Die vorliegende Hausarbeit geht der These nach, dass Odo Marquard als moderner Vertreter einer pyrrhonisch inspirierten Skepsis verstanden werden kann. Ziel ist es, strukturelle Parallelen zwischen der antiken pyrrhonischen Skepsis und Marquards Philosophie herauszuarbeiten, ohne dabei historische Unterschiede oder theoretische Verschiebungen zu verwischen. Im Zentrum steht dabei weniger eine systematische Gleichsetzung als vielmehr ein vergleichender Zugang, der zeigt, inwiefern Marquard zentrale Motive der pyrrhonischen Skepsis, wie Zurückhaltung gegenüber Letztbegründungen, Kritik an dogmatischer Vernunft und die Betonung des Lebensvollzugs, in einen modernen philosophischen Kontext überführt.
Methodisch folgt die Arbeit einem textanalytischen und vergleichenden Vorgehen. Zunächst wird die pyrrhonische Skepsis in ihren Grundzügen dargestellt, um ihren erkenntnistheoretischen und praktischen Anspruch zu klären. Anschließend werden zentrale Motive in Marquards Essays herausgearbeitet und systematisch erläutert. Darauf aufbauend erfolgt ein vergleichender Abschnitt, der Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Positionen herausstellt und kritisch reflektiert. Abschließend wird die Frage diskutiert, inwiefern die Charakterisierung Marquards als moderner pyrrhonischer Skeptiker philosophisch tragfähig ist und welche Reichweite eine solche Einordnung besitzt.
Die Arbeit versteht sich damit als Beitrag zu einem vertieften Verständnis von Skepsis als philosophischer Haltung, die nicht in Resignation oder Beliebigkeit mündet, sondern als reflektierte Antwort auf die Kontingenz menschlicher Erkenntnis und Lebensführung gelesen werden kann.
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- Khaled Omayrat (Auteur), 2026, Odo Marquard und die pyrrhonische Skepsis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1724338