Die Arbeit untersucht den Malprozess Bridget Rileys und dessen Bedeutung für ihren Schaffensprozess. Dabei wird ihr Weg zu ihrer Arbeitsweise dargelegt, wobei Bezug auf die Arbeit des Künstlers seit der Renaissance genommen wird und auf Künstler eingegangen, die sich Bridget Riley als Vorbild genommen hat. Außerdem wird bei genauerer Betrachtung eine mögliche Ablehnung gewisser Kunstpraktiken gegenüber klar.
Was steckt hinter einem Bild? Welche Rolle spielt die Art seiner Herstellung und inwiefern beeinflusst das Wissen um den künstlerischen Prozess unsere Wahrnehmung von Kunst? Fragen wie diese stellen sich Betrachter zeitgenössischer Kunst immer wieder, insbesondere dann, wenn sich das Werk einer eindeutigen gegenständlichen Lesbarkeit entzieht. Auch bei der Betrachtung der Arbeiten von Bridget Riley drängen sich solche Überlegungen auf. Ihre Gemälde, die der Op-Art zugeordnet werden können2, zeigen auf den ersten Blick abstrakte Muster aus Farben, Linien und Formen. Dieses visuelle Erscheinungsbild greift jedoch zu kurz. Rileys Arbeiten zielen nicht allein auf optische Effekte, sondern auf eine visuelle Erfahrung, die Wahrnehmung und Bewegung miteinander verknüpft. Die Platzierung jedes einzelnen Farbtons folgt einer präzisen Ordnung, zusammen sollen die Farben nicht nur ein stimmiges Bild ergeben, sondern eine kleine Geschichte erzählen. Besonders die Art der Herstellung ihrer Gemälde ist von großer Bedeutung und wichtig, um ihr Werk einordnen zu können. Der Herstellungsprozess ist nicht bloß ein technischer Schritt auf dem Weg zum fertigen Bild, sondern ein konstruktiver Bestandteil ihrer künstlerischen Praxis. Die Kenntnis dieses Prozesses ermöglicht eine differenzierte Sichtweise und Einordnung ihres Werkes und eröffnet einen vertieften Zugang zu den inhaltlichen und ästhetischen Zielen die Riley verfolgt.
- Citation du texte
- Lea Drey (Auteur), 2026, Die Bedeutung des manuellen Prozesses in Bridget Rileys künstlerischer Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1723812