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen wird sie weiterhin praktiziert. Meine Fragestellung lautet daher:
Wieso verfolgt die dänische Regierung eine Migrationspolitik, die gegen eine typische sozialdemokratische Programmatik spricht?
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- Florian Gillner (Author), 2026, Sozialdemokratie und Migration in Dänemark, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1723341