Die vorliegende Projektarbeit entwickelt mit „PrüfungsMut“ (PRIMU) ein lehrkraftbasiertes, niedrigschwelliges Präventionsprogramm für Schüler der Sekundarstufe I, das auf den Umgang mit prüfungsbezogenem Stress und die Stärkung prüfungsbezogener Selbstwirksamkeit zielt. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Prüfungen für viele Schüler wiederkehrende belastende Leistungssituationen darstellen, in denen Bedrohungsbewertungen, dysfunktionale Gedankenmuster, Vermeidung und mangelnde Handlungssteuerung die Belastung verstärken können.
Theoretisch stützt sich das Programm auf drei zentrale Bausteine: Selbstwirksamkeit als handlungsleitende Ressource, das transaktionale Stress- und Copingmodell sowie Selbstregulation durch Wenn-Dann-Pläne (Implementation Intentions). Daraus wird ein schul-praktisches Interventionskonzept abgeleitet, das kurze psychoedukative Inputs, angeleitete Mikro-Übungen, alltagsnahe Regulationstools, Routinen sowie konkrete Transferaufträge verbindet. PRIMU umfasst in der Standardvariante sechs Einheiten à 45 bis 50 Minuten und kann bei knappen Ressourcen in einer Kompaktvariante mit vier Einheiten durchgeführt werden.
Die Projektarbeit enthält die theoretische Rahmung, die Programmlogik, den tabellarischen Einheitenüberblick, die exemplarische Ausarbeitung zweier Einheiten, ein Materialpaket für die Durchführung sowie einen Handlungsleitfaden für Lehrkräfte. Ergänzend wird ein pragmatisches Evaluationskonzept vorgestellt, das über eine kurze Pre-Post-Erhebung und Prozessfeedback die Zielerreichung, Akzeptanz und Umsetzbarkeit im Schulalltag überprüfbar machen soll. Insgesamt versteht sich PRIMU als präventiver Beitrag zur Förderung von Handlungssicherheit, Selbstregulation und belastungsangemessenem Umgang mit Prüfungssituationen im schulischen Kontext.
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- Sonja Kraml (Auteur), 2026, "PrüfungsMut". Selbstwirksam durch die Prüfung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1723381