Die Missionsarbeit der Benediktiner im südlichen Afrika bewegte sich stets im Spannungsfeld von kolonialen Machtstrukturen, kirchlicher Selbstverortung und gesellschaftspolitischen Transformationsprozessen. Die Apartheidpolitik des südafrikanischen Staates, die Umsetzung der Homeland-Politik sowie die zunehmende Politisierung der katholischen Kirche konfrontierten die Benediktiner mit grundlegenden Fragen nach Loyalität, Anpassung und Widerstand.
Obwohl die Rolle christlicher Kirchen im südafrikanischen Apartheidsystem in der Forschung bereits umfassend untersucht wurde, lag der Fokus bisher vor allem auf protestantischen Kirchen sowie auf der katholischen Hierarchie. Weniger Beachtung fand bislang die Perspektive einzelner Ordensgemeinschaften. Hier setzt die vorliegende Arbeit an einer Forschungslücke an: Sie untersucht die Haltung und Praxis der Missionsbenediktiner von Inkamana im Kontext der Apartheidpolitik.
Die leitende Forschungsfrage lautet: Wie positionierten sich die Missionsbenediktiner im Spannungsfeld von Apartheidstaat, Homeland-Politik und katholischer Kirche, und welche Formen von Anpassung und Widerstand lassen sich in diesem Zeitraum erkennen?
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- Christian Neumann (Autor), 2026, Die Benediktiner zwischen Anpassung und Widerstand in Südafrika, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1723588