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Ansätze und Strömungen der westlichen Koranforschung. Revisionisten contra Neue Ästhetik

Title: Ansätze und Strömungen der westlichen Koranforschung. Revisionisten contra Neue Ästhetik

Seminar Paper , 2003 , 16 Pages , Grade: gut (2,0)

Autor:in: Annika Silja Sesterhenn (Author)

Orientalism / Sinology - Arabistic
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Wissenschaft im Allgemeinen ist ein rationales System des Erkenntnisgewinns. Ihre Ergebnisse müssen nachprüfbar sein, müssen über bloße Meinung, Glauben, Erfahrung, Weisheit, Sinnlichkeit oder Gefühl hinausgehen und mit Quellen begründet sein. Geisteswissenschaften haben dabei eine Sonderstellung. Sie müssen, in höherem Grade als andere Bereiche der Forschung, stets die Gratwanderung begehen, auf rationaler Ebene Phänomene zu untersuchen, die sich eben mit Glauben, Gefühlen, Sinnlichkeit und subjektiven Erfahrungen befassen. Dass die Wissenschaftler bei dieser Aufgabe selbst immer wieder mit ihren grundeigenen subjektiven Empfindungen konfrontiert werden ist unausweichlich. Ein altes, beinahe ebenso unausweichliches Problem jedweder Forschung ist es, dass wer nach Beweisen für seine subjektiven Empfindungen sucht, meist auch welche findet. Ein Literaturwissenschaftler, der davon überzeugt ist, Shakespeare habe nur die Hälfte seines Werks selbst geschrieben und den Rest von seinen Geliebten geschenkt bekommen, wird das in komplizierten Arbeiten wissenschaftlich zu untermauern wissen. Genauso wie jener, der Shakespeare alleinverantwortlich für sein großes, weltbedeutendes Werk hält. Diese Arbeit soll und kann nun in keinster Weise beweisen wer in der Koranforschung seinen subjektiven Ideen erlegen ist und diese durch zweifelhafte wissenschaftliche Thesen zu stützen versucht oder wer auf dem hundertprozentig rein objektiv-wissenschaftlichen Weg geblieben ist, dessen tatsächliche Existenz anzweifelswert ist. Sie soll eher im Allgemeinen aufzeigen, zu welch unterschiedlichen Ergebnissen Forscher kommen können, die dasselbe Werk untersuchen. Wobei bei einigen Beispielen eine eher wissenschaftsferne Motivation zu erkennen sein wird.

Im folgenden Kapitel werden einführend allgemein verbreitete und in den meisten wissenschaftlichen Kreisen als Grundlage anerkannte Informationen zur Geschichte des Korans und seiner Redaktion, sowie ein kleiner Überblick über seine wichtigsten formalen und inhaltlichen Kennzeichen angeführt werden. Kapitel 3 gibt anschließend einen Einblick in die westliche Koranwissenschaft und ihre verschiedenen Ansätze. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf jenen Arbeiten, deren Thesen von den allgemein anerkannten Basisannahmen über die Geschichte und den Inhalt des Koran abweichen. Das vierte Kapitel stellt die Arbeit „Gott ist schön- Das ästhetische Erleben des Koran“ von Navid Kermani und damit eine neue Herangehensweise an das Thema vor.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeines über den Koran

2.1Kurze Einführung in Form und Inhalt

2.2Mohammed

3. Die verschiedenen Strömungen und Ansätze der westlichen Koranwissenschaft

4. Neue Wege: „Gott ist schön-Das ästhetische Erleben des Koran“ von Navid Kermani

5. Schlußbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die unterschiedlichen methodischen Ansätze der westlichen Koranforschung und stellt diesen die literaturwissenschaftlich-ästhetische Herangehensweise von Navid Kermani gegenüber, um aufzuzeigen, wie divergierend die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ein und demselben Text ausfallen kann.

  • Grundlagen der koranischen Textgeschichte und Form
  • Die historisch-kritische sowie die revisionistische Strömung der Koranwissenschaft
  • Kritik an der rein sachorientierten Exegese
  • Die ästhetische Rezeption des Korans als religiöses und poetisches Phänomen

Auszug aus dem Buch

4. Neue Wege: „Gott ist schön-Das ästhetische Erleben des Koran“ von Navid Kermani

Einen bisher von der westlichen Koranwissenschaft beinahe komplett ausgeblendeten Blick auf den Islam wagt Navid Kermani in seinem Werk: „Gott ist schön- Das ästhetische Empfinden des Koran“. Durch die Beschränkung auf die Untersuchung der ästhetischen Wirkung des koranischen Textes gelingt es Kermani tief ins Innere des religiösen Empfindens vorzudringen und so ein Verständnis und eine Faszination für den Islam zu entflammen, wie es beim Lesen eines Wansbrough, Luxenberg oder Ibn Warraq undenkbar wäre. Bereits die ersten Sätze des 546 Seiten starken Buches zeigen, wie Kermani die Koranforschung mit dieser Arbeit um Horizonte erweitert: „Religionen haben ihre Ästhetik. Sie sind nicht Ansammlungen schlüssig begründeter Normen, Wertvorstellungen, Grundsätze und Lehren, sondern sprechen in Mythen und damit in Bildern, kaum in abstrakten Begriffen, binden ihre Anhänger weniger durch Logik als die Ausstrahlung ihrer Träger, die Poesie ihrer Texte, die Anziehung ihrer Klänge, Formen, Rituale, ja ihrer Räume, Farben, Gerüche. Die Erkenntnisse, auf die sie gehen, werden durch sinnliche Erfahrungen mehr als durch gedankliche Überlegungen hervorgerufen, sind ästhetischer eher als diskursiver Art.“

Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht nicht der Text selbst, sondern die Aufnahme desselben durch ein Publikum. Damit stellt Kermani die ursprüngliche Bedeutung des Wortes qur´an als „das zu Rezitierende“ in den Vordergrund, als Text der traditionell laut vor einem Publikum vorgetragen wird, der auswendig gelernt, von Hörern gehört, von Interpreten gesungen wird. Kermani geht davon aus, dass außerhalb der Relation zwischen Text und Lesern, beziehungsweise Publikum, ein Text nicht existiert. Dieser Ansatz kann mit der Rezeptionstheorie der modernen Literaturwissenschaft verglichen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Herausforderung der Geisteswissenschaften bei der Untersuchung subjektiv besetzter Phänomene und führt in die Thematik der wissenschaftlichen Koranforschung ein.

2. Allgemeines über den Koran: Dieses Kapitel liefert grundlegende Informationen zur Geschichte, Struktur und Form des Korans sowie eine biographische Skizze des Propheten Mohammed.

3. Die verschiedenen Strömungen und Ansätze der westlichen Koranwissenschaft: Hier werden unterschiedliche Forschungspositionen gegenübergestellt, insbesondere die historisch-kritische Methode und die revisionistische Strömung, die an der Tradition zweifelt.

4. Neue Wege: „Gott ist schön-Das ästhetische Erleben des Koran“ von Navid Kermani: Dieses Kapitel stellt Kermanis Ansatz vor, den Koran über seine ästhetische Wirkung und seine Rezeption als lebendiges, poetisches Ereignis zu begreifen.

5. Schlußbemerkungen: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die literarische Kraft des Korans und das Potenzial eines ästhetischen Zugangs in der Koranforschung.

Schlüsselwörter

Koranwissenschaft, Revisionismus, Koranrezitation, Navid Kermani, Koranexegese, Ästhetik, Islam, Mohammed, Literaturwissenschaft, Rezeptionstheorie, Uthman, Prophetie, Unnachahmlichkeit, Philologie, Religionsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Spannweite der westlichen Koranforschung, von kritischen, historisch orientierten Analysen bis hin zu einer ästhetischen Betrachtungsweise.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Entstehungsgeschichte des Korans, die unterschiedlichen wissenschaftlichen Strömungen (insb. Revisionisten) und die ästhetische Erfahrung des Textes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie unterschiedlich Forscher an den Koran herangehen und warum die ästhetische Perspektive von Navid Kermani eine neue Qualität in die Forschung einbringt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die verschiedene Forschungspositionen vergleicht und in den Kontext der Rezeptionstheorie einbettet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen, die Diskussion der westlichen Forschungsschulen sowie die detaillierte Vorstellung der Arbeit Kermanis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Koranforschung, Ästhetik, Rezeption, Revisionismus, Prophetie und Literaturwissenschaft.

Was genau versteht Kermani unter dem „ästhetischen Erleben“?

Kermani betont, dass der Koran primär als ein „zu Rezitierendes“ gehört und erfahren werden muss, statt ihn rein als statisches Textobjekt auf einem Bücherregal zu betrachten.

Warum kritisieren die Revisionisten die traditionelle Sicht auf den Koran?

Revisionisten wie John Wansbrough bezweifeln die frühe Kanonisierung des Korans und sehen ihn als Produkt einer langen, teils undurchsichtigen Überlieferungstradition.

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Details

Title
Ansätze und Strömungen der westlichen Koranforschung. Revisionisten contra Neue Ästhetik
College
Free University of Berlin  (Seminar für Arabistik und Semitistik)
Course
Offenbarung und Erzählen: Repräsentation mythischer Elemente im Koran
Grade
gut (2,0)
Author
Annika Silja Sesterhenn (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V17247
ISBN (eBook)
9783638218634
Language
German
Tags
Ansätze Strömungen Koranforschung Revisionisten Neue Offenbarung Erzählen Repräsentation Elemente Koran
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annika Silja Sesterhenn (Author), 2003, Ansätze und Strömungen der westlichen Koranforschung. Revisionisten contra Neue Ästhetik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17247
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