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Inwiefern darf der Staat die individuelle Freiheit seiner Bürger:innen begrenzen? (Unterrichtsentwurf, Fach: Philosophie, Gymnasium, Sekundarstufe II )

Ist der zivile Ungehorsam der "letzten Generation" im Rechtsstaat legitim?

Title: Inwiefern darf der Staat die individuelle Freiheit seiner Bürger:innen begrenzen? (Unterrichtsentwurf, Fach: Philosophie, Gymnasium, Sekundarstufe II )

Lesson Plan , 2024 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Philosophy - Miscellaneous
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Ist der zivile Ungehorsam der „letzten Generation“ im Rechtsstaat legitim?
Beurteilung der philosophischen Positionen von Rechtspositivismus und Naturrecht in Bezug auf den zivilen Ungehorsam anhand des Fallbeispiels der „Letzen Generation“.

Die schriftliche Unterrichtsplanung für einen Unterrichtsbesuch im Fach Philosophie an einem Gymnasium in der Sekundarstufe II behandelt die Frage, inwiefern der Staat die individuelle Freiheit seiner Bürger:innen begrenzen darf. Im Zentrum steht die Legitimität des zivilen Ungehorsams der „Letzten Generation“ im Rechtsstaat. Anhand von Rechtspositivismus und Naturrecht beurteilen die Schüler:innen unterschiedliche Perspektiven auf Rechtsgehorsam, Moral und Widerstand. Die Arbeit umfasst Reihenplanung, Sach- und Lerngruppenanalyse sowie den Verlaufsplan der Stunde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Aufbau des langfristigen Unterrichtsvorhabens

1.1. Thema der Unterrichtsreihe

1.2. Die Intention der Unterrichtsreihe

1.3. Tabellarische Reihenplanung

2. Planung der Unterrichtsstunde

2.1. Kompetenzorientierte Zielsetzung der Unterrichtsstunde

2.2. Sachanalyse

2.3. Lerngruppenanalyse und Lernausgangslage

2.4. Die didaktisch-methodischen Entscheidungen

3. Verlaufsplan

4. Quellenverzeichnis

5. Anhang

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Unterrichtsstunde ist die ethische Urteilsbildung der Schüler:innen zur Legitimität des zivilen Ungehorsams im Rechtsstaat, wobei das Fallbeispiel der "Letzten Generation" als lebensweltlicher Anknüpfungspunkt dient.

  • Rechtsphilosophische Analyse von Rechtspositivismus und Naturrecht
  • Diskurs über die Grenzen staatlicher Eingriffe in die individuelle Freiheit
  • Erarbeitung von Kriterien zur moralischen Rechtfertigung von Rechtsbrüchen
  • Förderung der Urteils- und Argumentationskompetenz durch kooperative Lernformen
  • Reflexion über zivilen Ungehorsam im Spannungsfeld zwischen Rechtssicherheit und moralischer Integrität

Auszug aus dem Buch

2.2. Sachanalyse

In der heutigen Unterrichtsstunde stellen sich die Schüler:innen der Problemfrage, ob der zivile Ungehorsam der „letzten Generation“ im Rechtsstaat moralisch legitim ist und sollen mit Rückgriff auf die Argumentation eines höheren moralischen Guts des Naturrechts oder der moralischen Pflicht zum Rechtsgehorsam ein Werturteil fällen. Das moralische Spannungsfeld wird am Fallbeispiel der Klimabewegung und des zivilen Ungehorsams für die Schüler:innen lebensweltlich repräsentiert und besitzt eine hohe gesellschaftliche Aktualität und Relevanz. Die „letzte Generation“ fordert mit Aktionen wie Vandalismus an Kunstwerken, Besetzungen von Konzernzentralen und Sitzblockade auf Hauptverkehrsstraßen den Rechtstaat aufs Neue heraus und stieß damit in der jüngsten Vergangenheit die Diskussion über die Legitimität der gewählten Protestform des zivilen Ungehorsams an.

Die moralische Legitimität von zivilem Ungehorsam und der damit eingeschlossenen bewusst getätigten Rechtsbrüchen in der Klimafrage beschäftigt auch die Philosophie. Eine bejahende Antwort auf die Problemfrage formuliert u.a. der Philosophieprofessor Patrick Zoll auf der Grundlage von Habermas‘ Kriterien eines gerechtfertigten zivilen Ungehorsams. Habermas Kriterien von Gewaltfreiheit, Öffentlichkeit, Symbolcharakter und der Ankündigung von Aktionen sind laut Zoll im Fall der „letzten Generation“ erfüllt.

Gegen die Legitimität von zivilem Ungehorsam als Protestform wendet sich der Philosoph Carl Cohen, der in seinem Werk „Civil Disobedience: Conscience, Tactics, and the Law“ argumentiert, dass ziviler Ungehorsam die Gefahr birgt, das Vertrauen in die gesamte Rechtsordnung eines Staates zu zerstören und Anarchie zu fördern. Cohen betont, dass in einem demokratischen Rechtsstaat die legalen Mittel zur Veränderung von Gesetzen ausreichend sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Aufbau des langfristigen Unterrichtsvorhabens: Dieses Kapitel erläutert die curricularen Grundlagen und die Intention der Unterrichtsreihe, die sich mit dem Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit und staatlichen Eingriffen befasst.

2. Planung der Unterrichtsstunde: Hier werden die spezifischen Lernziele, die sachanalytische Einbettung, die Analyse der Lerngruppe sowie die methodisch-didaktischen Entscheidungen für die Unterrichtsstunde detailliert dargelegt.

3. Verlaufsplan: Dieser Abschnitt bietet eine strukturierte Übersicht des zeitlichen Ablaufs und der methodischen Schritte der Unterrichtsstunde.

4. Quellenverzeichnis: Hier werden sämtliche für die Planung verwendeten fachwissenschaftlichen und didaktischen Literaturquellen sowie Internetquellen aufgeführt.

5. Anhang: Dieser Teil enthält ergänzende Materialien wie den Erwartungshorizont für das Arbeitsblatt sowie die Differenzierungstippkarten für die Schüler:innen.

Schlüsselwörter

Ziviler Ungehorsam, Letzte Generation, Rechtsstaat, Rechtspositivismus, Naturrecht, Rechtsgehorsam, Politische Freiheit, Legitimität, Urteilsbildung, Klimakrise, Widerstand, Staatliche Eingriffe, Ethische Argumentation, Werteorientierung, Rechtsbruch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Unterrichtsplanung grundsätzlich?

Die Unterrichtsplanung befasst sich mit der Frage nach der moralischen Legitimität von zivilem Ungehorsam im demokratischen Rechtsstaat am aktuellen Beispiel der Protestaktionen der "Letzten Generation".

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die rechtsphilosophischen Positionen von Rechtspositivismus und Naturrecht, das Verhältnis von Recht und Moral sowie die Grenzen staatlicher Freiheitsbeschränkungen.

Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?

Das Ziel ist die Förderung der Urteilskompetenz der Schüler:innen, damit diese die Legitimität des zivilen Ungehorsams auf Basis philosophischer Argumente begründet bewerten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine kontrastive Analyse der Positionen von Rechtspositivismus und Naturrecht durchgeführt, ergänzt durch eine strukturierte Gewichtung von Argumenten mittels der Methode der "Argumentationswippe".

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die fachwissenschaftliche Sachanalyse, die lerngruppenbezogene Analyse sowie die didaktisch-methodische Planung der Unterrichtsphasen inklusive Einstieg, Gruppenarbeit und Plenumsdiskussion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind ziviler Ungehorsam, Legitimität, Rechtsstaat, Rechtspositivismus, Naturrecht und die ethische Urteilsbildung im Kontext der Klimabewegung.

Wie unterscheidet sich die Argumentation des Naturrechts vom Rechtspositivismus in Bezug auf den Rechtsbruch?

Während das Naturrecht einen höheren moralischen Standard ansetzt, der bei schwerwiegenden Verstößen gegen das Gemeinwohl Widerstand legitimieren kann, betont der Rechtspositivismus die Trennung von Recht und Moral und die Notwendigkeit des allgemeinen Rechtsgehorsams zur Sicherung der staatlichen Stabilität.

Welche Rolle spielt die "Argumentationswippe" in der Unterrichtsstunde?

Sie fungiert als Online-Tool, das die Schüler:innen bei der kooperativen Gewichtung von Pro- und Contra-Argumenten unterstützt, um eine differenzierte Entscheidungsgrundlage für ihr eigenes Werturteil zu schaffen.

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Details

Title
Inwiefern darf der Staat die individuelle Freiheit seiner Bürger:innen begrenzen? (Unterrichtsentwurf, Fach: Philosophie, Gymnasium, Sekundarstufe II )
Subtitle
Ist der zivile Ungehorsam der "letzten Generation" im Rechtsstaat legitim?
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2024
Pages
19
Catalog Number
V1723960
ISBN (PDF)
9783389191606
ISBN (Book)
9783389191613
Language
German
Tags
inwiefern staat freiheit bürger unterrichtsentwurf fach philosophie gymnasium sekundarstufe ungehorsam generation rechtsstaat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2024, Inwiefern darf der Staat die individuelle Freiheit seiner Bürger:innen begrenzen? (Unterrichtsentwurf, Fach: Philosophie, Gymnasium, Sekundarstufe II ), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1723960
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