Interkulturalität im Unterricht mit Manga


Seminararbeit, 2009

22 Seiten, Note: 3,00


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Stundenablauf

Hintergrundinformation

Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Einführung

Die Schüler sollen in der hier vorgestellten Unterrichtseinheit üben, die unterschiedlichen Erzähltechniken von Comics und Mangas zu vergleichen, und anhand dieses Themas über Interkulturalität reflektieren.

Interkulturalität

„Der Begriff Interkulturalität bezeichnet eine Beziehung zwischen zwei oder mehr Kulturen. Zum einen wird durch ihn ausgedrückt, dass es Unterschiede zwischen Kulturen gibt und zum anderen zeigt er an, dass trotz dieser Unterschiede Möglichkeiten zum Austausch zwischen den Kulturen gegeben sind. Interkulturalität bedeutet nicht nur, dass in einer Situation verschiedene Teilnehmer aus verschiedenen Kulturen agieren, sondern, dass sich etwas entwickelt, was über die Addition der Merkmale der beteiligten Kulturen hinaus geht.“[1]

Laut der obigen Definition von Interkulturalität soll es also bei dieser Stunde darum gehen, die Unterschiede und auch den Austausch zwischen Kultur durch die Analyse von Comics und Mangas aufzuzeigen. Das Thema Manga eignet sich deswegen gut dafür, weil Manga sie in verschiedenen Kulturen vorkommen, und sich die verschiedenen Kulturen auch in den Manga selbst zeigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Manga[2]

„Manga (jap. 漫画, etwa: zwangloses, ungezügeltes Bild) ist der japanische Begriff für Comics.“[3]

Manga ist die Bezeichnung für japanische Comics und seit den 90er Jahren sind sie auch im deutschsprachigen Raum populär geworden. Weil Manga auch hier so populär geworden sind, und weil sie auf den ersten Blick so „fremdartig“ sind, eignen sie sich besonders gut für das Thema Interkulturalität.

Außerdem kann man dies auch gut mit dem Thema „Normen“ verbinden. Weil es beim Lesen von Mangas andere Normen zu beachten gilt. So werden viele hier auch Deutsch veröffentlichte Manga etwa von „hinten nach vorne“ gelesen.

Bezug zum Lehrplan

Das Thema der Analyse der Erzähltechniken passt vielleicht gut in eine 7. AHS, weil es dort laut Lehrplan um die genaue Analyse von Texten geht:

„Texte in sprachlicher Hinsicht analysieren, sprachliche Erscheinungen in Texten beschreiben und ihre Funktion erkennen; Phonologische, lexikalische, semantische, syntaktische, rhetorische, stilistische Analysen durchführen

-Wechselwirkung von Form und Inhalt aufzeigen
-Interpretationen entwickeln
-durch das Erkennen von Strategien der Beeinflussung politische Mündigkeit erlangen
-den Einfluss persönlicher Wertvorstellungen auf das Urteil erfassen“[4]

Stundenablauf

1. Lieblingscomic Mitbringen und Präsentieren

Ablauf:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Schüler haben in der vorigen Stunde die Aufgabe bekommen, für diese Stunde ein Comic oder Manga mitzubringen, das ihnen besonders gut gefällt. In den ersten 10 Minuten präsentieren sie dies nun in Kleingruppen und erklären, warum ihnen dieser Comic gut gefällt. Die Schüler haben dabei auch schon die Aufgabe, darüber nachzudenken, wie diese Comics erzählen, und welche Effekte damit erzielt werden.

Wenn Schüler keinen Comic mitgebracht haben, dann bekommen sie vom Lehrer ein Manga, und müssen gemeinsam mit den Kollegen schon überlegen, wie sich das Manga von Comics unterscheidet. Der Lehrer hat schon in der vorigen Stunde darauf geachtet, dass es ca. gleich viele Mangas und Comics gibt, die bearbeitet werden, damit dann danach der Vergleich in Kleingruppen durchgeführt werden kann.

In dem Bild oben wird der wichtige Closure Effekt erklärt, der besagt, dass die Leser zwischen den Bildern selber weiter denken. Dies ist ein Punkt auf den die Schüler bei ihrer Analyse achten können.[5]

Dauer:

10 Minuten

Begründung:

Den Schüler sollen die zu analysierenden Werke selber mitbringen und vorstellen, weil sie diese Werke dann hoffentlich auch mehr interessieren, wenn sie selbst die Auswahl treffen können.

2. Analyse der Erzähltechniken

Ablauf:

Der Lehrer erarbeitet nun gemeinsam mit den Schülern Kriterien, wie man Comics analysieren kann. Die Schüler wenden dann die Erzähltechniken auf ihre eigenen Comics an.

Dabei arbeiten sie in Kleingruppen. In jeder Kleingruppe gibt es auch mindestens ein Manga

Zusätzlich könnte der Lehrer den Schülern das Handout zur Analyse von Erzähltechniken in die Hand geben. Dieses Handout ist im Anschluss an diese Übung eingefügt. Das Handout besteht nur aus Fragen und keinen visuellen Beispielen, weil die Erzähltechniken in den Comic-Beispielen der Schüler selbst gefunden werden sollen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eine andere Möglichkeit dieser Stundengestaltung könnte so aussehen, dass man schon besonders gut verständliche Beispiele vorbereitet, und die Schüler dann anhand dieser Beispiele die Erzähltechniken finden lässt. In Will Eisners „comics and sequential art“[6] findet man viele sehr gute Beispiele.

Dauer:

20 Minuten

Begründung:

Indem die Schüler die Kriterien selbst erarbeiten, verstehen sie diese Kriterien besser und können sie dann besser anwenden. Durch die Anwendung der Kriterien auf die Geschichten verstehen sie besser, wie Comics aufgebaut sind, und wie sie Wirkung entfalten. Sie lernen dadurch, ihr eigenes ästhetisches Urteil zu begründen und zu differenzieren.

3. Kulturelle Unterschiede?

Ablauf:

Nun diskutiert der Lehrer mit den Schülern über die Unterschiede zwischen Comics und Manga und über die Darstellung von „Kultur“ und „Fremdheit“. Es geht dabei nicht darum, zu abschließenden Ergebnissen zu kommen, sondern Fragen aufzuwerfen.

Als Hausübung verschriftlichen die Schüler ihre Analyse und ihren Vergleich. Es wäre auch möglich zu einzelnen Themen Referate und Rechercheaufgaben zu vergeben, welche die Schüler in der darauffolgenden Stunde in Kleingruppen präsentieren. Die Ergebnisse könnten in ein Leseportfolio einfließen. Am Beispiel von Manga kann man schön auf die Gefahr von vorschnellen Urteilen hinweisen und über „Kulturkontakt“ sprechen.

Dauer:

20 Minuten

Begründung:

Die Schüler haben mit dieser Übung die Gelegenheit, anhand von Close Reading über eventuelle kulturelle Unterschiede und unterschiedliche Erzähltechniken zu reflektieren. Sie sollen dabei sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten festmachen, und lernen, dass man mit vorschnellen Urteilen und Verallgemeinerungen vorsichtig sein soll, und eine differenzierte Betrachtungsweise besser ist.

Urteile sollen immer mit Beispielen belegt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Handout – Comic-Analyse

(Die folgenden Analysefragen sind abgeleitet aus:

Dittmar, Jakob F. 2008. Comic-Analyse. Konstanz)

Die folgende Frageliste soll nur zur Anregung dienen. Es müssen wohl nicht immer für alle Bilder alle dieser Fragen im Detail beantwortet werden.

Bei all den folgenden Fragen ist auch immer mitzudenken, welche Wirkung die einzelnen Bestandteile und Erzähltechniken auf den Leser haben könnten.

Rahmen:

Gibt es Rahmen, und wie sehen diese optisch aus? (Farbe, Dicke, Linienform, durchgehend, unterbrochen)

Sehen die Rahmen gleich aus und sind sie regelmäßig angeordnet, oder gibt es dabei Variationen und Unterschiede?

Wie sehen die Abstände zwischen den Rahmen aus?

Wie lenkt der Rahmen den Blick auf das Bild und dessen Inhalte?

Wie werden durch die Rahmen einzelne Bilder betont und voneinander abgegrenzt?

Wie verdeutlichen die Rahmen die zeitliche Abfolge?

Wie sind die Übergänge von einer Seite zur anderen?

Wie ist die Beziehung zwischen den Rahmen zu den Bildern und Texten? „Unterstützt“ der Rahmen das Bild und den Inhalt?

[...]


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Interkulturalit%C3%A4t. (4. November 2009).

[2] Typisch große Manga-Augen: http://fotowettbewerb.hispeed.ch/seo/photo/308315/manga_denise/japans_stripfiguurtje_manga_denise_make_up_model_grime.html. (13. 11. 2009).

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Manga. (4. November 2009).

[4] http://www.bmukk.gv.at/medienpool/11853/lp_neu_ahs_01.pdf. (8. 11. 2009).

[5] http://southbend7.blogspot.com/2008_04_01_archive.html. (13. 11. 2009). In: McCloud, 1993.

[6] Eisner, 2004.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Interkulturalität im Unterricht mit Manga
Hochschule
Universität Wien  (Germanistik)
Veranstaltung
Didaktik
Note
3,00
Autor
Jahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V172360
ISBN (eBook)
9783640922000
ISBN (Buch)
9783640922055
Dateigröße
1949 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
interkulturalität, unterricht, manga
Arbeit zitieren
Bernhard Kopf (Autor), 2009, Interkulturalität im Unterricht mit Manga, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172360

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Titel: Interkulturalität im Unterricht mit Manga



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden