Konstruktion von fächerintegrativen Lernsituationen

Postoperative Schmerzen eines Patienten wahrnehmen und einschätzen, fach- und sozialkompetente Maßnahmen auswählen, durchführen und bewerten


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010
95 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Ziel- und Aufgabenstellung
1.2. Vorgehensweise

2. Bedingungsebene
2.1. gesetzliche Vorgaben
2.2. Bedingungen der Lernenden
2.2.1. Kompetenzen, die bereits ausgebildet sind

3. Entscheidungsebene
3.1. 360° - Analyse
3.2. Übergeordnete Handlungsstruktur
3.3. Handlungsstruktur

4. Didaktische Reduktion
4.1. Quantitative Reduktion
4.2. Qualitative Reduktion

5. Einbettung der Unterrichtsstunden in die Lernsituation

6. Durchzuführende Unterrichtsstunde
6.1. Handlungsstruktur der Unterrichtsstunde
6.2. Begründung und Erläuterungen
6.3. Didaktischer Ansatz
6.4. Zu fördernde Kompetenzen
6.5. Methoden, Medien und Sozialformen
6.6. Artikulationsschema

Literaturverzeichnis

Anhang

Tabellenverzeichnis

Tabelle 3.1.-1. 360°Analyse

Tabelle 1.1.-1. Handlungsstruktur

Tabelle 6.6.1.-1. Artikulationsschema

Tabelle 1 Wichtigste Komplikationen postoperativ

1. Einleitung

1.1. Ziel- und Aufgabenstellung

Die Pflegeberufe sind im Umbruch. Nicht nur neue Prüfungs- und Ausbildungsverordnungen in der Kranken- und Kinderkrankenpflege sowie in der Altenpflege zeigen dies an, sondern auch die Veränderungen und Verständnisse der jeweiligen Berufsprofile deuten darauf hin.

Diese Veränderungen lassen sich auf der inhaltlichen Basis der Ausbildungen sichtbar machen. So gewinnen nicht nur die Prävention, Rehabilitation und Beratung einen größeren Stellenwert. (vgl. Schewior- Popp, 2005, S.1-2)

Vielmehr werden die neuen Ausbildungsinhalte meiner Auffassung nach dem demographischen Wandel in Deutschland mehr und mehr gerecht.

Aber auch auf der organisatorischen Ebene sind Veränderungen für alle Beteiligten spürbar. Dazu zählt nicht nur die Anhebung der schulischen Ausbildungszeit sondern auch die Umsetzung des Lernfeldkonzeptes. (vgl. Schewior-Popp, 2005, S.1-2)

„Darüberhinaus entstehen dem Gesundheitswesen durch schmerzbedingte Komplikationen und einer daraus oft erforderlichen Verweildauerverlängerung im Krankenhaus sowie durch die Chronifizierung von Schmerzen beträchtliche Kosten, die durch ein frühzeitiges Schmerzmanagement in den meisten Fällen erheblich verringert werden könnten.“ (DNQP, 2005, S. 22)

Um diesen inhaltlichen und auch organisatorischen Veränderungen gerecht werden zu können, setzte ich mich im Rahmen dieser Modulabschlussprüfung in der Fachdidaktik mit dem Lernfeldkonzept und der Thematik Schmerz und Schmerzmanagement, hier vertiefend die postoperativ entstandenen Schmerzen, auseinander.

1.2. Vorgehensweise

Die Grundsteinlegung durch die Erstellung der 360° Analyse zum Thema „Postoperative Schmerzen eines Patienten wahrnehmen und einschätzen, Fach- und sozialkompetente Maßnahmen auswählen, durchführen und bewerten“ erfolgte bereits im August/September 2009. Dabei habe ich mit einer übergeordneten Literaturrecherche zum Thema Schmerz und Schmerzmanagement begonnen. Bei den Recherchen selbst stelle ich schnell fest, dass über chronische Schmerzen sehr viel veröffentlicht und publiziert wird. In meiner bisherigen beruflichen Tätigkeit habe ich mich aber mehr mit postoperativ entstandenen Schmerzen sowie deren Behandlung auseinandergesetzt. Daher habe ich mich dazu entschieden, auf dem Gebiet der postoperativen Schmerzen weiter zu recherchieren und postoperative entstandene Schmerzen in der Konstruktion meiner fächerintegrativen Lernsituation weiter zu bearbeiten.

Bei der Literaturrecherche habe ich mich auf Veröffentlichungen ab den Jahre 2000 konzentriert. Der Aktualität der Thematik in der Pflege aber auch in der Medizin sollte damit Rechenschaft getragen werden.

Die umfassende Recherche und die daraus erarbeitete 360° Analyse ermöglichen einen umfassenden und vertieften Einblick in die Thematik. Ich habe bei der Erstellung der 360° Analyse die Orientierung an der Berufspraxis, am Lehrenden, am Lernenden, an der Berufswissenschaft, an den Bezugswissenschaften und die Orientierung an der Zukunft in meinen Arbeitsfokus gestellt.

In weiteren Schritten habe ich nun die Ausbildungsrichtlinien für die staatlich anerkannten Kranken- und Kinderkrankenpflegeschulen in Nordrhein Westfalen zur Hilfe genommen. Draus ergab sich die gesetzliche Legitimation der von mir erarbeiteten Lernsituation. Ein gestuftes oder spiralförmiges Curriculum stand mir nicht zur Verfügung, daher habe ich die Lernsituation keinem zugeordnet. Die Planung der Stunden erfolgte durch die Ausbildungsrichtlinie für die staatlich anerkannten Kranken- und Kinderkrankenpflegeschulen in Nordrhein- Westfalen.

Ich habe mich für den Wahrnehmungszyklus nach Vogel entschieden (vgl. Kuckeland(a),2009, S. 34-40). Er beinhaltet die Aspekte: Wahrnehmen/ beobachten, Einschätzen, Entscheiden, Handeln und Bewerten. Den Wahrnehmungszyklus habe ich nicht verändert oder modifiziert, da er mir in seiner ursprünglichen Form genau passend für meine Lernsituation erschien.

Auch den Titel meiner Lernsituation habe ich nach der ersten Prüfung der 360°Analyse durch die Lehrenden Frau Schneider und Frau Kuckeland sowie durch ihre Anregungen noch einmal von „Menschen mit postoperativen Schmerzen pflegen und begleiten“ hin zu, „Postoperative Schmerzen eines Patienten wahrnehmen und einschätzen, Fach- und sozialkompetente Maßnahmen auswählen, durchführen und bewerten“, verändert.

Er gibt einen der zentralen Aspekte dieser Lernsituation und des zukünftigen Handlungsfeldes der Krankenpflege wider: die Lernenden sollen Schmerzen bei einem Patienten wahrnehmen und auch adäquat handeln. Insbesondere die Aspekte Wahrnehmen und Handeln schienen mir passgenau für die Berufswissenschaften. Schwierig empfand ich die Zuordnung beziehungsweise die Differenzierung der Einschätzung und Bewertung. Den Aspekt Bewertung hätte ich auch in Evaluation verändern können, habe mich aber hier dagegen entschieden.

Die Inhalte der 360° Analyse habe ich in einem weiteren Schritt der ausgewählten Handlungsstruktur zugeordnet.

Nach dieser Zuordnung legte ich die Reihenplanung fest. Daraus habe ich mir eine Unterrichtsstunde ausgesucht, die ich in der Modulabschlussprüfung vorstellen möchte. Für diese Stunde habe ich mir einen didaktischen Ansatz ausgesucht, der unter Punkt 6.3. genauer erläutert wird. Der von mir geplante Unterrichtsablauf wird in meinem Artikulationsschema aufgeführt.

2. Bedingungsebene

2.1. gesetzliche Vorgaben

Die gesetzlichen Vorgaben für die Konstruktion meiner Lernsituation habe ich der Ausbildungsrichtlinie für die staatlich anerkannten Kranken- und Kinderkrankenpflegeschulen in Nordrhein-Westfalen entnommen. „Schmerzbelastete Menschen pflegen“ wird in den Richtlinien im „Lernbereich I: Pflegerische Kernaufgaben“ in der Lerneinheit I.33 behandelt. Für die gesamte Lerneinheit sind nach der Richtlinie 22 Stunden vorgesehen. Diese Stundenzahl habe ich für meine geplante Lernsituation so übernommen. Zwar sollen chronische Schmerzen laut der Richtlinie auch bearbeitet werden, aber meine Lernsituation enthält auch das Grundlagenwissen zu Schmerz sowie unter anderem die Auffrischung der Inhalte aus den Bereichen „Vitalzeichen kontrollieren“, „Injizieren“ und viele mehr (vgl. Ausbildungsrichtlinie, 2003, S. 21-117).

2.2. Bedingungen der Lernenden

Die von mir fiktiv festgelegte Lerngruppe befindet sich in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/- in. Ausbildungsbeginn war am 01. August 2008 und endet am 31. Juli 2011. Für die Lernenden ist im Moment der sechste Unterrichtsblock. Bisher waren die praktischen Einsätze auf chirurgischen, internistischen und orthopädischen Stationen.

Der Kurs besteht aus 24 Lernenden, die Anzahl der weiblichen Lernenden überwiegt.

Insgesamt ist der Kurs als sehr homogen einzuschätzen. Alle Teilnehmer haben entweder die Hochschul- oder die Fachhochschulreife vor Beginn der Ausbildung erworben. Bis auf wenige „Ausreißer“ haben die Lernenden insgesamt sehr gute bis befriedigende Leistungen in ihrer bisherigen theoretischen Ausbildungen gezeigt. In der praktischen Ausbildung sowie deren Beurteilung spiegeln sich die theoretisch erworbenen Leistungen meist wider. Sehr gute theoretische Leistungen erbringen sechs Lernende, zwölf Lernende zeigen gute Leistungen und sechs Lernende zeigen befriedigende Leistungen.

Im Verlauf der Ausbildung haben sich zwar Untergruppen gebildet, diese haben aber wenig bis keinen Einfluss auf das Lern- und Arbeitsverhalten der Lernenden im Unterricht.

2.2.1. Kompetenzen, die bereits ausgebildet sind

Personalkompetenz

Die Lernenden haben sich im Laufe der Ausbildung als sehr zuverlässig erwiesen. Ihre Arbeitsaufträge im Unterricht sowie die selbständig zu erarbeitenden Aufträge, werden stets sorgfältig von ihnen durchgeführt. Eine Einführung in die Fremd- und Selbstreflexion zu Beginn der Ausbildung, haben die Lernenden gut angenommen und bereits erfolgreich umsetzten können. Wobei einige wenige, vor allem weibliche Lernende eher dazu neigen ihre Leistungen schlechter einzuschätzen als diese tatsächlich sind. Meistens sind auch sie es, die sich in Reflexionsgesprächen, sei es im theoretischen oder praktischen Rahmen, eher zurückhaltender äußern.

Sozialkompetenz

Die Zusammenarbeit in Gruppen bereitet den Lernenden viel Freunde und sie sind immer mit vollem Engagement dabei. Die Zusammensetzung der Gruppen findet immer abwechselnd statt. Die eine Gruppenzusammensetzung darf frei gewählt werden, wobei die nächste Zusammensetzung für einen neuen Gruppenauftrag im Losverfahren entschieden wird. Die unterschiedlichen Lernniveaus wurden in den Gruppenarbeiten nicht nach außen getragen und waren für Außenstehende nur selten sichtbar. Die Gruppen haben aufkommende Schwierigkeiten immer intern gelöst.

Fachkompetenz

Wie bereits erwähnt, haben die Lernenden unterschiedliche Leistungen in der bisherigen theoretischen Ausbildung erbracht. Dies spiegelt sich auch in der Aneignung und Verarbeitung der vermittelten Fachkompetenz wider. Die Motivation, sich Fachwissen anzueignen, ist bei einigen Lernenden stärker ausgeprägt

Die hier ausgearbeitete Lernsituation beinhaltet folgende Fachkompetenzen:

- Grundregeln im Umgang mit Schmerzkranken erfahren
- Schmerzentstehung und anatomische Gegebenheiten beschreiben
- Klassifikationen, Verarbeitung und anatomische Gegebenheiten von Schmerz benennen
- pflegerische Planungsmöglichkeiten durchführen
- mögliche Nebenwirkungen von Opiaten kennen
- organisationsbedingte Gegebenheiten beobachten und reflektieren
- Monitoring während einer Opiatgabe kennen und umsetzten
- Skalen zur Schmerzeinschätzung kennen und mit den Einschätzungsskalen umgehen können

- Unterschiede zwischen diesen erkennen, Anwendungsgebiete und Anwendungszeitpunkte kennen und dieses Wissen umsetzten
- Bedeutung der zeitnahen Dokumentation kennen und diese Erkenntnisse umsetzten
- Schmerzlinderungs-Score kennen und diesen anwenden
- Bedeutung der Schmerzfreiheit für die Institution, für die Pflege und v.a. für den Patienten erkennen und reflektieren

- Nicht-medikamentöse Interventionsmöglichkeiten kennen und anwenden können
- vier Eckpfeiler der postoperativen Schmerztherapie kennenlernen
- Möglichkeiten der Schmerztherapie kennen
- WHO Stufenplan kennen
- Prinzipien der medikamentösen Schmerztherapie bei akuten Schmerzen kennen
- Systematisch applizierte Analgetika kennen
- Nebenwirkungen erkennen und weiterleiten
- Bedeutung von Freiheit und Unabhängigkeit von der Schmerztherapie für den Patienten erkennen und reflektieren
- Schmerztherapie mittels (regionaler) Schmerzkatheter kennen
- Besonderheiten für die Pflege dabei beachten
- Zentrale Aussagen des Betäubungsmittelgesetztes kennen und diese gesetzlichen Bestimmungen im pflegerischen Alltag umsetzten und überwachen
- Bedeutung der vulnerablen Patientengruppe bei der Schmerztherapie erkennen
- Diese Erkenntnisse sollten nach Möglichkeit im pflegerischen Handeln umgesetzt werden
- Besonderheiten bei der Schmerzerfassung / Schmerzanamnese herausarbeiten

Methodenkompetenz

Die Ergebnisse der Gruppen-, Einzel-, oder Partnerarbeiten werden von den Lernenden unter zur Hilfenahme von Overheadprojektorfolien, Wandzeitungen, Flipchart oder Powerpoint präsentiert. Diese Medien haben die Lernenden bereits zu Beginn des ersten Ausbildungsjahres im Themenbereich „Lernen und Lerntechniken“ der Lerneinheit II.2. kennengelernt. Seit dem arbeiten Lehrende sowie die Lernenden mit diesen Medien(vgl. Ausbildungsrichtlinie, 2003, S. 55-56).

Verschiedene Unterrichtsmethoden wie „Einpunktabfrage“, „Kugellager“, „Gruppenpuzzle“, „Kartenabfrage“, „Brainstorming“ und viele mehr, haben die Lernenden bereits in den unterschiedlichsten Unterrichtssituationen kennengelernt.

3. Entscheidungsebene

3.1. 360° - Analyse zum Thema „Postoperative Schmerzen eines Patienten wahrnehmen und einschätzen,

Fach- und sozialkompetente Maßnahmen auswählen, durchführen und bewerten.“

Tabelle 3.1.-1. 360°Analyse

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Ende der Leseprobe aus 95 Seiten

Details

Titel
Konstruktion von fächerintegrativen Lernsituationen
Untertitel
Postoperative Schmerzen eines Patienten wahrnehmen und einschätzen, fach- und sozialkompetente Maßnahmen auswählen, durchführen und bewerten
Hochschule
Fachhochschule Münster  (Fachbereich Pflege und Gesundheit)
Veranstaltung
Ausgewählte fachdidaktische Fragestellungen – Konstruktion von fächerintegrativen Lernsituationen
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
95
Katalognummer
V172575
ISBN (eBook)
9783640928415
ISBN (Buch)
9783640928521
Dateigröße
880 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Viele Seiten im Querformat
Schlagworte
Lernsituation, Lernfeldkonzept, Schmerzen bei Patienten
Arbeit zitieren
Bachelor Bettina Schmidt (Autor), 2010, Konstruktion von fächerintegrativen Lernsituationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172575

Kommentare

  • Gast am 14.10.2013

    Es sind zu viele Fehler (Schulbücher in der Literaturangabe) enthalten, zu unübersichtlich (Tabellenformatierung, Seitenzahlen fehlen) und das Geld nicht wert! Mich hat es geärgert dieses Exemplar zu kaufen. Aber aus Fehlern kann man ja bekanntlich lernen! Mich wundert, das dabei eine Note 2 herausgekommen ist, bei den anspruchsvollen Dozenten. Da muss die Präsenzleistung und Reflexion herausragend gewesen sein.

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